Ist die Industrie im freien Fall? Mit Peter Leibinger.
Shownotes
Peter Leibinger, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, sieht auch die Industrie in der Pflicht – aber nur, wenn die Politik wirklich handelt. Wenn weitreichende Reformen auf den Weg gebracht werden sollten, dürfe die Industrie nicht warten: „Wir müssen dann beginnen zu investieren, wenn die Reformen da sind, aber noch nicht die Wirkung.“ Aber es müssten dann auch maßgebliche Reformen sein, die auf den Weg gebracht werden. Leibinger lehnt höhere Spitzensteuersätze nicht pauschal ab, warnt aber vor einer Fehlkonstruktion: Personengesellschaften, also der überwiegende Teil des deutschen Mittelstands, zahlen Einkommensteuer statt Körperschaftsteuer – eine Erhöhung träfe sie direkt. [04:38]
Die Rentenkommission legt morgen ihre Ergebnisse vor – rund 30 Maßnahmen, von denen die wesentlichen bereits durchgesickert sind. Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden, eine Rente ab 70 käme frühestens 2090. Die Rente ab 63 soll entfallen, Kapitaldeckung in der ersten Säule kommt. [01:09]
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00:00:02: Morgens sollen endlich die Ergebnisse der Rentenkommission an die Politik übergeben werden.
00:00:14: Sie haben am Freitag hier ja schon ein paar Details gehört, exklusiv für sie natürlich und am Wochenende sie karten weitere Maßnahmen durch – wir nennen sie ihnen jetzt gleich mal alle!
00:00:24: Allein zwanzig-vomundzwanzig verlor die Industrie hier bei uns in Deutschland hundertzwanzichtausend Jobs.
00:00:30: Seit Jahrzehnteinzehn geht es eigentlich nur bergab.
00:00:33: Zum Tag der deutschen Industrie, zu dem heute in Berlin der Kanzler und das halbe Kabinett erwartet werden ist die Lage so schlecht wie nie.
00:00:40: Warum das so ist und wie es wieder aufwärtsgehen kann?
00:00:42: Das sagt uns Peter Leibinger des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.
00:00:47: Alba Berlin ist deutscher Meister im Basketball.
00:00:49: Deutschlands Fußballnationalmannschaft ist auch weiter.
00:00:51: Es gibt sie die guten Nachrichten zum Beispiel auch die aus Brandenburg wo Schafe sich künftig darum kümmern dass die Brandgefahr nicht steigt.
00:01:00: Wie das verraten wir Ihnen ganz am Ende dieses Podcast an diesem Montag, den Zweiundzwanzigstunigen.
00:01:09: Der Saal der Bundespressekonferenz ist bereits gebucht!
00:01:13: Die Politik ist gespannt.
00:01:15: in Wahrheit kennt der Kanzler und der Vizekanzler die Arbeitsministerin, die Vorschläge schon aber jetzt sind sie auch in der Öffentlichkeit weitgehend durchgesickert.
00:01:24: Dreizig Maßnahmen hat die Rentenkommission vorgeschlagen um die gesetzliche Rente langfristig sicher und stabil zu halten.
00:01:31: Ja, und da gab es natürlich im Vorfeld also während der gesamten Arbeit dieser Kommission natürlich schon hitzige Debatten darüber wie man das System irgendwie zukunftsfest machen kann.
00:01:39: Eines der wohl meist diskutierten Themen war die Lebensarbeitszeit.
00:01:42: Es stand mal im Raum dass die Rente ab siebzig festgeschrieben wird.
00:01:47: Das kommt jetzt so nicht.
00:01:48: Das Renteneintrittsalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden und über die Jahre langsam ansteigen.
00:01:54: Das heißt ab zwanzig neunzig würde dann eine Rente Ab Siebzig greifen.
00:02:00: Also das dauert auf jeden Fall noch ein bisschen, bis es in Kraft tritt.
00:02:03: Also für die jetzigen Beschäftigten erst recht, für die Babyboomer.
