Wie lösen wir das Innovationsparadox? Mit Stefan Groß-Selbeck.

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00:00:05: Deutschland investiert hundert sieben, dreißig Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung.

00:00:08: Aber nur mit mäßigem Erfolg denn immer noch kommen viel zu wenig kluge Ideen aus den Laboren und Universitäten tatsächlich in die Anwendungen werden zu großen Unternehmen.

00:00:18: In der Forschung sind wir Weltspitze aber beim Transfer von den Hochschulen in die Wirtschaft erläuft es einfach nicht

00:00:24: so richtig.

00:00:25: Wir haben die Ideen, aber andere verdienen damit das Geld.

00:00:27: Das sollte sich dringend ändern.

00:00:29: Dazu gibt es auch eine neue Studie vom Think Tank Dezernat Zukunft mit dem Titel viel wissen wenig Wachstum.

00:00:34: Und über diese Studie wollen wir an diesem Samstag unbedingt mal sprechen, denn das ist einer der Key-Probleme unseres strukturell schwierigen Wachstones.

00:00:43: und Stefan Großselberg, langjähriger Manager ehemaliger Digitalchef der Boston Consulting Group, ehemals Vorsitzender der Gründungskommission der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation, ist bei uns zu Gast.

00:00:53: unser Kollege Markus Weißkopf von ResearchTable hat mit ihm gesprochen.

00:00:59: Ich freue mich auch lieber

00:00:59: Markus.

00:01:03: Serran, die Studie über die wir heute sprechen, die spricht vom Innovationsparadox?

00:01:09: Was ist denn eigentlich damit gemeint und warum ist das so problematisch?

00:01:14: Ja, damit folgendes gemeint!

00:01:16: Wir haben ja eigentlich ein sehr... leistungsfähiges Wissenschaftssystem.

00:01:20: Also das was bei uns in den Universitäten, in den Forschungsinstituten aber auch in den Unternehmen gemacht wird, geforscht wird – das ist ja eigentlich sehr gut!

00:01:29: Da geht viel rein.

00:01:30: also wir geben viel Geld dafür aus, drei Prozent des Bruttointernsprodukts sind fast hundertvierzig Milliarden Euro im Jahr, also viel geht da rein und wir sind ein großes Land.

00:01:40: es gibt nur wenige Länder die noch mehr ausgeben als wir USA und China.

00:01:44: Aber wir kriegen im Grunde auch jetzt nach wissenschaftlichen Kriterien eine ganze Menge raus.

00:01:49: Also wenn man das misst, im Sinne von Publikationen und Patenten, dann liegen wir da an der Spitze.

00:01:56: Im Grunde ist mit Kritik die immer möglich ist im Einzelnen unser Wissenschaftssystem sehr leistungsfähig.

00:02:03: Wenn

00:02:03: man aber die Innovationsindikatoren anschaut, sieht es auseinander aus!

00:02:08: So, jetzt kommt das Problem.

00:02:09: Also es würde man hier erwarten ein Land dass so ein tolles Wissenschaftssystem hat.

00:02:13: naja das wird ja wohl besonders innovativ sein also eine besonders innovative Wirtschaft haben vor allem oder auch eine besonders moderne Verwaltung.

00:02:21: oder die Gesellschaft ist insgesamt besonders offen für Innovation.

00:02:25: und wie wir alle wissen ist es leider nicht so.

00:02:29: Es gibt eben diverse Indizes die immer wieder messen unterliegen wir in Deutschland im Mittelfeld und eher auf einem Absteigenden Ast.

00:02:38: Ob das jetzt da liegt, dass wir immer schlichter werden oder die anderen immer besser seien mal dahingestellt?

00:02:42: Aber wir kriegen das was die Wissenschaft produziert nicht umgesetzt in Innovationen, in Wirtschaft und in Gesellschaft.

00:02:49: Und das ist genau dieses immer wieder beschriebene Innovationsparadox Was auch diese Studie nochmals ausgangsbruch nimmt.

00:02:57: Das ist auch etwas was ja strukturelles Problemes Oder ist es jetzt gerade in den letzten Jahren erst aufgekommen?

