Wer finanziert Europas Sicherheit? Mit Jeannette zu Fürstenberg.
Shownotes
Jeannette zu Fürstenberg, Managing Director bei General Catalyst, hat zusammen mit Ex-Airbus-CEO Tom Enders, MSC-Fellow Nico Lange, Airbus-Aufsichtsratschef René Obermann und Ökonom Moritz Schularick ein Papier zur europäischen Verteidigungsautonomie vorgelegt. Die Botschaft ist eindeutig: Es fehlt weder Geld noch Technologie. Zu Fürstenberg sagt: „Was es aber jetzt braucht, ist wirklich mehr Innovationsdynamik, den politischen Willen und auch europäische Koordination, damit das gelingt." Sie ist überzeugt, dass es auch ein neues Mindset bei Regierungen braucht: Weg von großen Rüstungsprojekten alter Prägung hin zu flexiblen, modernen Lösungen junger europäischer Unternehmen. Entscheidend sei dabei, nicht unzählige Leistungen in Bestellkatalogen festzuzurren: „Was es braucht, ist den Staat als Ankerkunden. Du musst Signale setzen und sagen, derjenige, der mir jetzt eine funktionsfähige Rakete hinstellt, der bekommt einen Rahmenvertrag über 5 Milliarden." Professional Briefings kostenlos kennenlernen: https://table.media/testen Impressum: https://table.media/impressum Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
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00:00:05: Einen wunderschönen guten Morgen an diesem Samstag, dem XXIII.
00:00:09: Mai.
00:00:09: Heute wollen wir mit Ihnen mal etwas differenzierter auf das große Thema dieser Zeit blicken nämlich die europäische Souveränität bei der Verteidigung.
00:00:18: Amerika zieht sich zurück Das ist inzwischen jedem klar.
00:00:21: aber Die standardisierten Prozesse, die Entscheidungsfreudigkeit auch Das gemeinsame Geld und das gemeinsame Verständnis Der Mitgliedstaaten in der Europäischen Union Ist für diese Lücke die europäische Verteidigungsarmee wirklich aufzubauen, noch nicht da.
00:00:37: Es fehlt – so sagt es Janett zu Fürstenberg der politischen Wille!
00:00:41: Es fehlt nicht die Technologie, es fehlt auch nicht das Geld.
00:00:45: Zusammen mit weiteren klugen Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Airbus-Seo Tom Enders, dem Sicherheitsexperte Nico Lange, dem Airbus Aufsichtsratschef René Obermann und dem Ökonom Moritz Schulerich hat die Investoren ein starkes Papier vorgelegt, eine Analyse wie Europa sicherheitspolitisch souverän werden kann.
00:01:03: In welchem Zeitraum?
00:01:04: Mit welchen konkreten Maßnahmen?
00:01:06: Fünfhundert Milliarden Euro sind dafür notwendig in zehn Jahren!
00:01:10: Das klingt viel ist es aber vielleicht doch gar nicht wenn man darüber nachdenkt was am Ende stehen könnte nämlich eine echte europäische Souveränität in der Sicherheit.
00:01:19: Sprechen wir mit der Frau, die inzwischen Managing Director bei General Catalyst ist, einem der wichtigsten Investoren und Risikokapitalgeber der Welt.
00:01:28: Sie war Gründungspartnerin bei La Familia und ist in so ziemlich jedes spannende Defense-Tech Unternehmen investiert was es in den letzten Jahren in die Schlagzeilen geschafft hat.
00:01:38: Sie ist der Meinung dass das Europa der Zukunft viel enger zusammenarbeitet wird als jetzt was Politiker ihren Sonntagsreden immer wieder versprechen.
00:01:46: Ein Gespräch mit Janett zu Fürstenberg ist immer gespickt, mit Zuversicht und Optimismus – in diesen Zeiten können wir das ganz besonders gut gebrauchen.
00:01:53: Schön dass du da bist!
00:01:54: Hallo liebe Janett!
00:02:05: Ein Ziel verfolgt, was wir alle bisher für fast Unmöglichheiten nämlich eine Autonomie Europas.
00:02:10: und ihr sagt sogar sie ist technologisch machbar und finanzierbar.
00:02:14: Übernehmt die euch da nicht ein bisschen?
00:02:16: Absolut nicht Lieber Mick!
00:02:17: Und genau das zeigen wir ja an Zahlen und Fakten.
00:02:20: und zwar zeigen wir auf dass Europa ganz klar in der Lage ist sich selbst zu verteidigen weil die Technologien, die Industrie und die Mittel da sind.
00:02:26: und was es aber jetzt braucht is wirklich mehr ein Innovationsdynamik den politischen Willen auch europäische Koordination damit das gelingt.
00:02:32: Aber FKS Nummer als ein Beispiel.
