Warum ist die Rüstungsbeschaffung so träge, Herr Laguna de la Vera?

Shownotes

Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND, gibt dem Ökonomen Moritz Schularick recht: Das Geld der Bundeswehr gehört in günstige Massenware statt in schwere Systeme. Die Ökonomie des Krieges hat sich gedreht, sagt er: „Drohne gegen Panzer, 500 Euro gegen 25 Millionen, dann ist etwas im Ungleichgewicht.“ [15:12]

Der russische Krieg gegen die Ukraine dauert an. Trumps Krieg gegen den Iran hat den Nachschub an Patriot-Abwehrflugkörpern für Kiew versiegen lassen. Hier ist die Ukraine im Nachteil - aber ihren Verteidigungskampf mit Drohnen kann sie unverändert fortsetzen. [08:53]

Vor den Landtagswahlen im Osten gehen die Wahlkämpfer von CDU und SPD auf Distanz zur eigenen Bundesspitze. Mit den Reformbeschlüssen kurz vor der Sommerpause ist dort nichts zu gewinnen, den Kanzler laden die Landesverbände kaum ein. Aufgegangen ist diese Rechnung nie: Julia Klöckner grenzte sich 2016 von Angela Merkel ab und verlor, Winfried Kretschmann stellte sich hinter die Kanzlerin und gewann. [01:42]

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:10: Die Sommerferien nähern sich langsam dem Ende und mit dem Herbst kommt nicht nur die Schule zurück, sondern auch die Landtagswahlen stehen vor der Tür.

00:00:18: In ganz Berlin ist nun überall plakatiert und die Nervosität steigt.

00:00:24: Welche Kapriolen der Konflikt zwischen den Koalitionsspitzen hier in Berlin, und ihren Wahlkämpfern in den Ländern inzwischen schlägt?

00:00:32: Darüber reden wir gleich!

00:00:50: Und warum man das Verhalten des Gremel als Stärke und Schwäche zugleich bewerten kann, darüber haben wir mit Viktor Funk unserem Osteuropa-Experten gesprochen.

00:01:02: Und passend dazu setzen wir die Debatte fort, die der Ökonom Moritz Schulerick auch ein sehr geschätzter Gast hier in diesem Podcast angestoßen hat.

00:01:10: Schulerik hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius dafür kritisiert viel zu vielen alte Panzer und Flugzeuge und viel zu wenig in innovative Waffensysteme zu investieren.

00:01:22: Wir haben beim Direktor der Bundesagentür für Sprunginnovation Sprint nachgefragt ob das stimmt und was er für nötig hält.

00:01:30: Außerdem schauen wir uns an, wie die Haut von Fischen Menschenleben retten kann.

00:01:34: Heute ist der achtzehnte August und wir freuen uns, dass Sie dabei sind!

00:01:42: Früher gab es für den Wahlkampf vor allem ein Erfolgsrezept Die bekannten Politiker aus Berlin in die Länder holen am besten sogar den Kanzler Dann würde der Rest schon laufen.

00:01:56: Davon kann nun wirklich keine Rede mehr sein.

00:01:59: Wenig Auftritte sind geplant vom Berliner Spitzenpersonal In den Ländern, denen es nun zur Sache geht, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt.

00:02:09: Die Kommunalwahl in Niedersachsen und natürlich die Landtagswahlen in Berlin.

00:02:13: Stefan weißt du wie oft der Kanzler überhaupt in diesen Ländern Auftritt und eingeladen wird?

00:02:19: Also man hatte das Gefühl dass ist fast so eine geheimen Kommandosache ist.

00:02:24: im Augenblick ist es vor allem so dass er ein zwei Termine hat wo er aber eher Unternehmen anschauen wird möglichst tausende von Leuten erreichen will, mag sein das es durchaus auch damit zu tun hat dass sie Sorge haben vor Protesten.

00:02:40: Mag sein dass es andere Gründe gibt und er sowieso im September wahnsinnig viel zu tun hatte aber in Wahrheit ist es wohl sehr eindeutig so dass die allermeisten Wahlkämpfer bei der CDU wie bei der SPD mit den Bundespolitikern sich nicht schmücken würden weil Sie sich mit denen im Augenblick nicht schmecken können.

