Kommt doch eine Steuererhöhung?
Shownotes
Kurz vor dem CDU-Bundesparteitag liegen gleich mehrere Steuervorschläge auf dem Tisch. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann will den Spitzensteuersatz später greifen lassen, die SPD fordert eine höhere Reichensteuer. Und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist nicht auszuschließen. [01:25]
Reiner Holznagel, Präsident des Steuerzahlerbundes, warnt: „Wir haben ein Steuersystem kreiert, das mehr Leistung bestraft." Er schlägt einen Kompromiss vor, der beide Seiten zusammenbringen könnte. [05:38]
Die Chemieindustrie steckt in der Krise – ausgelöst durch Regulierung und zusätzliche Belastungen. Markus Steilemann, Präsident des Verbands der chemischen Industrie und Covestro-Chef, fordert von der Bundesregierung sofort wirksame Maßnahmen statt Diskussionen über langfristige Klimaziele. Steilemann berichtet, dass viele Unternehmen vor dem Aus stehen: „Der Mittelstand stirbt leise. Da sehen Sie diese Ankündigung nicht. Und das passiert Tag für Tag." [13:32]
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00:00:02:
00:00:11: Das nächste Wahlversprechen.
00:00:13: Eigentlich wurden im Koalitionsvertrag ja Steuererhöhung ausgeschlossen, doch jetzt liegt kurz vor dem CDU-Bundesparteitag gleich mehreres auf dem Tisch.
00:00:20: Was nach einer Steuererhöhungen aussieht?
00:00:22: Ob Reichensteuer oder Spitzensteuersatz ... was will die eigentlich die SPD?
00:00:28: Und wie sehr profitiert eine Alleinverdienerfamilie?
00:00:33: Das fragen wir gleich den Präsident des Steuerzahlerbundes Rainer Holzwagel.
00:00:37: Mit der Chemie-Agenda, will die Bundesregierung der Branche, die in der Krise steckt, helfen.
00:00:44: Strompreise CO²-Steuer Bürokratie?
00:00:46: Was braucht die Chemieindustrie um sich gegen die Konkurrenz vor allem natürlich aus China durchsetzen zu können und außerdem die Arbeitsplätze hier im Land zu sichern?
00:00:55: Das fragen mir Markus Steilemann, den Chef des Verbands der chemischen Industrie und Vorstandsvorsitzender von Covestro.
00:01:01: Ich brauche Keiner, Keiner der uns zählt.
00:01:05: Wie man fast die Love
00:01:06: viertet.".
00:01:07: Der Karneval ist leider vorbei und jetzt beginnt die harte Zeit des Fastens!
00:01:11: Und ich sage Ihnen Helene Bubrowski hat etwas vor was wahnsinnig ist.
00:01:15: darüber gleich mehr an diesem wunderbaren Aschermittwoch den achtzendten Februar.
00:01:26: Friedrich Scholz oder sogar ein bisschen schlechter so jedenfalls ließ es sich nach einer Insaumfrage.
00:01:34: Die Beliebtheitswerte des Kanzlers sind wirklich unterirdisch nach einem knappen Jahr Regierungszeit.
00:01:53: Der Außenkanzler wird ja eigentlich gelobt, aber innen irgendwie scheint er es noch nicht auf die Popularitätsrangliste geschafft zu haben.
00:01:59: Da muss er nachlegen immerhin!
00:02:01: Der Rest der Minister kommt auch nicht gut weg außer Johann Wadefühl.
00:02:04: dessen Instagram-Account muss man sagen wirklich exorbitant gut ist und sehr viel gelobbt wird und Alexander Dobrin der Schritt für Schritt aber ohne großes Aufsehen liefert.
00:02:13: Man kann sich jetzt natürlich fragen, was diese Umfragen wert sind und ob Beliebtheit wirklich in der repräsentativen Demokratie die richtige Währung ist.
00:02:22: Umgekehrt könnte man auch sagen naja in diesen schweren Zeiten müssen Politiker harte Maßnahmen durchsetzen.
00:02:29: Natürlich dafür werben aber auch konsequent sein und eben auch dem Volk die Zumutung nicht ersparen.
00:02:35: Und das könnte eben dann vorübergehend zu einer Einbuße in den Umfragen führen, aber möglicherweise langfristig dazu dass dieses Land auf einen guten Zweig kommt.
