Warum scheitert Deutschland bei der Umsetzung von Innovationen? Mit Hans-Hennig von Grünberg
Shownotes
Warum schaffen es Deutschlands Forschungsideen so selten aus dem Labor in die Fabrik? Das diskutiert Markus Weißkopf vom Research.Table mit Hans-Hennig von Grünberg, Professor für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam. Von Grünberg hat die 482 Skizzen der DATI-Pilotförderung als einzigartigen Datensatz ausgewertet und eine Transferblockade freigelegt: Fast drei Viertel der Projekte verharrten in der frühen Forschungsphase, obwohl das Programm eigentlich die Anwendung beschleunigen sollte. „462 Anträge für die Tonne", bilanziert er und benennt drei Ursachen – die operative Überlastung des Mittelstands, die kulturelle Kluft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und eine erstickende Bürokratie.
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00:00:05: Herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Folge von Table Today an diesem sonnigen Samstag.
00:00:09: Heute beschäftigen wir uns... mit einer für die Volkswirtschaft wirklich existenziellen Frage.
00:00:14: Denn wie bekommen wir unsere exzellenten Forschungsideen in die Fabriken, in die Produktionsbetriebe und damit auch in die Kassen der deutschen Unternehmen?
00:00:22: Warum haben wir das bisher nicht hinbekommen?
00:00:24: liegt daran dass die Wissenschaft zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist.
00:00:27: Der berühmte Elfenbein Turm?
00:00:29: oder sind die Unternehmenschuld weil der Mut zur Innovation aus den F&E Abteilungen der deutschen Fakultäten fehlt?
00:00:35: darüber diskutiert unser Kollege Markus Weißkopf vom Research Table von Grünberg.
00:00:41: Er ist Professor für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam,
00:00:45: los geht's!
00:00:50: Schön dass Sie heute dabei sind.
00:00:52: Ich danke für die
00:00:52: Einladung.
00:00:53: Zum Start machen wir vielleicht eine kleine Zeitreise zurück.
00:00:58: in die Zeit der Ampelregierungen kommt uns alle schon lange her vor.
00:01:02: dieser hatte sich nämlich mal vorgenommen mit einer eigens dafür geschaffenen Institution nämlich eben dieser deutschen Agentur für Transfer und Innovation der Datie ein Grundproblem des deutschen Innovationssystems anzugehen, nämlich dass viele, viele Forschungsergebnisse nicht in die Anwendung kommen.
00:01:19: Die Datie wurde zwar in der Kabinettssitzung vom sechsten November zwei tausendund vierundzwanzig beschlossen aber vielleicht wissen auch einige von Ihnen was an diesem sechstem November zweitausend zwanzig noch passiert ist.
00:01:32: Abends zerbrach die Ampelkoalition, wir erinnern uns alle noch an die Brümpenbilder davon.
00:01:39: und ja mit dem Aus der Ampel kam dann auch das aus der Dati.
00:01:45: Vor allem die nun federführende Union in der neuen Regierung wollte die neue Agentur, die vor allem auch im Vorschlag der Grünen war nicht.
00:01:53: Was stattdessen kommt darüber wird wie immer noch diskutiert.
00:01:57: Heute schauen wir auf die sogenannten Datipilotförderrichtlinien.
00:02:01: Die hat die Regierung damals noch eingesetzt und diese sollten sozusagen den Boden für die Date bereiten, sie sollten noch bevor es die Institution gibt prototypisch zeigen was geht und was man auch mit neuen Wegen mit innovativen einfachen Ausschreibungsverfahren erreichen kann.
00:02:19: Man wollte den Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung damit radikal beschleunigen.
00:02:25: unter anderem wurden Innovation Communities gesucht, also kooperative Netzwerke aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.
00:02:35: Diese Allianzen aus Machern, Nutzern und Forschern sollten gemeinsam Lösungen für drängende gesellschaftliche oder wirtschaftliche Herausforderungen entwickeln von der Digitalisierung bis hin zur sozialen Innovation.
00:02:49: Vierhundertzweiundachzig Anträge aus ganz Deutschland würden eben für diese Innovation Communties eingereicht.