00:02:59: Ja, in der Tat die Zustimmungswerte für das Berliner Personal sind insgesamt sehr schlecht.

00:03:04: Kein Zugpferd so viel ist sicher.

00:03:07: und natürlich auch gerade in den Ostländern sind die Themen, die die Bundesregierung jetzt spielt, keine mit denen man im Wahlkampf punkten kann also weder die Unterstützung der Ukraine noch die Reformen, insbesondere nicht die Reform.

00:03:23: Also die Sozialreform sind Punkte mit denen man auf Stimmfang gehen kann und deswegen gab es ja auch diese diversen Briefe aus den Ländern an die Bundesspitze dass man doch das ein oder andere bitte überdenken müsse jetzt doch endlich Rücksicht nehmen müsse auf die Wahlkämpfer schaffern.

00:03:42: und da sind wir wieder in dem Problem, dass die Bundesregierung zwar ankündigt Reformen zu machen aber die eigenen Leute insbesondere die Wahl kämpfen denn dann sagen aber bitte nicht jetzt.

00:03:52: Ja das ist etwas was man im Prinzip schon im letzten Herbst und an Anfang des Jahres irgendwie immer wieder diskutiert hat öffentlich kommentiert hat die tatsache dass sie unmittelbar vor der Sommerpause durchaus harte Reformbeschlüsse getroffen haben.

00:04:10: Das fällt jetzt extrem zurück.

00:04:13: Es war sozusagen ein Problem mit Ansage oder auch einen Konflikt mit Ansagen, der allen gemeinsam noch auf die Füße fallen kann?

00:04:20: Nun ist es ja so dass diese ostentative Distanz, die die Wahlkämpfer zur Bundesspitze einnehmen nicht nur inhaltlich getrieben ist sondern vor dem Hintergrund der Beliebtheitswerte.

00:04:36: also man will Wahlkampf machen auch gegen die Bundesregierung.

00:04:41: Und jetzt frage ich mich, Stefan, du verfolgsige Schicke dieses Landes schon etwas länger als ich?

00:04:46: Ist das ein Konzept, dass jemals aufgegangen ist?

00:04:48: Kennst du dich an irgendeinen Fall erinnern in dem jemand mit einem dezidierten Antibundesregierungskurs in einem Land erfolgreich gewesen ist im Wahlkampf?

00:04:59: Wenn man mal sozusagen eine vergleichbar aufgeregte Stimmung heranzieht, also die Situation.

00:05:06: Zwei Tausend Fünfzehn, zwei Tausends Sechzehn um die sogenannte Flüchtlingskrise.

00:05:10: da gab es natürlich in den Ländern sehr schwierige Figuren und sehr schwierigen Wahlkämpfe.

00:05:16: aber Es gab Politiker die hinter Frau Merkel standen auch wenn's ihnen schwer fiel zum Beispiel Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg.

00:05:23: Und es gab in der CDU Leute Die versucht haben sich abzugrenzen von Frau Merkel namentlich damals In Rheinland-Pfalz Julia Klöckner.

00:05:31: und tatsächlich ist es so Das wollten selbst die in der CDU nicht, die durchaus kritisch auf die Position von Merkel auch auf die Entscheidungen von Merkel geguckt haben.

00:05:43: Für Julia Klöckner hat es sich nicht gelohnt, sich von der eigenen Parteivorsitzenden abzukrenzen sie hat verloren.

00:05:48: für Winfield Gatschmann hatte es sich gelohnten auf der Seite der Kanzlerin zu bleiben obwohl es auch bei ihm natürlich widerständig gab.

00:05:55: ich kann mich eigentlich aktuell an keinen Fall erinnern wo das wirklich mal so richtig sich gelöhnt hätte.

00:06:03: Und es ist nun nicht so, dass es in der Vergangenheit immer einfach gewesen wäre Wahlkampf zu machen.

00:06:08: Wenn man da zurückschaut findet man viele Fälle, in denen der Ruf der Bundesregierung schon nach kurzer Zeit angekratzt war.

00:06:18: Ich sage nur Oscar Lafontaine, der Finanzminister, der ihm abhandengekommen ist.

