Sind die Börsen verrückt geworden? Mit Tilmann Galler
Shownotes
Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, hält die Korrektur bei Halbleiteraktien für überfällig – den KI-Boom selbst aber für real. Bei Rüstungswerten mahnt er zur Vorsicht: „Manche haben schon die Früchte des zukünftigen Erfolges verspeist am Markt." Ob die Ampeln an den Aktienmärkten wieder auf Grün gehen, hängt für Galler am Rentenmarkt. [12:22]
Die UniCredit hält 47,6 Prozent der Commerzbank-Aktien – zur Mehrheit fehlt wenig, die BaFin hat bereits zugestimmt. Der Bund sitzt noch auf gut zwölf Prozent und muss entscheiden, ob er verkauft oder Zusagen zu Arbeitsplätzen und Standorten verlangt. Bis zu 7000 Stellen könnten nach Angaben der UniCredit wegfallen, der Commerzbank-Betriebsrat hält mehr für möglich. [01:53]
Russland greift ukrainische Städte massiv aus der Luft an, während sich die Frontlinie seit Monaten kaum bewegt. Der Ukraine gehen die Abwehrraketen für ihre Patriot-Systeme aus, die Lizenz für eine eigene Produktion steht weiter aus. Die Zahl der zivilen Toten erreicht Rekordwerte, als nächste Stufe gelten Angriffe auf die Wasserversorgung. [07:09]
Professional Briefings kostenlos kennenlernen: https://table.media/testen Impressum: https://table.media/impressum Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
Transkript anzeigen
00:00:02: Schön und guten Morgen!
00:00:11: Wir freuen uns, dass Sie dabei sind.
00:00:13: Mein Name ist Nina Antica Klotz
00:00:15: Und ich bin Stefan Braun Michael unter Lene.
00:00:18: weil nach wie vor im Urlaub
00:00:20: Übernimmt die italienische Unikreditbank jetzt die Commerzbank.
00:00:23: tatsächlich In den letzten Tagen sieht es stark danach aus, dass das jahrelange Gezerre ein Ende nimmt.
00:00:30: Welcher große Schritt in den letzten Tage gemacht wurde und welche Rolle der deutsche Staat bei dem ganzen Vorgang spielt?
00:00:36: Darüber sprechen wir gleich!
00:00:55: Keine der Raketen konnte abgewährt werden.
00:00:58: Was heißt das für die Ukraine, aber auch für die Europäer?
00:01:02: Darüber sprechen wir mit Gabriel Boub unserem Kollegen vom Security Table.
00:01:07: Sind die Aktien der großen Tech-Unternehmen rund um KI und Co eine nie ergewesene Investitionschance oder ist das eine riesige Blase, die platzt und dann Vermögen vernichtet?
00:01:18: Beide Theorien werden von verschiedenen Experten unterstützt, spielen die Aktienmärkte also wirklich irgendwie verrückt oder ist alles im grünen Bereich?
00:01:25: Das fragen wir Tilman Galla.
00:01:27: Er isst Kapitalmarktstrategie bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt.
00:01:32: Hoffnung im Kampf gegen den Hunger auf der Welt!
00:01:35: Laut neuestem Bericht des UN-Welternährungs berichts sinkt die Zahl der hungrenden Menschen weiter.
00:01:41: Von welcher positiven Prognose man in dem Bericht ausgeht, das verraten wir Ihnen am Schluss an diesem Donnerstag, dem sechsten August.
00:02:10: Inzwischen ist auch eine regulatorische Hürde
00:02:13: genommen.
00:02:13: Die BAFIN hat Anfang der Woche ihr OK gegeben, als nächstes muss jetzt die EZB das Ganze noch abnicken.
00:02:20: Spannend wird die Frage wie der Übergang läuft und welche Bedingungen daran geknüpft
00:02:25: werden.".
00:02:26: Aber bevor wir da gleich zwei Punkte rausgreifen vielleicht ganz kurz ein Blick zurück!
00:02:31: Denn der Beginn des ganzen Übernahmetramers im September, in den letzten Jahren führt eigentlich direkt zu einer der aktuell brennten Fragen.
00:02:39: Angefangen hat das alles nämlich eigentlich mit einer Entscheidung der Bundesregierung.
00:02:44: Der Bund hatte die Commerzbank während der Finanzkrise mit Milliarden gestützt und hielt seitdem ein sehr großes Aktienpaket.