00:02:06: Die in den nächsten Jahren Rente gehen.
00:02:07: alles entbleibt wie es ist.
00:02:09: aber Es sind durchaus ein paar sinnvolle Maßnahmen die dort vorgeschlagen werden.
00:02:14: Vor allem das haben wir ja hier berichtet die Kapitaldeckung In der ersten Säule also in der gesetzlichen Rentenversicherung eine verpflichtende finanzielle Anlage dieser Rentengelder am Kapitalmarkt Dort wo eben Potenzial ist was in anderen Ländern schon Standard ist.
00:02:29: Das kommt jetzt endlich und dass sind durchaus gute Maßnahmen genannt genauso wie die Rente ab dreiundsechzig endlich abzuschaffen.
00:02:35: Eine Art Frühverrentungsprogramm, dafür gibt es eine Erwerbsminderungsrente, die soll ausgebaut werden.
00:02:40: wer nicht mehr kann körperlich dem wird schon immer in diesem Land geholfen auch in der Rente.
00:02:45: dazu brauchte es nicht ein neues früh Verrentungs Programm.
00:02:49: das soll jetzt endlich entfallen
00:02:50: und es sollen auch deutlich mehr Leute in die gesetzliche Rente einzahlen selbstständige Vorstände von Aktienunternehmen und auch Abgeordnete sollen in Zukunft in die Rentenversicherungen einzahlen.
00:03:01: Allerdings kleines Manko natürlich nur im Rahmen der Beitragsbemessungsgrenze, wodurch dann bei den ganz großen Millionen Gehältern nur ein Bruchteil des Einkommens der Rente zugutekommt.
00:03:30: Verbeamtung sollte auf hoheitliche Aufgaben beschränkt werden, sagt die Kommission.
00:03:33: Polizisten, Feuerwehrleute zum Beispiel.
00:03:36: Richtig wäre es und das würde die künftigen Lasten natürlich immer mit Bestandsschutz die Künftige Lasten dramatisch abmildern.
00:03:44: dazu wird sich die Politik ich ahne ist aber wohl nicht durchregen.
00:03:48: interessant Es wurde auch in der Kommission wohl über die Mütterrente gesprochen.
00:03:52: Die wird kritisch gesehen Aber eine Abschaffung des ja eigentlich CSU Lieblingsprojekts wird auf jeden Fall erst mal nicht empfohlen.
00:03:59: Deswegen ist die Erreaktion der Ökonom auch durchaus gemischt.
00:04:02: Veronica Grimm zum Beispiel, auch Gabel Felbermeier, der wirtschaftsweise kritisieren durchaus das eben nicht weit genug reformiert wird, dass eben die bestehenden Rentenreform aus dem vergangenen Jahr bei der die Mütterrente ja erweitert wurde und das Rentenniveau von forty-eight Prozent festgeschrieben wurde, dass man da eben nicht nochmal rangegangen.
00:04:21: andere sagen es ist nicht sozial genug und man gehe jetzt gerade an diejenigen ran, die doch jeden Euro im Alter umdrehen müssten.
00:04:28: Also der Deutungskampf hat bereits begonnen bevor die Kommission offiziell ihre Ergebnisse vorgelegt hat.
00:04:34: wir diskutieren das diese Woche im Podcast natürlich auch noch mal wenn die Industrie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist wie es so oft heißt Dann hat sie spätestens seit Jahrzehnten einen sehr schweren Bandscheibenvorfall erlitten.
00:04:51: Die industrielle Produktion schrumpft seit zwei Neunzehn und große Unternehmen wie BRSF, Heidelberger Druck, VW oder Siemens haben in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder relevante industriele Produktion ins Ausland verlagert.
00:05:04: der Grund ist eindeutig und wird immer wieder skizziert Zu hohe Bürokratiekosten, zu hohe Lohnnebenkosten, Lohnstückkosten.
00:05:12: Zuhohe Energiekosten!