00:02:34: Wir kriegen ja nicht mehr zwischen Frankreich und Deutschland vor lauter Eitelkeiten, Systemideologien, ein gemeinsames Flugzeug hin – und ihr redet schon über die große einheitliche europäische Verteidigungsautonomie!
00:02:48: Naja, aber wir haben einfach wirklich eine europäische Gründergeneration die gerade wirklich technologisch führende Unternehmen aufbauen.
00:02:54: Wir sehen das mit ARCS, wir sehen es mit Helsing, Hypersonica, Titan, Aesai Aerospace... Das sind ja Beispiele wo das gelingt und das sind auch Beispiele die schon auch europäisch verzahnt sind.
00:03:03: Helsing verkauft europäisch.
00:03:05: Hypersonika ist in Gesprächen mit anderen europäischen Anreinerstaaten.
00:03:08: Das heißt was wir sehen Das ist glaube ich, es verkantet sich ja oft wenn das zu hoch politisiert wird und auch wenn es zu stark in verkrusteten alten Strukturen sitzt.
00:03:16: Und darüber hinaus habe ich auch mal eine Frage ob F-Case überhaupt das geeignete System ist?
00:03:20: Das ist, glaube ich ne ganz andere Frage.
00:03:22: aber was ich einfach sehe ist dass eine sehr viel höhere Geschwindigkeit und Dynamik in der Kooperationsbereitschaft bei jüngeren Unternehmen liegt, das eben auch Europa übergreifen und das macht Mut!
00:03:33: Okay und dann lass uns mal konkret werden Wer finanziert diese europäische Verteidigungsautonomie hauptsächlich?
00:03:41: Sind das privatwirtschaftliche Initiativen, der Staat?
00:03:45: ist das die EU.
00:03:46: Sind das die Nationalstaaten, die davor angehen müssen?
00:03:49: Naja also was wir ja sagen es dieser Souveränitätsagenda.
00:03:52: Die kostet uns im Schnitt fünfhundert Milliarden über den nächsten zehn Jahre.
00:03:56: Das sind wirklich die Gesamtkosten von dem was aufgelistet haben als den kritischen Fähigkeiten, die es wirklich braucht.
00:04:02: Welche Kosten sind das?
00:04:03: Die Bestellung von Material oder was ist das für ein Geld, was ihr da summiert habt?
00:04:06: Das ist wirklich alles inklusive!
00:04:07: Das ist von Material über Entwicklung bis hin zum fertigen Produkt und da sagen wir dass sind ca.
00:04:13: hundertfünfzig bis zweihundert Milliarden bis zwanzig dreißig und das entspricht dem kosten der Souveränitätsagenda und ist wirklich weniger als diese Next Generation EU mit siebenhundertfünftig Milliarden als das Aufbau Instrumente Europäischen Union um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Covid zu bewältigen.
00:04:29: Das heißt, um das einmal ins Verhältnis zu setzen ist nicht so viel Geld.
00:04:32: Das sind pro Jahr ca.
00:04:33: fünfzig Milliarden Euro.
00:04:34: Das entspricht dem Volumen der europäischen Agrarpolitik oder nur um zwei Fünf Prozent des BIPPS-DU.
00:04:40: Wenn du das mal runterbrichst, ist das nicht wahnsinnig viel Geld aber es ist eben eine kritische Investition, die passieren muss weil ich glaube wenn man jetzt einmal das grobe und das große Bild aufspannen nick dann haben wir einfach an der Grönland Frage gesehen dass wir als Europäer ein ganz spezifisches Wertegerüst haben.
00:04:58: Und wir müssen in der Lage sein, dieses Wertegerüst zu verteidigen!
00:05:01: Das muss uns einfach klar sein, weil damit steht und fällt alles.
00:05:04: Damit steht und fehlt unsere Demokratie... ...und damit steht auch unser Wirtschaftsraum.
00:05:08: Das heißt das ist für mich ein ganz entscheidender Hebel damit wir hier in Europa auf die Füße kommen.
00:05:14: Und das ist etwas, was wir eben jetzt einmal wirklich in der Tiefe analysiert haben, weil wir einfach mal verstehen wollten, dass bräuchte es eigentlich für Europa um wirklich souverän zu sein und zwar mit Hinblick auf die Fairigkeiten aber auch mit Hin Blick auf die Zeitachse.
00:05:28: Weil das Thema, was wer immer wieder hören ist naja, haben wir ja nicht.
00:05:31: deswegen müssen wir bei den Amerikanern kaufen Und das ist genau der Druckfluss.
00:05:35: Wir haben es eben in den Ansätzen schon, wir können es hier bauen und entwickeln.
00:05:38: Es muss nur ein Abnahmesignal her und das Geld ist eigentlich da.