00:06:21: aber Stefan Der Große Unterschied ist damals gab es nicht die AfD.

00:06:25: Die Befürchtung musste nicht sein das nun eine solche Kraft an so Ruder kommen könnte.

00:06:30: Das ist jetzt anders und deswegen sprechen wir noch kurz über das Spiegelcover, dass den Spitzenkandidat aus Sachsen-Anhalt zeigt Ulrich Siegmund mit den Worten der gefährlichste Mann

00:06:41: Deutschlands.".

00:06:42: Ja, das führt natürlich zu heftigen Diskussionen.

00:06:45: ich kann auch verstehen was es sozusagen sehr wild debattiert wird.

00:06:49: auf der einen Seite Ich glaube, man sollte sich nichts vormachen.

00:06:53: Die AfD in Sachsen-Anhalt ist nicht ohne Grund als gesichert rechtsextrem beschrieben worden.

00:06:59: Ist das gefährlich?

00:07:00: Möglicherweise ist es wirklich gefährlich wenn man sich das Wahlprogramm anschaut.

00:07:05: was wollen diese Menschen machen mit zum Beispiel Behinderten?

00:07:08: sind die für eine Inklusion oder sind sie eher dafür diese Leute wieder wegzusperren?

00:07:13: Es ist eine hochheikle Frage.

00:07:16: Nur musst du dir natürlich, wenn du so einen Kapper machst ist immer die spannende Frage ja reizvoll und gefährlich.

00:07:23: Aber

00:07:24: bewirkst Du irgendwas von dem was Du eigentlich bewirken willst?

00:07:27: Nämlich dass er möglicherweise nicht gebetet wird!

00:07:30: Die Frage ist völlig offen weil wir inzwischen in einer Situation sind wo die AfD im Prinzip von jedem Ausgrenzungsversuch profitiert obwohl sie ihre Funktionäre insbesondere die in Sachsen anhalt jede Berechtigung hätten hinterfragt zu werden, und zwar mit allem was sie tun.

00:07:49: Das ist etwas Teuflisches.

00:07:51: liegt über diesen Wahlkämpfen.

00:07:53: das wird sich auch nicht mehr ändern.

00:07:55: wir wären erst am sechsten September um achtzehn Uhr.

00:07:57: wissen.

00:07:58: wie weit ist es jetzt gegangen?

00:07:59: Und was passiert danach auch mit der sogenannten demokratischen Mitte?

00:08:03: findet Sie zusammen in einer Form wie es möglicherweise in der Sekunde dann nötig wird.

00:08:08: alles auf eine Frage.

00:08:09: die frage ist natürlich was so ein spiegel cover jetzt im wahlkampf bewirkt, ob das nicht die Polarisierung noch weiter vorantreibt.

00:08:18: Klar ist jedenfalls und das haben wir gesehen an den Reaktionen auf die Warnungen des Verfassungsschutzes dass je mehr diejenigen aus Sicht der AfD-Sympathisanten das Establishment vertreten, die Regierung oder Hauptberlin Mitte vertrete was sie sagen ist nicht nur egal es wird geradezu genutzt um zu sagen seht ihr das sind die anderen und möglicherweise treibt das der AfD noch mehr Wähler in die Arme.

00:08:53: Wir sind dauernd mit anderen Fragen absolviert, trotzdem tobt der Russische Krieg gegen die Ukraine immer weiter – zurzeit schlimmer denn je wenn auch nicht an der Front am Boden sondern in der Luft über immer verheerendere Raketenangriffe.

00:09:06: Die jüngsten Meldungen lassen die Sorgen nur noch wachsen.

00:09:09: Warum ist es so?

00:09:10: Und warum gibt's wieder einmal nirgendes Hoffnung auf Annäherung oder Beruhigung?

00:09:16: Über diese Fragen spreche ich heute mit Viktor Funk, Russlandexperte unseres Security Table.

00:09:21: Lieber Victor herzlich willkommen!

00:09:23: Hallo Stefan

00:09:24: Wer sich die Zeit nimmt und hinschaut hat das Gefühl der Krieg wird immer schlimmer.

00:09:29: Warum ist es so?

00:09:30: In gewisser Weise ist er auch schlimmer geworden.