00:03:04: Also ist es jetzt endlich, muss man sagen auch wirklich von der Politik aufgenommen verstanden und auch adressiert.

00:03:11: werden wir vielleicht noch drauf kommen.

00:03:13: Aber beschrieben ist das schon lange und die Probleme sind auch tieflegend und strukturell.

00:03:17: also man kann eigentlich sagen es gibt so zwei sage ich mal Grundprobleme die wir in dem Zusammenhang haben.

00:03:24: ja dass eine ist dass die Wissenschaft in Deutschland traditionell sehr Grundlagenforschung ist orientiertes.

00:03:34: Also man kann ja in der Forschung so unterscheiden zwischen Grundlagen-Forschung, das ist die Forschung wo der reine Erkenntnisgewinn im Mittelpunkt steht und dann die angewandte Forschung, die kümmert sich darum wie eben die Erkenntnisse irgendwie in die Anwendungen in die Welt kommen.

00:03:48: Und wir haben in Deutschland das Phänomen, dass es ein echtes Reputationsgefälle gibt zwischen Grundlageforschungs- und angewandter Forschung.

00:03:56: Was heißt das?

00:03:57: Wenn du in Deutschland ein ehrgeiziger junge Akademiker oder eine ehrgerzige junge Akademie daran bist, dann bist du gut beraten wenn du dich auf die Grundlagenforschung fokussierst und nicht etwa auf die angewandte Forschung.

00:04:11: Denn der Weg in Deutschland Karriere zu machen, eine gute Professur zu bekommen, eine Reputation aufzubauen usw.

00:04:17: geht im Wesentlichen über die Grundlageforschungen also über Publikation, über Zitation all diese Indikationen die es da gibt und nicht so sehr über die angewandte Forschung.

00:04:28: Also etwas platt gesagt, die Zeit, die du investierst in angewandter Forschung, die kannst du nicht investieren in die Grundlagenforschung – das ist eben der Weg, den man geht wenn man in Deutschland Karriere machen will!

00:04:40: Das ist jetzt nicht von mir diese Analyse, sondern das hat der Wissenschaftsrat selber mal so rausgearbeitet in einem Papier im Jahr zwei Tausendzwanzig.

00:04:48: Und das ist echt ein großes Problem!

00:04:50: Also unser ganzes Wissenschaftssystem ist von den Anreizen her so aufgestellt dass es eine Unwucht gibt zur Gunsten der Grundlagenforschung und zu Lassen der angewandten Forschung.

00:05:00: Das war im Übrigen auch einer der Grundgedanken hinter der Diskussion um die Dati damals, dass die Idee war eine Institution zu schaffen, die diesen Begriff der Transferexzellenz stärkt und genau dieses Problem adressiert.

00:05:13: Die Dati, die jetzt leider vermutlich aus deiner Sicht ja von der neuen Regierung beerdigt wurde – das war ja ihre Idee eigentlich auch da an der Regierung sehr stark und die jetzt nicht mehr kommen wird bzw.. vermutlich nur noch in veränderter Form, das vielleicht als kurze Zwischeninformation für unsere Hörerinnen und Hörern.

00:05:33: Stefan du hast aber von zwei Problemen gesprochen einmal sozusagen der Fokus der Wissenschaft auf der Grundlagenforschung.

00:05:40: was ist das zweite Problem in unserem Innovationssystem in Deutschland?

00:05:45: Das zweite Problem ist dass selbst da wo wir den Transfer ganz gut hinkriegen Da haben wir einen gewissen Hang zum Inkriminalismus.

00:05:54: Was heißt das?

00:05:55: Es gibt hier verschiedene Arten von Innovation.

00:05:58: Also es gibt die inkrementelle Innovation, wo du etwas Bestehendes immer noch ein bisschen besser machst.

00:06:03: Das beste Beispiel ist immer so der das Verbrennerauto, dass über viele Jahrzehnte immer noch einen bisschen besser gemacht worden ist.

00:06:11: Ein bisschen sicherer und ein bisschen effizienter, ein bisschen komfortabler.

