PISA-Schock - ist die Bildungsrepublik kaputt? Mit Vera Kraft
Shownotes
Ein Drittel der Fünfzehnjährigen erreicht in Mathematik und Lesen nicht einmal die Basiskompetenzen – so schlecht hat Deutschland bei PISA noch nie abgeschnitten. Vera Kraft, Redaktionsleiterin des Bildung.Table, erklärt, warum die Pandemie den Absturz nicht erklärt. Wie kaum ein anderes Land macht Deutschland den Bildungserfolg vom Geld und vom Abschluss der Eltern abhängig. [01:23]
Dr. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, verlangt beim Tag der Metall- und Elektroindustrie die Rückkehr zu Sozialabgaben von vierzig Prozent. Thorsten Frei (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, gibt ihm inhaltlich recht, sieht aber keinen Spielraum für den großen Wurf, um alle Versäumnisse der vergangenen Jahre innerhalb einer Legislaturperiode zu beseitigen: „Ich komme zum Schluss, dafür haben wir in der Tat nicht die Kraft und nicht die Möglichkeiten.“ Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, hält am Investitionskurs von Lars Klingbeil fest und bittet um Geduld. [10:22]
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Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:11: Deutschland's Bildungsrepublik ist wieder einmal erschüttert.
00:00:14: In einem Land, das keine natürlichen Ressourcen hat sollte man meinen is die Bildung Priorität aber von
00:00:19: wegen!
00:00:20: Die aktuellen Pisa-Ergebnisse sind ein Desaster.
00:00:22: Wir reden darüber mit Vera Kraft der Chefin unseres Bildungstabes.
00:00:26: Ja, und die Bildungspolitik ist ja nur eine Baustelle für die Politik.
00:00:30: Gestern gab es beim Tag der Metall- und Elektroindustrie das große erste Aufeinandertreffen führender Koalitionäre.
00:00:35: Thorsten Frey, der Fraktionschef und Björn Böning, der engste Vertraute von Lars Klingball sollten und mussten erklären wie sie denn endlich aus diesem Wirtschaftsloch herausfinden wollen?
00:00:45: Wir sagen ihm mal ob die Kollegen bei der Wirtschaft gut angekommen sind
00:00:49: Und außerdem verraten wir ihnen worauf es wirklich ankommt wenn Sie ein möglichst langes Leben führen wollen.
00:00:55: Heute ist Mittwoch, der neunte September.
00:00:57: Auf geht's!
00:01:03: Am Dienstag hat die Bildungsministerin Karin Breen die Ergebnisse der neuesten PISA-Studie vorgestellt und die waren ziemlich erschreckend.
00:01:11: Noch nie haben Deutschlands Schüler so schlecht abgeschnitten – es ist ein historischer Tiefstand wie immer wieder gesagt wurde.
00:01:18: Rund ein Drittel der fünfzehnjährigen erreicht keine ausreichende Basiskompetent in Mathe und beim Lesen Und das ist tatsächlich besorgniserregend, denn diese Jugendlichen haben im Grunde nicht die Grundlage zu einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und schon gar nicht am Arbeitsmarkt.
00:01:34: Über diese Studienergebnisse und was jetzt zu tun ist sprechen wir mit Vera Kraft von unserem Bildungstable.
00:01:39: Hallo Vera schön dass du da bist!
00:01:41: Hallo Nina
00:01:42: In welchen Bereichen ist es denn besonders schlimm wenn man sich mal die schlechten Ergebnisse genauer anschaut?
00:01:48: Also die Kompetenzen sind Insgesamt gesunken und auf einem historischen Tiefstand, und zwar in allen drei großen getesteten Bereichen Mathematik Lesen- und Naturwissenschaften.
00:02:01: Und was schon besonders gravierend ist, Kinder und Jugendliche, also wir sprechen hier von fünfzehnjährigen die Basiskompetenzen nicht erreichen.