00:09:32: Das zeigt sich auch in sehr konkreten Zahlen.

00:09:35: Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen dass die Zahl der zivilen Opfer in der Ukraine sehr stark gestiegen ist.

00:09:42: Zugleich gibt es auch auf der russischen Seite eine erhöhte Zahl von zivilen Opfern, die durch ukrainische Schläge verursacht

00:09:50: wird.

00:09:51: Nun kann man das sehr schlecht in irgendeinem Verhältnis miteinander setzen aber das ist natürlich etwas was auch auf Russischer Seite zunimmt und vor allen Dingen in Russland selbst sichtbar wird dass der Krieg zu ihnen wieder zurückkehrt und Moskau irgendwie damit umgehen muss.

00:10:07: Wie schätzt du die Lage der Ukraine ein?

00:10:09: Man hat ja den Eindruck, sie haben Probleme bei der Raketenabwehr also greifen Sie umso mehr direkt in Russland an.

00:10:17: Ist dieser Eindruck richtig?

00:10:19: Ich weiß nicht ob das zusammenhängt.

00:10:21: es ist definitiv so dass sie Probleme mit der raketen Abwehr haben aber dass das dazu kommen wird das wussten die schon seit langer Zeit und haben schon seit man muss eigentlich sagen schon seit Jahren immer wieder bei ihren Partnern im besten betont wir brauchen eine bessere Luftverteidigung.

00:10:36: Der Schlüssel sind eben die Patriot-Abwehrflugkörper, die gegen bestimmte Raketen aus Russland am effektivsten helfen.

00:10:44: so es gibt auch noch andere aber die helfen am effektivsten.

00:10:47: sie sind aber furchtbar teuer.

00:10:48: dass das eine werden in einer geringen stückzahl produziert und trams krieg gegen den iran hat im endeffekt dafür gesorgt dass es jetzt kaum noch solche abwehr flugkörper gibt die an die ukraine geliefert werden können Die Angriffe auf Ziele in Russland.

00:11:05: Das ist eine Strategie, die die ukrainische Lange verfolgt hat einfach weil es ja viel effektiver ist im Endeffekt die Knotenpunkte oder auch die Orte wo diese Waffen hergestellt werden zu zerstören als die Waffe wenn sie dann in der Ukraine ist.

00:11:22: Sie haben jetzt die Fähigkeiten dazu mit Drohnen und auch eigen selbst entwickelten Raketen die diese Möglichkeiten ihnen jetzt bieten.

00:11:31: Das ist, glaube ich, einfach eine Folge von Entwicklungen.

00:11:33: Früher konnten sie das einfach nicht!

00:11:35: Warum gibt es einfach kein Fenster für – nennen wir's mal allererste Gespräche?

00:11:42: Wenn auch indirekt, wenn auch irgendwie auf dem Wege der ganz vorsichtigen Annäherung Befriedungen?

00:11:50: Einen Grund warum es dieses Fenster nicht gibt... Die Ukraine wird das garantiert sofort nutzen, wenn es das gäbe….

00:11:57: Ist einfach weil Russland für sich durchkalkuliert hat, dass dieser Krieg noch eine Weile finanzierbar tragbar zumutbar ist.

00:12:05: Es gibt eine sehr hohe Priorisierung der Ausgaben für diesen Krieg das heißt die Mittel werden dahin gelenkt.

00:12:12: Die Zahl der Dienenden in der Armee ist allein in diesem Jahr dreimal offiziell erhöht worden.

00:12:19: also sprich man wird weiter rekrutieren Man wird weiter eventuell sogar an eine neue Mobilmachung aufrufen.

00:12:25: zumindest gibt es immer wieder Gerüchte Darüber und es gibt zugleich nicht genug Widerstand im Inneren.

00:12:32: Wir haben gerade heute, während wir sprechen vor wenigen Minuten ist der steffeldretende Leiter der einzigen verbliebenen Oppositionspartei Jabloko, das steffeledretene Parteivorsitzender zu sage und schreibe elf Jahren Haft verurteilt worden für etwas was er nie gesagt hat.

00:12:48: ihm wird die Diskreditierung der Armee vorgeworfen, die man ihm überhaupt nicht nachweisen kann.