00:02:55: zu Förderung Klar war schon vom Beginn an, man konnte nur zwanzig bewilligen.
00:03:01: Also der Call war massiv überzeichnet.
00:03:04: Also eigentlich vierhundertsechzig Anträge für die Tonne.
00:03:08: oder was meinen Sie Herr von Grünberg?
00:03:11: Ja tatsächlich.
00:03:12: Vierhundertzehnansächs- sechziganträge für Die Tonne.
00:03:14: wenn man neue innovative einfache Ausschreibungsverfahren ausprobieren will dann lautet die Antwort dann kriegt man halt auch mehr Anträge.
00:03:21: Das war eben Sommer, dreiundzwanzig.
00:03:23: Haben Sie die Anträge geschrieben?
00:03:24: Würde man die heute schreiben würden wir sicherlich hundert zweihundert dreihundert Anträge mehr bekommen weil das mit KI so einfach geworden ist.
00:03:31: Es ist schon dramatisch, wie in der Wissenschaft auch einfach für die Tonne gearbeitet wird.
00:03:36: Wir müssen nur an die Exzellenzinitiative denken.
00:03:38: Eine riesige Menge an Stunden, die Menschen da gearbeitet haben im Grunde für die Tonne.
00:03:44: Ich glaube das Zeitalter wo man mit schriftlichen Anträgen sich orientiert ob jemand fit für eine Förderung ist dass es zu Ende geht.
00:03:53: Man muss sagen, die Wissenschaft lebt vom Wettbewerb und das ist auch wirklich wichtig.
00:03:58: Das sollte man auf gar keinen Fall klein schreiben.
00:04:00: Das ist ein Qualitätsgarant.
00:04:01: aber wenn da solche Maße annehmen wie hier vierhundertzwanzig Anträge dann ist irgendwas nicht in Ordnung und keiner kann mir erzählen dass man in der Lage ist aus vierhundertzweiundachtzig Anträgen die zwanzig besten wirklich gewissenhaft heraus zu lesen.
00:04:15: Die lassen sich gar nicht rankten.
00:04:17: also das ist irgendwie nicht ganz gesund.
00:04:20: Für sie waren die Vierhundertsechzig-Anträge, also diese Masse an Anträgen.
00:04:24: Am Ende dann doch ein Glücksfall!
00:04:27: Sie haben sich das nämlich näher angeschaut.
00:04:29: und ja was war denn eigentlich ihr Ziel damit?
00:04:32: Und wie kam es hier darauf?
00:04:34: Ja ich war Teil dieser Begutachtungskommission, saß da eine Woche auf Harpenstühlen und guckte immer von der Trau auf diese vielen Anträge und dachte man sehr, sehr gute Anträge, die nicht gefördert worden sind.
00:04:43: was für eine Verschwendung an Arbeitszeit.
00:04:46: Und irgendwann waren mir dann plötzlich klar, Mensch das ist ja ein unglaublicher Datenschatz!
00:04:50: Was steckt da an Ideen brennen?
00:04:52: Was stecken da an Beobachtungen drin?
00:04:55: Und dann habe ich Gott sei Dank geschaltet und habe mich gleich darauf beworben dass sich diese Anträge in anonymisierter Form natürlich für Vollschutzwecke haben dürfte.
00:05:02: und nach einem halben Jahr und vielen Formularen die ich da unterscheiden musste habe ich sie auch bekommen.
00:05:07: Und das Hauptziel war für mich zunächst einmal meine Gruppe, dass wir eigentlich lernen wollten mit so einem wertvollen Datenschatz zu arbeiten.
00:05:14: Mit den neuen Standard-KI-Tools, GPPT, Notebook, LM auch wirklich solche riesigen Textkorporar strukturiert zu analysieren.
00:05:24: und dann hatten wir eben als wesentliche Idee, dass die Anträge sozusagen als Messsonnen interpretieren wollten um ja die deutsche Innovationslandschaft zu vermessen.
00:05:36: Wir hatten uns mal überlegt, dass hinter jedem Antrag etwa zehn Experten stecken.