00:06:15: also inkrementell innovationen ist die Verbesserung des bestehenden Und das andere ist die Sprunginnovation, also einfach der selbstfahrende Auto.

00:06:24: Das ist ja nicht nur eine ganz andere Technologie, sondern es führt eben auch zu einem völlig neuen Use Case und wir haben in Deutschland einen ganz klaren Schwerpunkt auf inkrementelle Innovationen.

00:06:36: Also wir sind guter drin Dinge inkrementell besser zu machen aber wir haben Schwächen bei der SprungInnovation.

00:06:42: Und das ist ein Problem, weil – und es zeigt dieses Studium eben auch sehr schön – ein Großteil des Wachstums kommt tatsächlich aus der Sprunginnovation.

00:06:51: Also grob nur zwanzig Prozent des Innovationswachstum kommt aus der inkrementellen Innovation, der Großteil achtzig Prozent kommt aus einer Sprung-Innovation und insofern kann man da schon eine Verbindung ziehen zwischen unserer Schwäche bei der Sprungeninnovacion und dem langsamen Wachsum in diesem Land.

00:07:06: Okay, da muss man ein bisschen vorsichtig sein.

00:07:08: Würde ich noch mal einwerfen mit den Zahlen?

00:07:10: Also sicherlich ist das ein Problem aber die Zahlen kommen natürlich aus den USA wo die Wirtschaftsstruktur und die Innovationsstrukturen natürlich ein bisschen anders ausschaut als in Deutschland.

00:07:20: Vielleicht kann man nachher nochmal drauf zurück darf, weil die inkrementelle Innovation ja auch nicht so sehr verteufeln.

00:07:26: Aber Stefan, woher kommt denn dieser Hand zum Inkriminalismus eigentlich in Deutschland?

00:07:31: also verteufeln darf man das überhaupt nicht.

00:07:33: wir haben ja wichtige Industrien sehr stark von der incrementellen Innovation leben und damit auch über viele, viele Jahre gut gelebt haben.

00:07:40: Also gerade im Automobil habe ich schon erwähnt aber auch Chemie, auch Maschinenbau das sind ja traditionelle Wirtschaftszweige bei uns die über viele Jahre auch sehr erfolgreich gewesen sind Und die auch wesentliche Beiträge leisten eben zu dem Geld, das bei uns in Innovationen fließt.

00:07:58: Insofern ist das ein Teil der Erklärung.

00:08:00: also die wichtigsten privaten Unternehmen, die in Deutschland Forschung und Entwicklung machen.

00:08:06: Die machen aus durchaus guten Gründen inkrementelle Innovation.

00:08:10: Das gilt damit für uns als Volkswirtschaft.

00:08:13: Was aber jetzt interessant ist, und da kommen wir wieder zur Studie zurück.

00:08:17: Ist das nicht nur die Unternehmen sondern auch der Bund fördert im Ergebnis vor allem die inkrementelle Innovation?

00:08:25: Die Studie zeigt ja auch dass die Fördergelder vor allem an große Unternehmen gehen.

00:08:33: Wie stark ist denn diese Konzentration?

00:08:35: Ja die ist eben ziemlich stark also zwei Drittel der Gelder gehen an große Unternehm.

00:08:41: Zwei Drittel der Gelder gehen auch an Unternehmen, die über zwanzig Jahre alt sind.

00:08:45: Also ältere Unternehmen und die Kleinen, die jüngeren Unternehmen kriegen deutlich weniger.

00:08:50: also insbesondere die jungen Unternehmen kriegen nur zehn Prozent.

00:08:54: Und das erklärt eben ein Teil von diesem von diesen Problemen.

00:08:58: weil es sind eben typischerweise Die jungen Unternehmen die Sprung Innovation schaffen kann man relativ gut erklären wenn du ein großes etabliertes Unternehmen bist dann Hast du ganz andere Opportunitätskosten, dann willst Du Deine Marktanteile ausbauen und willst eben in die inkrementelle Innovation das immer noch ein bisschen besser machen investieren.

00:09:18: Und hast weniger Anreiz in das wirklich radikal neue zu gehen.

