Warum schmeckt den Deutschen das Bier nicht mehr?

Shownotes

Deutschlands Brauereien haben im vergangenen Jahr erstmals weniger als acht Milliarden Liter verkauft, der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik. Warsteiner kappt rund dreißig Prozent der Braukapazität, die Mannheimer Brauerei Eichbaum stellt nach gescheiterter Rettung die Produktion ein. Auf der Wiesn kostet die Maß bis zu 15,90 Euro – dort zahlen die Gäste sie bereitwillig.

Christian Weber, geschäftsführender Gesellschafter der Karlsberg Brauerei in Homburg und Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, nennt die Lage am Biermarkt nicht schlimm, aber herausfordernd. Den Rückgang seit den Neunzigern erklärt er mit der veränderten Arbeitswelt und einer älter werdenden Bevölkerung: „Ich komme aus dem Saarland, wir sind Kohle-Stahl-Region, da haben die Menschen viel Durst, nachdem sie hart gearbeitet haben.“ Das aber ist die Vergangenheit. Wie sieht er die Zukunft von Hopfen, Malz und Gerste? [01:22]

Katharina Kurz, Mitgründerin der Berliner Brauerei BRLO, verabschiedet sich vom Etikett Craft und spricht von moderner Biervielfalt. Ihr Brauhaus am Gleisdreieck holt die Gäste mit kreativer Gemüseküche herein – das Bier entdecken viele erst dort. Das Grundproblem sieht sie im Preis: „Bier in Deutschland ist leider einfach viel zu günstig.“ Im Handel steht der Kasten weiter für 9,99 Euro im Angebot – die Craft-Welle als Qualitätsversprechen für die ganze Branche hält Kurz für eine vertane Chance. [22:50]


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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:10: Auf der Münchner Wiesen werden in den kommenden Tagen wieder Millionen-Mass Bier ausgeschenkt.

00:00:15: Man könnte meinen, zumindest die Bierwelt ist in Deutschland noch in Ordnung aber das isst sie nicht!

00:00:20: Der Bierabsatz in Deutschland sinkt seit Jahren, Brauereien verschwinden Traditionshäuser geraten unter Druck Kosten steigen gleichzeitig verändert sich des Konsumverhalten.

00:00:30: wir müssen also dringend mal über Bier sprechen.

00:00:34: Wie erfindet sich die Branche neu, deren wichtigstes Produkt immer weniger gefragt ist?

00:00:39: Darüber reden wir mit Christian Weber, Brauer in fünfter Generation und Präsident des Deutschen wie auch das europäischen Brauerbundes.

00:00:48: Und wir haben natürlich ein Best-Practice Beispiel für sie dabei – eine kleine Brauerei im gar nicht so kleinen Berlin, die es geschafft hat diesen Brauereisterben in den vergangenen Jahren zu trotzen!

00:00:57: Mit Katharina Kurz, Mitgründerin von Berlo haben wir darüber gesprochen was ihr geheimen Rezept ist und wie sie es schafft die Menschen beim Bier zu halten obwohl die Deutschen doch messbar immer weniger davon trinken.

00:01:09: Heute ist Samstag der in neunzehnte September der erste Wiesentag.

00:01:12: mein Name ist Nina Anika Klotz.

00:01:14: Mein Name ist Alex Hofmann.

00:01:15: schön dass Sie heute dabei sind

00:01:43: Es sich heute Punkt zwölf wieder anhören im Schottenhammel auf der Münchner Wiesen.

00:01:47: Wir haben

00:01:47: hier gerade Dieter Reiter gehört, den ehemaligen Oberbürgermeister von München, der letztes Jahr nur zwei Schläge gebraucht hat und das erste Fass anzustechen.

00:01:55: eine Glanzleistung weniger geht eigentlich gar nicht.

00:01:58: Dieses Jahr zapft er neue Grüne Bürgermeisters Dominik Krause zum ersten Mal an um dann die erste Maß wie seine Vorgänge auch schon dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu überreichen.

00:02:10: Und dann ist da ganz viel Volklore und Glückseligkeit.

00:02:13: Und Münchens schönste Jahreszeit überhaupt hat wieder angefangen, die Wiesen!

00:02:16: Sechzehn Tage Händel, Bier, Blasmusik... ...und für manche vielleicht auch ein bisschen Eskapismus.

00:02:21: Die Welt da draußen ist eigentlich ganz schrecklich aber gefeiert wird trotzdem und zwar mit allem was geht.

00:02:28: Sechs Komma fünf Millionen Massen letztes Jahr getrunken worden von ziemlich genau auch sechs Komma Fünf Millionen Besucherinnen.

00:02:35: Statistisch gesehen, dringt also jede Oktoberfestsuche einen ganzen Liter Bier.

00:02:41: In den letzten Jahren waren es sogar sieben Millionen Mass bei sechs Komma sieben Millionen Gästen, die waren noch etwas trinkfreudiger.

00:02:48: Grundsätzlich aber kann man sagen der Bierdust auf der Wiesen ist relativ stabil und stabil gehen auch die Preise da nach oben.

00:02:55: zwischen vierzehn achtzig und fünfzehn neunzig kostet die mass in diesem Jahr.

00:03:01: Für Deutschlands Brauer ist die Wiesen damit eine Art Paralleluniversum, volle Zelte Millionen ausgeschenkte Dieter Bier und Gäste.

00:03:09: Die augenscheinlich Bier so sehr lieben dass sie bereit wirklich sechzehn Euro dafür auf den Tisch legen.