00:05:40: Also vierhundertsweinachtzigmal zehn, etwa fünftausend Fachleute äußern sich hier mit diesen Anträgen implizit über reale Transferbarrieren sagen etwas über liekale Bedarfe und sprechen über die deutsche Innovationslandschaft.
00:05:55: Das ist ein einzigartiger empirischer Datensatz!
00:05:59: Wie hat
00:05:59: das genau funktioniert?
00:06:00: Was haben Sie dann genau mit diesem Daten letztendlich
00:06:03: gemacht?!
00:06:04: Naja, KI eignet sich eben wunderbar um rinsige Mengen an Aufsetzten zu lesen und Anträgen parallel zu lesend.
00:06:11: Man hat sie dann immer selber noch nicht gelesen und da muss man fragen wie kriegt man eigentlich daraus eine Information?
00:06:16: Wie kann man sozusagen nach bestimmten Dimensionen und bestimmten Clustern das sortieren?
00:06:21: wir haben also für Themen interessiert, für Methoden für die Akteure, für Reifergrade, für die Region, für Hindernisse Und dann haben wir das Ganze natürlich noch validieren müssen mit einem rein mathematischen Verfahren, auch vor der KI gab es TextMining-Methoden, mit dem man große Textkorporar sozusagen bearbeiten kann.
00:06:39: Da gibt es Methoden.
00:06:40: aber es ist natürlich irrsinnig wenn so eine Large Language Model hineingeht in den einzelnen Antrag und mit deiner Frage bewaffnet dort Fragen für dich beantwortet.
00:06:50: Das heißt sie haben sich ja nicht nur auf die KI verlassen sondern das nochmal sozusagen auch noch mal.
00:06:55: Stichtprobenartige gegen Gecheck.
00:06:58: Ja, kommen wir doch zum Wesentlichen zu den Ergebnissen aus Ihrer Analyse.
00:07:03: Sie haben ja gerade schon die Reife gerade angesprochen, die Reifegrade der Projekte, der Technologien, die da auch sozusagen dann behandelt werden.
00:07:12: Da spricht man von sogenannten Technology Readiness Leveln.
00:07:16: also einige Projekten befinden sich in der Grundlagenforschung das ist ein niedriges Technologie Readiness Level.
00:07:23: Andere sind vielleicht schon näher an der Anwendung, dann erhöht sich das – es ist eine Skala von eins bis neun.
00:07:30: Es zeigte sich, dass viele der Projekte die eingereicht wurden von den Vierhundert und zweiundachtzig eben auf ganz niedrigen Technology Readiness-Levelen waren.
00:07:41: Hat sie das überrascht?
00:07:42: Und ja zeigt das vielleicht auch ein Problem in der deutschen Innovationslandschaft?
00:07:47: Ja, das hat uns natürlich total überrascht ist das interessanteste Ergebnis.
00:07:51: Wir sprechen hier von den Innovationsreifegraten weil wir natürlich auch ganz viele Projekte der sozialen Innovation dabei hatten und dass es sozusagen nicht für allgemeinerung von dem wort Technological Readiness Level und diese Innovationsreife gerade eins bis drei.
00:08:06: Das ist also Forschung und endet mit dem proof of concept DRL vier bis sechs die Entwicklung einer Idee und endet im Grunde mit den Prototypen oder bei einem sozialen Innovationsprojekt, also mit der Fertigstellung.
00:08:18: Jetzt kann man wirklich in die Produktion gehen.
00:08:26: Projektaktivitäten, die dort beantragt wurden sind sich in diesen Reifegraden eins bis drei abgespielt haben.
00:08:33: Obwohl das ein Programm war dass explizit den Transfer fördern wollte eigentlich abgezielt hat auf der Reifegrade vier bis sechs kam dort nur sechs Prozent an.
00:08:45: Das heißt wir hatten auch irgendwie eine Transferblockade in der Wissenschaft, wir stecken offenbar in der Suche nach neuen Ideen fest und sind nicht in der Lage wirklich an die Umsetzung zu denken.