00:05:42: Also das Geld is verfügbar, es muss nur in die richtigen Wege geleitet werden.
00:05:46: Ja und das Fahrhalten von Donald Trump zum Beispiel bei den Tomahawk würde ja bedeuten, wenn ohnehin die Amerikaner sich sperren.
00:05:53: Bei der Belieferung von Materialien könnte man das auch als Gelegenheit nutzen um eben dort reinzugehen wo wir bisher nicht waren.
00:06:01: Siehst du dass auch als Chance dies agieren dieses amerikanischen Präsidenten?
00:06:04: Das ist eine Riesenchance.
00:06:06: Und weißt du, was nur interessant ist?
00:06:07: Also ich finde das hier so ein Crescendo hat hier angefangen mit der JD Vans Rede letztes Jahr bei der Militär-Sicherheitskonferenz wo ich mit dabei war und da hat man dann schon gemerkt es war einfach so einen Umbruchsmoment.
00:06:18: also da sind glaube ich alle mal einmal in Aufgewartung dann hoppla was ist denn jetzt los?
00:06:22: und dann hat sich das ganze ja auch glaube ich gesteigert bis hin zu Gründer Debatte.
00:06:27: aber ich habe schon das Gefühl dass wir gerade glauben so zwei verschiedene Realitätswelten uns bewegen.
00:06:33: Wir glauben auf der einen Seite, dass ja das ist wohl so aber so schlimm wird es schon nicht kommen und wir machen mal einfach so weiter wie geplant was uns die gegebenen NATO Pläne vorgeben und das ist einfach der Trugschluss.
00:06:44: ich glaube wir müssen jetzt sehr entschlossen agieren, und zwar nicht nur weil das unsere Souveränität betrifft.
00:06:49: Und einfach eine wirksame Abschreckung gegenüber potentiellen Kontrahenten beinhaltet, sondern weil es auch ein ganz entscheidender Faktor ist für unser Wirtschaftswachstum.
00:07:00: Das haben wir ja eben gemeinsam mit dem Moritz Schulerik und dem Kieler Institut der Weltwirtschaft wirklich schön ausdifferenzieren können dass die Multiplikatoreneffekte von Verteidigungsinvestition im Bereich von Nullkommar sechs bis eins Komma fünf liegen.
00:07:12: Das heißt wenn wir es tatsächlich schaffen Diese Wertschöpfung hier in Gang zu setzen, dann hat das ein Riesenhebel auf unsere ohnehin krankende oder aktuell angeschlagene Gesamtwirtschaft.
00:07:25: Die ja im Wesentlichen so stark abhängig ist vom Verbrennungsmotor von der Automobilindustrie wo einfach gerade struktureller Schifft Kapazitäten frei werden lässt die wir in diesem Sektor sehr gut nutzen können und müssen.
00:07:37: Aber mal ganz konkret die Polizei sagen, wir brauchen das.
00:07:42: Keine andere kann das bisher so gut?
00:07:44: Wir müssen es halt buchen!
00:07:45: Wir könnten aber auch über Microsoft reden.
00:07:47: Wir können über GPD und Gemini reden also überall dort wo gerade derzeit KI gestützte Systeme oder auch datenbasierte Systeme angewendet werden in der Industrie oder in der Verwaltung oder sogar im militärischen Abschirmdienst gehen wir auf amerikanische Dienstleister, doch nicht weil wir Amerika so lieben sondern weil die Beschaffer sagen das ist technologisch gerade State of the Art oder nicht?
00:08:11: Naja also ich finde man muss da differenzieren.
00:08:13: Also zum einen haben wir ja immer mehr europäische Technologieanbieter die jetzt schon state-of-the art sind.
00:08:20: Das ist das eine.
00:08:21: Und dann muss man aber eben auch die Entschlossenheit haben und einfach die Weitsicht zu sagen, da nutzen wir das!
00:08:27: Dann setzen wir darauf, dass es eine.
00:08:29: Das Zweite ist hier so ein schickenen Eckproblem weißt du?
00:08:31: Das heißt wenn ich immer nur sage Wir haben's nicht, wirds auch nicht gebaut.
00:08:35: Und der Gedanke den die EU und ja viele staatliche Institutionen solange gehegt haben nämlich vorne mit der Gießkanne kleine Equity checks in irgendwelche Startups und SMEs zu platzieren, das ist einfach idiotisch weil das ist A Verschleuderung von Steuergeldern und B hilft das nicht uns wirklich in Eins und Norden auf das große Ziel, nämlich was es braucht.
00:08:55: Und das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt mit.
00:08:57: Es braucht den Staat als Ankerkunden.