00:02:12: Und da ist es wichtig zu wissen PISA testet jetzt nicht ganz komplizierten Unterrichtsstoff oder Fachwissen sondern es geht zum Beispiel beim Lesen darum verstehe ich was in dem Zeitungsartikel drin steht oder verstehe Ich was in den Brief von der Behörde drin steht?
00:02:29: und im Bereich Mathematik könnte das zum Beispiel sein dass ich errechnen kann, ob sich für mich wenn ich mit den Öffis unterwegs bin das Einzelticket mehr lohnt oder die Tageskarte.
00:02:40: Also wirklich fundamentale Sachen.
00:02:42: und da ist es so dass im Bereich Mathematik und Lesen inzwischen ein Drittel der Jugendlichen die Basiskompetenzen nicht hat und in der Naturwissenschaften ein Viertel.
00:02:53: Das heißt jeder dritte bzw.
00:02:55: jeder vierte Jugendliche hat da nicht die Grundlage um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
00:03:01: Das ist in der Tat schockierend.
00:03:03: Und natürlich ist die erste Frage, die Sie auftragen, warum?
00:03:05: Warum ist das so?
00:03:07: Wo liegt denn da das Problem?
00:03:08: bei den Lehrern und den Schülern im System?
00:03:11: Ja also... Bei der PISA-Studie, Studie zwanzig zweiundzwanzig hat man noch ganz klar gesagt, dass liegt an der Pandemie.
00:03:18: Da war ja alles sehr von der Pandemie und von Corona geprägt.
00:03:22: Die Jugendlichen, die jetzt getestet wurden haben natürlich auch die Pandemie noch in vollen Zügen miterlebt.
00:03:28: Da waren sie gerade so elf, zwölf Jahre alt.
00:03:31: Das ist aber nicht der einzige Grund.
00:03:33: Und ansonsten wird darüber diskutiert, welche Rolle zum Beispiel dann auch Social Media das veränderte Leseverhalten spielt und solche Gründe.
00:03:42: Pandemie kann mich jetzt aber ehrlicherweise nicht ganz überzeugen, weil den ersten Pisa-Shock den hatten wir ja schon vor fünfundzwanzig Jahren.
00:03:48: Und seitdem ist es nie besser geworden!
00:03:50: Es ist immer noch schlechter geworden.
00:03:52: Wieso ist das sowieso?
00:03:53: Kriegt man das nicht hin?
00:03:54: Man hat was Schlechtes und dann weiß man doch eigentlich, was man verbessern
00:03:56: muss?!
00:03:57: Ja, also stimmt zum Glück nicht ganz dass wir uns seit fünfundzwanzig Jahren durchgehend verschlechtern.
00:04:02: Also nach diesem Pisa-Shock zweitausend beziehungsweise zwei tausend eins hat man schon gesehen okay wir müssen jetzt etwas ändern und da gab es dann auch eine gewisse Kraftanstrengung.
00:04:12: Es wurden Bildungsförderprogramme aufgelegt Und die waren auch erfolgreich!
00:04:18: Bis zwölf haben sich die Leistungen tatsächlich verbessert.
00:04:26: Ist man vielleicht so ein bisschen davon ausgegangen?
00:04:28: Super.
00:04:28: Dann passt jetzt ja alles, die Förderprogramme sind ausgelaufen und die Leistungen sind wieder gesunken.
00:04:35: Und jetzt stimmt es dass wir dann tatsächlich seit gut zehn Jahren uns eher im Sinkflug befinden Aber
00:04:42: dann verschießen noch weniger wenn wir doch den Schlüssel haben und wissen was zu tun ist.
00:04:45: Warum wird das nicht umgesetzt und warum bleibt das ein Problem?
00:04:48: Das Problem da ist dass es kein Sprint ist sondern Marathon wie man so gerne sagt.
00:04:54: Es braucht zwar nicht den großen Umsturz des Bildungssystems und es muss nicht alles auf dem Kopf gestellt werden, sondern wir haben tatsächlich viele Ansätze und Lösungen die auch funktionieren.
00:05:06: Aber es braucht auch den langen Atem!