00:02:46: Allerdings ist das natürlich die Lage bei Friedrich Merz nicht denn genau das ist ja das Problem.
00:02:50: der mutige Reformer ist er bisher nicht gewesen.
00:02:54: Ja weil ich meine wer beliebt ist wer populär aus kann tendenziell auch mehr umsetzen.
00:02:58: also Die beliebt als werte spielen am Ende auch bei der Durchsetzungsfähigkeit eines politikers eine Rolle.
00:03:03: Jedenfalls ist jetzt vor diesem CDU-Parteitag natürlich die große Chance für Friedrich Merz da, denn er könnte nicht nur mit einem guten Ergebnis und einer starken Rede sondern vielleicht auch mal mit einem Leitantrag in dem tatsächlich steht was eher als CDU-Kanzler Vorrat.
00:03:20: Was er noch innenpolitisch machen will ein großes Thema hat ihm jetzt sein Generalsekretär vor die Füße gelegt und man kann nur hoffen dass er es annimmt nämlich innerhalb dieser Koalition auf eine große umfassende Steuerreform zu bringen.
00:03:32: Die CDU möchte eine Steuersenkung auf breiter Front, also nicht nur die unteren Mittlerinnen sondern vor allem auch die Spitzenverdiener entlasten.
00:03:47: müssen.
00:03:47: Das will die Union nach rechts verschieben, der soll später greifen.
00:03:51: das will die SPD auch.
00:03:53: aber die SPD will oben an dem reichen Steuersatz oder am Spitzensteuersetz was machen um das zumindest teilweise gegen zu finanzieren.
00:03:59: und es gibt Mitglieder des Koalitionsausschusses die vor ein paar Wochen mir vertraulich schon mal gesagt haben wenn wir uns nicht einigen am Ende wird's wie bei Merkel damals und wir erhöhen einfach nur gemeinsam die Mehrwertsteuer.
00:04:09: hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.
00:04:19: Union und SPD haben sich nach vier Wochen Verhandlungen geeinigt.
00:04:23: Bis
00:04:23: zuletzt wurde über die heikelsten
00:04:25: Fragen gestritten, dann
00:04:26: die Einigung Die Mehrwertsteuer
00:04:28: steigt
00:04:40: im Wahlkampf schon gewesen, dass man die breite Mitte entlasten möchte.
00:04:44: Und da ist natürlich eine Erhöhung der Mehrwertsteuer genau das falsche Signal, denn das betrifft alle gleichermaßen unabhängig vom Einkommen.
00:04:51: Da ist nichts mit breiten Schultern und schmalen Schultern sondern alle müssen mehr zahlen in einem Land, in dem die Steuern sowieso schon so hoch sind wobei – das ist ganz interessant wenn man nur auf die Mehrwert-Steuer schaut dann Deutschland gar nicht so ein Hochsteuerland, denn der Deutschland – neunzehn Prozent wie wir alle wissen.
00:05:09: Der EU-Schnitt ist bei Einenzwanzig Komma Acht und Spitzenreiter sind tatsächlich Ungarn mit siebenundzwanziger Prozent, Finnland mit zwanzig Koma Fünf und Dänemark und Schweden mit fünfundzwantig Prozent.
00:05:19: die niedrigsten Sätze sind in Luxemburg mit sechzehnt Prozent also wie früher in Deutschland.
00:05:23: Es ist schon interessant, wobei man in Steuerfragen ja nie einen Punkt mit einem anderen vergleichen kann.
00:05:30: Man muss das Konzept insgesamt sehen und da sind natürlich in anderen Bereichen die Steuern deutlich höher als in anderen Ländern zum Beispiel die Einkommensteuer.
00:05:41: In der Breite und bei den unteren und mittleren Einkommen eine deutliche Entlastung.
00:05:57: Einer, der alles durchberechnet hat also welche konkrete Entlastungen wäre möglich wenn man welches Konzept umsetzt ist der Steuerzahlarbund dessen Präsident jetzt ist bei uns zu Gast Rainer Holznagel.
00:06:07: ein schönen guten Tag Herr Holznagel.
00:06:08: Guten Tag.
00:06:09: ich grüße Sie.
00:06:10: Die CDU eröffnet kurz vor dem Parteitag wieder einmal die Steuerdematte und will zumindest den Spitzensteuersatz später greifen lassen.
