Wer ist der Neue in Downing Street No. 10?
Shownotes
Andy Burnham ist Großbritanniens siebter Premier in zehn Jahren – die frühere ARD-London-Korrespondentin Annette Dittert ordnet den neuen Labour-Chef ein. Der „King of the North" und langjährige Bürgermeister von Greater Manchester wolle Macht in die Regionen verlagern und dem Rechtspopulisten Nigel Farage Paroli bieten, dessen Reform UK die Umfragen anführt [06:45]
Nach Jens Spahns Rücktritt wählt die Unionsfraktion am Mittwoch der kommenden Woche einen neuen Vorsitzenden. Favorit ist Kanzleramtschef Thorsten Frei – Kanzler Merz sucht einen diskreten Machtorganisator ohne öffentliches Ego, keinen Bühnenpolitiker. [01:31]
Christiane Hoffmann, Journalistin und bis 2025 stellvertretende Regierungssprecherin unter Kanzler Scholz, fragt in ihrem Buch „Die Träume, die wir hatten", ob der russische Überfall vermeidbar gewesen wäre. Bei all den Fragen nach westlichen Versäumnissen sei eines klar: „Die Kriegsschuld liegt bei Russland und bei niemandem sonst." [14:29]
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00:00:02: Einmal zurück aus der parlamentarischen Sommerpause.
00:00:12: bitte die Abgeordneten von CDU und CSU müssen am neunzwanzigsten Juli wieder nach Berlin kommen.
00:00:17: Und sich einen neuen Fraktionschef wählen, der Rückzug von Jens Spahn und die Folgen!
00:00:22: Wer ist denn da jetzt wirklich auf der Pole Position?
00:00:25: Wen will Kanzler Merz und wen will?
00:00:27: vielleicht auch Markus Söder?
00:00:28: Wir geben Ihnen ein
00:00:29: Update Andy Berman heißt der Neue Mann in der Downing Street Nummer zehn.
00:00:34: Wofür steht der neue Premierminister von Großbritannien und gleichzeitig auch Chef der Labour-Partei?
00:00:39: Und schafft er es denn eigentlich auch den Rechtspopulisten rund, um Nigel Farage Paroli zu bieten?
00:00:44: Das fragen wir.
00:00:45: Annette Dittert die ehemalige ARD London Korrespondente!
00:00:49: Die Träume, die wir hatten – so heißt das neue Buch von Christiane Hoffmann.
00:00:52: Sie war stellvertretende Regierungssprecherin unter einem gewissen Gönzler Scholz.
00:00:58: Es geht um die Auswirkung des Angriffs Russlands auf die Ukraine und die verpassten Chancen den Krieg in der Ukraine vielleicht doch verhindert zu haben.
00:01:05: Helene Bubrowski hat mit ihr über Ihr neues Buch und die Erkenntnisse daraus gesprochen.
00:01:09: Ja, die abgelaufene Fußballwm sie war vieles aber ganz sicher war sie nicht klimaschonend.
00:01:15: Es gibt Hoffnung, wie sich CO-Zwei bei Großveranstaltungen vielleicht doch noch vermeiden lässt.
00:01:19: Sagen zumindest Forscher aus Cambridge?
00:01:21: Wie genau das gehen soll und welche Banter als Vorreiter gilt?
00:01:24: Darüber sprechen wir auch noch an diesem Dienstag den einundzwanzigsten Juli!
00:01:32: Mick mal wieder eine parlamentarische Sommerpause in der es zumindest politisch nicht langweilig wird – die Union ist weiterhin auf der Suche nach einem neuen Fraktionsvorsitzenden, nach dem Jens Spahn sich selbst ausboxiert hat.
00:01:43: Und die große Frage, die man sich jetzt hier in Berlin stellt Wie groß wird eigentlich die Personalrochade innerhalb des Kabinetts?
00:01:50: Ja, die wird wahrscheinlich gar nicht so groß wie es Friedrich Merz angedeutet hat.