00:05:08: Und das ist auch was sich aus dem PISA-Shock zweitausend lernen lässt dass diese Allianzen immer wieder neu gefunden werden müssen und auch weiter gepflegt werden müssen.
00:05:21: weil jetzt nach dieser Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse gibt es vielleicht kurz Aufregungen, Empörung.
00:05:27: Leute betonen wie wichtig das alles ist.
00:05:30: aber Empörung allein für ein paar Tage wird das Problem nicht lösen sondern es braucht jetzt wirklich langfristig Maßnahmen die dann auch konsequent umgesetzt werden.
00:05:40: Ihr vom Bildungsdebel habt auch einen Thema ganz zentral in den Raum gestellt im Zusammenhang mit der Ergebnisse.
00:05:46: Das ist das Thema Bildungsungerechtigkeit.
00:05:49: Was genau versteht man darunter und warum sorgt das dafür, dass Schülerinnen und Schüler in Deutschland immer schlechte abschneiden?
00:05:57: Ja also Bildungsungleichheit dieser Befund ist würde ich sagen einer der schockierendsten in der PISA-Studie dieses Jahr.
00:06:05: Dass Deutschland so krasse Bildungs ungleichheit hat wie kaum ein anderes Land Mein Bildungserfolg eben nicht nur davon abhängt, wie sehr ich mich in der Schule anstrenge und wie fleißig ich lerne.
00:06:21: Sondern in erster Linie hängt es davon ab, wie viel Geld meine Eltern haben und welchen Bildungsabschluss haben meine Eltern?
00:06:28: Und natürlich gibt es soziale Ungleichheiten auch in anderen Ländern und das ist auch klar dass Eltern die selbst studiert haben da vielleicht auch näher dran sind und das besser verstehen können was das Kind da in der schule lernt.
00:06:44: Aber es kann natürlich nicht sein, dass der Erfolg eines Kindes eines Jugendlichen alleine davon abhängt und in anderen Ländern hängt es auch deutlich weniger davon ab.
00:06:54: Also da ist schon so das... dieser Chance, die Schule nutzt als Ort wo alle Kinder hinkommen in anderen Ländern noch einmal besser genutzt wird.
00:07:04: Wenn du jetzt sagst das soziale Herkunft bei den Ergebnissen der PISA-Studie eine große Rolle spielen?
00:07:09: Inwiefern spielt denn auch der Migrationshintergrund von Schülerinnen und Schülern da vielleicht ein großer Roller?
00:07:14: Die Tatsache dass sie gar nicht Deutsch als Muttersprache gelernt haben und allein da schon ihre Defizite mitbringen.
00:07:21: Also Migrations Hintergrund ist nicht der wichtigste Faktor um die Unterschiede in den Kompetenzen zu erklären.
00:07:29: Der wichtigste Faktor hier bei diesen Kompetenzunterschieden ist die Bildungsungleichheit und auch beim Migrationshintergrund, dass es immer noch stark davon abhängend wie socioökonomisch gut aufgestellt die zugewanderte Familie ist also eine reiche Familie, die vielleicht auch in einem anderen Land selbst studiert hat.
00:07:50: Die wird ihr Kind trotzdem fördern und weiß wie wichtig Bildung ist.
00:07:55: Und da ist es dann auch wieder eher das Thema, dass wir sehen können, dass andere Länder in denen auch viel Zuwanderung herrscht damit besser umgehen können und auch den zugewanderten Kindern bessere Bildungschancen bieten können als das aktuell in Deutschland der Fall ist.
00:08:14: Was man auch sieht bei der Migration ist, dass es auf jeden Fall einen Unterschied macht wie lange das Kind schon in Deutschland ist.
00:08:20: also Diejenigen, die in zweiter Generation hier sind da sieht ist dieser Effekt sowieso nicht mehr so stark.
00:08:28: Was sind die Maßnahmen, die jetzt angegangen werden?
00:08:31: Genau ich habe ja eingangs gesagt dass die Bildungspolitikerinnen die die Studie heute morgen vorgestellt haben auch sehr betont haben, dass schon viel auf dem Weg ist.