00:02:52: Wollte der Bund dann damit beginnen, sich schrittweise aus der Bank zurückzuziehen und hat deshalb über die Finanzagentur einen Paket von vier Komma four neun Prozent verkauft.
00:03:02: Und genau dieses Paket hat dann die Uni Kredit gekauft für rund siebenhundert Millionen Euro Und gleichzeitig hat sie am Markt weitere Aktien gekauft, sodass die italienische Bank praktisch über Nacht plötzlich neun Prozent der Kommerzbank hielt.
00:03:16: War das geplant oder ist da irgendwas ganz krummengelaufen?
00:03:19: Geplant war das überhaupt nicht!
00:03:21: Also angeleiert wurde das Ganze unter Christian Lindner noch als Finanzminister und mit Unterstützung von Jörg Cookies damals Wirtschaftsberater im Kanzleramt – und man wollte eigentlich explizit dass die Anteile breit und an mehrere interessierte Anleger bzw.
00:03:34: Investoren gestreut werden.
00:03:36: Die Bundesregierung hat den Verkauf ja eigentlich nur als einen ersten Schritt eines langfristigen Ausstiegs verstanden, dass die Uni Kredit daraus den Auftakt für eine vollständige Übernahme machen wollte, hat in Berlin offenbar niemand erwartet.
00:03:50: Kurz danach hat der Bund dann nämlich auch weitere Verkäufe direkt gestoppt und erklärt – die Commerzbank solle unabhängig bleiben.
00:03:57: Deshalb hält der Bund bis jetzt noch gut zwölf Prozent der Aktien!
00:04:04: Die Uni Kredit hat sich bis unmittelbar an die Kontrollmehrheit herangearbeitet und der Bundeskanzler hat zuletzt klargemacht, dass die Bundesregierung eine Übernahme nicht mit politischen Mitteln verhindern werde.
00:04:16: Soll der Bund ganz aussteigen oder soll er seine Anteile behalten?
00:04:22: Der Bund hat, dass er nicht mit dem Ziel investiert, dauerhaft eine Geschäftsbank zu führen.
00:04:27: Das heißt durch den starken Kursanstieg ist sein verbleibendes Paket inzwischen auch mehrere Milliarden Euro wert.
00:04:33: der Staat könnte also mit einem erheblichen Erlös aussteigen und das ganze Kapitel Bankenrettung damit beenden.
00:04:41: Gegen einen schnellen Verkauf spricht allerdings, dass dieses Aktienpaket ja das letzte große Druckmittel ist, das Berlin jetzt noch hat.
00:04:48: Die Bundesregierung könnte ihre Zustimmung oder zumindest ihre Kooperation davon abhängig machen, dass Uni Kreditarbeitsplätze sichert und wichtige Standorte erhält – und das Geschäft mit dem deutschen Mittelstand auch nicht ausdünnt!
00:05:00: Also verkauft der Bund jetzt sofort.
00:05:02: gibt es ein wichtiges Einsflussmittel aus der Hand?
00:05:05: Man ahnt, dass es Leute gibt denen das nicht recht wäre.
00:05:10: Da gibt es nämlich noch sogenannte Stakeholder in dieser Geschichte.
00:05:14: Und die sollte man nicht vergessen, da sind erstens die thirty- achttausend Mitarbeiter und zweitens die Kunden.
00:05:20: Der Gesamtbetriebsrat verlangt Zusagen für Arbeitsplätze, Standorte und Tarifverträge.
00:05:25: Die Arbeitnehmervertreter befürchten dass sich die Geschäfte beide Banken in Deutschland stark überschneiden.
00:05:31: Schließlich gehört Uni Kredit bereits die Hypovereinsbank.
00:05:35: Berechtigte Ängste?
00:05:37: Ja, durchaus.
00:05:38: Der Uni-Creditchef Andrea Ossel bestreitet ja auch gar nicht das ein Zusammenschlussstellen kosten würde.
00:05:43: Seine Bank spricht von bis zu sieben Tausend wegfallenden Arbeitsplätzen – was ja auch schon eine Hausnummer ist!
00:05:50: Der Kommerzbankbetriebsrat hält sogar noch deutlich mehr für möglich.
00:05:55: Und was ist mit den Kunden der Kommerzenbank?
00:05:57: Müssen die sich Sorgen machen um ihr Geld?
00:06:00: Als Privatkunde eher nicht.