00:05:14: Es lohnt sich vielfach nicht in Deutschland eine industrielle Produktion zu machen weil die Kosten damit das Rentabel funktioniert immer weiter gestiegen sind.
00:05:24: Einer der das immer wieder kritisiert manchmal auch mit deutlich heftigen Worten ist Peter Leibinger der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie Abteilung Klartext.
00:05:33: Heute und morgen kommt trotzdem das halbe Kabinett und der Bundeskanzler in Berlin zusammen, um beim Tag der Industrie mit Leibinger und seinen Unternehmen, seinen Mitgliedsunternehmen zu diskutieren.
00:05:43: Wir wollten das für Sie natürlich vorab tun damit sie wissen auf was sie sich da einlassen.
00:05:47: hier ist Peter Leibiger.
00:05:49: einen schönen guten Tag Herr Leibingern.
00:05:51: Hallo Herr Brücker
00:05:52: Sie haben ja mal den Satz gesagt, der auch im Kanzleramt nicht ganz so gut ankam.
00:05:56: Der Wirtschaftsstandort sei im freien Fall.
00:05:58: war das eine überspitzte Formulierung um die Politik aufzuwecken oder war das ne realistische Beschreibung?
00:06:04: Ja mein Presse-Team hat mir mal erklärt Never complain never explain und deswegen soll ich jetzt nichts sagen dass es ne überspitztes Formulieren war aber ja klar natürlich war das zugespitzt.
00:06:14: Der Grund war natürlich der Aufmerksamkeit.
00:06:16: eigentlich möchte ich Fakten basiert nüchtern Anschlussfähig im Sinn von, als jemand mit dem man gerne redet auftreten.
00:06:26: Aber manchmal muss man auch zuspitzen wenn niemand zuhört und das habe ich in diesem Fall gewählt.
00:06:32: Niemand hat ja eine Garantie als Volkswirtschaft dass die Struktur einer Volkswirtschaft immer so gleich bleibt.
00:06:37: es gibt Ökonomen die sagen zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren ist kann eben sein, dass wir am Ende eine Art Industriemuseum sind und bei uns die Gesundheitswirtschaft und der öffentliche Dienst weiter wächst aber eben nicht mehr der industrielle Kern.
00:06:49: Ja, und das sind jetzt ganz viele Dinge in der Frage drin.
00:06:52: Aber zunächst mal störe ich mich natürlich an dem Begriff Museum.
00:06:56: Ich glaube dass es sehr wohl ein Weg für Deutschland gibt einen hohes Maß an Wertschöpfung im Land zu halten.
00:07:03: Wir haben einerseits eine extrem positive optimistisch stimmen der Ausgangssituation nämlich ein exzellentes Fundament.
00:07:13: Ein industrielles Fundament ist nicht nur die Innovationskraft über die viele reden beinhaltet, sondern das ist im Grunde ein weltweites System.
00:07:22: Das uns erlaubt wird bewirbsfähig, weltweit Produkte anzubieten.
00:07:27: Das heißt wir haben einen Asset aber auf der anderen Seite haben wir eben auch die Notwendigkeit der Wertschöpfung im Land weil wir ein Handbilanzdifizit haben.
00:07:37: Wir importieren Energie und Rohstoffe Und das müssen wir über Export finanzieren Weil wir ein Beitragsfinanziertes Sozialsystem haben dass wir anders nicht finanziert bekommen, leicht.
00:07:51: Das wird Jahrzehnte dauern diese Finanzierung umzustellen und wir haben auch wenig Alternativen.
00:07:56: Wir sind nicht die Schweiz, die eine starke Finanzwirtschaft hat, wir sind nicht Amerika das eine Leitwährung hat und von daher fast unbegrenzt schulden machen kann.
00:08:05: also wir können es und wir müssen Wertschöpfungen Deutschland haben.
00:08:10: wenn man sich die Probleme der Industrie anschaut dann gibt's drei Punkte, die immer wieder genannt werden.