00:08:42: und auch die Bildungsforscher sagen ganz klar wir fangen nicht bei null an.
00:08:46: Also es gibt auf jeden Fall schon gute Initiativen wie zum Beispiel das Startchancenprogramm was besonders Schulen in herausfordernder Lage unterstützen soll und mit dem Ganztagsausbau soll auch da die Bildung für alle Kinder nochmal verbessert werden wenn man's denn auch wirklich als Bildungsangebot umsetzt.
00:09:10: und das sind auch schon ein paar der Punkte die auch die Bildungsforschung sagt, dass eine ist man muss auf jeden Fall früher ansetzen.
00:09:17: Das heißt man sollte da ansetzen wo die Bildung ungleichheit beginnt und das ist auf jeden fall schon vor der Schule also bei den kleinen Kindern in der Kita dass man auch da die Familien erreicht die ihren Kindern das zu Hause vielleicht nicht bieten können.
00:09:33: Und es ist auch total wichtig auf Qualität zu achten.
00:09:36: Also wir reden sehr viel, wenn wir über Bildung reden und Bildungsdebatten haben dann ist das oft sollte das Gymnasium acht oder neun Jahre sein.
00:09:46: Oder ist eine Gesamtschule gut oder nicht?
00:09:49: Und das sind alles legitime Fragen.
00:09:51: aber es ist noch wichtiger darauf zu gucken was wirklich im Klassenzimmer passiert und auch in der Kita passiert und dass da die Fachkräfte und die Lehrkräfte gut ausgebildet sind.
00:10:01: Dass da die Fortbildungen nochmal verstärkt werden Dort in diese Einrichtung, wo sie alle gehen und wo die Chance besteht, ihnen alle gute Bildungschancen zu ermöglichen.
00:10:15: Dass das dann dort vor Ort auch passiert.
00:10:17: Liebe Wehrer sehr spannende Einblicke.
00:10:18: vielen herzlichen Dank dass du hier warst.
00:10:20: Ja vielen dank auch dir Nina.
00:10:27: Sie ist die relevanteste Branche in der Industrienation Deutschland.
00:10:30: Die Metall- und Elektroindustrie hat etwa drei Komma acht Millionen Beschäftigte und sie ist damit das Fundament der Industrienation, aber sie leidet erheblich.
00:10:40: Zwei tausend neunzehn lag die Produktivität in dieser Branche noch neunzent Prozent höher als heute.
00:10:47: Das isst ein wahrlich historischer Schrumpfkurs.
00:10:50: Gestern der große Tag der Metall- und Elektroindustrie, und traditionell in Berlin immer auch mit den Spitzen der Koalition.
00:10:57: Gesamtmetallopgeschäftsführer Oliver Zander hatte es schon vor Wochen gesagt Es gibt die vier großen Plagen für die Branche.
00:11:04: Hohe Arbeitskosten, hohe Energiepreise, hoher Steuern Und viel zu viel Bürokratie – man kennt das!
00:11:10: Gestern allerdings das Thema Finanzen Solidefinanzen.
00:11:13: Wie viele Schulden sind eigentlich noch tragfähig?
00:11:16: oder schnüren die hohen Zinnenskosten im Bundeshaushalt, die Gestaltungsspielräume längst ab.
00:11:21: Das war das Thema und Gesamtmetallpräsident Udo Dingelreiter begann mit einer durchaus optimistischen Aussicht.
00:11:28: Ja Deutschland können durchaus noch wachsen es gäbe eine Comeback Chance aber dann müsste jetzt schnell relativ viel passieren.
00:11:34: hören wir mal rein was er der Politik mit gibt.
00:11:37: Ich bin fest überzeugt Wir kommen aus dieser Krise heraus!
00:11:40: Wir müssen nur die richtigen Dinge jetzt machen und wir müssen anpacken dann werden wir das auch schaffen.
00:11:46: Es geht um Priorisierung von Aufgaben, es geht um Investitionen die Vorrang vor konsumtiven Ausgaben haben.