00:08:56: Und die Frage wie können wir das was wir uns hier überlegt haben auch wirklich im dieser Reifestufen vier bis sechs bringen?
00:09:02: Da ist irgendwie eine Blockade bei uns.
00:09:04: Okay aber woran liegt das denn also?
00:09:06: woher kommt diese, sage ich mal Transferblockade wie sie es genannt haben in der deutschen Wissenschaft?
00:09:12: Also welche Händnisse gibt's da?
00:09:14: Haben Sie ja in einer Studie auch einige Hinweise bekommen?
00:09:17: Ja, das ist das Interessanteste für mich persönlich an dieser ganzen Studie.
00:09:21: Die Anträge waren stark strukturiert die kriechten also Fragen und jeder hat dieselben Fragen beantworten müssen.
00:09:27: Das natürlich für so eine Untersuchung ideal.
00:09:30: Die vierte Frage hieß was sehen Sie persönlich in Ihrer Umgebung als ein Transferhemnis?
00:09:35: Und wenn man nur diese Antworten auf die vierte Frage betrachtet, kriegt man sozusagen von diesen fünftausend Experten eine Antwort darüber was bei uns eigentlich nicht stimmt.
00:09:46: Da gibt sich im Ergebnis eine Blockade, die drei größere und tiefere Gründe hat.
00:09:53: Der erste Grund meines Erachtens das absolute Epicentrum ist die operative Überlastung des Mittelstandes.
00:10:00: Die Firmen stecken schlichtweg fest in Tagesgeschäft halte sie einen massiven Fachkräftemangel haben und schlicht nicht die Kapazitäten, die personellen Kapaziten haben um sich Gedanken über Innovationen zu machen.
00:10:12: Das zweite Problem ist dass wir eine kulturelle Kluft haben.
00:10:16: Die einen nehme ich die Wissenschaft sind in einer Reputationslogik gefahren, da zählt das nächste Paper.
00:10:23: Da fehlt einen Konferenzauftritt.
00:10:24: damit kann man Karriere machen.
00:10:26: Da zählt aber nicht der Kontakt zur Industrie.
00:10:29: und die anderen haben ein Wertesystem was zu tun hat mit Geldverdienen und diese kulturelle Kluft kriegen wir nicht überwunden.
00:10:36: Das ist sozusagen zwei Silos in denen wir isoliert festdecken.
00:10:39: und das dritte Problem Auch ganz, ganz klar herausgekommen ist eine überbordende Bürokratie starre Regeln.
00:10:48: Ob sie Medizinforschung nehmen oder auch einfache Forschung.
00:10:50: Wenn Sie in die Transferphase kommen haben Sie es mit Juristen, haben Sie's mit Regeln und haben Sie das mit Bürokreatien zu tun.
00:10:57: Und das erstickt sehr viele gute Ideen!
00:11:00: Oder eben auch nicht gut.
00:11:02: Beim Thema Bürokratie hat die Bundesregierung ja auch gerade gesagt mit dem Innovationsfreiheitsgesetz, wollen wir viele Dinge nochmal verändern und wollen mal viele Dinge verbessern soll vieles entschlagt werden Mal gucken ob wir da hinkommen das erscheint ja sozusagen nochmal als einfache Möglichkeit, sozusagen Dinge zu verändern.
00:11:21: Schwieriger wird es dann schon wenn ich daran denke wie kann man eigentlich die kulturelle Kluft schließen?
00:11:26: Wie kann man sie los aufbrechen?
00:11:28: Wie können wir auch sozusagen überlastung des Mittelstands ja überwinden?
00:11:32: Wie Kann Man den Mittelstand helfen auch innovativer zu werden da Ressourcen dafür zu schaffen?
00:11:37: was können wir aus ihrer Sicht denn jetzt sozusagen aus diesen Erkenntnissen lernen für das Innovationssystem in Deutschland?
00:11:43: Herr von Grünberg
00:11:46: darauf erst mal verständigen könnte, dass wir zumal das Problem einfach haben und dass wir nicht dran vorbeiregen.
00:11:52: Wir haben eine strukturelle Blockade!
00:11:54: Das ist so... gutes wollen und trotzdem es nicht zustande kämmt.