00:06:01: Also die Bank versichert, dass das Tagesgeschäft von all dem komplett unberührt bleibt und so Sachen wie Kontonomern bleiben gleich und Kredite laufen weiter.
00:06:10: aber für die Geschäftskunden aus dem Mittelstand hätte es eventuell sogar große Konsequenzen.
00:06:16: Unter einem Dach könnten die beiden Banken nämlich bei sogenannten Konsortialkrediten, also Krediten wo mehrere Banken einem gläubiger Geld geben dann so viel Markt macht haben dass der Wettbewerb leidet und zum Beispiel die Kreditlinien damit teurer würden.
00:06:30: Und dazu kommt dann auch noch eigentlich logisch ein Plumpenrisiko.
00:06:34: wenn eine Firma bisher bei beiden Bankengeber als einen Kredit laufen hatte können sie jetzt als einer gelten und könnten aus Risikokründen künftig nicht mehr in der gewohnten Höhe zusammen vergeben werden Was man unter dem Strich vielleicht auch noch sagen sollte, aus Sicht der Börsen ist das alles jetzt erstmal zunächst recht positiv.
00:06:52: Die Commerzbank-Aktie hat vor dem Einstieg von Unikredit im September, im Jahr zwanzig rund dreizehn Euro gekostet und Anfang August jetzt lag sie zeitweise bei rund neununddreißig Euro.
00:07:03: und die Aktien der Unikredit sind gestiegen und die Bank steht deutlich stärker da als zu Beginn dieses Übernahmekampfes.
00:07:16: Wir schauen schon fast nicht mehr hin, aber nach wie vor sterben in der Ukraine jeden Tag Matchen.
00:07:21: Jeden Tag sogar wieder mehr!
00:07:22: Russland forciert seine Luftangriffe – die Ukraine wird sich ihrerseits mit Angriffen aus der Luft um Russlands Infrastruktur zu schwächen.
00:07:30: Kommen wir gar nicht mehr raus von dieser Spirale?
00:07:33: Aus Luftschlag und
00:07:34: Gegenluftschlag?!
00:07:36: Darüber will ich mit Gabriel Bub von unserem Security-Table sprechen.
00:07:40: Lieber Gabriel herzlich willkommen.
00:07:42: Hallo Stefan
00:07:44: Früher haben wir über die Kämpfe an der Front gesporen.
00:07:46: Heute kommt fast alles tödlicher aus der Luft, warum hat sich dieser Krieg so sehr verändert?
00:07:52: Man beobachtet jetzt auf russischer Seite zynisch gesagt ein Momentum Die Ukraine hat halt gerade einfach nicht die Möglichkeiten sich zu verteidigen.
00:08:02: das Material weil ihnen vor allem diese Raketen für bodengebundene Luftverteidigung ausgehen.
00:08:09: Dazu gab es eigentlich immer diese Patriotsysteme.
00:08:13: Aber diese Raketen für die Patriotsysteme sind relativ aufwendig zu produzieren und sind gerade einfach Mangelware.
00:08:20: Liegt es auch am Iran-Krieg, weil die Amerikaner dort für die Israelis zum Beispiel viel gebraucht haben oder hat das damit gar nichts zu tun?
00:08:28: Also die Produktionsprobleme, die gab's auch schon vor dem Irankrieg.
00:08:31: man musste relativ lange darauf warten um sich da mit versorgen zu lassen.
00:08:36: Das Problem hat auch Deutschland, alle anderen europäischen Länder die solche Raketen an die Ukraine abgeben.
00:08:43: Und die USA haben ja eigentlich schon unter Obama gesagt, sie wollen sich mehr auf den Indo-Pazifik konzentrieren.
00:08:49: Europa ist gar nicht so super prioritär für die.
00:08:52: aber das ist ein Problem was sie schon lange hinzieht und da wird dran gearbeitet.
00:08:56: also es ist auch gerade machen Sie sich die Ukrainer Hoffnung darauf dass sie diese Raketen selbst in der Ukraine herstellen dürfen.
00:09:04: dazu brauchen sie eine Lizenz aus dem USA.
00:09:07: Aber es war jetzt in den letzten Wochen immerhin hin und her
00:09:10: Wie lang braucht man für den Bau?
00:09:12: Wenn man die Lizenz hat.
00:09:14: Also Deutschland hat schon eine Lizenz, nicht für die neuste Generationen.