00:11:53: Für mich ist dies übrigens auch ganz vehement eine Frage der Generationengerechtigkeit und das ist auch was wofür ich wirklich antreten möchte.
00:12:02: Ich habe selbst zwei erwachsene Söhne.
00:12:05: Ich möchte gerne erleben dass wir für unsere Nachkommen eine ähnlich gute Situation haben wie wir sie vorgefunden haben als wir in ins wirtschaftliche Leben sozusagen eingetreten sind.
00:12:16: Das ist für mich eine ganz besonders wichtige Frage.
00:12:19: Dazu müssen wir den Mut haben, die Dynamik der Sozialausgaben zu begrenzen und die sozialen Sicherungssysteme langfristig tragfähig zu machen.
00:12:28: Wir müssen den Sozialstaat uns wieder leisten können.
00:12:32: Was bedeutet das?
00:12:34: Wir müssen seinem Gesamtsozialversicherungsbeitrag von vierzig Prozent zurückkehren!
00:12:38: Das muss das Ziel sein... Das gelingt nur, indem die Leistungsversprechen, die unser Sozialstaat gibt.
00:12:46: an die Realitäten der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Demografie vollständiger angepasst werden.
00:12:51: Dann richteten sich die Augen auf Thorsten Frey.
00:12:53: erst, der neue starke Mann in der Union.
00:12:55: als Chef der Unionsfraktion muss er mit der SPD zusammen jetzt im Parlament ihre Formen umsetzen, auf die so viele Menschen vor allem die Wirtschaft da draußen warten.
00:13:04: Aber ist das nach dem desaströsen Ergebnis in der Sachsen-Anhaltwahl überhaupt noch möglich?
00:13:09: Hat der Kanzler
00:13:10: die Kraft
00:13:11: – und bleibt der überhaupt Kanzlerin?
00:13:13: Das waren einige Fragen, die wir nach seiner Rede an Thorsten Frey stellen konnten.
00:13:18: Hören wir mal rein was er gesagt hat.
00:13:19: Jedenfalls frage ich mich wie ein solches Parteienbündnis jetzt in diese Reform wochen und Monate gehen kann?
00:13:27: Und warum die Menschen nicht nur hier sondern auch da draußen glauben sollten dass gerade dieser Kanzler und diese Regierung jetzt sich bei sehr schmerzhaften tiefen Reformen einigen kann mit welcher Kraft nach diesen Ergebnissen der vergangenen Woche?
00:13:39: Ja, der Punkt und die Frage ist berechtigt.
00:13:42: Natürlich wenn man starke Wahlergebnisse im Rücken hat dann kann man politisch ganz anders auftreten, hat eine andere Durchsetzungsfähigkeit.
00:13:50: das ist ja gar keine Frage.
00:13:51: aber die Aufgabe ist ja so wie sie ist und deswegen werden wir mit allen Kräften die wir haben versuchen jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen.
00:14:00: Sie haben recht natürlich das Wahlergebnis vom Sonntag war desaströs.
00:14:04: wenn man sich mehr als halbiert dann gibt es da nichts mehr Gutes, was man daran finden kann und das muss man glaube ich auch in dieser Klarheit benennen.
00:14:15: Sie haben gesagt Wirtschaft First, auch der Vizekanzler aus Klingmann hat ja gesagt in seiner Bertelsmann Rede alles was der Wirtschaft hilft muss jetzt gemacht werden.
00:14:23: Gleichzeitig haben wir ein Jahr wo nur der staatliche Konsum überhaupt dieses kleine Miniflänzchenwachstum wenn man das überhaupt so nennen kann befeuert, wenn die Feiertage etwas anders liegen würden in diesem Jahr gar keinen Wachstum.
00:14:35: Die Frage
00:14:36: ist doch müsstet ihr nicht den Koalitionsvertrag zur Seite legen und sagen Das hat alles nicht gereicht Wir sind zu spät Hart genug.