00:12:53: aber das hat gereicht und das ist natürlich eine Botschaft an alle die sich irgendwie vielleicht gegen den Krieg selbst indirekt äußern.

00:13:02: Also der Druck nimmt auch in Russland zu, aber Moskau antwortet einfach extrem brutal gegen alle, die die Politik infrage stellen.

00:13:10: Ist es richtig oder falsch wenn man sagt einerseits total rigide entschlossene Reaktionen, harte Unterdrückung durch den Kreml?

00:13:20: Man könnte daraus aber auch Sorgen lesen.

00:13:23: also wenn man sich anguckt dass sie jetzt so hast du das gerade erwähnt Ja, Blocko verboten hat für die nächste bevorstehende Wahl oder wenn man auch auf die russische Wirtschaft guckt wo es ja auch immer wieder spektakuläre negative Meldungen für den Kreml gibt.

00:13:38: Also das ist etwas was immer wieder in der Politikwissenschaft kommuniziert wird.

00:13:42: ich kann mich erinnern wie vor vier Jahren dazu ein Interview mit einer russischen Pulsälogen geführt habe.

00:13:47: Es gibt immer wieder Rückgriffe auf die Geschichte der Servieturnien und alles, die sagen das sind alle Zeichen für eine Anspannung im System.

00:13:57: Es mag richtig sein gleichzeitig zeigt die Geschichte aber auch dass solche Systeme extrem lange existieren können.

00:14:03: ja mit allen diesen Problemen.

00:14:05: diese Systeme müssen dafür sorgen es in bestimmten Regionen das sind vor allem die Metropolen es relativ ruhig wird.

00:14:10: was bei jetzt passieren ist zum Beispiel Versorgung mit Benzin oder Diesel, so umgeleitet wird dass die Metropolen bevorzugt werden und Peripherien abgehängt werden.

00:14:20: Und solange die Metropol in einigemassen ruhig sind ist die Lage stabil.

00:14:25: Gleichzeitig sind aber die Probleme wirklich sehr groß.

00:14:28: wir erleben jetzt im wenigen Tragen Der Agrarverband in Russland klagt, wir können unsere Getreide nicht exportieren.

00:14:34: Weil der Schwarze Meer quasi blockiert ist.

00:14:36: Ein wichtiger Direktor einer wichtigen Bank ist entlassen worden weil er öffentlich sagte Wir werden den Abnussungsrieg gegen den Westen nicht regieren können.

00:14:45: Die russische Bank die die Kredite für die Verteidigungsindustrie finanziert ist wiederholt in sehr hohen Verlusten.

00:14:54: Also die Zahl der Probleme ist halt sagenhaft groß, aber sie sind nicht groß genug das es in Umdenken gibt.

00:15:01: Bessere Aussichten?

00:15:02: Fehlernzeige!

00:15:03: Der schreckliche tödliche Krieg geht weiter und noch gibt es eigentlich nirgendwo ein Lichtchen der Hoffnung.

00:15:09: Lieber Victor vielen Dank.

00:15:11: Danke auch dir Stockmann.

00:15:17: Muritz Schulerek, der Ökonom des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel hatte Boris Pistorius ein Rad gegeben und er lautete nicht so viel Geld in sogenanntes Altmetall stecken also in die schweren Systeme.

00:15:31: für die Verteidigung, die in der Entwicklung lange brauchen, extrem teuer sind.

00:15:35: Der in Technik aber bald überholt ist wenn sie einmal gebaut sind.

00:15:39: Manche sprechen von den teuersten Zielen für die Angriffe der Gegner, die man sich vorstellen kann.

00:15:45: Sondern er schlägt vor – man braucht mehr Geld für innovative

00:15:49: Systeme.".

00:15:50: Raffael Laguna de La Vera schließt sich dieser Position von Schulerick an!

00:15:54: Er isst der Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovation Kurzsprint Und möchte, dass Deutschland mehr Geld in innovative Rüstung steckt?

00:16:03: Wie die Bundeswehr der Zukunft aussehen könnte und was sie braucht.

00:16:08: Darüber hat Laguna de la Vera mit unserem Kollegen Gabriel Bub vom Security Table gesprochen.