00:09:21: Dazu kommt ja noch dass er letzten Endes auch die Studie zeigt Die etablierten Unternehmen, vor allem auch immer mehr Förderung bekommen ist und zu sagen das immer noch ein bisschen was auf den größten Haufen mit drauf kommen.

00:09:35: Ja die gehen ja sogar noch weiter Markus, jetzt arbeiten ja raus dass es fast so eine Art Stampkunden da gibt.

00:09:42: also wenn du schon mal eine Förderungen bekommen hast dann ist die Wahrscheinlichkeit noch ne Fördering zu bekommen wesentlich größer.

00:09:48: Auch irgendwie plausibel, weil klar es ist eben kompliziert mit diesen Förderungen und wenn du das alles schon mal gemacht hast.

00:09:53: Und wenn du da Erfahrungen mithast und das Netzwerk hast dann ist sie eben auch wahrscheinlicher dass du die Förderung bekommst.

00:10:00: aber das ist natürlich nicht unbedingt gut für den Impact den ihr dabei erzielt.

00:10:03: Ja das ist ja natürlich auch für die Fördermittelgeber ganz charmant weil die natürlich lieber eigentlich ihre Fördtermittel den Akteuren geben die schon Erfahrung haben wo Sie wissen das Geld ist sozusagen gut eingesetzt und wird auch gut verwaltet.

00:10:22: Und sozusagen der Verwendungsnachweis kommt pünktlich, die jetzt Monitoring funktioniert.

00:10:28: Das ist natürlich etwas angenehmer für die Projektträger, die ja auch als Wirtschaftsunternehmen für das Forschungsministerium unterwegs sind.

00:10:36: So ist es!

00:10:38: Stefan?

00:10:39: Schauen wir nochmal auf einen anderen Punkt, vielleicht die Studie arbeitet viel mit sogenannten TRL-Stufen.

00:10:47: Vielleicht sagst du erstmal genau was ist eigentlich das TRL und was ist das zentrale Problem dass die Studier da anspricht?

00:10:56: Also erst mal zu der Frage Was sind TRLs?

00:11:00: wenn eine neue Entwicklung an den Markt kommt dann durchläuft ihr zwangsläufig verschiedene.

00:11:09: Also das fängt eben an, meinetwegen mit einer technischen Entwicklung in einem Labor.

00:11:14: Von dort wird es dann vielleicht zu einem Prototypen von dort wird's vielleicht so einen Produkt und dann gehts in den Markt Es wird investiert und irgendwann wird es zu einem skalierbaren Produkt.

00:11:26: Und diesen Prozess also sozusagen aus dem Labor an den Markt den teilt man typischerweise in neun verschiedene Stufen ein, von eins bis neun.

00:11:35: Das nennt man eben TRL – Technology Readiness Level und etwas vereinfacht gesagt sind die ersten drei Stufen, Eins bis Drei.

00:11:43: das ist eben die Grundlagenforschung.

00:11:45: vier bis sechs ist dann die angewandte Forschung.

00:11:47: um sieben bis Neun ist dann der Punkt an dem du an den Markt gehst und bisschen die Skalierung hinein.

00:11:53: Und diese TRLs, die guckt sich eben auch diese Studie genau an und hat da auch ganz interessante.

00:12:00: Also erstmal ist es traditionell so, dass wir in Deutschland und nicht nur in Deutschland dieses sogenannte Teil des Todes haben.

00:12:07: Was heißt Teil des Todes?

00:12:09: Die Grundlagenforschung also TL-I bis III das ist eben relativ gut finanziert über die schon genannte Forschungsförderung oder auch über die privaten Investitionen im Bereich.

00:12:23: Die späteren THLs, also sieben bis neun sind auch so weit okay.

00:12:28: Da gibt es dann auch noch Probleme aber das ist am Ende auch Wirtschaftspolitik und nicht mehr Wissenschaftspolitika.

00:12:33: Und das ganz große Thema in der Wissenschaftspoletik wie kann ich dieses Tal des Todes zwischen Grundlagenforschung und dem eigentlichen Marktzugang?

00:12:40: Wie kann ich das abdecken?