00:03:15: Mit der Realität des deutschen Birnmarkts hat er es allerdings nicht so wahnsinnig viel zu tun denn der struggled und zwar ziemlich heftig.

00:03:23: einfach mal ein paar Zahlen die das belegen.

00:03:48: Auch die Zahl der Brauereien schrumpft.

00:04:13: Die Deutschen Bierhersteller kamen zwanzig, fünfundzwanzig auf knapp acht Komma sieben Milliarden Euro Umsatz.

00:04:18: Zwanzig vierundzwanzig waren es noch gut neun Milliarden Euro.

00:04:22: Dazu kann man auch mal so quer durch die Wirtschaftsberichterstattung der letzten Wochen fliegen und findet auch nur schlechte Nachrichten aus dem vermeintlichen Bierland Deutschland.

00:04:31: Warsteiner baut zum Beispiel massiv Kapazitäten ab, insgesamt reduziert die Gruppe ihre Braukapazitäten um rund dreißig Prozent und konzentriert die Produktion stärker am Stammsitz in Warstein.

00:04:43: und das heißt auch rund zweihundert Beschäftigte in Herford und Paderborn verlieren womöglich ihre Jobs oder müssen zumindest um sie bangen.

00:04:52: Bei Eichbaum in Mannheim ist es sogar noch drastischer.

00:04:55: Die fast dreieinundfünfzig Jahre alte Brauerei hatte bereits Ende zwanzig, fünfundzwanzig Inservenz angemeldet wegen rückläufigen Exportumsätzen und einer schwachen Nachfrage im Inland.

00:05:05: Die Rettung des Unternehmens ist jetzt gescheitert und die Produktion in Manheim wird Ende September

00:05:09: eingestellt.".

00:05:10: Und könnte man sagen wir kommen in der deutschen Wirtschaft so ist das eben aktuell relativ schlecht?

00:05:15: Und zumindest Teile der Probleme der Bierbrauer kennen wir aus anderen Branchen genauso.

00:05:21: Manche reden immer von den Plagen unter denen die Unternehmerinnen und Unternehmer leiden, hohe Energiekosten, Personalkosten Bürokratie, Regulierung, schwache Konjunktur und zurückhaltende Verbraucher.

00:05:31: Ja aber die Brauerinnen und Brauer haben noch ein ganz anderes Problem und das sitzt vor dem Bierglas nämlich die Absatzeite.

00:05:39: Wir trinken anders und fallend trinken wir weniger Alkohol.

00:05:42: daher wird auch der einzige Hoffnungsschimmer der Brauer dieser Tage alkoholfreies Bier wächst nämlich gegen den Trend.

00:06:04: Die Frage ist also nicht nur, wie schlimm steht es um das deutsche Bier sondern vor allem.

00:06:08: Wie sieht ein Biermarkt aus wenn die Menschen zwar weiterhin Bier mögen aber immer seltener klassisches Bier trinken?

00:06:15: Darüber wollten wir mit einem Sprechen, der die Transformation gleich aus mehreren Prinspektiven kennt – Christian Weber.

00:06:29: Weber

00:06:30: hat Wirtschaftswissenschaften an der University of Edinburgh studiert, anschließend in der Lebensmittel- und Getränkebranche gearbeitet.

00:06:36: Und ist dann im Jahr zwei Tausendzehn ins Familienunternehmen eingestiegen.

00:06:41: Und er ist auch seit zwei Tauseinzwanzig Präsident des Deutschen Brauerbundes – also der wichtigsten Interessenvertretung der deutschen Brauwirtschaft!

00:06:48: Und seit zweitausendfünfundzwanziger führt er zusätzlich auch The Brewers Of Europe, den europäischen Dachverband.

00:06:54: Hallo Herr Weber, schön dass Sie da sind!

00:06:57: Herr Weber, wie schlimm ist die Lage am deutschen Biomarkt wirklich?

00:07:00: Ich würde Sie jetzt nicht als Schlimm bezeichnen.

00:07:02: Ich glaube es ist schon sehr herausfordernd weil dieser langjährige Trend das weniger konsumiert wird also weniger Menge konsumieren wird halt sich weiter fortschreibt.

00:07:11: und wenn ein Markt rückläufig ist an sich dann macht das was mit dem mit den Wettbewerbern der Struktur und das beschleunigt sich jetzt gerade zu den letzten Jahren dass man auch Strukturveränderungen sieht.

00:07:22: Also man sieht Brauereien die zumachen, man sieht mehr Insolvenzen Konsolidierung.

00:07:26: Also er ist viel in Gange, aber trotzdem weiterhin ein sehr großer wesentlicher auch traditioneller Markt mit Menschen die das Produkt lieben und weiterhin noch viel Bier trinken muss man dazu sagen.

00:07:40: Da sind es mal bisschen Ursachenforschung betreiben.

00:07:42: woran liegt das denn dass der Umsatz und der Absatz zurückgehen?

00:07:46: Ich finde man kann das ganz gut an der Frage festmachen warum ist ja den Mal gestiegen?

00:07:50: also wenn wir fangen wir mal so in den Fünfzig- oder Sechzigerjahren an und vergleichen das Beer Level zu dem Zeitpunkt mit der Hochphase, in den Neunziger Jahren.

00:08:01: Dann ist ja ein ganz großer Teil wirtschaftliches Wachstum.

00:08:04: also Bier is ein Genussmittel.

00:08:07: es ist nicht wie Leitungswasser dass man einfach dringt weil man Durst hat sondern wenn man genießt ist ja man feiert was man nutzt es für Momente wie Feierabend oder wenn man glücklich ist dass man sein Ikea Rheigal aufgebaut hat.