00:11:58: Es gibt einfach eine Lücke zwischen dem was unsere Forscher entdecken, und dem was Betriebe in ihrem harten Arbeitsalltag überhaupt aufnehmen können.
00:12:06: Und die wahre Innovation, die wir brauchen hat nichts mit Geld zu tun oder auch mit Geld aber eben nicht nur mit Geld zutun sondern das ist ein Systemfehler.
00:12:15: ich finde dass wir Mut haben sollten wirklich systemische Gedanken zu machen.
00:12:19: wie könnte es uns eigentlich gelingen, dass wir unser Wissenschaftssystem nicht nur stärker öffnen sondern wirklich enger an andere funktionale Teilsysteme der Gesellschaft ankoppeln.
00:12:31: Insbesondere an das Wirtschaftssystem und zwar strukturell ankoppelt.
00:12:36: Das gelingt uns eben auch einfach nicht gut.
00:12:39: die Wissenschaft führt ein viel zu immer noch ein vielzu starkes Nischender sein.
00:12:44: Wir müssen die Leute dazu bringen sich in der Wissenschaft auch einfach die Innovation zur Aufgabe zu machen.
00:12:51: Und das hat zu tun mit dem Reputationssystem, in der Wissenschaft auf der einen Seite aber eben auch mit dem falschen Glauben dass der Mittelstand ein Innovationstreiber ist und die Wissenschaft irgendwie abholt tut sie nämlich auch nicht.
00:13:02: Dies sind die beiden Probleme und tritt uns eben die Bürokratie.
00:13:06: Wo kann man den da ansetzen?
00:13:07: Also wenn ich jetzt an die Innovationsförderung denke, wir wollen hier in dem Podcast ja auch ein bisschen davor denken und nicht nur sozusagen die Probleme in den Blick nehmen sondern auch konstruktiv mit überlegen was könnten sozusagen Lösungsansätze sein.
00:13:19: Was muss eine Innovations Förderung in Deutschland eigentlich angehen damit letztendlich sich
00:13:24: die Kultur
00:13:25: verändert, damit Anreize geschaffen werden?
00:13:28: wo sehen Sie da Möglichkeiten?
00:13:30: Ich höre heraus, dass sie auch eine positive Aussage hinaus wollen.
00:13:33: Ja die kriegen Sie gleich.
00:13:34: aber wir müssen noch ein paar Sachen sagen.
00:13:35: wie fördern wir im Augenblick?
00:13:37: Wir fördern aus einer alten Logik heraus.
00:13:40: Da gibt es eine Förderung, die fängt an beim Mittelstand und sagt der Mittelstand will ja Innovationen.
00:13:45: wir fördern die Innovationstätigkeit im Mittelstand.
00:13:47: das ist das ZIM-Programm.
00:13:49: Zentrale Innovation in dem Mittelstand etwa siebenhundert Millionen Euro im Jahr ein Budget wirklich sehr viel wird kuratiert vom Wirtschaftsministerium Und die Idee sind innovativ im Mittel stand und die holen sich schon dann die einzelnen Forscher und die Forschergruppen dazu die für sich nämlich nicht antragsberechtigt sind.
00:14:07: Die sind nur antragsperechtigt, wenn sie Mitantragsteller sind und die haben eigentlich gar keinen Anreiz da etwas wirklich mitzumachen weil Sie die Erfolge, die Sie da zielen ganz selten in gute Publikationen übersetzen können.
00:14:19: Ganz selten verwenden kommen um einen Reputationsgewinn in Ihrer Community zu erzielen.
00:14:24: Insofern ist das ZIM-Programm einfach in der Wissenschaft nicht besonders populär.
00:14:29: Oder wir sagen, okay dann gehen wir in dieses Wissenschaftsressort und fragen im WMFDR nach dem Thema Innovation.
00:14:37: kann man eigentlich von dort Innovation fördern?
00:14:39: Und da gibt es eine ganze Reihe von verzweifelten Versuchen, Transfer und Innovation mit kleineren Programmen und Programmchen von Bund und von Land irgendwie in so einer ganz fragmentierten Förderlandschaft heraus zu fordern.