00:14:43: Wir machen jetzt die zehn Maßnahmen, die vielleicht nirgendwo stehen aber die überraschend doch helfen könnten und legen alles zur Seite was wir bisher diskutiert haben?
00:14:52: Also die Koalition hat natürlich die Kraft dazu erstens... Aber das ist ja gar keine Frage!
00:14:58: Wir sind noch lange nicht da wo wir hin müssen.
00:15:00: Das ist ganz offensichtlich.
00:15:02: Aber erstens stehen im Koalitionsvertrag noch Dinge drin, die wir umsetzen können und müssen.
00:15:08: Und zum Zweiten, wenn ich mir die vergangenen Koalitionsausschüsse anschaue.
00:15:12: Da hatten wir natürlich auch die Kraft Entscheidungen zu treffen, die über das hinausgegangen ist was im Koalisonsvertrag steht.
00:15:19: Es ist doch klar der Koalisionsvertrag ist jetzt anderthalb Jahre alt.
00:15:22: Der wird nicht mehr für jede Herausforderung, die wir haben Die richtige Antwort bieten.
00:15:28: es ist sozusagen der Kompass an dem Wir uns orientieren.
00:15:31: aber Ich habe kein Zweifel dass wir in der koalition die antworten finden die notwendig sind.
00:15:37: um Die
00:15:38: Einseite werden ein bisschen Beiträge eingespart, die eventuell steigen können.
00:15:42: An der anderen Seite werden sie wieder erhöht weil man die Kapitalrente macht.
00:15:45: das reicht doch nicht um einen wenigstens eine der vier Plagen zu gehen zum Beispiel bei den Arbeitskosten?
00:15:51: Doch
00:15:52: also wenn Sie sehen dass erst im Jahr und zwanzig glaube ich die Schallmauer von vierzig Prozent überschritten worden ist.
00:15:59: Also wie ein extrem dynamisches Wachstum bei den Sozialversicherungsbeiträgen in den letzten Jahren hatten, dann ist es ein Wert an sich dass wir diese Entwicklung stoppen.
00:16:09: das darf man glaube ich nicht übersehen.
00:16:11: Es ist jetzt einfach nicht möglich in diesen schwierigen Zeiten sozusagen nicht nur die aktuellen Herausforderungen sondern auch noch die Probleme der ganzen letzten Jahre zu lösen und deswegen ist es weniger als ich mir wünschen würde.
00:16:26: Aber es ist eindeutig eine Verbesserung für unser Land, das geht eindeute in die richtige Richtung und es wird uns helfen.
00:16:32: Davon bin ich überzeugt!
00:16:33: Sie haben den Kanzler in den letzten zwanzig, vierundzwanzig Stunden nach der Wahlniederlage in Sachsenland erlebt?
00:16:38: Ist er in dem Modus jetzt erst recht?
00:16:40: kostet was es wolle oder ist es der Anfang vom Ende?
00:16:43: Also kostete es was es wollen, ist glaube ich nie der beste Ratgeber.
00:16:47: aber an der Entschlossenheit des Bundeskanzlers hätte ich nicht den geringsten Zweifel Und ich glaube auch, dass wir als Koalition daraus jetzt die richtigen Schlüsse ziehen werden.
00:16:58: Daran werden wir jetzt gemeinsam arbeiten.
00:16:59: Haben
00:16:59: Sie Zweifel an der Entschlossener der SPD, die Rentenreform noch mal zurückzukriegen?
00:17:04: Ich habe natürlich die ein oder andere bemerkenswerte Formulierung gelesen – das ist schon richtig!
00:17:11: Aber ich will auch umgekehrt sagen, ihr sitzt jetzt der Björn Böning mit dem ich anderthalb Jahre aufs engste Zusammenarbeiten.
00:17:19: Ich habe an der Verlässlichkeit in der Koalition nicht den geringsten Zweifel und deswegen bin ich auch optimistisch dass wir das Notwendige gemeinsam
00:17:26: hinkriegen.".