00:08:19: Es sind Genussmittel und das ist stark gestiegen in einer Zeit, in der es der Wirtschaft gut ging.

00:08:25: In dem das Land geboomt hat, Arbeitsplätze geschaffen worden sind, industrielle Arbeitsplätzen geschaffen wurden sind Ich komme aus im Saarland Wir sind Kohle-Stahlregionen da haben die Menschen viel Durst nachdem sie hart gearbeitet haben Und das hat das Bierwachstum gebracht und natürlich auch in der Gegenkonsequenz Die Veränderung der Arbeitswelt hat dazu geführt dass seit den neunziger Jahren der Bierkonsum rückläufig geworden ist.

00:08:52: Das ist mal so ein ganz fundamentaler Trend, mehr Menschen die in Büros arbeiten weniger Menschen die im Schichtdienst arbeiten und dadurch einfach andere Momente entstanden sind.

00:09:02: Der zweite Aspekt demografisch.

00:09:05: wir sind eine älter werdende Bevölkerung und ich glaube es kann sich jeder vorstellen dass jemand der sechzig ist anders konsumiert als jemand der dreißig ist.

00:09:13: unnatürlich sollte man auch nicht ignorieren das die menschen sich bewusster ernähren insgesamt, sich anders mit dem Thema Lebensmittel auseinandersetzen.

00:09:23: Sich anders mit den Themen Alkohol und deswegen auch Bier auseinander setzen.

00:09:28: Persönliche Meinung das ist auch richtig so.

00:09:30: Also moderater Konsum ist ja das was wir als Brauereien versuchen zu vermitteln aber natürlich hat dazu geführt dass auch Mengen zurückgegangen sind.

00:09:40: Was kann man denn da jetzt als Brauaerei tun um dem Gegenzustellen?

00:09:44: wenn ich jetzt raus höre es sind gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen die dazu führen dann ist man dem ja ausgeliefert?

00:09:52: Wir sind ja immer den Konsumenten ausgelievert.

00:09:54: Wir müssen das machen, was der Konsument will und wir können ihn natürlich versuchen zu überzeugen über Produktinnovation.

00:09:59: Das ist glaube ich das große Thema, immer wieder Impulse zu setzen, warum?

00:10:02: er sagt okay Ich finde Bier ein sehr attraktives Produkt auch im Abgleich zu anderen Getränken die es auf dem Markt gibt.

00:10:10: Und da gab's ja verschiedene Phasen.

00:10:11: Da gab´s die Naturradler Dann gab jetzt die letzten Jahre sehr intensiv das alkoholfreie Bier aber Hellbiere, die jetzt wieder im totalem Trend geworden sind.

00:10:21: Also was kann man machen?

00:10:22: Man kann sich mit dem Produkt beschäftigen und an den Produkt arbeiten und innovativ sein.

00:10:25: Und natürlich ist es ein Wettbewerb!

00:10:27: Es ist auch ein Vertränkungswettbewerk und das erleben wir ja gerade sehr stark.

00:10:31: Man muss versuchen aus seiner geografischen Region in andere geografische Regionen rauszugehen und das ist ja meistens nicht nach China sondern von Hamburg nach Kaiserslautern.

00:10:41: Daraus entsteht Wett bewerb und man muss mein Wett Bewerbsfähig sein.

00:10:45: Und am Schluss gibt es dann natürlich Gewinner, aber leider auch Verlierer in so einem sehr wettbewerbsintensiven Markt.

00:10:51: Was wir machen können ist einfach ... also wo ich ja fest in Bezeugung bin... was wir wirklich machen können, ist ganz nah an den Produkt bleiben und uns mit dem Produkt und der Relevanz des Produkts für den Konsumenten wirklich beschäftigen und nicht davon ausgehen.

00:11:04: das war doch immer schon so.

00:11:06: Früher haben die Menschen doch das Produkt so getrunken wie jetzt heute ist.

00:11:10: dass werden sie in Zukunft auch tun müssen da ganz nah zuhören was beschäftigt die Mensch?

00:11:14: Das scheint gerade bei der jungen Generation von jungen Erwachsenen nicht so richtig gut zu funktionieren.

00:11:19: Also die Gen Z macht den Brauern ja schon seit einigen Jahren Kopfzerbrechen, weil sie nicht für Bier zu gewinnen sind?

00:11:26: Ich würde das nicht so pauschal unterschreiben, weil wenn wir über Deutschland reden müssen wir ja schon differenzieren nach wo wir gerade sind.

00:11:34: und dass ist in In Berlin anders als in München, das ist in Münchern anders als Köln.

00:11:39: Das ist in Kölnen anders wie in Landau in der Fals.

00:11:43: Wir sind da sehr differenzierend und auch die Menschen, die dort leben haben eine unterschiedliche Lebensrealität.

00:11:48: also ein achtzehnjähriger auf dem land wächst anders auf und hat andere Verhaltensmuster als jemand, der in einer Grußstatt aufhext.

00:11:57: Der trinkt eher noch Bier?

00:11:58: Ja, der wird anders...der wird sich vielleicht mehr in seinem Vereinsheim mit seinen Freunden treffen als jetzt irgendwie in der Innenstadt und daraus entstehen andere Konsummomente.

00:12:07: Ich glaube schon dass Jugendliche heute sehr bewusst konsumieren.

00:12:12: Sehr viele beschäftigen sich mit dem Thema Selbstoptimierung Körperoptimierungen Gesundheit Fitness was die welcher Form konsumiert zu welchem Tag.