00:08:15: Energiekosten natürlich der Wegfall oder die Umstrukturierung der Exportmärkte und die hohen Bürokratie- oder auch Abgaben in diesem Land also interne Gründe.
00:08:24: welche von diesen drei Themen schmerzen am meisten?
00:08:27: Oder schmerzten sie alle leider gerade gleichzeitig und machen das große Problem deswegen aus?
00:08:32: Die Schmerzen alle gleichzeitig und Sie haben jetzt zwei großzügigerweise nicht erwähnt oder drei eigentlich nämlich die Lohnstückkosten, die Lohennäbenkosten und die Steuern.
00:08:42: Und in allen diesen Kostenarten, die von Ihnen genannten Bürokratiekosten, Energiekosten und die von mir genannte haben wir einen Spitzenniveau.
00:08:50: Wir sind nicht überall an Nummer eins aber wir sind überall unter den Top drei oder top fünf und dies in Kombination führt dazu dass wir immer elegant formulieren können das sind oft nicht mehr so viel besser wie wir teurer sind.
00:09:06: unsere Produkte sind schon auch deswegen zu teuer.
00:09:10: Ich teile ja Ihre Analyse, Sie singen jetzt das Lied der Ökonomien nämlich Steuern und Abgaben senken.
00:09:16: Wenn man sich mal anschaut wer da gerade mit wem in Berlin verhandelt oder auch die Wirtschaft und die Gewerkschaften vor zwei Wochen dann hat man das Gefühl alle sagen in ihren Sonntagsreden wir brauchen Wettbewerbsfähigkeit aber es gibt keine gemeinsame Analysel keine gemeinsamme Diagnose zum Beispiel beim Thema Steuer- und Abgaben Senken.
00:09:34: Da würde ich widersprechen, ich würde sagen Es gibt nicht die Gewerkschaften die Industrie oder die Wirtschaft, sondern es gibt durchaus – so rum muss ich's aufmachen das Argument.
00:09:47: Es gibt durchaus Schicksalsgemeinschaften und ich sehe zum Beispiel die Industriegewerkschaften in der Industrie als eine Schicksalgemeinschafter.
00:09:54: Und wenn wir da nicht den Sonntags reden, sondern in einer ernsthaften aber vertraulichen Runde zusammensitzen, dann kommt man ganz schnell zu denselben Diagnosen.
00:10:04: Wir sagen, wir haben durchaus im Land die Erkenntnis breit dass wir uns verändern müssen und dass wir auch Dinge tun müssen, die wahrscheinlich nicht populär sind.
00:10:16: Aber ich glaube – Sie haben ja kurz die Koalitionsrunde mit den Sozialpartnern angesprochen – ein Punkt in dem ich in dem Gremium oder in dieser Runde gemacht habe ist, lass uns doch bitte nicht zunächst uns überlegen was können wir vermitteln?
00:10:33: Was können wir verkaufen an unsere Leute sozusagen sondern ungekehrt, lass uns doch sehen was müssten wir tun um dann ein Gesamtpaket zu entwerfen und dann überlegen wie wir es vermittelt bekommen.
00:10:49: Jetzt gibt's die ersten immerhin Empfehlungen einer Kommission in der Rente, die durchaus weitgehende Koppelung Lebenserwartungen renten auch an Ende der Führer-Rentung bei der Rnte mit dreiundsechzig aber vor allem auch was ich besonders relevant finde eine Kapitaldeckung in der Erste Säule.
00:11:05: Zeigt Ihnen das, dass Mut und politischer Mut möglich ist?
00:11:09: Und dass vielleicht doch mehr kommt von dieser Koalition bis zum Sommer als Sie bisher gedacht haben.
00:11:14: Also ja... Ja wenn dieses Paket, von dem wir alle noch nicht wirklich wissen was drinsteht, es sichern ja nur erste Dinge jetzt durch zwei Bedingungen erstens man darf's halt nicht aufschnüren oder cherry picking machen und zweitens kommt natürlich schon auch drauf an eingebunden ist in ein Konzert von anderen Reformen.