00:08:59: Der Staat muss Signale setzen und sagen, pass mal auf derjenige, der mir jetzt eine funktionsfähige Rakete hinstellt, der bekommt einen Rahmenvertrag über fünf Milliarden So ein, zwei, drei Go und das Ganze muss bitte in drei Jahren stehen.
00:09:10: Und dann kommen Leute wie wir auf den Plan und sagen alles klar was sind denn aus unserer Sicht hier die besten Teams?
00:09:16: Die das leisten können!
00:09:17: Wir gehen das Kapitalrisiko mit unserem Geld, dass genau für dieser Art von Risiko ausgelegt ist... ...und dann wissen wir aber auch was der Size of Surprise ist.
00:09:25: weißt du also?
00:09:25: es heißt wohin marschieren wir?
00:09:27: und wenn wir dann in der Lage sind das zu uns zu sichern Dann haben ja um mal dem Beispiel zu bleiben Ein drei Milliarden Umsatzvertrag führt ja je nach Industrie und je nach Sektor zu dem zehn bis zwanzigfachen an Marktbewertung, der sich daraus freisetzt.
00:09:43: Verstehst du das?
00:09:43: ich meine?
00:09:44: Dann so entsteht ein Schwungrat!
00:09:45: Das heißt dann habe ich plötzlich ein Unternehmen was nicht nur einen Umsatz hat sondern was eine ganz konkrete Marktkapitalisierung hatte sich wiederum übersetzt in das was wir nachher hoffentlich als Neuankömmlinge in unserem DAX so dringend brauchen.
00:09:59: Das muss man auch mal sehen.
00:10:00: die Hälfte des DAXes kommt aus der Kaiserzeit.
00:10:02: Das muss sich mal ganzes Traub passieren.
00:10:04: Wir brauchen doch neue Unternehmen, die genau da nach vorne preschen und diese Form von Lücken
00:10:09: füllen.".
00:10:10: Okay, das heißt es fehlt nicht das Geld.
00:10:12: Es fehlt nicht die Technologie.
00:10:13: Es ist eure Botschaft und es fehlt bisher der politische Wille.
00:10:16: Wo?
00:10:16: Harpat ist dann genau Boris Pistorius, Friedrich Merz.
00:10:19: Die werden sich ja doch mit euch beschäftigen.
00:10:21: wie man hört gehörst du ja durchaus auch zu den Beratern der Bundesregierung an verschiedenen Stellen.
00:10:26: was sagen sie eben?
00:10:27: die müssten doch dann eigentlich wenn Sie dir glauben sagen okay dann ändern wir die nächsten Verträge auf bei European oder by German Und da machen wir das halt einfach woran harpat ist.
00:10:38: Also ich glaube, es harpert an einigen Stellen.
00:10:40: Ich glaube das noch nicht hundert Prozent umrissen ist wie man eigentlich die Beschaffung so neu ausrichtet und da gibt's erste wichtige und gute Ansätze.
00:10:50: Ich finde diese Bundesregierung macht auf mich einen Eindruck als würden sie versuchen sich diesem Feld wirklich mit den richtigen Schritten zu nähern nämlich zu sagen Wir spezifizieren nicht alles von Anfang an.
00:11:01: Wir sagen jetzt nicht ganz genau, was dieses System alles können muss, welche Komponenten da verbaut sein müssen und wo diese Komponenten herkommen müssen
00:11:09: etc.,
00:11:09: sondern wir sagen fast mal auf, wir haben ein Problem.
00:11:11: Diejenigen die mit diesem Problem lösen können – und diese Lösung, die kaufe ich!
00:11:16: Und die teste ich und dann kaufe Ich sie.
00:11:17: Das war bei dem kürzlich von Helsing geschlossenen Vertrag der Bundesregierung der Fall Das heißt, der gab es ein ganz konkretes Programm.
00:11:24: Die gesagt haben bitte löst mir dieses Problem und dieses Problem hat Helsing und andere haben das Lösen können und da haben wir dafür einen Vertrag bekommen.
00:11:30: Das ist der richtige Weg.
00:11:33: Ich glaube dass zweite ist immer noch nicht klar ist wo sich eigentlich die Wertschöpfung hin entwickelt.
00:11:40: also ich glaube diese Learnings die wir aus der Ukraine haben, die haben sich noch nicht ausreichend übersetzt in eine Beschaffungslogik hier nämlich dieser Shift von Wir sehen, etablierte Legacy-Systeme spielen da eine wirklich untergeordnete Rolle.
00:11:54: Das bewegt sich im Bereich von fünf bis zehn Prozent.
00:11:56: Neunzig Prozent sind autonome kleine Systemlösungen, wesentlichen Drohnen die durch KI gesteuert werden und dann in der Lage sind dort den Unterschied zu machen.
00:12:07: Weil wenn man dich mal anpricht was da passiert, du siehst ja drei Hundert Drohne, die auf ein Ziel fliegen Ja?