00:12:21: also So was wie ein Cheat Day als Standard Jugendwort gab es halt vor zehn Jahren nicht.

00:12:27: Die Frage bleibt dort auch, warum ist Bier als Produkt mit dem Produkt Eigenschaften die es hat dann für so eine Generation relevant oder nicht relevant?

00:12:35: Da ist das Thema Alkohol drin natürlich, da ist das thema Kalorien drin, dass das Thema Wahrnehmung wie das Produkt drüber kommt.

00:12:42: nochmal ich glaube man muss da einfach ganz nah dran bleiben und schauen was sind die Aspekte die attraktiv sind?

00:12:47: also wenn ich Menschen sehe die hier bewusst sagen sie sitzen vor dem spät hier und trinken eine Flasche Bier oder gehen zum Oktoberfest, wenn man ja bald wieder die Zeit.

00:12:57: Da ist der Zulauf ja riesig und deswegen aber klar.

00:13:00: jeder nächste Generation muss sich auch selbst positionieren und sagen was ist mir jetzt wichtig?

00:13:05: Und im Moment glaube ich dass Longevity körperbewusstsein Lebensqualität total wichtig sind.

00:13:13: für viele ist es aber auch ehrlich gesagt einfach ein schönes Leben haben und Zeit mit Freunden zu verbringen.

00:13:20: Also ich würde diese Genzi noch nicht irgendwie abschreiben, dass das nur Menschen sind die in ihren Kellern mit ihren iPhones sitzen und Proteinpulver trinken.

00:13:28: Das ist glaube ich eine zugespitzte Betrachtungsweise.

00:13:31: So wurde ja auch schon mit alkoholfreiem Proteinviren versucht dem Gerecht zu werden.

00:13:34: Blutet Ihnen als Brauerler das Herz, wenn Sie von solchen Experimenten hören?

00:13:38: Wir haben hier einen großen Vorteil wir sind nicht einfach nur Abfüller von etwas zusammen gemischt.

00:13:46: einen über tausende Jahre entwickelten Prozess, das über ein Fermentationsprozess Geschmack in ein Produkt reinbekommen.

00:13:54: Wir verwenden nur natürliche Rohstoffe und wir haben das Reinheitsgebot.

00:13:58: Wir wissen wie wir über Biologie hervorragende Produkte machen.

00:14:05: Und dann gab es auch eine Zeit bevor es einen Pilz gab.

00:14:08: Es gab eine Zeit, bevor es ein Weizenbier gab.

00:14:11: Ich glaube es wird auch eine zeit geben, in der wir über unsere Braukompetenz Produkte entwickeln, die den Konsumenten in der nächsten Generation wieder abholen.

00:14:20: Ich glaube fest dass das Fermentationsthema ein Riesenthema bleiben wird ist noch zu kompliziert.

00:14:25: also Fermentation wer weiß was Fermentation ist dann kümmer Also mir blutet da nicht des Herz weil ich glaube es ist ein Zeichen für Die Bereitschaft unserer Brauer nochmal neu zu denken.

00:14:36: und wenn wir diese diese Innovationsbereitschaft haben damit wängt es ja an also zu sagen okay ich kann mir vorstellen dass Dinge in Zukunft anders sind als sie heute sind dann entwickeln sich Dinge ganz natürlich.

00:14:49: Ja, aber noch eine Idee wie man vielleicht Bier auch nochmal... auf ein höheres Level von Wertschätzung bringen könnte.

00:14:54: Sie haben schon ganz wesentliche Sachen angesprochen, das Oktoberfest, das Vereinsheim, dass zusammen sitzen am Feierabend vom Späti.

00:15:01: Bier ist ja auch viel mit Gemeinschaftserlebnissen verbunden.

00:15:05: Auf der anderen Seite reden wir viel darüber, dass die sogenannten dritten Räume verschwinden, wo Menschen zusammenkommen, die jetzt nicht in ihre Social Media-Bubble sind und sich einfach mal so austauschen.

00:15:14: Wer biert da nicht einen wunderbarer Weg mehr Räumen zu schaffen, mehr Menschen zusammenzubringen?

00:15:21: historisch immer auf der Grund gewesen, warum Bier so erfolgreich war.

00:15:25: Weil wir uns immer damit beschäftigt haben wie unterstützen wir diese dritten Räume?

00:15:31: Die waren lange halt klassische Räumen wie Gastronomien.

00:15:35: Warum gibt es in England so viele Pups?

00:15:37: weil die Menschen arm waren keine Wohnzimmer hatten und um sich zu treffen sind sie in die Pups gegangen.

00:15:43: Und sonst sind die Eckkneifen, sondern die Sportheime, so sind diese Momente entstanden.

00:15:47: Und Brauereien waren immer schon da in irgendeiner Form zu unterstützen.

00:15:52: Ob das dann des Aufbauen einer Theke oder das Finanzieren von einem Kühlschrank, oder solchen Themen ist und ich glaube da haben sie wirklich den richtigen Punkt.

00:16:01: wir müssen als Brauereien schauen wo entstehen diese Räume?

00:16:04: wie können wir dort hin?

00:16:05: Wir beschäftigen sehr viele Menschen in unseren Betrieben im Außendienst.

00:16:09: die Hälfte der Menschen die bei uns arbeiten sind draußen in Kneipen in Supermärkten in dritten Räumen versuchen dann zu unterstützen und sagen jetzt helfen wir euch diesen Raum herzustellen.

00:16:19: Das ist auf jeden Fall ein Weg.

00:16:21: Wie wichtig ist der Rausch und wie wichtig ist Alkohol auch so als gesellschaftlicher Schmierstoff?