00:06:18: Ist das der richtige Weg?
00:06:19: Das ist der richtige Weg und der Vorschlag und der Vorstoß sind absolut notwendig.
00:06:24: Wir sehen, die Wirtschaft steckt tief in der Krise.
00:06:27: Die Maßnahmen, die die Regierung bis jetzt ergriffen hat, sind gut reichen aber nicht aus.
00:06:31: Jetzt muss wirklich die Diskussion losgehen wie es dann auch wirklich aussehen kann?
00:06:35: Und welche Summen auch im Spiel sind?
00:06:37: Achtzigtausend Euro finde ich völlig legitim!
00:06:40: Insofern hat Carsten Lindemann recht, aber jetzt muss auch Substanz kommen.
00:06:44: Wenn man sich den Steuertarif anschaut, Herr Holznagel-Linia-Progressiv.
00:06:47: Gerade zwischen dreizehntausend zu versteuern im Einkommen und knapp siebzigtausend geht er sehr steil nach oben.
00:06:54: Wenn man ihn nur nach rechts verschiebt müsste man ihn auch nicht abflachen.
00:06:59: Herr Brücker Sie sprechen ein Problem an was wir seit Jahren beobachten.
00:07:03: um es kurz zu sagen Wir haben einen Steuersystem kreiert das mehr Leistung bestraft Und das fängt schon beim Mindestlohn an.
00:07:11: Nehmen wir mal die fünfzehn Euro.
00:07:12: Wenn die jetzt realisiert werden, dann wäre das eine Steigerung von ein Euro zehn und am Ende ist natürlich das acht Prozent, aber die Steuer würde um zweiundzwanzig Prozent steigen.
00:07:23: Das heißt viele Beschäftigte haben eher das Gefühl wenn sie mehr verdienen haben Sie weniger in der Tasche.
00:07:27: tatsächlich ist es zwar nicht der Fall aber das Gefühl ist da und das zieht sich durch den ganzen Tarif durch bis hoch zum Spitzensteuersatz wo viele Menschen die in Sindelfingen am Fließband stehen schon mit einem beim im Spitzen Steuersatz stecken.
00:07:41: deswegen ist dieser Tarif alles andere als fair und gerecht und wir müssen daran damit in Leistung sich lohnt.
00:07:46: alle anderen Debatten wie überstundenfrei oder auch die Aktifrente, sind aus meiner Sicht Pille-Palle dagegen.
00:07:53: Sondern wir müssen tatsächlich eine Einkommensteuerreform durchführen damit der ganz normale Otto normal Verbraucher bzw.
00:08:00: Einkommenssteuerzahler das Gefühl hat es lohnt sich!
00:08:03: Im Übrigen ist die Einkommen steuert die Unternehmenssteurer.
00:08:06: für viele kleine und mittelständische Betriebe dann nützt die Körperschaftssteuer nicht und da nützen auch nicht große Absteuungsrum.
00:08:13: Dann lassen Sie uns konkret werden bevor wir zur SPD kommen was wäre der aus Ihrer Sicht Ihres Verbands?
00:08:18: ideale Steuertarif.
00:08:20: Wir müssen insgesamt alle Werte nach rechts verschieben, der Spitzensteuersatz erst ab einhunderttausend Euro.
00:08:26: wir müssen in der Mitte wirklich aufräumen das muss abgeflacht waren.
00:08:30: das heißt der mehr verdient muss auch mehr Steuern zahlen aber nicht überproportional und dass ist genau jetzt das Problem.
00:08:36: Und natürlich müssen wir auch dafür Sorge tragen, dass im oberen Bereich genügend Spielräume da bleibt um eben zu investieren.
00:08:44: Nochmal es geht nicht um Einkommensmillionäre im klassischen Sinne sondern es geht um die betriebliche Steuer des Mittelstandes und deswegen muss man an dieser Stelle wirklich Entlastungen organisieren.
00:08:53: Das heißt aber auch machen wir uns ehrlich Eine solche Reform, wie Sie sie vorschlagen würde wahrscheinlich dreißig Milliarden Euro an Steuerausfällen bringen pro Jahr oder?
00:09:01: Tatsächlich thirty-fünf Milliarden.
00:09:02: Das wären dann knapp neun Prozent wenn wir das Volumen der Einkommens und Lohnsteuer nehmen.