00:12:41: Das sind diese THL's vier bis sechs und da geht es eben auch in der Studie die eben zeigt, dass wir schon etwas richtig machen.

00:12:49: und soweit als diese Bundesförderung vor allem in diese THLs vier bis sechs geht.

00:12:55: Und da gehört es ja auch hin.

00:12:57: aber so sagt dieser Studien das ist eben interessant.

00:13:01: Wir fördern sehr wenig im Grundlagenforschung in den Unternehmen.

00:13:06: Das

00:13:06: ist eigentlich eine relativ interessante Erkenntnis oder?

00:13:10: Ich habe das immer so verstanden, dass man da eine hohe Kritik hat, dass gerade diese Welle auf der Förderung nicht funktioniert.

00:13:16: Es ist doch ein interessantes Ergebnis dieser Studie, die zeigt.

00:13:20: Da fokussiert sich eigentlich unsere Förderung drauf und das ist schon okay.

00:13:24: Ich sage mal zumindest geht da das Geld rein.

00:13:27: ob das dann damit alles funktioniert?

00:13:29: Ist natürlich noch eine andere Frage wäre natürlich immer noch große Probleme in diesen mittleren THLs.

00:13:34: Aber richtigerweise, oder so würde man zumindest typischerweise sagen.

00:13:38: Richtigerweise fokussiert sich eben die Forschungsförderung auf diese mittleren TRLs, um diesen Übergang von der Forschung bis in den Markt also da wo eigentlich sie klassische Förderungen nicht mehr hingeht und aber eben das Kapital, das private Kapital noch nicht hingeht weil es ihm zu riskant ist.

00:13:56: Die Studie macht jetzt aber einen interessanten neuen Punkt auch.

00:13:58: Die sagen wir müssten eigentlich in Zukunft mehr Grundlagenforschung auch in den Unternehmen, also nicht nur in den Universitäten fördern und das mit dem Argument dass sie sagen die Unternehmen werden besser darin Transfer zu machen.

00:14:15: Also die werden besser in der Absorption neue Technologien wenn Sie selber eben auch Grundlagen Forschung durchführen und dafür eine entsprechende Förderung bekommen.

00:14:25: Das ist dieser Neue Aspekt den die Studie da rein bringt interessant sicherlich nicht ganz unkontrovers, weil es eben gegen die gängige Praxis geht vor allem eben diese mittleren TLS zu fördern aber eben ein interessanter Aspekt in dieses Studium aufmachen.

00:14:39: Okay also mehr Förderung für die Grundlagenforschung in Unternehmen.

00:14:46: Da höre ich schon sozusagen wahrscheinlich die Kritik, die an so einem Vorschlag aus der Wissenschaftskommunität auch vielleicht kommen wird.

00:14:54: Das knappe Geld dann eben nicht in die Unternehmen zu geben sondern lieber in die Wissenschaft zu geben.

00:15:00: was wäre ein Vorteil wenn man es in die Unternehmerein geben würde?

00:15:04: Was könnte man sich daraus vielleicht auch hoffen?

00:15:07: Also die Studie macht auch hier das, was du ja vorhin auch schon kritisiert hast.

00:15:12: Nämlich die Studier fokussiert sich vor allem auf den USA.

00:15:15: und da gibt es ja wirklich fantastische Beispiele vor allem von Google wo wirklich Grundlageforschung also bis hin zur Nobelpreisrelevante Forschung wirklich also von Google also von einem privaten Unternehmen finanziert worden ist.

00:15:29: Und man muss eben schon fairerweise sagen, also wenn du dir die wichtigsten Sprunginnovation vor allem im digitalen Bereich in den letzten twenty- dreißig Jahren anguckst.

00:15:39: Also vom Internet selber über das Smartphone, die Cloud jetzt die KI Das kommt eben ehrlicherweise von einer Handvoll, vor allem amerikanischer Unternehmen aus den letzten fünfundzwanzig bis dreißig Jahren.

00:15:53: Und darauf bezieht sich auch diese Studie.