00:16:25: Ich weiß, da müssen sie jetzt vorsichtig sind weil ja dieses Drink Responsibly ist ein ganz wichtiger Teil ihrer Arbeit auch als Präsident des Deutschen Brauerbundes.

00:16:34: Ich glaube das kennt jeder der mal Alkohl konsumiert hat.

00:16:38: es gibt da verschiedene Stufen.

00:16:40: Die wo's noch schön ist und die was nicht mehr schön

00:16:42: ist.

00:16:43: Genau ich glaub der schönste Moment ist den Moment wo man sich drauf freut also diese Vorfreude Wenn man da an der Tee gesteht und vor allem steht das frisch gezapfte Bier, dann gibt es diese Momente des bewussten Genießens wo ja auch ein physiologisch etwas passiert mit einem.

00:17:02: Und das ist der Moment in dem man bleiben sollte.

00:17:05: und danach gibt es natürlich auch was wir nicht wollen ist das Exzessive aber exzessiv ist bei allen Themen problematisch.

00:17:15: Wir haben jetzt bei uns im Unternehmen vor kurzem alkoholfreies Fassbier eingeführt.

00:17:21: Das hat den Grund, weil es ein Produkt ist ohne Zucker.

00:17:25: Dadurch entsteht keine Nachgärung.

00:17:27: deswegen können sie das als fassbielhygienisch verkaufen.

00:17:30: und wir erleben jetzt dass die Menschen in der Kneipe länger verweilen egal in welcher Altersgruppe weil sie ein zwei Bier trinken und dann sich noch zwei drei alkoholfreie fass biergezapfte Biere bestellen Und mit ihren Freunden zusammensitzen und den Abendgenießen ausklingen lassen.

00:17:47: Sie wissen, sie können danach ganz normal nach Hause kommen.

00:17:51: Ihnen geht's am nächsten Morgen gut!

00:17:52: Sie sind frisch, haben den Abend genossen... ...und ich glaube da müssen wir hin entwickeln.

00:17:57: Also es gibt einen Grund warum Menschen vor tausenden von Jahren das Thema Alkohol für sich entdeckt haben.. ..und warum ist immer noch das?

00:18:05: Und trotzdem ist es glaube ich ganz wichtig dass alles immer wieder ganz bewusst und sehr in Maßen auch zu konsumieren.

00:18:13: Jetzt sind sie ja nicht nur der Präsident des Deutschen und des Europäischen Brauerbundes, sondern auch der Geschäftsführer einer Powererei im Saarland.

00:18:20: Spüren Sie – als ich glaube Geschäftsheurein fünfter Generation ist das – einen besonderen Druck?

00:18:26: Weil die Bedingungen schwieriger geworden sind dieses Familienerbe jetzt weiter erhalten zu können?

00:18:33: Also ich bin erstmal dankbar, dass ich das machen darf.

00:18:36: Das ist ein Geschenk!

00:18:38: Ich bin eines Tages aufgewacht und habe realisiert, Ich habe lange außerhalb des Unternehmens gearbeitet.

00:18:45: Wir sind eine große Familie und aus der Familie muss auch immer sich dann jemand finden, der das macht.

00:18:49: Es war eine bewusste Entscheidung zurückzugehen in Saarland um das zu tun.

00:18:53: Deswegen Dankbarkeit ist es ein großes Privileg.

00:18:57: damit beginnt das mal.

00:18:59: Ja, es ist eine große Verantwortung.

00:19:01: wir haben in der gesamten Gruppe über neunhundert Mitarbeiter.

00:19:05: Das ist ein relevantes Thema.

00:19:06: Und die nächste Generation?

00:19:09: ich hab kleine Kinder zu Hause.

00:19:11: Natürlich kommt dann so der Moment, wo ich denke okay wie werden die sich damit auseinandersetzen.

00:19:16: Aber für mich ist es erst mal... Ich sehe es jetzt als Aufgabe da im Jetzt zu sein und zu schauen dass das jetzt funktioniert und immer wieder dranzuarbeiten, dass das nächste Jahr und das nächstes Jahr also wie Beppo Straßenkehre bei Momo einfach jeden Tag weitermachen und dann wird es auch glaube ich funktionieren.

00:19:33: Und ob dann die nächste Generation sagt sie will das auch machen?

00:19:36: Hoffentlich ist es deren bewusste Entscheidung und kein auferlegter Zwang

00:19:42: Weil es ist ja schon so, dass die Krise im Biomarkt aktuell so hart ist das andere Familienunternehmen nach zweihundert-dreihundert Jahren jetzt tatsächlich auch aufgeben mussten.

00:19:52: Ja und oft ist das getrieben durch also gar nicht so sehr, dass irgendwie der Markt weggebrochen ist.

00:19:57: Das gibt es auch Regionen wo wirklich Prauereien erleben weil sich vieles verändert, dass dann auf einmal nicht zwei drei Prozent im Jahr sondern zehn zwölf Prozent wegbrechen und das macht natürlich alles.

00:20:09: ganz oft sind's aber einfach Investitions Entscheidungen.

00:20:12: Unser Geschäft besteht wesentlich oder hängt wesentlich davon ab, ob wir bereit sind in Technologie zu investieren.

00:20:20: Also alkoholfreies Bier ist ein gutes Beispiel.

00:20:22: Null, null kann man nur herstellen wenn man sich die dafür notwendigen Anlagen kauft, die das können und das kostet viel Geld.

00:20:31: Und dann stehen Menschen vor Entscheidungen.