00:01:54: Die Wahrscheinlichste aller Lösungen ist immer noch der Mann, der eigentlich einen kleinen Kurzurlaub demnächst in Dänemark machen wollte aber vielleicht doch wieder zurück muss und die Fraktionen zu übernehmen nämlich Thorsten Frey, der Kanzleramtschef – er isst ein Vertrauter!
00:02:07: Ein loyaler Zuarbeiter des Kanzlers, auch wenn er in seiner Rolle im Kanzleramt eben nicht so richtig glücklich wurde.
00:02:13: Aber vielleicht ist es besser ihn an die Fraktionsspitze zu setzen denn Verkaufen kommunizieren und mit den Medien umgehen.
00:02:20: kann dieser Thorsten Frey die andere Option immer noch.
00:02:23: Nina Waken die Gesundheitsministerin und manche spekulieren weiter über Alexander Dobrin der CSU.
00:02:28: Innenminister ist allerdings auch im Kabinett ein Stabilitätsanker und warum sollte er da abgezogen werden?
00:02:33: also eine eher unplausible Geschichte.
00:02:36: in dem CDU-Präsidium hat gestern Friedrich Merz klargemacht.
00:02:39: Schnelle Entscheidung, Markus Söder und ich werden uns zusammensetzen!
00:02:42: Und bitte, bitte keine öffentlichen Personaldebatten natürlich nicht.
00:02:46: die führen wir jetzt hier bei Table Today.
00:02:48: Nächste Woche Mittwoch soll es dann bei einer Fraktionssitzung dazu kommen dass ein neuer Fraktionvorsitzender gewählt wird.
00:02:54: Du hast ja schon gesagt das ist momentan viel die Spekulation darüber, dass Thorsten frei es wird.
00:03:00: aber die Frage ist ja dann wer rutscht wohin nach Mik?
00:03:03: Also da gibt's ja diverse Szenarien, von einem hatten wir gestern schon darüber gesprochen dass Nina Wagen vielleicht ins Kanzleramt zieht das dann ein Karsten Lindemann vielleicht ins Gesundheitsministerium kommt.
00:03:14: Gibt's da irgendwas, was sich verdichtet hat?
00:03:16: Was hast du gehört?
00:03:16: Du hast ja gestern auch den ganzen Tag dich damit beschäftigt.
00:03:19: Ja die Profile sind eigentlich eindeutig.
00:03:21: Kanzler Merz möchte eine Art Thomas Demesier einen Maschinisten der Macht der intern nichts anderes macht als zu überlegen bei welcher Regierungsinitiative man welche Stakeholder frühzeitig ins Boot holen muss.
00:03:34: Da geht es um Länderkoordinatoren und da gehts natürlich auch um das Miteinander zwischen dem SPD- und den CDU-Ressorts.
00:03:40: auf gar keinen Fall soll dieser Mensch ein eigenes... ich sag mal öffnen Ego haben, also Talkshow-Auftritte, Interviews geben.
00:03:47: Und das sind Menschen wie es früher einmal Thomas Demisier war und eben nicht Peter Altmaier der die Rolle im Kanzleramt eben anders ausgefüllt hatte.
00:03:54: Günter Krings wird immer wieder genannt ein kluger Jurist, der die Bühne des öffentlichen Auftreten nicht unbedingt zwingend braucht.
00:04:00: aber für manche gilt eben auch Nina Waken als gute Lösung.
00:04:02: sie hat sich als verhandlungssicher gezeigt bei der Gesundheitsreform.
00:04:06: Sie ist keine die Zwingen draußen auf der Bühnen die großen Reden schwingt und sie ist Chefin der Frauenunion hätte den Nebeneffekt dass genau diejenigen, die eigentlich Jens Spahn zu Fall gebracht haben.
00:04:16: Nämlich die Frauenunion, die bei dem Thema Leimmutterschaft so klar gegen die Position von Jens-Spahn ist, das sie am Ende sogar ihre Chefin ganz in die Nähe des Kanzlers
00:04:25: bekommen.".