00:09:19: da gibt es also die neueste heißt Packdreiei.
00:09:21: das ist technologisch wirklich hochwertig aber die Amerikaner geben sie natürlich nicht so gerne raus.
00:09:27: hier in Deutschland jetzt pack zwei erlaubt und da kann man sehen also im Jahr zwanzig hat man da was unterzeichnet dass man die in Frobenhausen in Bayern produzieren will.
00:09:39: wahrscheinlich werden jetzt die ersten da vom Band laufen.
00:09:44: Also kann man so rechnen, drei Jahre ungefähr dauert die Produktion für diese Raketen?
00:09:49: Es kann natürlich sein dass in der Ukraine wenn ein größerer Druck da ist das es auch schneller geht.
00:09:54: andererseits haben sie natürlich andere Herausforderungen weil in einem Land im Krieg es zu produzieren ist natürlich noch mal was ganz anderes wenn man mit Angriffen rechnend muss.
00:10:03: Wie groß ist die Gefahr einer weiteren Eskalation?
00:10:07: also eine Eskalations würde ich sagen, ist gerade schon da, wenn man sich allein die Zahl der Zivilentoten anschaut.
00:10:14: Also da sind jetzt zwei Rekordmonate aufeinander gefolgt.
00:10:18: Der Juni war schon einer mit den meisten zivilen Totenseitbeginn des Kriegs.
00:10:23: Der Juli hat das nochmal übertroffen.
00:10:26: also alleine innerhalb von zwei Wochen waren es laut Zahlen der UN nicht glaube ich bei Hundertsiebzig,
00:10:31: d.h.,
00:10:31: wenn man's auf den Monat hochrechnet dürfte das ungefähr das Doppelte an Toten gewesen sein.
00:10:38: Was man jetzt noch nicht sieht, sind Angriffe auf die Wasserversorgung.
00:10:41: Wenn das passiert, wäre das eine weitere Eskalation und im Winter ist natürlich die Energieversorgungen immer das Ziel russischer Angriff gewesen.
00:10:51: Das heißt, dass es eine weitere Skalation, die wir aber auch schon aus den vergangenen Wintern kennen wird sich zeigen was da noch passiert.
00:10:59: Du hast gesagt Im Augenblick sei des Momentum ein bisschen auf rossischer Seite.
00:11:06: Heißt das?
00:11:07: Das kann auch richtig gefährlich
00:11:09: werden,
00:11:10: obwohl wir ja inzwischen denken irgendwie wird die Ukraine schon es schaffen?
00:11:14: Also ist es schwer das so auszudrücken weil an der Front bewegt sich eigentlich nicht so viel.
00:11:19: Es ist eher so dass die Russen gerade diese Situation ausnutzen, dass die Ukraine nicht so die Möglichkeiten hat da diese Raketen Angriffe abzuwehren.
00:11:30: Da werden jetzt dann natürlich Produktionskapazitäten hochgefahren.
00:11:34: Ich gehe davon aus, dass diese Lücke die sie jetzt haben auch nicht ewig bestehen wird.
00:11:38: Ich glaube das ist einfach so etwas was Russland ausnutzt.
00:11:42: Die große Zahl der Zivilentoten erklärt sich auch darüber, dass Russland da Raketen benutzt, die eigentlich primär dazu gedacht sind Angriffe abzuwehren.
00:11:52: wenn die jetzt... Für eine andere Funktion genutzt werden.
00:11:56: diese S-Fierhundert heißen die, die sind dann auch etwas ungenauer.
00:11:59: Was dazu führt das?
00:12:00: wenn Russland jetzt versucht eine militärische Anlage anzugreifen?
00:12:04: Dann schlägt halt die Rakete Warners ein und dann werden Zivilisten getötet.
00:12:08: Man wünschte sich bessere Nachrichten Und irgendwie endlich wenigstens einen kleinen Pfad
00:12:13: Richtung Frieden.
00:12:15: leider sieht es danach aber bis heute nicht aus.
00:12:17: Lieber Gabriel vielen Dank.
00:12:20: Vielen dank auch dir Stefan.
00:12:27: Die Börse scheint ein bisschen verrückt und das eigentlich nicht erst seit gestern, sondern ehrlich gesagt schon das letzte Jahr.
00:12:34: Jetzt in den Tagen war es aber besonders wild.