00:17:27: Immerhin ein Kanzler auf Abruf dagegen verwahrte sich der Fraktion Chefmann werde sich noch wundern wie lange Friedrich Merz im Amt bleibt.
00:17:34: Björn Böning wollte sich dazu nicht äußern.
00:17:36: Er ist Staatssekretär im Finanzministerium und einer der engsten Vertrauten von Lars Klingbeil, er machte klar dass die Regierung und vor allem auch sein Chef Lars Klingenbal auf dem Kurs der Investitionen bleiben wolle.
00:17:47: man habe zahlreiche Sparvorschläge gemacht in der Koalition aber darauf habe man sich eben nicht einigen können.
00:17:52: jetzt gehe es um Investition und man braucht eben auch ein bisschen Geduld damit die Wirtschaft endlich wieder anfängt.
00:17:59: hören wir mal was Björne Böening zu sagen hatte.
00:18:01: Was wir jetzt machen Mit den Rüstungsinvestitionen und den öffentlichen Investitionen ist ein Nachholendessen, was nötig ist.
00:18:09: Wir werden uns ja.
00:18:10: der Minister hat heute gesagt wir wollen alle zum Mund fliegen aber ohne die Rakete zu bauen.
00:18:14: Und so ist es auch mit den Verteidigungsausgaben.
00:18:16: Ich sage Ihnen ich verrate Ihnen auch ein Geheimnis Wir geben Verteilungsausgauben nicht nur für Rüstungen aus Sondern wir bauen auch Schienestraße Hefen um unsere Verteilsfähigkeit zu realisieren.
00:18:26: Ich kann ja auch nichts dafür dass Russland so ist wie's ist.
00:18:29: Aber was wir tun isst damit ja auch neues Wachstum und neue Spielräume zu schaffen.
00:18:34: Wir reduzieren nicht, wiederholen es noch mal konsumtive Ausgaben.
00:18:37: Wir erhöhen mit den investiven Ausgabens die Leistungsfähigkeit unserer Volkswirtschaft – genau das ist was wir
00:18:42: tun!
00:18:42: Wir müssen einfach nur warten bis es tatsächlich zu wertschöpfenden und wachstumsorientierten Ergebnissen bekommt.
00:18:48: Das ist das, was Sie sagen?
00:18:50: Mehr
00:18:50: Geduld?!
00:18:51: Wir werden eine Zeit haben wo wir viel investieren müssen um danach wieder das zu ernten, was wir getan haben.
00:18:57: Bundesbank warnt inzwischen vor einem Szenario und das hat sie selten getan, dass Deutschland sein AAA-Rating verliert.
00:19:03: Weil wir zwar derzeit noch eine Staatsverschuldung von sixty fünf Prozent durchaus international auf dem guten Weg sind aber eben dass sich Richtung achtzig neunzig Prozent entwickeln kann und wir dieses Rating verlieren was dann ganz andere finanzielle Konsequenz ergibt.
00:19:16: Kein im Bundesfinanzministerium der solche warnenden Stimmen auch mal dem Minister sagt?
00:19:21: Wir diskutieren die ganze Zeit über Warnungen.
00:19:24: Die Frage ist, welchen Weg finden wir daraus?
00:19:26: Gestern hat Scope uns wieder das AAA-Rating gegeben.
00:19:29: Wir sind in einer Situation, dass die Rating-Agenturen vor allem das bewerten, welches Potenzial eine Volkswirtschaft hat und weniger das was es gestern gewesen.
00:19:37: Und das Potenziale bei den Rating Agenturen – und wir reden ja alle auch die Finanzagenturen sehr intensiv mit den Rated Agenturen– ist, dass das Potential, die Stabilität, die Verlässlichkeit und die Zukunftsperspektiven in Deutschland sehr gut sind auch im europäischen Vergleich sehr gut sind.
00:19:53: Und das ist ja eigentlich erst mal eine positive Nachricht.
00:19:55: Wir sind gespannt, eine letzte Frage an den ehemaligen Jusoschef Im Koalitionsvertrag steht ja auch, dass man noch an die Schuldenbremse dauerhaft ran will.