00:04:25: Ja wobei natürlich Nina Wagen jetzt als Gesundheitsministerin – du hast es ja gesagt mit der Reform auch schon einige Erfolge vorweisen kann und ja noch lange nicht fertig ist.
00:04:32: da soll ja ein zweiter Teil kommen.
00:04:34: Also wer vielleicht auch ein bisschen kontraproduktiv sieht dann aus dem Ministerium abzuziehen.
00:04:38: Das ist tatsächlich das zentrale Gegenargument, was mir gestern auch einen CDU-Funktionär genannt hat Pflegereform, gesundheitsreform da kommt ja jetzt noch ganz viel.
00:04:45: sie ist in den Themen drin.
00:04:47: natürlich wäre Karsten Lindemann ein möglicher Sozialminister, der das Gesundheitsthema als Spiegelressort zu Berbel-Bars dem Ressort, dass er immer haben wollte auch führen könnte.
00:04:56: Aber er müsste sich einarbeiten in die Themen.
00:04:58: und ob das März zuzutrauen ist diese größere Rohrade in neuen fachfremden Minister da reinzusetzen?
00:05:05: Das ist eben die Frage.
00:05:06: aber Die Frauen, das ist ein Thema Flo.
00:05:08: Die Sozialdemokratie hat gestern ja schon klar gemacht man wünschte sich eine Frau im Koalitionsausschuss, das habe März doch signalisiert.
00:05:14: aber wenn die SPD jetzt auch noch CDU-Personalien fordert dann kann man fast davon ausgehen dass es Merz erst recht nicht macht.
00:05:21: Er bleibt mir auch relativ wenig übrig wenn er sich den Vorwurf der Partei gefallen lassen muss dass man jetzt noch auf die SPD bei Personalfragen hört.
00:05:27: also dann hat er noch mehr Probleme.
00:05:29: die eigene Partei hinter sich zu vereinen Wirkt nochmal ein ganz anderes organisatorisches Thema.
00:05:34: Es wäre ja, sollte jetzt noch ein neuer Minister ins Amt kommen weil man da eine größere Rochade vornimmt, wäre es ja auch nötig dass der Bundestag zur Vereidigung nochmal zusammenkommen muss in der Sommerpause.
00:05:45: das will mehr zu.
00:05:46: auf jeden Fall verhindern oder?
00:05:47: Ja
00:05:48: ob im September der neue minister vereidigt wird oder vorher ich glaube da muss man nicht wirklich Sondersitzung einberaumtes.
00:05:56: Bundestagsfin Schulze hat im Präsidium den Kandidat der CDU und Sachsen-Anhalt klargemacht.
00:06:00: Jetzt dürfen nicht auch noch Steuerzahler dafür aufkommen!
00:06:03: dass die CDU ein Personalproblem hatte.
00:06:05: Ich glaube, darum geht es auch nicht.
00:06:06: Es geht jetzt um den Namen, es geht um die Zustimmung der Unionsfraktion und der Rest kann dann auch nach der Sommerpause passieren, denn die Gesetzesmaschine in den Regierungszentralen in den Ministerien, die geht ja untenbeirrt weiter.
00:06:17: eine Sondersitzung des Bundestags braucht es nicht.
00:06:20: Die Fraktion kommt einmalig für diese Wahl zusammen und dann kann es dabei bleiben.
00:06:24: Sven Schulze ist jetzt der Mann natürlich, den man nicht verärgern will.
00:06:27: Er ist der erste CDU-Spitzenkandidat, der nach der Und er hat wirklich schwerste Voraussetzungen.
00:06:35: Die AfD ist meilenweit enteilt und Friedrich Merz darf sich da keine Fehler erlauben, dann ist nachher wieder ein Wahlkämpfer am Ende sauer auf Berlin und die Debatten dort.
00:07:03: Andy Berman ist schon der siebte Premierminister Großbritanniens in nur zehn Jahren.
00:07:07: Großbritanien kommt politisch nicht zur Ruhe.
00:07:10: Die Briten wechseln inzwischen ihren Staatschef häufiger als manch einen Fußballverein seinen Trainer.