00:12:36: neulich haben wir unter Kollegen gesprochen und wir waren uns nicht mal einig ob es gerade richtig gut oder außerordentlich schlecht läuft.
00:12:42: der DAX ist seit Anfang August wieder über die Marke von sechsundzwanzigtausend Punkten gestiegen während wirklich fast zeitgleich bestimmte Tech-Aktien vor allem die von Chipherstellern beispiellos gecrashed sind.
00:12:54: Eigentlich kann jeder gerade hören, was er will.
00:12:56: Es gibt die Börsengurus, die glauben Technologie und vor allem KI wird noch sehr viel weiter wachsen.
00:13:01: Und genauso gibt es auch diejenigen, die fürchten Die KI-Blase könnte genau so wie Anfang des Jahrtausends sie.com Blase irgendwann platzen.
00:13:09: Was für ein Glück, dass ich heute einen Gast habe der in diesem Nebel noch klar sieht.
00:13:13: Tillmann Galla ist Kapitalmarktstrategie bei JP Morgan Asset Management in Frankfurt und er ordnet quasi von Berufswegen solche konjunkturellen Entwicklungen der internationalen Finanzmärkte ein.
00:13:24: Liebe Herr Galla, schön, dass Sie heute hier sind!
00:13:26: Ja vielen Dank für die Einladung
00:13:28: Herr Galler, lassen Sie uns mal mit den US-amerikanischen Tech-Aktien anfangen.
00:13:32: Die sind so unfassbar gebohmt und dann ist der Nährsteck von seinem Höchststand im Juni zeitweise plötzlich um fast neun Prozent gefallen und der Philadelphia Semiconductor Index sogar um zwanzig Prozent!
00:13:44: Was ist das?
00:13:45: Ist es eine normale Korrektur von einer überzogenen Rallye oder beginnt hier der Markt grundsätzlich zu zweifeln?
00:13:51: Wir glauben schon dass... eine Korrektur durchaus überfällig war.
00:13:55: Und natürlich waren die Kursverluste erheblich, die stattgefunden haben jetzt im Halbleiter-Bereich aber man darf halt eben nicht vergessen wo man herkommt.
00:14:05: und wenn man gerade auch mal die halbleiter Unternehmen betrachtet wie eine Micron in kürzester Zeit in den letzten elf Monaten um fast tausend Prozent gestiegen ist dann Natürlich sehr viel Euphorie im Markt gewesen, sehr viele Erwartungen drin gewesen die sich jetzt mal etwas korrigiert haben.
00:14:28: Weil noch nie in der jüngeren Vergangenheit wurde soviel Geld bewegt und auch so viel Geld in eine neue Technologie wie in KI investiert.
00:14:37: Und das bringt natürlich dann auch in diesen Bereichen die betroffen sind sie davon profitieren erhebliches und außergewöhnliches Wachstum.
00:14:47: Und von der Seite her, dieser Boom ist schon real.
00:14:51: Das ist nicht irgendwie auf fiktiven Zahlen basiert aber stellt sich natürlich die berechtigte Frage und das ist genau das wo jetzt die Börsen eine Antwort versuchen zu finden was ist die Endnachfrage auch nach KI?
00:15:07: Wie viele Tokens brauchen wir wirklich?
00:15:09: wie viele Datenzentren müssen gebaut werden?
00:15:14: Natürlich wird dann auch behandelt, dass das Risiko besteht.
00:15:17: Dass es zu einem Überinvestment kommt gerade auch wenn man natürlich jetzt die erneuten Ankündigungen betrachtet von den großen Plattformunternehmen wie Amazon Microsoft Alphabet, die jetzt in der Summe an die siebenhundert Milliarden US Dollar investieren wollen in diesem Jahr.
00:15:39: Sie sind zwar unheimlich cash-stark und verdienen unheimliche Geld Aber inzwischen ist es schon so, dass ein Großteil der Cash Flows jetzt für die Investitionen draufgeht.
00:15:51: Und man erwartet das in den kommenden Quartalen diese Unternehmensgruppen der sogenannten Hyperscalierer, die fünf großen Plattformunternehmen, dass sie sogar net cashflow negativ werden können.
00:16:02: und das ist etwas was die Börsen besorgt weil die dann sagen wie lange kann diese Investitionsgeschwindigkeit noch bei behalten werden?
00:16:12: Liegt denn Indieser Sorge auch der Grund dafür, dass gleichzeitig auch der Dow Jones Anfang der Woche einen neuen Rekord erreicht hat und das auch der DAX so richtig gut performt?