00:14:53: und naiverweise nimmt man an dass die Unternehmen nur alles stehen und liegen lassen, um mit den tollsten Fragestellungen im besten Ideen bei der Wissenschaft vorstellig werden, tun sie natürlich auch nicht.
00:15:03: Vor
00:15:03: dieser Legislaturperiode oder mit Beginn der neuen Regierung war ja sozusagen in der Diskussion ob nicht diese Innovationswörterprogramme des Wirtschaftsministeriums also das ZIM-Programm, ob dieser Topf nicht überwandert zu Dorothee Bär ins Forschungsministerium?
00:15:18: Das hat Frau Bär nicht geschafft, da hat Frau Reiche hart dafür gekämpft dass das Geld sozusagen in ihrem Budget bleibt.
00:15:25: Wir haben nach wie vor das Problem, dass die beiden Ministerien sich nicht gut abstimmen in der Innovationsförderung.
00:15:32: Dass es doch ein kann, da müsste man dann wirklich mal rangehen?
00:15:35: Absolut!
00:15:36: Absolut, das haben sie auf den Punkt gebracht.
00:15:38: Ich habe mich so gefreut als ich da im Koalitionsvertrag gelesen hab dass das ZIM-Programm rüber zur Wissenschaft geht aber das war eine Ente.
00:15:45: Das hat Frau Reicher nicht mit sich machen lassen weil sie ihn dachte sie verliert sozusagen das Förderinstrument um Innovationsförderung zu machen.
00:15:52: also geht es jetzt weiter was wirklich fehlt.
00:15:56: Und die Sprint ist ja von beiden gegründet worden, nicht?
00:15:58: Da
00:15:59: bräuchte es doch eigentlich sozusagen eine höhere Aufhängung dieser Innovationspolitik um das auch letztendlich vielleicht sogar auf Kanzler-Ebene dann zu regeln und zu sagen nein wir wollen Innovationsförderungen aus einem Guss und das haben wir auch im Koalitionsvertrag beschlossen.
00:16:13: und jetzt geht jetzt nicht nach der Ressortlogik sondern wir denken hier inhaltlich Innovationen ist gerade das Zentrale für unser Wachstum auch.
00:16:22: Wir haben eine enorme Wachs- dumm Stelle, da müsste doch eigentlich von ganz oben der Impuls kommen das auch anders zu regeln.
00:16:29: Zähn dich auf dieses zwischen diesem beiden Ministerien hin und her.
00:16:32: Das ist eine völlig unglückliche Entwicklung.
00:16:34: Und ich möchte aber noch mal sagen wir können ja nicht alle zwei drei Jahre ne neue Agentur geründen.
00:16:38: und insofern habe Ich auch gelernt die Date ist vorbei.
00:16:41: okay schwannen rüber Aber die Sprint ist da Die Sprint is da sie ist erfolgreich Sie macht Schlagzeilen sie macht ihre Sache sehr gut.
00:16:48: Meine Philosophie ist im Augenblick Das ist ja ein Instrument, das wir haben.
00:16:52: Was von beiden Ministerien getragen wird.
00:16:54: Das fühlt sich verantwortlich für die Innovation und den Geist der Sprint.
00:17:00: Den müssen wir jetzt so entwickeln, dass er auch wirklich tief in das Wissenschaftssystem hineinkommt.
00:17:04: Das ist im Augenblick das was ich mir wünschen würde also Diese dauerhafte Institution, die Zwischenwissenschaft und Wirtschaft steht.
00:17:12: Und dem Transfer wirksam und dauerhaft für sich als Größe anerkennt und fördert – das fehlt immer noch!
00:17:18: Das ist so die Inno-Swiss.
00:17:19: Ich glaube nach wie vor dass das Land es braucht aber gut wenn's das nicht will Es muss auch stark genug sein um gegen die sehr starke DFG, die wir haben und die die Forschung so prima fordert, anarbeiten zu können oder mit gleichrangig sein zu können.