00:15:55: und es sind auch in der Tat genau dieser Unternehmen, wenn man mal genau hinschaut oder genau diese Branche ist die ein Großteil des Produktivitätsunterschieds zwischen Europa oder Deutschland und den USA der letzten dreizig Jahre ausmacht.

00:16:09: also kommt im Wesentlichen von diesen Unternehmen also wirklich im wesentlichen aus dem Silicon Valley.

00:16:14: das ist der Bereich wo wir mit den Suchen verpasst haben.

00:16:18: Und natürlich ist entsprechend die Frage, wie wir da wieder sozusagen auffrollen können.

00:16:22: und da setzt eben diese Studie jetzt an.

00:16:24: Stefan, die Studie macht aber ja nicht nur diesen einen Vorschlag nämlich mehr Förderung in frühe THL-Phasen in die Unternehmen reinzugeben sondern da gibt es ja noch ein paar andere Reformvorschläge von der Art... Industriepolitik mit einer Prioritätenliste bis hin zu weiteren Förderprogrammen.

00:16:49: Vielleicht magst du dazu nochmal kurz was sagen und ein, zwei raussuchen die dir vielleicht besonders aufgefallen sind die du vielleicht besonders spannend oder auch eher kritisch siehst.

00:17:01: Ja, ich schreife mal zwei raus.

00:17:03: Also einer der bestimmt auch nicht unumstritten ist, dass die im Prinzip sagen, der Staat muss in seiner Förderung strategischer vorgehen.

00:17:12: Das heißt, der Stadt muss hingehen und sagen das sind die Technologien, die wir fördern.

00:17:18: Das sind aber sogar die konkreten Ziele, die Wir haben in diesen einzelnen Bereichen Und wir messen uns auch daran und messen den Fortschritt, den wir machen.

00:17:26: Und knüpfen auch an diese Erfolge Knüpfen wie das Funding und vor allem auch dann das weitere Funding.

00:17:32: Das ist der Vorschlag, der gemacht wird.

00:17:35: Man bezieht sich da auf ein Beispiel.

00:17:37: Das ist noch viel in Südkorea.

00:17:39: Es hat seit vielen Jahren durchaus erfolgreich gemacht.

00:17:42: Da gibt es eine ganz klare Auflistung von.

00:17:44: ich glaube es sind zwölf Technologiefeldern und wieder runter gutbrochen auch bestimmte Schlüsseltechnologien und da wird systematisch gefördert, um eben diese Technologien zum Marktreife zu bringen.

00:17:57: Und das sagt die Studie sollen wir uns ans Beispiel geben...

00:18:00: Das hat ja aber auch die Bundesregierung eigentlich jetzt schon gemacht also der OTBR.

00:18:05: unsere Forschungsministerin hat ja schon im vergangenen Jahr kurz nach der Abendsübernahme die Hightech-Agenda vorgelegt mit einem Fokus auf sechs Schlüssel Technologiefelder sage ich mal.

00:18:18: Es sind jetzt nicht einzelne Technologien meistens, sondern Technologie-Felder darunter eben Fusion oder Mikroelektronik oder eben auch Biotechnologie wo sie dann jetzt ja auch mit ihren Roadmaps ganz klare Ziele mit der Community erarbeitet hat und auch Festival Meilensteine reingenommen hat, wo es ja auch sozusagen vorgesehen ist dass man immer wieder Community dann bespricht, sozusagen ist man noch auf dem richtigen Weg.

00:18:44: Sind das noch die richtigen Schlüsseltechnologien und dass immer weiter anpasst?

00:18:49: Ein, sei mal wichtiger Moment wird sicherlich sein wenn es wieder zu einem Regierungswechsel kommt, dass man dieses Prinzip dann auch beibehält oder?

00:18:59: Also würde ich ganz genau so sehen und man musste auch wirklich sagen da geht die jetzige Regierung mit der Dorotheebär auch wirklich ein Stück weit neue Wege.

00:19:08: Ich kann mich erinnern und du wahrscheinlich auch In der Vergangenheit, da waren so Strategie-Papiere in der Bundesregierung gerne mal ein Popuri der Möglichkeiten.