00:11:38: Ich glaube, dass eines der Probleme ist das wir gesehen haben in den letzten Wochen ist, dass man jeweils über die einzelne Reform diskutiert und dann dort maximal hart verhandelt wird zwischen den unterschiedlichen Interessensvertretern auch innerhalb der Koalitionsgipstia.
00:11:57: Und es wäre klüger aus meiner Sicht Ein Gesamtpaket zu machen, ein Gesamtplan.
00:12:03: Übrigens gehört zu so einem Plan dann auch ein Narrativ eine Geschichte.
00:12:06: Warum tun wir das überhaupt?
00:12:08: Also was wir bis jetzt ja gar nicht machen ist uns überlegen wie beantworten wird die Sinnfrage warum lohnt sich das überhaupt?
00:12:16: ich glaube dass die Frage leicht zu beantwortend wäre wenn wir einen wunderbares Land haben und Freiheit haben und es erhalten wollen aber an adressieren muss.
00:12:26: Und das ist aus meiner Sicht eine absolute klare Verantwortung der Regierung, das zu tun.
00:12:30: Ja und ich meine dass ewige Versprechen der sozialen Marktwirtschaft, dass es unseren Kindern mal besser geht als uns selbst vielleicht aus meiner sich das narrativ schon ausreichend doch ich höre diese großen Zukunftsvision in der Politik eher nicht.
00:12:44: liegt das auch daran?
00:12:45: Dass vielleicht sie als Stakeholder die wirtschaftliche Werkschaft in den vergangenen Monaten Ja, sehr hart in der Kritik waren aber vielleicht zu wenig konstruktiv im gemeinsamen Finder eines Narratives.
00:12:56: Mir täte es Leid wenn das so wäre, weil genau das Gegenteil versuche ich ja einen anderen Rolle als wir die Präsidenten.
00:13:02: Ich versuche hier ab Brücken zu bauen.
00:13:04: Ich glaube dass ist schon von Kern meiner Aufgabe in dieser Funktion.
00:13:09: Wo wäre denn der Präsident bereit in einem Gesamtpaket zu sagen, ja das ist für uns auch nicht ... Ja aber darüber muss man doch reden.
00:13:17: Das ist für mich
00:13:18: schmerzhaft.
00:13:21: Ich kann jetzt natürlich warten...
00:13:23: Ihr Leibinger sie dürfen mit bei uns ... Sie müssen keine Verhandlungen machen, aber sie dürfen sagen auch wir werden irgendwo ein Beitrag leisten?
00:13:30: Ja klar ich werde Ihnen was sagen!
00:13:33: Jetzt auf dem Tag der Industrie Der heute beginnt und wird da eine Rede halten.
00:13:38: In der Rede werde ich etwas sagen, was ich neulich in Hannover auch schon mal gesagt habe nämlich dass wenn Reformen kommen und wir warten bis sie wirken und dann erst wieder anfangen den Deutschland zu investieren, dann ist es zu spät.
00:13:49: Wir müssen dann beginnen zu investiren Wenn die Reform da ist aber noch nicht die Wirkung.
00:13:56: Aber die Reform muss dann schon auch da sein Und das
00:13:59: sind
00:13:59: wir bis jetzt.
00:14:00: Ja ja ja geschlossen uns schon maßgeblich.
00:14:04: Also nicht nur eine neue Abschreibungsregelung, die von der Weile zählt und die Ankündigung der Senkung unter Körperschaftssteuer.
00:14:10: Das wird Ihnen als Nefreform bezeichnen, das rechtfertigt, dass ich handle.
00:14:15: Aber wenn in der Breite ein Konzept da ist und es begonnen wird zu implementieren, das glaubhaft ist und die Regierung geschlossen dahinter steht dann müssen wir sagen okay jetzt investieren wir nicht in Polen oder in Amerika oder China oder wo auch immer heute investieren statt in Deutschland zu investieren, sondern dann machen wir diese Investitionen in Deutschland.