00:07:14: Der neue Chef der Labour-Partei soll jetzt endlich für Stabilität sorgen, erst er Hoffnungsträger will die Wände schaffen – hat er gestern in seiner freien Rede nach den Nominierungen als Premierminister gesagt.
00:07:24: und er will die Flügelkämpfe in der eigenen Partei beenden.
00:07:27: Sein zentrales Ziel ist natürlich!
00:07:29: Die Reform UK-Patei des Rechtsbubulisten Nigel Farage will er bekämpfen, die ist derzeit in allen Umfragen stärkste Kraft.
00:07:37: Wer isst also diese Andy Burnham?
00:07:38: Was hat er eigentlich genau vor?
00:07:40: Fragen wir doch einfach jemanden, der sich deutlich besser auskennt als ich.
00:07:43: Nämlich Annette Ditter.
00:07:44: Sie wohnt seit Jahrzehnte in London und ist langjährige ARD-Korrespondentin gewesen.
00:07:50: Und lebt übrigens auf Emilia – einem kleinen Hausboot am Regentskanal mitten in London!
00:07:56: Einen schönen guten Tag, hallo liebe Annette.
00:07:58: Hallo nach Berlin.
00:07:59: ja das ist ein Northerner einer der Königas dem Norden wie er hier heißt Der ehemalige Bürgermeister von Manchester, der eben ganz anders als Dharma als sehr volksner gilt.
00:08:11: Als wie so häufig in Nordengland viel direkter ist und der sicher anders als da mal sehr viel besser kommunizieren kann.
00:08:19: Und außerdem auch sogar heute noch so aussieht, dass aber Spaß an der Politik hat und sich auf den Job wirklich freut!
00:08:26: Er hat ja den Namen bekommen, King of the North in der Covid-Pandemie im Lockdown.
00:08:30: Weil er sich immer weg von London hin in die Regionen bewegt hat.
00:08:34: Er möchte die Devolution vorantreiben.
00:08:36: heißt es also Die Verlagerung von Befugnissen weg Von London hin zu den Städten und Regionen?
00:08:40: was ist das genau?
00:08:41: Was steckt hinter dieser Politik?
00:08:42: Das hat damit zu tun dass er eben neun Jahre Bürgermeister von Manchester war Und da feststellen konnte Dass London oder überhaupt die Politik in Großbritannien extrem zentralisiert ist.
00:08:53: Also Es wird alles In London entschieden und gerade in der Pandemie hat er gemerkt, wie wenig Vorteilhaft das ist und hat auch schon da den Machtkampf mit London begonnen.
00:09:02: Und sich auch in vielen Punkten durchgesetzt.
00:09:04: Das ist auch das was er jetzt in London will.
00:09:06: Er will eben regionalisieren, er will weg von dieser Zentralisierung, hat auch immer wieder das deutsche Vorbild genannt also eine stärkere Föderalisierung
00:09:18: Und insofern bauen wir eine neue Ökonomie, wo wir das Leben des Essentials wieder unter starker Publikum kontrollieren.
00:09:33: Um sie wieder erforderlich zu werden – reindustrialisierend Briten mit öffentlichem Prokurrenz auf die französische Industrie zurückzulegen.
00:09:46: Nach diesem Jahr werde ich einen neuen Plan für Briten bringen.
00:09:52: Ein zehnjähriger Plan!
00:09:53: Da waren viele so nostalgische alte Labour-Themen dabei, dass er wieder eine linkere Politik machen wird für die Leute.
00:10:00: Die große Frage ist eben nur wie will er das alles bezahlen?
00:10:03: Die Staatskassen sind leer, die Zinsen sind wahnsinnig hoch jetzt schon und das bei einer Staatsverschuldung von neunzig Prozent!
00:10:11: Das wird in der Realität und in der Praxis fürchten viele sehr, sehr viel schwieriger sein als das heute bei seiner sehr optimistischen und auch wirklich ohne Stehpult und ohne Zettel spontan improvisierten Rede vor der Downing Street.