00:20:33: gehe ich zu meiner Bank nehme mich einen Kredit auf um mir diese Anlage zu kaufen um weitermachen zu können Hör ich auf.

00:20:41: Der dritte Weg ist natürlich noch der Verkauf an den Konzern, an dem Braukonzern was ja auch in Deutschland oft schon passiert ist und es gab eine Konsolidierungsferde, die bestimmt von vor zwanzig Jahren angefangen, dass viele kleine Brauereien vom großen Braukonzern aufgekauft wurden und dadurch hat man in Deutschland zwar das Gefühl einer sehr bunten Bierlandschaft gegenüberzustehen aber tatsächlich sind das sehr viel weniger Betriebe, die hinter den vielen Marken stehen.

00:21:04: Wie sehen Sie das als jetzt wieder Präsident des Brauerbundes dieser Entwicklung?

00:21:10: Dadurch, dass ich im Sinne von erwähnt das auf europäischer Ebene sehe und auf deutscher Ebene habe ich dann natürlich eine Perspektive drauf.

00:21:16: Und die ist, dass Deutschland da einzigartig ist weil die ganz großen internationalen Großkonzerne haben Deutschland nie konsolidiert.

00:21:26: also ja es gibt Marken wie Heineken und gibt auch ein paar marken wie Becks zum Beispiel.

00:21:31: die sind an einem Großkonzernverkauf einen Internationalen Groß Konzern verkauft worden aber Sie gehen nach Österreich oder sie gehen nach Frankreich, oder sie geht nach Polen.

00:21:41: Dort haben diese großen internationalen Konzerne einen Marktanteil von sechzig-siebzig Prozent in Deutschland und einen Marktantall von fünfzehn.

00:21:50: Die ganz großen Marken in Deutschland sind familiengeführte Unternehmen – teilweise sehr große Unternehmen, teilweise Staatsunternehmen wie das Hofbräuhaus.

00:22:02: aber grundsätzlich sind es familien geführte Unternehmern Und ich glaube, es wird auch so bleiben.

00:22:07: Weil das ist die Kehrseite der Medaille weil wir sehr viele Pro-Reihen sind.

00:22:12: Wir haben vorhin über den Lebensmitteleinsland gesprochen und sehr effizienter Strukturen.

00:22:16: Deutschland ist kein Land in dem man mit Bier sehr viel Geld verdienen kann im Vergleich zu Brasilien oder Thailand oder Afrika.

00:22:25: Das heißt, die internationalen Konzerne investieren im Moment relativ wenig in Europa und investieren eben im Ausland aufgrund von Europäischen und anderen Rahmenbedingungen.

00:22:35: Deswegen ist Deutschland da ein... Besonders, es ist wirklich immer noch deutsches Familienunternehmen was in Deutschland mit der Bierbranche unterwegs ist.

00:22:45: Herr Weber vielen herzlichen Dank dass Sie mit uns heute über Bier gesprochen haben.

00:22:48: Herzlich gerne!

00:22:54: Wir haben es also gehört, Bier isst eine Branche mit Schwierigkeiten.

00:22:58: Das ist nur wirklich keine neue Geschichte für uns als Wirtschaftsjournalisten.

00:23:02: Wir beschäftigen uns seit Jahren mit Industrien und ganzen Wirtschaftszweigen, die sich neu erfinden müssen weil ihr ein gestammtes Geschäft schrumpft oder zumindest nicht mehr so funktioniert wie früher.

00:23:12: Was macht man als Unternehmer in so einer Situation?

00:23:15: Einmal das kleine BWL einmal eins kosten runter, effizienter werken, sich stärker auf profitable Bereiche konzentrieren Neue Märkte suchen, dass Sortimentveränder neue Kundengruppen erschließen Vielleicht ein neues Geschäftsmodell daneben stellen oder wenn es ganz grundsätzlich wird, tatsächlich pivotieren.

00:23:33: Und man kann natürlich versuchen das eigene Produkt neu aufzuladen.

00:23:36: Neue Produkte entwickeln andere Zielgruppen ansprechen und vielleicht sogar dafür sorgen dass die Kunden auf etwas ziemlich altbekanntes plötzlich mit anderen Augen schauen.

00:23:45: Genau so was ist tatsächlich in der Bierbranche auch passiert?

00:23:48: In der ersten Hälfte der Jahr zehner Jahre kam die Idee von Craft Beer auch in Europa und Deutschland an.

00:23:54: Die Bewegung hat ursprünglich ihren Anfang in den USA.

00:23:57: Es muss man sehen, dass der Biermarkt im USA einfach auch komplett anders aussieht als der deutsche oder europäische.

00:24:02: da gibt es einige wenige große Paareien die den mit ihren Marken dominieren immer schon und deshalb gibt das in den US eine recht aktive Homebrewing Szene also Menschen die selber zu Hause Bier brauen weil sie was anderes trinken wollen als das was ihnen von der Stange angeboten wird und was eben immer das gleiche ist.

00:24:21: In Deutschland war die Ausgangslage natürlich anders.

00:24:23: Wir haben, meint man zumindest sehr viele Brauereien, tatsächlich haben wir viele Marken und gar nicht mal so viele Braueereien denn da gab es auch schon viel Konsolidierung in der Vergangenheit.

00:24:33: Und auch die vielen Braueren produzieren alle relativ einheitliches Bier sind die großen Bierstilige Pils helles Weizen vielleicht mal Kölsch Und insofern gab es da durchaus Platz für die Craft Brewer, die dann so ums Jahrzehnte herum angefangen haben andere Bierstiele auch auf den deutschen Biermarkt zu bringen.