00:14:41: Natürlich darf es betriebswirtschaftlich kein grober Unfug sein aber oft sind diese Investitionsentscheidungen knapp und auch von der Zukunftsperspektive des Standorts abhängig.
00:14:54: Und dann kann man – wie ich ihn gerade beschrieben habe ein fiktives Beispiel – dann muss man für den Standort sich entscheiden und sagen so Die Politik hat gehandelt, jetzt handle ich auch.
00:15:05: Das zum Beispiel in Zugeständen ist das man von der Industrie absolut verlangen kann.
00:15:09: Was natürlich ein Appellis wo manche ihrer Mitgliedsbetriebe sagen würden naja also wenn das Investment in Polen, in Osteuropa oder in den USA oder in China sich drei- oder viermal so rentiert dann muss ich es dort machen?
00:15:20: Ja und das ist das was ich gerade eben mit grobem Unfall meinte.
00:15:23: Also wenn natürlich der Gap riesig ist, dann geht das nicht.
00:15:27: aber ich hab's da selbst oft erlebt.
00:15:29: und sieben, dass Investitionen oft am Ende bis das Salopp knapp sind.
00:15:38: Und
00:15:40: man
00:15:43: hat immer Optionen, wo man investiert.
00:15:47: Sie haben ja von diesem Signal gesprochen, dass mit dem Gesamtpaket jetzt kommen muss... Ich frage mich immer wie kann dieses Signal konkret aussehen?
00:15:55: gute, schöne Reden und ein Versprechen der Politik.
00:15:58: Brauchen Sie konkrete Zahlen wie wir müssen wieder zu vierzig Prozent Sozialversicherungsgrenze zurück oder wir brauchen einen Volumen von fünfzehn Milliarden bei der Streuereform?
00:16:08: Wie konkret muss das Signal sein damit es wirkt?
00:16:11: Zunächst einmal sie haben gute Dinge genannt und die vierzig prozent die nenne ich auch und ich glaube dass sozusagen die Schritte dorthin die müssen erkennbar sein.
00:16:19: aber wie vorhin gesagt Ich kann nicht warten bis es dann so weit ist und erst dann wieder handeln.
00:16:24: zweitens Und das ist natürlich eine Binze.
00:16:27: Wirtschaft ist Psychologie und Psychologie braucht Symbole, und ich glaube schon dass wir durchaus die Möglichkeit hätten Dinge zu tun, die gar nicht so schwierig sind und den starkes Signal senden würden.
00:16:43: Ich denke ein guter Bekannter von mir ist der Präsident vom Zentralverband des deutschen Handwerks Jörg Dietrich, der erwähnt immer Das Sonntagsbackverbot bei den Bäckern und die Bohrpflicht bei Einzelhändlern und Achendwerkern, die direkt an Entkunden verkaufen.
00:17:01: Die wir auch schon lange diskutieren?
00:17:03: Ja!
00:17:03: Und das sind Kleinigkeiten, die sind volkswirtschaftlich wahrscheinlich gar nicht... so maßgeblich.
00:17:08: Aber das wäre ein Signal an diese Handwerker, an diese Bäcker zu sagen hey ich hab dich gehört!
00:17:14: Ich mach' das jetzt.
00:17:15: und das gleiche kann man im Mittelstand machen mit irgendwelchen Berichtspflichten und das Gleiche kann wir bei größeren Unternehmen machen oder bei Konzernen mit anderen Dingen die richtig weh tun und die richtig nerven.
00:17:30: da geht's doch schon auch um das Symbol des sich sende.
00:17:35: Wir haben euch gehört, wir wollen es euch erleichtern.
00:17:38: Und ich glaube das so was sehr schnell wirken kann und ich glaube dass auch auf sowas gewartet wird.
00:17:45: Bei den Spitzensteuersätzen oder bei den reichen Steuersetzen darf man trotzdem rangehen und das Signal kann immer noch gut sein?