00:09:07: also Neun Prozent stellen wir in Frage Und ich glaube dass das in diesen Zeiten wirklich angebracht ist.
00:09:13: und natürlich muss das gegenfinanziert werden auch im Haushalt.
00:09:16: Wir haben auf der anderen Seite den Höchststand der Subventionen.
00:09:19: Ich finde es unfair Das bezahlen, was einige wenige bekommen.
00:09:24: Aber alle sollen bessere Rahmenbedingungen haben und deswegen muss man auch allgemein an die Steuer
00:09:41: ran.".
00:09:50: Oder man geht doch an den Einkommenssteuersatz, Spitzensteuernassatz, an der heute zweiundvierzig Prozent ist und geht den hoch.
00:09:56: Also wo gäbe es überhaupt eine Chance auf eine Gegenfinanzierung?
00:09:59: oder gibt's die im System sowieso nicht?
00:10:01: Weil man oben nie so viel holen kann wie man in der Breite gibt.
00:10:05: Fünf Prozent der reichsten Einkommensteuerzahler zahlen dreiundvierzig Prozent des gesamten Aufkommens.
00:10:11: Das heißt wenn wir uns die Summen anschauen dann isst oben schon sehr sehr viel Belastung da und auch sehr viel Musik.
00:10:18: Deswegen muss man klar und deutlich sagen, wer oben noch ein Stück drauf tun will der diskutiert nicht vor dem Hintergrund der Einnahmen sondern vielleicht vor dem hintergrund der Fairness.
00:10:28: Und vielleicht um das Ganze besser zu verkaufen.
00:10:31: eine Spitzensteuersatzerhöhung würde niemals eine Gegenfinanzierung erreichen, die im unteren Bereich wirklich wirkt.
00:10:38: Das muss uns allen klar sein.
00:10:40: Gleichwohl erkenne ich an dass das Gerechtigkeitsgefühl der Deutschen dann auch empfindlich gestört ist wenn man nur oben entlastet.
00:10:47: insofern würde ich schon die Diskussion führen beispielsweise den Steuersetz zu erhöhen Wenn ein Einkommen von über eine Million zu versteuern ist.
00:10:56: da kann man durchaus ran.
00:10:57: Die Österreicher machen es auch und Insofern hätten wir denn auch wirklich Spitzenbesteuerung.
00:11:02: Heute fangen wir sehr, sehr früh an bei alt und sechzigtausend Euro zu versteuenden Einkommen.
00:11:07: das ist alles andere als ein Spitzensteuersatz.
00:11:09: Das ist schon fast Durchschnitt und insofern müssen wir hier klar sagen der deutsche Fiskus macht mit der Masse Kasse aber er ist eben am Ende nicht fair und gerecht.
00:11:19: Machen Sie mal konkret was müsste der für einen Steuersatzzahlen der über eine Million jahres Einkommen hat?
00:11:25: Beispielsweise schlagen wir hier vor, dass wäre eine Maßnahme die aus meiner Sicht fair ist aber die nicht zur Gegenfinanzierung der Steuerentlastung davor beiträgt.
00:11:35: Wie
00:11:35: viele Chemnits reiten?
00:11:37: Wir sind hier deutlich unter einer Milliarde um das mal klar zu sagen.
00:11:41: also hier sind wir wirklich nicht in dem Bereich wo man groß was gegen finanziert.
00:11:46: Das ist auch das große Märchen
00:11:49: anders besteuert würden.
00:11:50: und dann... Weil wir
00:11:51: in diesem Bereich immer weniger Unternehmen, aber auch Einzelpersonen haben.
00:11:54: Das ist eigentlich die Wahrheit.
00:11:56: Sondern es geht hier wirklich nur um Fairness, um Gerechtigkeit, um Ausgleich.
00:11:59: das akzeptiere ich, dass nehme ich auch wahr Und das ist auch in Ordnung.
00:12:04: so ein Steuersystem hat auch immer etwas mit dem Empfinden der Gesellschaft zu tun.
00:12:08: Ich glaube auch sehr viele wohlhabende Menschen haben damit gar kein Problem.
00:12:12: Aber der Fokus muss doch in der Mitte liegen Und hier ist ein Märchen, das immer wieder erzählt wird.