00:17:34: Jetzt haben wir die Sprint und also denke ich eigentlich lasst uns doch mal die Sprints weiterentwickeln und weiter ausbauen hat gut geklappt.
00:17:41: Und da frage ich mich die ganze Zeit, was müssen wir tun um die Sprint sozusagen aufs nächste Niveau zu heben?
00:17:47: Die Sprint, die Agentur Versprung Innovationen.
00:17:49: Die letzten Endes genau hier an der Stelle vor allem disruptive Innovationen fördern soll immerhin mit dem Jahresbudget von ungefähr zweihundertfünfzig Millionen Euro im Jahr sitzt in Leipzig, die es seit ein paar Jahren gibt um hier nochmal Innovation auch zu befördern wo sie sagen genau das sind sozusagen die Institutionen die wir brauchen die dazwischen sind sozusagen Intermediäre sind und eben zwischen Wissenschafts- und Wirtschaft letzten Ende des Innovationen befördern können.
00:18:17: Sie haben auch die Inno Swiss erwähnt, das vielleicht auch nochmal kurz aufgelöst ist eine Schweizer Agentur für Innovationen, die ja eigentlich europaweit weltweit als Vorbild gilt.
00:18:29: Warum schaffen wir Deutsche es eigentlich nicht einmal kurz über den kleinen Tellerrand in die Schweiz zu gucken und uns da auch einiges abzuschauen?
00:18:38: Ach, das ist eine Frage.
00:18:39: Ja also warum uns das nicht gelingt?
00:18:41: Ich weiß es auch nicht!
00:18:42: Also das kann ich tatsächlich nicht beantworten.
00:18:45: Ich weiß nur dass diese Innos wissen...ich habe einfach mitbekommen wie die gegründet worden ist.
00:18:49: Ich weiss was für eine wertvolle wichtige Brückenfunktion zwischen Spitzenforschung und Marktauffolk darstellt.
00:18:55: sich schafft es eben wirklich tolle Ideen aus der Grundlagenforschungen im Geziel den Transfer zu bringen und sorgt für marktfähige Produkte, tolle Dienstleistungen.
00:19:05: Also sie macht ihr Job einfach extrem gut.
00:19:07: da bräuchte man nur abzuschreiben nun die Schweiz ist ein kleines Land bis in großes land.
00:19:11: wir sind föderal aufgebaut.
00:19:13: es ist hier sprechen Bund und Länder mit.
00:19:15: also das so schwierig zu verstehen warum uns das so schwer fällt.
00:19:19: ich bin immer noch dabei zu verarbeiten warum keiner sieht dass diese dati wirklich gebraucht wird.
00:19:24: Aber ich will jetzt noch mal sagen, den guten Geist der Sprint.
00:19:27: Das ist uns ja gelungen!
00:19:28: Die Sprint ist da, sie macht ihre Sache gut.
00:19:31: und diesen Geist, den Guten Geist des Sprints jetzt ins akademische System zu bringen davon treiben wir nicht.
00:19:36: glaube man sollte nicht immer so hohe Ziele haben, sondern ganz klein anfangen und langsam wirklich etwas aufbauen.
00:19:43: Da gibt es bei der Sprinten eine ganz tolle Idee nämlich dieses Doktorat wo man eben wirklich auf eine Gründung hinarbeitet – ganz besondere Doktorbeiten die nicht hinführen auf ein Paper, sondern die gemacht sind damit Menschen geholfen werden, die sich sozusagen auf einen Deep Tech-Gründung vorbereiten müssen.
00:20:00: Und das ist eine tolle Ide.
00:20:01: So was müsste man ausbauen?
00:20:02: und dann entwickelt man sozusagen aus dem Erfolg Sprint heraus mit Ton ein Instrumentarium, was den Transfer und die Innovationstätigkeit innerhalb des Wissenschaftssystems verändert.
00:20:15: Und es auch Karrierewirksam macht.
00:20:17: Es muss sich für junge Leute die Karrieren machen wollen in der Wissenschaft einfach Lohnen über Innovation nachzudenken.
00:20:23: Das wird erst geschehen wenn solche Förderungen Reputationswirksam sein.