00:19:21: Wo man aufschreibt was es alles gibt und was man machen könnte aber nicht eine echte strategische Schwerpunktsetzung wo man sagt das ist das worauf wir uns fokussieren und damit eben aussagt was man nicht priorisiert.

00:19:36: Und da ist die Dorothee Berge jetzt wirklich ein Stück gegangen mit dieser Hightech-Agenda und zum Beispiel an den Thema Fusion kann man das ja sehr deutlich machen.

00:19:43: Also, das ist jetzt auch konkretisiert durch ein spezielles Fördeprogramm Fusionen-Zwanzigvierzig Da gehen in Summe knapp zweieinhalb Milliarden Euro rein über die nächsten Jahre Und das zeigt eben, was der Vorteil von einer solchen Schwerpunktsetzung ist.

00:19:58: Du kannst die Mittel bündeln!

00:20:01: Also zweieinhalb Milliarden ist wahrscheinlich auch nicht genug um wirklich zum Fusionskraftwerk zu kommen.

00:20:06: aber immerhin hier kann man doch schon von einer relativ konsistenten Strategie gehen.

00:20:10: vom Kanzlerwort wir wollen das erste Fusions Kraftwerk in Deutschland sehen.

00:20:15: Übrigens echt bemerkenswert, das finde ich nicht weniger ehrgeizig als Let's put a man on the moon von Kennedy vor vielen Jahren.

00:20:21: Ja, wo sonst Kraft werkt?

00:20:22: Das ist echt ein ehrreiziges Unterfangen und das erste soll in Deutschland stehen und das wird jetzt eben auch unterlegt wie du sagst mit einer klaren Roadmap und Geld dass da reinfließt und das ist eben der Vorteil wenn Du eben dich festlegst und fokussierst dann kannst Du in diese von Dir ausgewählten Fokusbereiche eben auch größere Summen investieren was Du natürlich nicht kannst wenn Du das alles offen lässt.

00:20:42: spannende Ansätze, die also die Bundesregierung eigentlich schon verfolgt.

00:20:46: Die eben auch die Studie ja mit Vorschläge und die ja auch seitens der Innovations- und Wissenschafts-Community durchaus begrüßt werden.

00:20:55: im Moment so ist zumindest mein Eindruck.

00:20:58: Stefan jetzt haben wir da ein bisschen Blick drauf geworfen auf diese sage ich mal Industrie-, Innovationspolitik, die Hightech-Agenda.

00:21:07: Gibt es noch ein, zwei andere Vorschläge die in der Studie erwähnt werden?

00:21:11: Die du vielleicht nochmal Highlighten wirst.

00:21:13: Es gibt einen weiteren Vorschlag den ich ganz praktisch finde und einfach auch echt gut schlage einfach vor ist muss eine harte Quote geben für quasi für Startups also für kleine Unternehmen für junge Unternehmen damit dieser Bayes den wir vorhin besprochen haben das nämlich im Endeffekt ein Großteil der Förderung bei großen Unternehmen bei etablierten Unternehmen läuft dass der durchbrochen wird.

00:21:38: Und das kann man natürlich am einfachsten machen, durch eine entsprechende harte Quote die sicherstellt, dass Gelder an entsprechenden junge kleine Unternehmen gehen.

00:21:48: Ich glaube, dass es dann und nur dann wirklich funktionieren wird wenn du auch die entsprechenden Förderprozesse hast bzw.

00:21:55: die bestehende Prozesse allpasst.

00:21:57: Das muss eben einfach sein schnell gehen, das muss also auf eine einfache und pragmatische Art die Förderung möglich sein.

00:22:05: Und wenn du das schaffst diese Prozesse so zu gestalten dass sie auch wirklich attraktiv sind fürs Dataus, die eben nicht die Möglichkeit haben solche hoch komplizierten Prozessen durchlaufen dann kann es echt ein weiterer Hebel sein.

00:22:17: und insofern fängt es einen sehr guten Vorschlag

00:22:19: Einfacher schneller unbogratischer... Forschungsministerin Dorothee Baer immer wieder hervorhebt und sagt, da müssen wir hin sozusagen weg von der manchmal etwas langsamen Projektträgerstruktur die dann eben Förderrichtlinien umsetzen.