00:16:20: Weil die Menschen sich dann doch in klassische traditionelle Branchen- und Themen flüchten.
00:16:26: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt den man nicht erkennen darf.
00:16:32: Dass nämlich natürlich auch wenn eine Korrektur in heiß gelaufenen Sektoren stattfindet es trotzdem noch wichtig ist wie geht es... im Rest des Marktes voran.
00:16:44: Und hier sieht man eben schon, dass generell die Gewindynamik des Markte durchaus eine positive ist.
00:16:52: Es war kommt sehr viel auch aus dem Tech-Bereich hinaus.
00:16:57: aber auch innerhalb von Technologie hat man eine gewisse Umschichtung gesehen.
00:17:00: das in den Bereichen die ganz klar jetzt erstmal die letzten Monate als KI Verlierer abgestempelt wurden Was man da sich Gedanken drüber macht, vielleicht sind das doch nicht so Verlierer wie man sich das vorstellt.
00:17:14: Insbesondere weil beide genannten auch Softwareunternehmen die Ertragslage immer noch relativ stabil und positiv ist.
00:17:22: Und auf der anderen Seite wenn wir mal den US-Markt betrachten sehen wir halt auch für dieses Jahr ein geschätztes Gewinnwachstum von über.
00:17:34: Solange diese Gewinne eben noch sprudeln und da sind oder das Gewinnwachsum da ist, stehen die Chancen gut.
00:17:41: Dass der Aktienmarkt auch wenn er etwas höher bewertet ist sich weiter halten kann und auch durchaus weiter gut entwickeln kann.
00:17:49: Geht es für alle Bereiche?
00:17:50: Ich denke jetzt mal vor allem an den Bereich Rüstung und Defense wo auch sehr viel passiert ist.
00:17:55: in dem letzten Jahr würde ich sagen Ist da ein Zenit erreicht Ihrer Meinung nach?
00:18:00: Ist das eher mit Vorsicht zu betrachten oder wird sich dir ja auch weiter positiv entwickeln?
00:18:03: Es gibt schon der alte Film, ich weiß nicht ob Sie den kennen über den Watergate-Skandal.
00:18:09: Wo eine Stimme im Keller dann gesagt hat follow the money.
00:18:12: und so ähnlich ist das auch beim investieren.
00:18:16: Die Bereiche wo sehr viel Geld investiert und reinfließt ist eben auch etwas wo die betroffenen Unternehmen davon auch profitieren können.
00:18:25: Und so erleben wir eben nicht nur einen Technologieboom sondern wir erleben in Klammer leider auch das Ende der Friedensdividende und davon profitieren natürlich dann die Unternehmen.
00:18:37: Das ist die eine positive Seite, und die andere Seite ist aber natürlich immer was im Markt schon vorweggenommen.
00:18:45: Wie viel von dem zukünftigen Wachstum da ist, ist eingepreist?
00:18:50: Was ist Euphorie?
00:18:52: Und wo unterschätzt vielleicht auch der Markt auf der positiven Seite das zukünftige Wachstum?
00:18:56: In dem Spannungsfeld befindet sich die Rüstungsindustrie.
00:19:01: Bei manchen Unternehmen muss man sehr genau auf die Bewertung schauen, mit was wir im KGV handeln wie und was für Gewinnerwartungen sind bereits im Markt.
00:19:09: Weil nicht alles geht dann einfach nur strax nach oben.
00:19:13: Manche haben schon ja die Früchte des zukünfligen Erfolges verspeist am Markt.
00:19:20: Der September gilt traditionell, ich weiß gar nicht warum als ein schwieriger Monat an der Börse.
00:19:25: Auf was müssen wir uns diesen September einstellen?
00:19:27: Gibt es eine breitere Rotation aus den großen US-Technologiewertenden heraus?
00:19:31: und worauf kommt's da jetzt an?
00:19:35: Also von den Saisonalitäten... Ich bin kein großer Freund dessen.
00:19:40: Letztes Jahr war das September glaube ich positiv, davor war er ein paar Jahre negativ dann war wieder positiv.
00:19:46: Aber ist natürlich eine wichtige Frage, was erwartet uns jetzt in den kommenden Wochen und Monaten.
00:19:52: Da sind wir eben dann auch teilweise wieder beim Technologiethema.