00:24:50: Das hat eine Weile auch ganz gut funktioniert.

00:24:53: Die haben eine Kundengruppe getroffen, ab dreißigjährige Aufwärtsgutverdienende Menschen und vielen Großstädten, die fanden das interessant.

00:25:01: aber dann kam Corona geschlossene Gastronomie, ausgefallene Veranstaltungen.

00:25:06: Und das hat der ganzen Bewegung dann einen ziemlichen Dämpfer verpasst und ganz viele der neuen Craft Breweries die entstanden waren mussten auch wieder dichtmachen.

00:25:15: Eine Brauerei aber, die das überlebt hat, die gibt es hier in Berlin.

00:25:18: Die heißt Berloh und Katharina Kurz hat sie aus dem Jahr im Jahr ja mitgegründet.

00:25:22: Wie überlebe man denn als vergleichsweise kleine

00:25:25: Brauerei

00:25:26: in einem noch dazu schrumpfenden Markt?

00:25:29: Und wie kann man Menschen, die Bier scheinbar nicht mehr so gerne mögen trotzdem dazu bringen sogar etwas teureres Bier zu trinken?

00:25:37: Liebe Katharina schön dass du heute hier bist.

00:25:39: Hallo

00:25:40: ich freu mich!

00:25:41: Katharina Kraftbier war so, man könnte sagen ein nicht orchestrierte Versuch der Bielandschaft neuen Schwung reinzubringen und vielleicht auch ein bisschen zu pivotieren was Neues zu machen.

00:25:52: Wo sind wir damit angekommen, zehn Jahre nachdem das so angefangen hat?

00:25:56: Wo stehen wir?

00:25:56: Würdest du sagen der Versuch läuft noch.

00:25:59: Hat geklappt oder ist vielleicht sogar gescheitert?

00:26:01: Ja also diese große Euphorie von damals, ne?

00:26:05: Zweitausendfünfzehn und zweitausendssechzehn wo sich wirklich eine richtige Bewegung auch gegründet hat ganz viele neue Beer Startups aus dem Boden geschossen sind.

00:26:15: Das wurde glaube ich spätestens durch Covid relativ wieder im Keim erstickt, aber das war nicht der einzige Grund.

00:26:22: Ich glaube auch viele Bier-Konsumentinnen waren vielleicht noch nicht bereit irgendwie auf diese neue Geschmackswelt und es gab ein riesiges Preisproblem.

00:26:34: Also Bier in Deutschland ist leider einfach viel zu günstig!

00:26:39: Und das waren so verschiedene Faktoren, die das Ganze schon relativ zum Erliegen gebracht haben.

00:26:45: Wir sagen auch gar nicht mehr dass wir eine Craft-Brauerei sind, wir sagen einfach moderne Biervielfalt und ich glaube dafür gibt es aber trotzdem immer noch Platz und viele Menschen die sich von tollem Bier auch begeistern lassen.

00:26:59: Ich hätte ja fast gesagt, ihr seid sogar sowas wie die moderne Dorfbrauereien.

00:27:03: Ist natürlich Berlin kein Dorf!

00:27:05: Aber im Prinzip macht dir genau das.

00:27:06: Ihr kopiert ein ganz altes Erfolgsrezept aus der Brauerei-Welt.

00:27:10: Ihr habt nämlich nicht nur die Brauerei sondern auch ganz viel Gastronomie, die ganz tief verwurzelt ist mit eurem Standort und an eurem standort.

00:27:18: War das immer so die Strategie?

00:27:19: Und glaubst du das ist auch so das Geheimnis des Erfolgesgeheimnisses?

00:27:23: Ich denke schon.

00:27:24: Also war es immer die Strategie nicht wirklich?

00:27:28: Wir sind damals, wir haben unser Flugschiff das Berlo Brew House am Gleistreik damals eröffnet eine Brauerei und ein Gasthaus aus thirty-eight Schiffscontainern gebaut und wir wussten okay wenn wir das machen müssen wir irgendwie auch einen Ort schaffen wo wir Leute für das Bier begeistern können, wo wir sie für unsere Marke auch begeisteren können.

00:27:50: Da dann angefangen auch ein interessantes gastronomisches Konzept zu fahren, nämlich einfach Brauhausküche mal neu zu definieren.

00:27:56: Nicht immer nur die Hachse mit Kartoffelbeilage sondern wir haben auf kreative Gemüseküche gesetzt mit Fleisch als Beilage und das hat uns schon also einfach auf die Landkarte gesetzt.

00:28:09: Also wahnsinnig viele Leute sind auch übers Essen oder einfach nur über den Ort zu uns gekommen damit die Biere entdeckt oder umgekehrt und ich glaube schon dieses Bier braucht Heimat einen Ort zu schaffen, wo man die Marke erlebbar macht.

00:28:23: Das ist wahnsinnig wichtig!

00:28:24: Und ich glaube das hat uns auf jeden Fall sehr geholfen über diese Zeit.

00:28:27: Damit habt ihr vielleicht auch die Gensie geknackt an der sich andere Brauer so die Zähne ausbeißen?

00:28:33: Ja, ich glaub unter anderem aber auch durch unseren Markenauftritt.

00:28:37: also ich finde viele der traditionellen machen immer noch das alte Playbook aus Hopfenmalz und die alten Bilder, tolle Rohstoffe.

00:28:49: Wir haben diesen deutschen Bierkanon, der rauf- und runterdecliniert wird.

00:28:56: Das erreicht die Genzi einfach nicht.