00:16:13: Hallo Herr Laguna!

00:16:14: Schön, dass Sie bei uns im Podcast sind.

00:16:16: Herzlich Willkommen

00:16:17: Ja gerne Danke.

00:16:18: Wie zufrieden sind Sie denn mit der Beschaffungspolitik wie sie gerade läuft?

00:16:22: Also ich würde mir natürlich und das ist ja auch mein Job wünschen Dass wir wesentlich mehr Geld Innovationen investieren, die wir jetzt ja überall sehen wie sie im Feld zum Einsatz kommen.

00:16:33: Ich glaube jeder Laie kann hier mit zuschauen, wie sich Krieg verändert und damit auch die Rüstungswirtschaft.

00:16:39: um mal bei Scholarik zu bleiben man muss immer auf die Produktions- und Wirtschaftsseite schauen.

00:16:43: wenn wir ein großes wirtschaftliches Ungleichgewicht haben zwischen einem Angriff so in einem Abwehrinstrument oder andersrum also Drohne gegen Panzer nur fünfhundert Euro gegen fünfzwanzig Millionen Dann ist etwas im Ungleichgewicht, was nicht nachhaltig gelöst werden kann, den man dann mehr von ca.

00:16:59: und zwanzig Millionen Geräte baut.

00:17:01: Man muss wirtschaftlich auf die günstigen Massenwaren setzen, die dort zum Einsatz kommen.

00:17:06: Das passt gut zu Deutschland.

00:17:08: Das können wir als Wirtschaftsfaktor einsetzen.

00:17:10: Wir können große Produktionskapazitäten bereitstellen um bei Bedarf auskalieren zu können.

00:17:16: Werden Kriege entschieden, nur ist der Nachschub da und geht das weiter.

00:17:20: Und gleichzeitig der Wirtschaft was Gutes tun.

00:17:22: Davon tue wir natürlich viel zu wenig.

00:17:24: Da würde ich Schulareg völlig recht gehen.

00:17:26: Können Sie uns denn mal konkrete Beispiele nennen wo sie gefördert haben?

00:17:31: Wo sie ihr Ziel erreicht haben dann etwas zur Marktreife zu bringen?

00:17:34: Das einfache ist dual use Denn da können wir aus dem großen Portfolio schöpfen, wo wir schon lange rein investieren Nur dass wir dort uns eben auf die zivilen Anwendungsfälle konzentriert haben.

00:17:44: Ein Beispiel, was sehr aktuell ist sind Drohnen und Drohneabwehr.

00:17:47: Wir sind schon bei der vierten Drohnenschallenge Und die vierte war jetzt auch unter dem Motto Abwehr im Zivilenraum also ohne Kollateralschäden anzurichten.

00:17:56: Die können sie nicht kinetisch vom Himmel ballern.

00:17:58: Die Dinger dann explodieren die halt auch irgendwo unrichtend Schaden Dann das müssen Sie schon anders machen.

00:18:03: Ein rein militärisches Eher wo der Dual-Use Anteil kleiner ist sind Hyperschall.

00:18:07: Gleitflugkörper.

00:18:08: die lenkfähig sind gibt es die Firma HyperSonica, wo wir sehr früh dafür gesorgt haben, dass sie sich gut entwickeln können.

00:18:18: Da geht's auch mächtig gut voran aber hauptsächlich mit ausländischem Kapital weil wir in Deutschland leider weder die Beauftragung noch die Kapitalinvestitionen der Höhe darstellen können wie sie gebraucht würde.

00:18:30: Im Verteidigungsministerium ist ja das große Thema die Zahl gehen die meisten Militärs davon aus, dass Russland in der Lage sein könnte Nato-Gebiet anzugreifen.

00:18:43: Wenn man anschaut das sind jetzt nur noch zweieinhalb Jahre bis dahin kann man sich den Luxus Innovationen da überhaupt noch leisten?

00:18:51: Man kann sich den luxus keine Innovation nicht leisten.

00:18:54: es muss nur alles viel schneller gehen.

00:18:55: wir haben nicht den Luxuss von Jahrzehnten um Innovationen umzusetzen sondern wir haben Innovationszyklen.