00:10:26: Es wird in die Realität sehr viel schwerer werden in den nächsten Tagen und Wochen und es wird interessant ob er das Ob es reicht, dass er mit besserer Laune an dieses Amt herangeht um den Leuten zu erklären wie schwierig das ist oder ob er letztlich am Ende genauso sich in den realen Problemen verstolpert.
00:10:44: Wie es am Ende Kirstama getan hat?
00:10:48: Nigel Farage, der Rechtspopulist gewinnt ja gerade bei denen die sich abgehängt fühlen.
00:10:52: Es gibt eine soziale Spaltung in Großbritannien viele Viertel in denen die Bewohner eben nichts mehr von den etablierten Parteien halten weil es ihnen wirtschaftlich nicht gut geht.
00:11:01: jetzt hat er gesagt er wende sich gegen den Neoliberalismus.
00:11:04: was verschmürgt sich hinter diesem Narrativ?
00:11:07: Das ist eben dieses alte linke, leicht nostalgische Labour-Narrativ und da ist die große Frage, wie er das bezahlen will.
00:11:13: Wenn er jetzt sagt ich will das Land wieder reondistralisieren es wird alles wieder so wie damals dann versucht der natürlich in gewisser Weise populistisch Verrasch aus dem Feld zu schlagen.
00:11:38: Die Frage ist nun, geht das überhaupt?
00:11:40: Denn ich meine ein Land zu reindustrialisieren.
00:11:42: Man kann ja nicht zurück zu den, zu den Achtzig Jahren hat auch immer wieder gesagt in den letzten Tagen, dass eben der große Fehler mit Thatcher begann, mit dem Neoliberalismus – Das sind alles Sachen!
00:11:52: Das sind so Wohlfühltämen der Labour-Linken.
00:11:55: Nur die Realität ist eine andere... Also Wirtschaftswachstum wird man nicht mit Reindustrialisierung erreichen können sondern da muss man auf ganz andere Felder, auf künstliche Intelligenz, auf Dienstleistung setzen.
00:12:07: und ob das eben so gelingen kann.
00:12:10: Das klingt erstmal so schön für die Labour-Partei vor allem.
00:12:13: Das wird man eben sehen dann in der nächsten Zeit.
00:12:15: Eine wirtschaftspolitische Offensive könnte ja ein näheres Heranrück an die EU sein und dadurch vielleicht wieder stärker Handel, stärkere wirtschaftliche Verflechtungen?
00:12:23: Er war ja mal ein Remainer hat jetzt aber gesagt Das letzte, was wir tun sollten ist diese Auseinandersetzung rund um den Brexit neu zu führen.
00:12:30: Also was wird sich im Zusammenarbeit mit der EU konkret unter dem Premierminister Burnham ändern?
00:12:36: In der Außenpolitik und in dem langsamen Zugehen auf die EU wird sich nichts ändern mit Burnham.
00:12:43: von der Leyen hat heute schon einen Tweet abgesetzt auf X dass man miteinander bereits gesprochen hat und das sie sich auf die Zusammenarbeit freut und auch gerade wenn es um die Ukraine geht da alles weiterläuft wie bisher.
00:12:55: Burnham hat nicht viel Erfahrung mit der Außenpolitik.
00:12:57: Und wenn es um die EU geht, da hat er in der Tat sich sehr viel offensiver und sehr viel klarer in der Vergangenheit geäußert, dass man wieder zurück in den Binnenmarkt müsste – nur das kann ja wirklich Wirtschaftswachstum bringen!
00:13:09: Das hat er aber in den letzten Wochen sehr stark zurückgefahren, weil er genau weiß, dass ein Thema so polarisiert ist und spaltet im Moment.
00:13:18: dass er das glaube ich auch nicht viel offensiver anfassen wird als Dharma, sondern es wird weiter ein langsames Zubewegen auf die EU geben.
00:13:28: Einen echten Offensive der EU wieder richtig beizutreten mit Binnenmarkt und allem drum und dran.
00:13:35: Die könnte er eigentlich nur mit einer nächsten großen Wahl wirklich ansteuern.