00:22:36: Und wo es manchmal wirklich so zu sagen vom Antrag bis zum Geld das man bekommt über ein Jahr hat als eine halbe Jahre der Ort eine Initiative die Baer jetzt ja auch gestartet hat Das ist die sogenannte Transferinitiative des Bundesforschungsministeriums, wo man Transferhubs auch errichten will.

00:22:56: Wo man über die verschiedenen TAS hinweg auch Ideen und Teams begleiten will entlang der Schlüsseltechnologie in der Heitig-Agenda.

00:23:06: Hältst du das für eine gute Idee?

00:23:08: Ich halte es für einen guten und interessanten Ansatz insoweit als da wirklich auf die stärkere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft gesetzt wird.

00:23:17: Ich finde auch diesen Aspekt, dass man sagt wir wollen da Transferhubs mit einer tiefen inhaltlichen Kompetenz schaffen also wirklich bezogen auf die Technologien aus der Heitegender das du da wirklich Leute hast die sich auskennen also auch in der Community auskennend die Vernetzung herstellen können die gezielt wissen wo welche Bedarfe sind.

00:23:38: Das finde ich als Ansatz eigentlich sehr gut.

00:23:42: Das alleine wird dieses von uns eingangs beschriebene Problem, nämlich den Fokus auf die inkrementellen Innovationen nicht beheben.

00:23:49: Da muss man dann noch mehr tun.

00:23:51: aber als Ansatz finde ich das für die Stärkung des Transfers insgesamt einen guten und relevanten Ansatz.

00:23:57: Okay Stefan!

00:23:58: Also wir sehen sozusagen eine Studie, die die aktuelle Situation mal ganz gut beleuchtet.

00:24:04: Die uns einen guten empirischen Einblick auch bietet in die Förderpolitik im Innovationsbereich des BMFTR, des Bundesforschungsministeriums.

00:24:14: Wir sehen so ein bisschen Licht und Schatten.

00:24:17: Wir sehen einige Dinge, die nicht so gut laufen aber auch einige hoffnungsvolle Ansätze.

00:24:23: Wie blickst du in die Zukunft?

00:24:25: Wie optimistisch bist du, dass Deutschland jetzt auch die Industrie, Deutschland in der Zwirtschaft diesen Turnaround und diese Transformation gut bewältigt.

00:24:36: Also in meiner Wahrnehmung ist gerade in diesem Thema Transfer und wie können wir diese Riesenpotenziale da schlummern?

00:24:43: Wie können weheben?

00:24:45: Das ist vielleicht der größte Hoffnungsschimmer den wir im Moment haben!

00:24:49: Wir reden ja wirklich von von Themen wie Fusion, Quanten, Robotik oder auch Space.

00:24:55: Das sind ja nicht nur Technologien, sondern das ist der ganze Industrie, die da entstehen können mit den entsprechenden Wertschöpfungsstufen und mit den entsprechend mittelständischen Strukturen, die du brauchen wirst um solche Industrien zu bauen.

00:25:08: Und bei all diesen Themen ist Deutschland eigentlich gut positioniert und hat da echte Chancen.

00:25:12: also ich glaube dass es wichtig sein wird, dass man das weiter fördert auch politisch, dass da weiter viel investiert wird und dann haben wir da echt ein großes Potenzial.

00:25:22: Also den Blick auf die Potenziale und die Chancen richten, vielleicht nicht immer alles sozusagen schlecht reden zu sehen was wir an einer großen Wissenschaftskraft oder Innovationskraft auch hier in dem Land haben.

00:25:35: Und dann schauen dass wir unsere Hausaufgaben machen.

00:25:40: das denke ich sind die Botschaften die wir heute mitnehmen aus dem Gespräch Stefan Großselbeck über Innovationspolitik in Deutschland und was man da auch besser machen könnte.

00:25:52: Stefan, vielen Dank für deine Zeit!

00:25:54: Vielen Dank fürs Gespräch

00:25:56: Ich danke dir.

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