00:20:28: Das ist glaube ich im Augenblick das Beste was wir machen können.
00:20:32: Wo sehen Sie denn aktuell noch Gute Ansätze?
00:20:35: haben wir gerade gesagt.
00:20:36: Wir wollen ja auch nicht nur die Probleme beleuchten, sondern vielleicht auch das eine oder andere hervorheben.
00:20:42: gibt es noch andere Dinge wo sie sagen Mensch, da geht's eigentlich in die richtige Richtung und da könnte man auch so einen kleinen Gamechanger haben.
00:20:51: Ja, ja.
00:20:52: Da geht vieles in die Richtige.
00:20:53: Die Hightech Agenda liest sich so runter.
00:20:55: also wer die Hightek Agenda ließt sagt doch wenn wir das alles hinkriegen dann machen wir es richtig.
00:21:01: dass ist einfach ein tolles Dokument sehr gut geschrieben.
00:21:05: Die Transferinitiative, Herr Weißkopf Sie haben darüber berichtet ist auch eine wirklich gute Idee wo man sagt wie greift man jetzt die Ideen auf mit verschiedenen Förderinstrumenten?
00:21:16: Wie entwickelt man sie?
00:21:17: Wie kann man vielleicht sogar auch schon das Thema Wagniskapital mitadressieren?
00:21:21: Wie passt sich das wiederum in die Hightech-Agenda ein?
00:21:25: Auch das finde ich eine ganz ganz prima Idee!
00:21:27: Ich bin bei diesen Anfängen jetzt sehr optimistisch und wenn man das jetzt sagen wir es mal ganz, ganz positiv mit diesem Venture Science Doctorate von der Sprint noch kombinieren würde und wirklich auch mal aussprechen würde dass die Wissenschaft sozusagen eine Verantwortung hat für die Innovation.
00:21:44: Das ist nicht ein nice to have.
00:21:45: sie hat die Verantwortung für die innovation.
00:21:48: Das müssen wir doch in einer Lage, in der dieses Land jetzt ist von der Wissenschaft einfach verlangen.
00:21:53: Wenn da drei Doktoranden sitzen in einem sehr hochkarätigen Labor mit einem tollen Professor an der Spitze, dann sollten einer für Nature und Science... Grundlagenpaper arbeiten und zwei sollten für die Anwendung und Umsetzung dieser Ideen in unsere Wirtschaft arbeiten.
00:22:10: Und dieses Selbstverständnis, dass dieses Land eben versteht das ihre Wissenschaftssysteme für die Innovationsfähigkeit von morgen verantwortlich ist Das muss uns jetzt langsam gelingen und dazu müssen wir die Wissenschaft bringen indem wir wirklich gute Anreizsysteme
00:22:26: bauen.
00:22:26: Mein Gefühl ist so ein bisschen ja von Grünberg Dass sich zwar einiges bewegt dass man eben aber abseits der Hightech-Agenda, sage ich mal das nicht so ganz schafft die Dinge letzten Endes zusammenzubinden.
00:22:39: Die Aktivitäten wirklich strategisch auszurichten zu orchestrieren ja sodass es im Großen und Ganzen optimal wirken kann.
00:22:47: da können wir dann gespannt sein ob die Hightek Agenda und die Transferinitiative da nochmal einen richtigen Push geben und das auch vielleicht noch schaffen.
00:22:56: Ja, das zweite was ich auch noch nicht so ganz sehe oder was sich auch seh ist, dass Deutschland eben – und das haben Sie ja auch angesprochen – vor den strukturellen Reformen zurückschreckt.
00:23:06: Wie bringen wir die Systeme Wissenschaft-Wirtschaft enger zusammen?
00:23:08: Wie geben wir den HAWs, den Hochschulen verangewandte Wissenschaften Ressourcen und Anreize für Transfer?
00:23:16: Und wie ermöglichen wir auf der anderen Seite mittelständischen Unternehmen sich mehr Verforschung und Innovation zu interessieren und sich damit mehr zu beschäftigen?
00:23:24: Vielen Dank Herr von Grünberg!
00:23:26: Vielen Dank.
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