00:13:40: Dazu hat er Kein Mandat, das war ja auch nicht in dem Manifest von Stama als er die Wahl gewonnen hat.
00:13:46: Und insofern kann ein nicht wirklich neu gewählter Burnham da auch nichts sehr viel anders machen.
00:13:53: Jedenfalls hat Andy Burnham die größten Veränderung der letzten vierzig Jahre angekündigt und er wolle einen Wendepunkt für Großbritannien schaffen!
00:14:00: Da sind wir sehr gespannt und wenn wir nicht weiterwisten hier in Berlin dann rufen wir auf jeden Fall wieder bei dir an.
00:14:05: Vielen Dank lieber Annette!
00:14:06: Immer
00:14:06: gerne Michael!
00:14:08: Let's us make this the moment wenn Britain starts to believe again, the moment we bring back hope.
00:14:16: Thank you very much everybody!
00:14:43: Die Zeitenwende wurde seitdem ausgerufen, ganz Europa rüstet auf.
00:14:49: Aber ein Ende des Krieges ist leider bis jetzt immer noch nicht in Sicht.
00:14:52: Die große Frage ist aber hätte man den russischen Überfall vielleicht im Vorfeld schon verhindern können?
00:14:57: Hätte man hier in Deutschland oder generell in der NATO schon viel früher misstrauisch werden müssen gegen über Vladimir Putin?
00:15:03: Mit diesen Fragen hat sich Christiane Hoffmann beschäftigt.
00:15:05: Sie war zu der Zeit des Angriffsstellvertretende Regierungssprecherin, in ihrem neuen Buch die Träume, die wir hatten versucht sie eine Antwort auf die vielen offenen Fragen zu geben.
00:15:14: Kurz vor ihrem Urlaub hat Helene nochmal mit Christiana Hoffmann gesprochen.
00:15:17: Hallo schön dass du bei uns bist liebe Christiane.
00:15:19: Hallo Helene ich freue mich auch.
00:15:21: Ja dein Buch geht aus von dem vierzehnzehnten Februar zwanzig zweiundzwanzig ein Tag der uns alle erschüttert hat.
00:15:29: Wir sind in einer neuen Welt aufgewacht, so sagt es damals die Ausministerin Baerbock.
00:15:34: Du warst zur damaligen Zeit stellvertretende Regierungsspeicherin.
00:15:37: aber an diesem Tag hat sich noch ein anderer Schicksalsschlag für dich ereignet, der Suizid einer sehr engen Freundin mit der du zusammen studiert hast.
00:15:46: und diese beiden Schläge an diesem einen Tag, die verarbeitest du in deinem Buch.
00:15:53: ist das eine Art auch Suche nach dem Umgang mit Dingen, die man eigentlich gar nicht begreifen und verarbeiten kann?
00:16:01: Ja auf jeden Fall.
00:16:03: Also der zeitliche Zusammenfall dieser beiden Ereignisse hat für mich dann mit einer wahnsinnigen Wucht diese Frage aufgeworfen was kann ich im Leben tun?
00:16:15: Wo habe ich die Frage?
00:16:16: stellen sich ja viele, die nach einem Suizid zurückbleiben?
00:16:20: Wo hab' ich etwas versäumt?
00:16:22: und dieselbe Frage stellt sich für mich eben auch gegenüber Russland und gegenüber der Ukrainer.
00:16:28: Was haben wir vielleicht versäument?
00:16:30: hätte man etwas anders machen können um diesen furchtbaren Überfall diesen Krieg zu verhindern oder eben diesen Suizide zu
00:16:38: verhindern?".
00:16:39: Du warst in den Neunzig-Jahren von seit dem Jahr neunzigzechs bis neunzentneinundneunzig für die FAZ-Korrespondentin in Moskau.
00:16:47: Wenn du auf diese Zeit schaust, würdest du da sagen ja wie war das für dich?
00:16:52: Was hast du damals vielleicht aus heutiger Sicht auch nicht gesehen?
00:16:55: oder kam das alles erst später?