00:19:01: das sehen wir bei den Drohnen das sehen mir bei der KI von wenigen Tagen.

00:19:05: Also wenn man sich mit KI beschäftigt, dann weiß man.

00:19:07: Man wacht morgens auf und als Erster sieht man zehn neue Open Source-Muntelle die irgendwas zehnmal besser können als die alten.

00:19:13: Wir haben das in den Drohnenchallenges gesehen.

00:19:14: wie gesagt wir haben vier Stück durchgeführt dass Technologien die gestern funktioniert haben heute obsolet sein können weil der Angreifer sich weiter entwickelt hat.

00:19:23: Die gesamte Beschaffung der Bundeswehr ist eher darauf ausgelegt im Jahrzehnten zu denken auch was da gefordert wird von den Lieferanten, wie lange der Technologien unterstützt werden müssen.

00:19:33: Das ist anachronistisch so funktioniert es nicht mehr.

00:19:35: Das heißt wir können uns den Luxus nicht zu innovieren und zwar in allen Stellen nicht erlauben, sonst sind wir für den möglichen Angriffskrieg der zwanzig-neinzwanzig stattfindet das kann man glauben oder nicht aber für den Möglichen Angriffskrieg garantiert nicht gewappnet.

00:19:48: Bei all diesen Fragen der Innovation zwischen kleineren Startups und diesen etablierten Rüstungsprimes, da schwingt ja auch die Debatte mit Waffen oder Kampfstätts, die bemannt sind in denen ein Mensch sitzt haben sie nicht die Befürchtung bei diesem rasanten Innovationstempo was Sie gerade auch noch mal nachgezeichnet haben.

00:20:08: Dass dann ethische Fragen auf der Strecke bleiben wenn Waffen autonom agieren?

00:20:13: Die Frage ist ja ob uns da jemand danach fragt.

00:20:17: also ich bin selber Zivil-Kriegsdienst Verweigerer und bin auf der Friedensdämonat achtzig im Bonn rum gesprungen muss aber leider jetzt gestehen dass Die Drecksarbeit einfach von den Amerikanern gemacht wurde bei uns im Westen.

00:20:30: Und wir uns dann unter einem moralischen Umbrella verstecken konnten, so die Zeiten sind vorbei.

00:20:38: So erstens.

00:20:39: Zweitens es gibt viele, die sich den Kopf einfach nicht machen.

00:20:42: Ethische irgendwas.

00:20:43: Es gibt Firmen, die zeigen wie's geht, wie eine Andoril zum Beispiel in den USA oder eine Palantir.

00:20:50: Ich meine das da vielleicht bei Andorill nicht so der ist ganz netter Parmalagy aber bei Palantir sitzt vielleicht ein Verrückter da, aber es ändert ja nichts.

00:20:58: Die Technologien werden so entwickelt und jetzt brauchen wir noch nicht über Putin oder andere gesprochen um was die entwickeln.

00:21:04: Um abschreckung glaubhaft zu machen muss man sich mit diesen Dingen auseinandersetzen und das geht nicht indem wir auch einfach Technologen auslassen weil wir vielleicht moralische oder ethische Bedenken haben.

00:21:15: ich habe diese Waffen als Abwehrwaffen Und Abschreckungswaffen lieber in den Händen von uns Europäern mit einem moralischen Fundament, von dem ich glaube das es gut ist und hält.

00:21:25: Gerade wir Deutschen spielen eine herausragende Rolle weil was schon mal so richtig falsch gemacht haben sind wir deswegen glaube ich moralisch noch standfester in solchen Dingen.

00:21:33: also viele von uns nicht alle aber viele vielleicht auch die Mehrheit.

00:21:38: Ich glaub fast dass es unsere Pflicht ist da Vorreiter zu sein.

00:21:42: Wenn Sie diese zwei Milliarden, die Sie erfordern aus dem Verteidigungsministerium bekämen für Verteiligungsinnovation.

00:21:50: Was würden sie mit dem Geld konkret machen?

00:21:52: Eigentlich brauchen wir da nur Schulareglesen was der sagt und wir müssen Industriekapazitäten aufbauen von Produkten die ständig innoviert werden können.

00:22:00: Das heißt, man braucht so eine Art Lights Out Factory Fähigkeit.