00:17:54: Ich könnte mir vorstellen, dass sehr wohlhabende Menschen in diesem Land absolut dazu bereit wären, noch mehr beizutragen können.
00:18:04: dazu Wir sagen, das Top-Einprozent der Steuerzahler zahlt heute twenty-fünf Prozent des Steuervolumes.
00:18:11: Das heißt die tragen schon viel bei.
00:18:13: dieses Bild, dass da immer wieder erzeugt wird.
00:18:15: Die machen zu wenig oder die machen wenig.
00:18:18: Da stimmt gar nicht aber ich glaube, es wäre schon der gäbsende Bereitschaft.
00:18:22: Aber zwei Dinge müssen wir berücksichtigen.
00:18:24: erstens was mit einer Zusatzbelastung erreicht wird und wie diszipliniert damit umgegangen wird mit diesem Geld.
00:18:32: Das muss dann schon transparent gemacht werden.
00:18:34: Es darf nicht einfach nur versickern im System.
00:18:38: zu einer Aspekte noch wichtiger, die größte Zahl der deutschen Unternehmens sind Personengesellschaften – das ganze Mittelstand fast komplett Personengesellschaften.
00:18:48: Deren Unternehmensteuer ist die Einkommensteuer.
00:18:52: Das heißt wenn wir den Spitzensteuersatz erhöhen, erhöhen wird die Unterneemesteuer für achtzig Prozent der Unternehmen in Deutschland und genau das Gegenteil müssten wir tun.
00:19:02: Jetzt gibt es da steuerrechtlich Dinge, die man tun könnte angeblich.
00:19:06: Genau,
00:19:06: der Finanzminister will ja die Option ausbauen für diese Unternehmen?
00:19:10: Ja aber ganz ehrlich ich traue den Braten nicht.
00:19:13: Die Optionslösung gilt heute zunächst mal längst nicht für alle Personengesellschaften.
00:19:19: das sind nur ganz bestimmte Personengesellschaften von den vierhunderttausend dies anwenden könnten wendens unter tausend an Weil es ein bürokratisches Monster ist und weil es riesige Risiken für die Firmen entbeinhaltet, die das anwenden werden.
00:19:33: Nämlich wenn sie zurück wollen von der Aktionslösung auf die klassische Einkommenssteuerlösungen dann ist das wie im Gesellschaftswechsel den die durchführen mit dem Aufdecken von stillen Reserven und allem drum und dran.
00:19:44: Das heißt deswegen machen die meisten das nicht.
00:19:46: Und da nun ein bisschen kosmetisch daran rummachen und sagen guckt her ich Finanzminister, habt es ja jetzt gelöst mit der Optionslösung.
00:19:54: Jetzt darf ich die Einkommenssteuer erhöhen und die Personengesellschaften sind dann selbst schuldet wenn sie nicht in die Optionslössung gehen?
00:20:01: Das ist das was sich fürchte und das wäre fatal!
00:20:05: Es wäre wirklich fatal wenn das so käme.
00:20:07: Klarer Botschaft der Leibel.
00:20:08: ganz zum Abschluss etwas Optimistisch-Konstruktives.
00:20:10: auch aus der Industrie heraus wird immer wieder gesagt wir haben eine neue Chance auch auf ein Comeback der deutschen Wirtschaft Wenn wir die industrielle Kompetenz zusammenbringen mit der KI, mit den neuen technologischen Möglichkeiten.
00:20:23: Immer wieder wird diese industriell vernetzten Daten in den Sonntagsreden erzählt.
00:20:27: ist das mehr als ein Hoffnungswert?
00:20:29: Ist das wirklich konkret vielleicht ja ein Konjunkturmotor für die Industrie?
00:20:35: Also ich bin da zutiefst davon überzeugt dass es richtig ist und ich glaube das schon lang und immer wieder ertappe ich mich dabei dass sich denke dieses sogenannte Domänen wissen also die Schlüsselkompetenz dass ich denke, oh je ist da nur meine Hoffnung die mich dazu bringt das zu denken.