00:12:14: Und dann hast du dieses eine Ziel das ist aber kritische Infrastruktur.
00:12:17: Das sind Kraftwerke Produktionseinheiten usw.
00:12:22: Dann musst du in der Lage sein, diese drei Hundert Drohnen abzufangen und wenn es nur
00:12:25: eine schafft
00:12:27: ist das Ziel erfüllt.
00:12:28: Und diese Form von Asymmetrie die löst du nicht durch mehr Panzer und mehr Fregatten sondern die löste du indem du tatsächlich überlegst was sind denn intelligente Systemlösungen die darauf einzahlen?
00:12:39: Das sind eben Teil dieser von uns erfassten Parameter die wir hier ins Papier benennen.
00:12:46: Und diese Papier benennt im Wesentlichen diese Fähigkeitslücken und beschreibt dann den Zeithorizont sowie der notwendigen Finanzrahmen, um die richtig zu schließen.
00:12:54: Ja, nur gibt es jetzt mehrere Fähigkeitslücken.
00:12:56: Es gibt offiziell ja schon von der NATO definierte Fähigkeitslücken die auch Deutschland erfüllen muss.
00:13:01: also wenn Mark Rütte euer Papier liest dann würde er noch denken das ist eine Schwächung der NATO hier im Hauptquartier.
00:13:06: Das muss eigentlich vermieden werden.
00:13:08: das klingt nach Doppelstruktur das klingt nach europäischer NATO und langfristig einer Abspaltung dieser Europäischen Autonomieinheit innerhalb der NATO.
00:13:19: Naja ich glaube dass die NATO nur einen Teilbereich dessen abdecken kann und muss.
00:13:23: Wenn man sich mal auf die NATO blickt, würde man sagen ist die NATO eigentlich wirklich der Weisheit.
00:13:30: letzter Schluss in einer Situation wo die NATO so stark abhängig ist von den USA?
00:13:34: Ich glaube wir müssen jetzt einmal gucken auf Kern Europa und uns überlegen wenn wir aus Europa heraus in der Lage sein wollen uns zu verteidigen dann müssen wir das im europäischen Gesamtkontext lernen.
00:13:45: Das ist keine Schwächung der NATO, sondern wir werden bessere Partner auch für die USA innerhalb der NATO wenn wir Europa stärken und das ist ja den Appellienbeher machen dass wir sagen Die Autonomie Europas kann gebaut werden kann geschaffen werden kann auch pan-europäisch geschaffen wird.
00:14:00: und da sagen wir jetzt nicht das muss jetzt wieder ein brüssel gesteuertes Instrumentarium sein was ein Monster ist was keiner was keiner anfassen möchte.
00:14:07: Sondern es kann eine schnelle Koalition der Willigen sein Zwischen dem Baltikum, den nordeuropäischen Ländern, zentral europäischen Ländern die einfach sagen okay wer kann eigentlich was bauen.
00:14:17: Wer hat welche Capabilities jetzt schon verfügbar?
00:14:19: Deutschland hat vor allem einen sehr großen Geldhopfer aufgemacht letztes Jahr das ja einfach enorm begrüßenswert ist muss man auch mal sagen.
00:14:26: also dass Deutschland diesen Schritt gegangen ist rechn ich dieser Bundesregierung auch hoch an.
00:14:30: Und jetzt muss man aber sagen, wie kann man es schaffen, dass diese Fähigkeiten schnell entwickelt und gebaut werden?
00:14:35: Und zwar nicht nur unbedingt in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Ländern.
00:14:39: Und so das sie dann tatsächlich auch skalieren durch große Abnahme- und Rahmenverträge von Deutschland, von Schweden, auch aus England.
00:14:47: Ich glaube, dass England eine in diesem Kontext wichtige Rolle spielt und auch spielen kann und uns wieder näher zusammenbringt.
00:14:53: Was man gerade in Polen sieht, sieht man ja fast wie eine Abwiederbelebung dieses Wahlmacher Dreiecks.
00:14:59: Polen, Deutschland, Frankreich.
00:15:01: diese Achse kann und müssen wir jetzt eigentlich stärken.
00:15:04: Weil das ja eigentlich die Achse ist derjenigen, die nicht nur mit Polen unmittelbar an der Front stehen sondern auch was die Wirtschaftsmacht, die ganze Wertschöpfungskette, die ja auch im Automobisektor sich genau über diese drei Länder sehr stark ausdifferenziert hat wie man das wirklich nutzen kann um schnell schlagkräftig und verteidigungsfähig zu werden.
00:15:26: Ich habe manchmal das Gefühl, wenn ich dir zuhöre.
00:15:28: Ich wünschte dass du mit allem so Recht hast.
00:15:30: und dann schaue ich auf die Realität.