00:19:57: Auf der einen Seite hat es zu gewissen Sorgenfalten bei den betroffenen Unternehmen geführt wenn viel investiert wird aber ich glaube wichtig ist dass sie weiter investieren von diesen großen Hyperskalierern und diese Unternehmen sind weiterhin sehr willens eben nicht nur dieses Jahr, sondern auch im Folgejahr hier in den vergangenen Jahren sehr viel Geld in die Hand zu nehmen um ihre KI-Infrastruktur aufzubauen.
00:20:25: Der Investitionsboom geht erst mal weiter und auf der anderen Seite sieht man auch die Gewinnssituation ist durchaus auch weiter positiv.
00:20:36: aber das heißt nach dieser Korrektur die wir gesehen haben können wir uns durchaus vorstellen, dass gerade auch aus dem Technologiebereich jetzt wieder eine gewisse Beruhigung und Bodenbildung einsetzt.
00:20:47: Natürlich ist es sehr wichtig dann auch, weil das Wachstumswerte sind wie es auf der Zinslandschaft aussieht Und da ist natürlich durchaus auch einiges im Gange.
00:20:58: Wir haben es mit Staaten zu tun und dann sind wir wieder in der Gesamtgemengelage die wir haben sehr viel Investitionsbedarf teilweise sehen.
00:21:09: Dann haben wir den Krieg in mittleren Osten, der auch sehr viel Geld kostet und dann haben wir eben auch gewisse Inflationsgefahren die sich aufbauen.
00:21:20: Und das sind alles Dinge, die die Rentenmärkte momentan belasten.
00:21:25: Von dieser Seite her denke ich wird in den kommenden Wochen und Monaten gerade auch der Rentenmarkt so das Zünglein an der Waage sein.
00:21:33: Wenn wir von der Zinsseite hier moderat bleiben, das heißt also in dem jetzigen Bereich nicht sehr viel höher gehen können durchaus die Ampeln auch wieder auf grün gehen was die Aktienmärkte betrifft.
00:21:45: Aber sollten eben gerade auch aus den politischen Ereignissen heraus wenn wir in den mittleren Osten schauen wenn man ja auch das Thema Staatsausgaben Verschuldung betrachtet und da kommt auch Japan ins Spiel.
00:21:58: sollte sich da etwas zum kritischeren und negativem verändern ändern und die Zins nach oben gehen dann wird es natürlich auch für die Aktien und gerade auch für Wachstumsaktien etwas schwerer.
00:22:11: Es ist momentan eine sehr spannende Periode, weil wir leider zugestehen müssen, weil die Visibilität, die wir zurzeit aus dem mittleren Osten mit der Straße von Hormuz in den Verhandlungen bekommen, leider sehr gering ist.
00:22:25: Herr Galafiel, herzlichen Dank, dass Sie uns ein bisschen einen Überblick verschaffen haben.
00:22:29: Danke, dass sie heute unser Gast waren!
00:22:31: Vielen Dank!
00:22:38: Nina
00:22:39: war noch was?
00:22:40: Ja, eine gute Nachricht.
00:22:42: Seit Jahrzehnten wird gegen den Welthunger gekämpft und anscheinend kommt man langsam aber sicher voran.
00:22:49: Laut dem UN-Welternährungsbericht litten im Jahr zwanzig fünfundzwanzig siebenkommar acht Prozent der Weltbevölkerung ein Hunger.
00:22:55: Das ist immer noch eine sehr große Zahn und immer noch viel zu viel.
00:23:00: Aber es ist auch der niedrigste Stand seit Corona Und außerdem ist die Quote zum dritten Mal in Folge gesunken.
00:23:06: Also der Trend ist auch so wie man ihn haben will.
00:23:09: Laut dem Bericht wird man das Ziel, den Hunger auf der Welt bis zum Jahr- und Jahrzehnte vollständig zu beenden zwar verfehlen aber man sei auf einem guten Weg und werde zumindest einen historischen Tischstand erreichen können.
00:23:22: Ich würde sagen hoffen wir an dieser Stelle weiter dass der Trend so bleibt wie er ist.
00:23:27: damit sind wir für heute durch.
00:23:29: Wir wünschen Ihnen einen schönen Donnerstag Und wenn Sie mögen sind wir zwei morgen wieder für sie da ab fünf Uhr
00:23:35: hier
00:23:35: bei
00:23:37: Table Today Mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski.
Neuer Kommentar