00:20:54: Und seit der Hannover Messe dieses Jahr wo ich intensiv mich mit diesem Thema nochmal auseinandergesetzt habe bin ich überzeugter denn je.
00:21:02: ja unsere Kombination aus tiefem Applikationswissen auf exzellenter Bindung Kundenverständnis auf eine tiefe Art wir binden ja unsere Kunden in den Innovationsprozess mit ein.
00:21:15: All dies führt dazu, dass dieses Domänenwissen wirklich ein enormer Schatz ist.
00:21:21: Und das Schlüssel wird aber sein wir werden Partner brauchen für die KI Wir werden es nicht alles selbst machen können und dass wir da clever genug sind uns nicht die Wertschöpfung aus der Hand nehmen zu lassen.
00:21:36: also den Value Pool immer sagt Der muss bei uns bleiben.
00:21:41: Das ist möglich Aber da müssen wir aufpassen.
00:21:44: Ja, wir haben einen von diesen Menschen mit Domänenwissen gerade hier im Podcast gehabt durch den CEO von Neurage Robotics auch ein schwäbischer Tüftler.
00:21:53: Guter Mann!
00:21:54: Also Baden-Württemberg... Am Ende geht es über Baden Württmberg.
00:21:57: die Stärke der deutschen Wirtschaft richtig erleibiger.
00:22:00: Da stimme ich gar nicht so.
00:22:02: Ich bedanke mich für dieses Gespräch und wünsche Ihnen einen sehr erfolgreichen Tag der deutschen Industrie.
00:22:06: Vielen Dank, danke Herr Volker.
00:22:14: Flo war noch was?
00:22:15: Ermick auch hier in Deutschland steigt die Zahl der Waldbrände immer weiter an.
00:22:19: Seit zwanzig achtzehn geht es immer weiter nach oben, besonders heftig war's im letzten Jahr.
00:22:24: Im Schnitt hat man über tausend Waldbränder im Jahr und in Brandenburg hat man gesagt das kann so nicht weitergehen.
00:22:29: deswegen werden wir kreativ um die Waldbrandgefahr weiter zu senken und da spielen Schafe tatsächlich eine entscheidende Rolle.
00:22:36: Zu fällen einen schönen Baum braucht es eine halbe Stunde kaum!
00:22:39: Zu wachsen bis man ihn bewundert braucht er Bedenktes Ein Jahrhundert.
00:22:44: Der Wald ist und bleibt das vielleicht schönste Örtchen in dieser wunderbaren Natur.
00:22:49: Insofern freue ich mich sehr, dass jetzt auch noch Schafe helfen, dass es eben nicht zu brennenden in diesen Wäldern kommt.
00:22:54: Denn die Dürre, die Trockneheit gerade in Brandenburg wird ein Thema der nächsten Jahrzehnte sein.
00:22:59: Klimaschützer wissen das längst.
00:23:01: und schön, dass sich die Natur jetzt hier gegenseitig hilft.
00:23:04: Das ist denkbar einfach, dass ganze Wirt teilweise in Frankreich oder auch Griechenland schon seit Jahren wissenschaftlich untersucht und mittlerweile ist es jetzt auch in Deutschland angekommen.
00:23:14: Die Methode ist einfach, man hat in Beelitz rund um den Wald einen twenty-fünf Meter breiten Schutzstreifen gezogen.
00:23:21: also da ist der Wald so ein bisschen ausgedünnt worden damit sich ein Feuer nicht so schnell verbreiten kann.
00:23:27: Und im zweiten Schritt kommen dann die Schafe zum Einsatz.
00:23:29: die Grasen nämlich auf diesem Schutzstreifem und fressen dadurch ja alles an kleineren Gräsern und Sträuchern ab was zu trocken ist und dem Waldbrand quasi als Nahrung dient.
00:23:40: Und wenn das weg ist, auch dann kann sich Feuer schwerer bis gar nicht
00:23:48: mehr
00:24:02: ausbreiten.".
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