00:15:32: diese Weimarer Achse gibt es de facto gar nicht weil die Polen und der polnische Ministerpräsident sich gar nicht nach Deutschland traut weil er zu Hause sofort Riesenprobleme bekommt wenn er zu eng an der deutschen Regierung arbeitet weil wir dort immer noch mit vielen Ressentiments versehen sind.
00:15:46: in Frankreich könnte nächstes Jahr ein Präsidenten geben der offiziell sagt nationales französisches recht wird wieder über dem europäischen stehen.
00:15:55: Militärpartner in Europa, Großbritannien könnte von Nigel Farage als neuen Premierminister geführt werden.
00:16:02: Welche Achse ist in Europa dann noch in der lager europäische Verteidigungsautonomie wertebasiert zu machen?
00:16:10: Mick, das sind ja viele verschiedene Themen, die es übereinander kommen.
00:16:12: Wenn ich einmal nach Polen blicke und ich mir Radek Sikorski anhöre, den der aus meiner Sicht wirklich kernauropäer ist und jemand, der auch seitdem er durchaus transatlantisch gebunden und orientiert ist dann sind die Stimmen, die ich da höre schon solche, die sagen, pass mal auf, auf die Amerikaner können wir uns nicht mehr verlassen?
00:16:32: Was können wir denn gesamt-europäisch leisten?
00:16:34: so?
00:16:36: Das ist ein Signal was ich ernst nehmen würde Und was sich gerade nach unserer Wahrnehmung auch übersetzt in ganz konkrete Handlungsoptionen ist, das eine.
00:16:44: Und wenn ich jetzt nach Frankreich blicke, dann können wir alle nicht abschätzen und werden der nächste Präsident wird.
00:16:50: Aber ich würde einfach mal darauf hoffen und setzen dass am Ende die Vernunft dort auch walten wird.
00:16:56: Ich glaube das, wenn ich auf die aktuelle Entwicklungsdynamik gucke – und ich habe ja sehr viel Visibilität, ich sage mir vor allem auf das Databökosystem – entstehen da gerade ganz wichtige Kooperationen und Partnerschaften, die tatsächlich diese Zukunft ganz konkret bauen.
00:17:13: in einer Zeitenwende, wo wir es eben der Staat umrundendam gar nicht mehr so unbedingt vorab beziffern kann was eigentlich gebraucht werden wird in zwei bis drei Jahren.
00:17:22: Sondern wir haben Unternehmen die sagen ich glaube das wird gebrauchten werden und da kommen Leute wie wir an den Tisch die sagen auch das glauben wir auch.
00:17:28: und hier geben wir euch mal eine Anschubfinanzierung und so wird auf der einen Seite die Zukunft gebaut die Realität zieht nach und sagt man okay was gibt's denn hier?
00:17:37: Und dann stellt man fest naja es gibt ja sehr viele sehr sehr potente patente Lösungen auf die wir hier setzen können Und dann wird das hoffentlich gekoppelt, ein größerer Rahmenvertrag und so entsteht ein Innovationsschwungerat.
00:17:48: So entsteht einfach eine zukünftige Staltbar-Württ.
00:17:52: Die wir haben in Europa und auch in Deutschland, dass wir immer so sagen naja es ist ja ohnehin schon alles zu spät.
00:17:58: Das ist ja auch nicht hin schon alles verloren Und ich glaube einfach nicht.
00:18:02: also das ist nicht meine Welt Sicht.
00:18:04: Meine Welt Sicht ist der Zukunft immer gestaltbar wird und sein Wirken.
00:18:08: Es geht aber nur indem man ein funktionelles Schwungrad hat zwischen Leuten wie uns die das Kapital bereitstellen zwischen den Gründern die die Fähigkeiten und die Visibilität und die Energie aufbringen und die Ambitionen das zu bauen zwischen der etablierten Industrie.
00:18:22: Da sehen wir ja auch ganz, ganz spannende tolle Partnerschaften ob das jetzt ein Saab und Helsing ist oder ein Isar Aerospace die unterschiedlich Kooperation und Partnerschaft schließen oder Helsing mit Schäffler da sind es hier sehr viel Dynamik dass die entsteht.
00:18:37: Hensolt ist ein ganz aktiver Spieler in der zwischen diesen Welten wählt.
00:18:42: Das heißt wir sehen die Industrie die diese Kooperation weiter vertiefen möchte.
00:18:46: Und den vierten Spieler den wir am Tisch brauchen ist einfach die Politik und deswegen dieses Papier Deswegen dieses Aufzeigen dieser Fähigkeit zu lücken und deswegen eine dringende Appell, eben ein Teil des Beschaffungsbudgets von diesen großen Systemen und von diesem großen Programm die aus unserer Sicht großenteils veraltet sind.