00:16:57: Naja es ist ja so ein bisschen die Geschichte meiner Generationen, die neunundachtzig so Anfang zwanzig war und auch weit über diese Generation hinaus die Träume, die wir damals hatten von einer der Möglichkeit eines friedlichen Vereinten Europas das auch Osteuropa mit Russland miteinbezieht und auch die Möglichkeit eines demokratischen Russlands.
00:17:25: Ich habe mir tatsächlich für das Buch die Artikel, die ich damals geschrieben habe, hundert von Artikeln nochmal wieder angeschaut.
00:17:32: Und wir haben schon die Schwierigkeiten der russischen Transformation sehr klar gesehen und auch sehr klar benannt.
00:17:39: Aber letztlich gab es damals vor allen Dingen in der Politik aber auch im Journalismus schon eine Erzählung, die eher war Russland bewegt sich in die richtige Richtung.
00:17:51: Es gibt Rückschläge, es gibt diesen furchtbaren Schetschenienkrieg, es ist ein alkoholabhängigen Herzkrankenpräsidenten aber im Großen und Ganzen ist Russland auf dem richtigen Weg.
00:18:03: und da glaube ich schon dass wir dann manchmal aber vor allen Dingen auch die Politik nicht genau genug hingeschaut hat oder sich das auch schön geredet hat
00:18:11: Die Versäumnisse gegenüber der Ukraine.
00:18:14: was ist das hauptsächlich?
00:18:15: Dass wir sie nicht in die NATO aufgenommen haben würdest du sagen
00:18:19: Ja, ich würde sagen es gab eigentlich zwei Wege mit denen man diesen Krieg vielleicht hätte verhindern können und ich bin wirklich in ihr Buch auch vorsichtig.
00:18:30: Man will ja auch nicht größenwahnsinnig sein.
00:18:31: wir können nicht alles beeinflussen.
00:18:33: Ich taste eher nach diesen Möglichkeiten Und der eine Weg wäre eben gewesen Russland tatsächlich mit einzubeziehen also letztlich gegen unsere eigenen Prinzipien geopolitische Realitäten anzuerkennen und Russland mit einzubeziehen in die Frage, wie wird dieser Raum geordnet?
00:18:55: Oder die andere Möglichkeit wäre eben, die Ukraine entweder in die NATO aufzunehmen oder zumindest ganz hart aufzurüsten.
00:19:06: Und ganz klare Signale nach Moskau – also ganz klaren Signalen der Abschreckung nach Moskal zu senden und zu sagen don't touch it.
00:19:14: Wage das nicht!
00:19:16: irgendetwas zu tun.
00:19:17: Und wir haben aber einen seltsamen Mittelweg gewählt, haben gesagt unsere Prinzipien erlauben es nicht mit Russland zu sprechen, haben aber dann die Ukraine nicht ertüchtigt diese Prinzipien in irgendeiner Weise umzusetzen.
00:19:31: und ich glaube schon das dass auch einen Anteil an der Katastrophe hatte.
00:19:36: Aber ich will nicht den Eindruck erwecken, es ging nur darum was wir versäumt haben.
00:19:42: Ich meine die Kriegsschuld liegt bei Russland und bei niemanden sonst.
00:19:47: das ist
00:19:47: klar.".
00:19:48: Was hältst du von den Überlegungen in echte Verhandlungen einzutreten mit dem Präsidenten Putin?
00:19:57: und unter Anleitung eines europäischen, man weiß es nicht ehemaligen Staatschefs oder jedenfalls einer Autoritätsperson?
00:20:05: ist das sinnvoll zu diesem Zeitpunkt?
00:20:07: Es ist im Moment nichts sehr vollversprechend.
00:20:11: Ich sehe auf russischer Seite keine echte Bereitschaft irgendwie zu einer Lösung zu kommen.
00:20:18: trotzdem würde ich sagen sprechen es ist immer einer gute Variante und ich würde das trotzdem befürworten, glaube aber eben im Moment nicht dass auf russischer Seite eine echte Bereitschaft dafür da ist.
00:20:34: Und entscheidend unter Einbeziehung der Ukraine.