00:22:03: Also das sind Fabriken die erstens sicher und zweitens dunkel sind und die meiste Zeit nix machen, die schnell flexibel unkonfigurierbar sind weil sich die Produkte weiterentwickeln.

00:22:13: Dazu braucht man Fähigkeiten in der Robotik, im KI- und Maschinenbau.

00:22:17: ein paar davon haben wir ja auch den industriellen Scale.

00:22:20: aber wir müssen natürlich in all diesen Bereichen noch wesentlich mehr Skills weiterentwickeln und kontinuierlich neue Produkte schaffen, die Neues tun.

00:22:30: Da würden wir Bettbewerbe machen mit einem großen Stil, das heißt wir würden eine Next Frontier EI Challenge nicht mit hundert-fünfundzwanzig Millionen dotieren sondern mit einzigmal fünf Milliarden.

00:22:38: Das hätten wir gerne gemacht, wir hatten das Geld aber nicht.

00:22:41: Und daraus entstehen zum einen aus den Challenges und aus denen die einfach eingereicht werden Innovationen Neugründung auch Industriepartner, die sagen ich habe hier was das kann nicht mehr aber selber nicht leisten um zu entwickeln.

00:22:52: Die wird direkt mit Projektfinanzierung begleiten können.

00:22:55: und zum anderen dass wir eben diesen Zyklus bauen, dass diese Produkte ständig innoviert werden können und ständig abrufbar in Massen produziert werden kann.

00:23:02: Dafür würden wir unsere gesamte Arbeit konzentrieren.

00:23:05: unter Kampen sind zwei Milliarden pro Jahr sehr gut angelegt, wenn man das macht.

00:23:08: Weil das meiste landet ja wieder in industrieller Kapazität.

00:23:12: also würden wir auch hier eine industrielle Transformation vorantreiben die uns vielleicht ganz gut tut weil viel von dem was jetzt immer weniger benötigt wird braucht man dafür.

00:23:20: Die Bundeswehr hält bald die ersten F- Thirty Kampfjets aus den USA.

00:23:25: die haben dann gute acht Milliarden Euro gekostet.

00:23:29: wäre das Geld bei ihnen besser aufgehoben gewesen?

00:23:31: Also pro Domo klingt das blöd.

00:23:33: Das kann sich ja jeder selber mal überlegen, ob das sinnvoll ist.

00:23:37: amerikanische Kampfjets mit einem Kill Switch auch wenn es bestritten wird aber die sind so komplex aber auch einfach nur bei drei Wochen nichts machen dann fliegen denen nicht mehr zu kaufen.

00:23:46: oder ob man lieber in eine hoch skalierbare deutsche Drohnenproduktion von quasi nicht zehn fünfzehn Firmen die wir hier vielversprechenderweise haben investiert.

00:23:55: Vielen Dank Herr Laguna dass Sie bei uns waren.

00:23:58: danke für das Gespräch.

00:23:59: sehr gerne

00:24:05: Mein lieber Stefan, war noch was?

00:24:07: Ja.

00:24:08: Ein isländisches Start-up hat eine Idee entwickelt wie man die Haut von Fischen, die häufig bloßes Abfallprodukt der Fischereiindustrie ist zur Heilung vom menschlichen Hautverletzung einsetzen kann.

00:24:21: und zwar stellt das Unternehmen aus der Haut des Kabeljaus Wundauflagen her, die auf Wunden etwa Brandfunden gelegt werden und den Heilungsprozess anregen.

00:24:30: Der Vorteil Die Fischhaut soll der menschlichen Haut sehr ähnlich sein, außerdem sollen sie Infektionen vorbeugen.

00:24:37: Die Idee des Unternehmens ist dabei schon so ausgereift, dass die Wundauflagen bereits in großem Umfang produziert und eingesetzt werden etwa bei Verletzten des Ukraine-Kriegs.

00:24:47: Mit dieser guten Nachricht verabschieden wir uns von Ihnen und freuen uns wenn Sie am Mittwoch wieder einschalten.

00:24:54: bis dahin Tschüss!

00:24:54: Tschüss

00:24:55: kommen Sie gut in den Tag.

00:25:00: Mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski.

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