00:19:03: Zu schiften auf diese kritischen neuen Fähigkeiten, die entwickelt werden müssen, die wir in Ansätzen hier verfügbar haben und die jetzt einfach durch Nachfrage und Kapital verstärkt und größer gemacht werden müssen.
00:19:15: Kaum einer hat mehr Einblicke in das französische KI-Superunternehmen, Mystery and AI als du.
00:19:20: Hat es eine Chance im weltweiten Wettbewerb zu bestehen?
00:19:23: Hundert Prozent!
00:19:24: Also ich glaube was ja Mistral, was ja viele nicht genau sehen ist... Du guckst auf Anthropic und du guckest auf Open Air und sagst dir naja die sind so riesig groß, ja das stimmt Die besetzen ja ganz bestimmte Fähigkeitslücken oder Profile.
00:19:39: Wenn ich jetzt auf OpenAI schaue, dann ist das hier im Wesentlichen ein Consumer-Unternehmen.
00:19:43: Sie monetarisieren durch Konsumenten.
00:19:45: Du guckst auf Anthropic, die monetarisierend durch Codeautomatisierung.
00:19:49: Das ist eine wichtige Fähigkeit, die überall gebraucht wird.
00:19:52: und jetzt guckste du auf Mistral und Mistral geht halt einen sehr genuinen europäischen Weg.
00:19:58: Nämlich die sagen, pass mal auf was sind denn meine Kunden hier?
00:20:01: Die Kunden sind die ganzen Weltmarktführer, die entlang der industriellen Wertschöpfung gebaut haben das ist die höchste Dichte, die wir global haben und sagt dann okay wie sieht eigentlich deren Fahrt durch mit KI aus?
00:20:11: ja und was brauchen unsere Regierungen hier nicht nur hier sondern global?
00:20:15: und was braucht eigentlich Institutionen die hochreguliert sind und ein höheres Maß an Datenschutz brauchen usw.
00:20:21: Das heißt sie gucken einfach mal hier rum und da sagen die naja ich sehe in ASML enorm hohes Wertschöpfungspotenzial hat und global extrem relevante Rolle einnimmt.
00:20:31: Und die natürlich extrem IP-sensitive Daten haben, das heißt sie werden in Teufel tun und sagen ich lasse jetzt diese Daten und meine ganzen Lidografiedaten einmal durch ein amerikanisches Modell laufen weil dann ist die IP nämlich weg.
00:20:43: Das heißt was sagt also im Insiderkurs mal auf?
00:20:45: Ich will diese Modelle aber ganz ganz nah dran an meinen Kernprozessen und so gesichert dass die tatsächlich keinen Datenabfluss riskieren.
00:20:53: Und dann möchte ich, dass immer bitte schon helft das Ganze hier so umzusetzen und da eine Infrastruktur drum herum oder ein Produkt drum herum zu setzen.
00:21:01: Dass es mir hilft das tatsächlich zu nutzen diese Technologie zu nutzen und zwar auf der einen Seite um meine Kosten zu senken.
00:21:09: Das sind alles was im horizontalen Workflows und diese gleich mal klassisch schon mit KI in Verbindung gebrachte Prozesse sind.
00:21:15: aber die andere Sache die ja viel spannender noch ist entwickelt sich es, glaube ich gerade erst in dieser Phase des AI Rollouts ist.
00:21:24: Wie kann ich eigentlich diese Technologie nutzen um meine Kernprodukte besser zu machen?
00:21:28: Stichwort Lithografie, Stichworte verbundeteffekter auf dieser Ebene und da leistet Mistral grade einen wichtigen Beitrag.
00:21:36: Und dann darunter ist ja die viel größere Frage noch Wo sollen eigentlich diese Applikationen laufen?
00:21:42: Und da hat Mistral gesagt dass wir auch für Bauen ein souveränes europäisches GPU Cluster.
00:21:47: Und dieses GPU-Cluster, also das sind eben die Chips auf denen diese KI dann am Ende tatsächlich läuft.
00:21:52: Das sitzt eben in Frankreich und läuft auch vor französischem Nuklearstrom was aus unserer Sicht natürlich einfach der abelastbarste sicherste aber eben auch kosteneffizienteste Strom ist den wir aktuell verfügbar haben im Zentraleuropa.
00:22:05: Los jetzt keine Atomdebatte hier machen!
00:22:07: Ja, aber das ist ja ein sehr interessanter Punkt Mick weil wenn wir jetzt mal darauf gucken und sagen Intelligenz und KI ist ein zentraler Ruhstoff der Zukunft.
00:22:17: Wenn wir einfach mal sagen, das ist auch ein Souveränitätsbestandteil neben dem was wir gerade verteidigungsseitig umrissen haben dann ist es einfach extrem wichtig dass wir jetzt die Weichen stellen wie im Teil dieser Wertschöpfung in Europa verbleibt und zwar auf der Fähigkeits-Ebene.