00:20:02: Ist dieses Projekt heimlich beerdigt worden?
00:20:04: Weil Sie wissen mit der Union Das gerade auf gar keinen Fall umsetzen zu können.
00:20:09: Das Projekt ist nicht beerdigt, darüber werden wir weitersprechen.
00:20:11: Es kann ja auch nicht sein dass wir dauerhaft alle Bereiche die irgendwie Verteidigung und Panzer draufstehen von der Schuldenbremse ausnehmen.
00:20:18: also haben wir Handlungsbedarf so oder so?
00:20:21: Ja und deswegen wird mir über die Frage einer dauerhaften hohen Investitionstätigkeit bei gleichzeitiger Konsolidierung die nötig ist werden wir auch in der Koalition noch diese Legislaturperiode Entscheidungen treffen müssen.
00:20:31: Macht das dann auf der Parteivorsitzenden?
00:20:33: und viel zu ganzer Lars Klingball oder ein anderer?
00:20:35: Das macht er.
00:20:37: Bleibt!
00:20:38: Die Zweifel im Saal
00:20:40: blieben.
00:20:41: Die Wirtschaft muss zwingend wachsen, um nicht nur die Schulden lasst allmählich tilgen zu können und überhaupt schultern zu können sondern um den dramatischen Abbau der Stellen gerade in der Industrie zu verhindern.
00:20:52: Zwölftausend sind es im vergangenen Monat gewesen wie es der Gesamtmetallpräsident gesagt hat immerhin auch zwölf tausend Schicksale bedeuten Jobs, die vielleicht nie wiederkehren.
00:21:02: also Es wird Zeit dass diese Regierung jetzt liefert sich nochmal zusammen rauf egal welche geopolitischen Umwerfungen es gibt, egal was die AfD in Sachsen-Anhalt macht.
00:21:12: Die Erwartungen der Wirtschaft an die Politik wurden gestern mehr als eindeutig
00:21:16: formuliert.".
00:21:24: Und Michael,
00:21:25: klar noch etwas?
00:21:26: Ja unbedingt!
00:21:27: Wir müssen dringend mal über Long Jevity reden.
00:21:29: Hab ich das richtig ausgesprochen Nina?
00:21:32: Immer Menschen stellen ihr Leben jedenfalls so um dass sie möglichst lange alt werden, lange gesund alt werden.
00:21:37: Sie geben das Rauchen auf wie ich trinken keinen Alkohol mehr wie ich nicht ernähren sich gesund, wie ich nur zu selten und tracken ihren Schlafräutmus.
00:21:45: Das mache ich allerdings auch nicht!
00:21:47: Dass alles mag dazu beitragen dass diese Menschen etwas älter werden aber es verringert auch die Lebensfreude.
00:21:53: das sagen zumindest zwei Studien die zeigen dass wenn man lang leben möchte auch auf etwas anderes ankommt nämlich auf Familie und intakte soziale Beziehung und nicht nur gesundheitliche und ernährungspolitische Maßgaben.
00:22:06: Das ist doch schon mal eine gute Botschaft, zu lesen war es in der Zeit!
00:22:10: Was sagst du dazu Nina?
00:22:12: Ja das klingt auf jeden Fall gut kann man sich ja auch jedes Mal sagen wenn er dann die Partner oder die Familie mal wieder so richtig nerven.
00:22:18: eigentlich wollen wir nur unser Leben verlängern.
00:22:20: Am Ende sind wir eben doch soziale Wesen.
00:22:23: Je besser wir miteinander klarkommen, desto länger bleiben wir auch gesund.
00:22:27: Endlich kann ich die Gesundheitsratgeber für Männer ab fünfzig zur Seite legen und gehe mit den Jungs ein Trinken.
00:22:33: Schön war's!
00:22:35: Dann kommen Sie heute gut durch den Tag.
00:22:36: Wir freuen uns wenn sie uns morgen wieder hören.
00:22:39: Bis dann!
00:22:40: Ciao ciao!
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