00:20:39: Es kann nicht sein, dass geredet wird über die Köpfe der Ukraine hinweg.
00:20:44: Dann scheidet auf jeden Fall Gerhard Schröder schon mal aus... Das
00:20:47: würde ich mit Sicherheit sagen!
00:20:50: Noch letzte Frage, Christiane?
00:20:51: Ich hörte kürzlich die Einschätzung von einem Sicherheitsexperten, der sagte Eigentlich müssen wir auf den Tag warten, an dem Putin von einem Oligarchen ums Leben gebracht wird.
00:21:02: Erst dann kann es überhaupt Bewegung geben!
00:21:05: Der Kreml hat sich so eingemauert und ist ja in einer Paranoia gefangen.
00:21:10: Da ist einfach solange erlebt nichts zu wollen.
00:21:13: Ist das zumindest plausibel?
00:21:15: In deinen Ohren oder ... Wie schätzt du das einem?
00:21:18: Ja, das finde ich schwierig.
00:21:20: Es ist ja auch immer so ein bisschen eine Art von Wunschdenken irgendwelche Berichte über eine schwere Krankheit von Putin oder also dass zu glauben es lösten sich Probleme dann in dem einfach einer Person verschwindet.
00:21:38: Aus Sicht der Politik würde ich darauf nicht warten wollen.
00:21:40: Also das kann natürlich eine Chance sein, aber das bedeutet ja man verhält sich im Grunde passiv und sagt wir brauchen jetzt eigentlich uns gar keine Gedanken zu machen und nichts zu tun sondern wir warten bis sich dort irgendetwas tut.
00:21:54: auf der anderen Seite ist ja gar nicht abzusehen was sich damit wirklich dann bessern würde und ob sich damit etwas bessern wurde
00:22:02: Wer überhaupt als Nachfolger bereitstünde und ob der dann überhaupt besser wäre aus Sicht der Ukraine, also die Alternative zum Abwarten ist was?
00:22:10: Wir tun
00:22:11: schon das Richtige indem wir die Ukraine so stark auf wussten wie es geht.
00:22:15: Und sie unterstützen ihn auch in diesen militärischen Erfolgen, die sie ja jetzt vorzuweisen hat und diese Gesellschaft stärken.
00:22:22: Das ist schon das hauptsächliche Sanktionen weiter verschärfen.
00:22:26: Und gleichzeitig glaube ich schon dass man vorsichtig Gesprächsfäden nach Moskva auch suchen kann.
00:22:33: Vielen Dank, liebe Christiane Hoffner, dass du heute bei uns warst und alles Gute für dich und dein Buch!
00:22:38: Ich danke dir sehr!
00:22:47: Flo war noch
00:22:47: was?
00:22:48: Ja mit ein paar kleinen Änderungen könnte man Großveranstaltungen deutlich klimafreundlicher gestalten als sie bis jetzt sind.
00:22:54: das ist zumindest der Ansatz von einigen Forschern der Uni Cambridge.
00:22:57: die haben sich dafür mal genauer das Konzept der Band Coldplay angeschaut von ihrer großen Tournee.
00:23:05: Die haben gesagt, okay was auf liebe Freunde.
00:23:08: Wer per App vorher sagt dass er klimafreundlich anreist zum Konzert also per Bus, Bahn, Fahrrad zu Fuß wie auch immer der bekommt Rabatt im Fanshop.
00:23:18: und das haben wohl so viele Leute gemacht dass das alleine dazu geführt hat dass bis zu fünfzig Prozent weniger CO-Zwei ausgestoßen wurde als bei gleichbar großen Veranstaltungen von anderen Konzerten oder Fußballspielen oder sonstiges.
00:23:31: Ich freue mich sehr über diese Klimaschonendeninitiativen auch bei Codeplay, obwohl ich diese Band ohnehin niemals hören würde oder auf ein Konzert gehe.
00:23:38: Aber da wir ja einen Podcast der unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven sind, freue ich mich selber diese Initiative – und auch auf Sie wenn sie morgen wieder da sind!
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