00:22:32: deswegen brauchen wir souveräne Modelle.
00:22:35: also das ist Mistralmodell als Beispiel.
00:22:38: aber deswegen brauchen Wir auch einen Rahmen und eine Denkstruktur Wie wir einen Großteil dieser Wertschöpfung hier über die reine Modellebene in Europa halten wollen.
00:22:51: Und da ist ein Bestandteil eben Compute, das heißt wir müssen unbedingt jetzt den Schulterschluss machen mit Gesamteuropäischem Machen und wirklich zu verstehen wie können wir Es schaffen über die nächsten drei bis fünf Jahre hier mal mindestens neun Gigawatt an GPU-Clustern in Europa aufzubauen, wo wir dann sagen können, lieber Amerikaner ihr könnt gerne kommen und eure Applikationen hier laufen lassen.
00:23:14: Aber wenn die hier laufenden laufen, die übersovereine europäische Cluster das könnte ein Weg sein weil so verbleibt ein Teil der Wertschöpfung auf jeden Fall in Europa und auch da spielt's mistral eine entscheidende Rolle.
00:23:23: Das heißt wenn vergleicht ich glaube ich Äpfel mit Birnen indem man sagt naja Anthropik Es steht bei fast hundert Milliarden Umsatz.
00:23:30: Wir sind ja auch in das Tildenansproping, muss ich dazu sagen und es ist ein absolut fantastisches Unternehmen was einfach once a lifetime generational is'.
00:23:37: Aber wir haben mit Mistral ein genauso gutes Investment gemacht, weil wir einfach sehen die haben viel weniger Kapital eingesetzt als in Anthropic und die wachsen auch enorm stark.
00:23:45: Also das ist wenn die jetzt kein hundert Milliarden unternehmen werden dann ist es nur weil sie das an der Umsetzung nicht leisten können.
00:23:52: aber der Markt ist da, der Demand ist da Das Wachstum ist da Und das muss man einfach.
00:23:57: da müssen wir es einfach alle daran arbeiten dass das einfach als kleine Pflanze oder kleinere Pflanzen hier in Europa groß werden kann.
00:24:04: Deine Invest haben oft den richtigen Riecher gehabt.
00:24:06: Wir sind gespannt, ob das beim Mistral auch der Fall sein wird.
00:24:09: Eine letzte Frage noch schon hin.
00:24:10: Ihr habt in eurem Papier zehn Fähigkeitslücken definiert alle... militärisch technologischer Art, aber eine Zentrale habt ihr gar nicht angesprochen nämlich das Personalproblem.
00:24:19: Nicht nur die Bundeswehr sondern auch die europäischen Streitkräfte brauchen ja die Menschen die am Ende diese ganzen Systeme bedienen und die Technologie lernen und die Autonomie alleine wird es auch nicht errichten.
00:24:29: also braucht's doch am ende ne Wehrpflicht?
00:24:31: Ich glaube schon.
00:24:32: ich glaube aber um dieses ganze Thema mal ganz konkret zu umreißen wie bringt man diese beiden Welten eigentlich näher ineinander?
00:24:39: Dann kann ja ein Modell auch sein, dass man tatsächlich Militärs nimmt und die mal in diese Start-ups reinsetzt.
00:24:45: Einfach mal gucken was sie eigentlich bauen!
00:24:47: Das heißt wenn ich einen Militären nehme und sage auf setz dich doch mal rein bei einem Hypersoniker und guck doch mal was da passiert und verstehe mal wie wir hier geradeüber nachdenken über Hypersonik Fähigkeiten zu entwickeln dann lernt Das Militär, aber gleichzeitig auch Hypersoniker.
00:25:03: Wie das Militäre über die Nutzung solcher Technologien nachdenkt?
00:25:08: Damit könnten wir hier wie so eine Art Neuform von dualem Ausbildungsprogramm schaffen.
00:25:12: Wo wir genau die Anwender dieser Technologie näher mit den Erzeugern der Technologie schon in Entwicklungsphase zusammenbringen.
00:25:19: So lernen beide voneinander und das könnte ja auch ein schöner Weg sein um diese Talentaktivierung wirklich nach vorne zu treiben.
00:25:27: Janett, ich bin gespannt was aus deinem Papier und deiner Vision wird.
00:25:30: Es ist immer wieder gut und sinnvoll dir zuzuhören!
00:25:33: Ich bedanke mich für deine Leidenschaft für Europa und eure interessanten Ideen.
00:25:37: wir bleiben dran.
00:25:37: vielen Dank liebe Janett.
00:25:39: Danke dir lieber Mick.
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