00:28:58: Ich glaube wir haben mit Berlo schon immer, wir sagen immer so challenging Stereotypes.

00:29:06: aufräumen, wie Bier sein muss.

00:29:08: Sondern auch zeigen, wie anders es sein kann und das haben wir durch den Look and Feel von unseren Orten, wie die Biere aussehen, wie wir kommunizieren.

00:29:17: Wir erreichen auch wahnsinnig viele Frauen damit, die sonst eher immer glaube ich auch so ein bisschen vernachlässigt werden.

00:29:25: oder dann muss es irgendwie ein pinkes Bier sein oder besonders leicht schmecken und wir haben das einfach von Anfang an ganz anders mit in unsere Kommunikation aufgenommen.

00:29:34: Jetzt muss man ja als neuer Player in so einem Markt schon irgendwie trotzdem auch schaffen, Bande zu den etablierten Brauereien zu knüpfen.

00:29:42: Wie schwer ist sie das gefallen wenn ihr jetzt ankommt und sagt wir machen vegetarisches Essen im Bau Containern aber er lebt uns zwar als Gästhausbrauerei hat das immer so gut geklappt?

00:29:52: Ja, also wenn wir jetzt über so den Biermarkt sprechen glaube ich schon dass wir da auch ganz gut wahrgenommen werden und viele auch immer so wenn es um Thema Innovationen ging uns schon mal besucht haben und mit uns das Gespräch gesucht haben.

00:30:09: Und gleichzeitig wenn man die Bier trinkt... Wir bekommen jetzt nicht nur die Gen Zee und junge Leute, sondern wir haben eine ganz tolle Bandbreite eigentlich in unseren Gastronomien.

00:30:22: Das war uns auch immer wichtig, dass wir irgendwie nicht zu belehrend oder zu jung daherkommen, sondern einfach offen für alle sind.

00:30:29: Und wenn jemand zu uns kommt und sagt ich hätte ein Bier bitte dann kriegt er einen Helles und wird nicht gleich über die IPAs dieser Welt belehrt.

00:30:36: aber wenn er oder sie Lust hat noch so ein bisschen tiefer einzusteigen, dann geht das eben.

00:30:42: Da haben wir eine ganz gute Balance gefunden.

00:30:46: Ich frage noch kurz nach wer der Wettbewerber-Seite, wie nehmen die euch in den Kreis auf?

00:30:51: Man könnte ja auch sagen, die Bierbranche hat es gerade echt nicht leicht und so wenn man so at stake ist würde es hier Sinn machen zusammenzuhalten und enger zusammenzurücken.

00:31:00: passiert das unter Brauern?

00:31:02: Also es passiert eher unter den, ich würde jetzt mal sagen so Start-ups und kleineren die sich schon eher noch diesen Craftsignent zuordnen.

00:31:14: Man merkt einfach gerade unter den größeren Brauereien da ist gerade ein brutaler Wettbewerb um die besten Objekte, um Regalplätze.

00:31:23: also natürlich trifft man sich dann auf irgendwelchen Brauerveranstaltungen aber da ist man glaube ich fernab von.

00:31:30: wir halten jetzt alle zusammen Sondern das ist schon einfach ein absoluter Wettbewerb, auch um verlorene Hektoliter.

00:31:39: Weil der Biermarkt geht ja seit Jahrzehnten immer weiter zurück und die Stimmung dort unter den traditionellen Brauereien ist gerade im Bierbereich nicht lustig!

00:31:49: Eigentlich

00:31:50: ist es ja eine vertane Chance.

00:31:52: Man hätte ja sagen können diesen Craftgedanken nehmen wir jetzt als ein Qualitätsversprechen und werden unsere eigenen, unsere traditionellen Produkte damit auch ein bisschen auf.

00:32:01: Total!

00:32:02: Aber wenn wir uns mal zum Beispiel den Handel angucken dann steht der Aktionspreis Bierkasten immer noch für neunneunneuenzig dort obwohl in den letzten Jahren alles teurer geworden ist das einfach völlig absurd zu solchen Preisen Bier produzieren und anzubieten zu können.

00:32:19: also ich finde Auch dass das eine vertane Chance war.

00:32:22: Aber ich glaube, da sind jetzt auch insgesamt zu viele ... Auch neben Schauplätze und Einflüsse gekommen mit Inflationen, Coe und insgesamt weniger Alkoholgenuss.

00:32:34: Aber wir sehen da ganz klar unsere Chance.

00:32:37: Wir stellen uns auch im alkoholfreien Bierbereich sehr stark auf und haben da eine Submarke gegründet die einfach Spaß macht und irgendwie ein bisschen mehr Leben in das Thema Bier bringt.

00:32:49: also wir schlagen uns weiter durch diese kleine Nische und werden dadurch hoffentlich größer.

00:32:54: Katharina, vielen herzlichen Dank dass du heute unser Gast warst.

00:32:58: Danke

00:32:58: schön!

00:33:01: Und damit sind wir am Ende unserer Bierfolge.

00:33:04: was nehmen wir mit?

00:33:05: Der Markt wird kleiner da gibt es wenig zu beschönigen und was man wohl auch mit einiger Sicherheit sagen kann die Zukunft der Bierbranche entscheidet sich vermutlich nicht im Festzelt auf dem Oktoberfest sondern dort wo die Brauereien herausfinden müssen, was sie verkaufen wenn Sie mit klassischem Bier immer weniger Menschen erreichen.

00:33:21: Wir danken Ihnen jedenfalls fürs Zuhören und wünschen Ihnen ein schönes Wochenende!

00:33:25: Bis dann.

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