00:12:17: Dass wenn man die Mitte entlastet, dass das oben gegenfinanziert wird Das Märchen geht fiskalisch nicht auf.
00:12:22: Machen Sie zum Schluss nochmal einmal Wenn die Union und die SPD mit dieser Rechtsverschiebung käme Was macht das für einen Alleinverdienerpaar Mit zwei Kindern im Monat überhaupt aus?
00:12:31: Worüber reden wir hier also?
00:12:32: Die größte Entlastung haben wir tatsächlich in der Range.
00:12:35: Da haben wir mal zwischen dreißigund sechzigtausend Euro wenn wir Mal Ein monats brutto nehmen.
00:12:40: Zwei Kinder allein verdienen paar viertausende euro denn Haben wir eine Entlastungen von Fünfzehn Prozent, das sind fast vierhundert Euro, dreihundert Achtzig Euro.
00:12:48: Sie meinen dreihundachtzig Euro pro Jahr richtig?
00:12:50: Dreihundertauchzig Euro per Jahr sehr verständlich.
00:12:52: Einen dreißig sieben und sechziums genau zu sein im Monat.
00:12:55: Und
00:12:55: haben Sie auch mal eine Berechnung für eine mögliche SPD-Steuerreform gemacht?
00:12:59: Ich habe jetzt schonmal in Koalitionsform gedacht, dass ist CDU und SPD zusammen.
00:13:04: Linnemann will oben Entlasten.
00:13:06: Klingbeil will unten entlasten und daraus habe ich jetzt mal ein Kompromiss gemacht, nämlich unten und oben wobei oben mehr Mitte ist und das finde ich gut.
00:13:14: also wir sollten den Grundfreibetrag durchaus anfassen aber auch die Rechtsverschiebung beim Spitzensteuersatz und wenn das so ist dann entlasteten wir tatsächlich die Mitte sehr deutlich.
00:13:24: Wunderbar damit kann die große Koalition noch arbeiten.
00:13:26: Ich bedanke mich für diese konkreten Vorschläge und Analysen.
00:13:29: Vielen Dank Herr Holznagel.
00:13:38: Die Chemieindustrie ist in der Krise, in ganz Europa.
00:13:43: In Deutschland laufen die Chemiewerke aktuell nur mit einer Auslastung von siebzig Prozent.
00:13:47: und ändert sich daran nicht schnell etwas sind weitere Job-Streichungen unvermeidbar und mehrere Firmen haben das auch schon angekündigt.
00:13:56: da sollen nun die Chemieagenda zweizigfünfundvierzig helfen die Agenda der Bundesregierung die hier Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen soll.
00:14:06: Man sollte hier zu wett bewerbsfähigen Konditionen produzieren, aber was genau erwartet die Branche eigentlich von der Regierung?
00:14:12: Das fragen wir den Präsidenten des Verbandes der Chemischen Industrie und Vorstandsvorsitzenden von Covestro Markus
00:14:18: Steilemann.
00:14:20: Ein schönen guten Tag Herr Steileman!
00:14:21: Einen schönen Guten Tag an Sie Herr Brücker.
00:14:23: Sie sind ja nun mal eine sehr energieintensive Branche.
00:14:27: das ist Das Thema auch beim Europäischen Rat vergangene Woche zur Wettbewerbsfähigkeit.
00:14:32: Gewesen.
00:14:32: welche konkreten politischen Maßnahmen erwarten Sie eigentlich dieses Jahr noch,
00:14:38: um Ihnen
00:14:39: bei den Energiekosten zu helfen?
00:14:42: Daher zum einen brauchen wir bei einem der zentralen Elemente dem europäischen Zertifikaterhandel oder auch ETS genannt eine erhebliche Erleichterung gegenüber der derzeit geplanten Verschärfungen.
00:14:55: Machen sie das mal konkret was Sie meinen!
00:14:57: Naja, bisher haben energieintensive Industrien zum Beispiel freie Zertifikate zugeteilt bekommen.
00:15:04: Also Emissionsrechte und diese emissionsrechte sollen ja nun deutlich eingeschränkt werden das heißt für die chemische Industrie in Deutschland alleine wenn das so käme wie geplant zu hundert Millionen Euro pro Jahr in zwei tausend sechsundzwanzig zusätzliche Kostenbelastung.
00:15:21: Das ist das eine Thema.
00:15:22: und das zweite Thema welche Benchmarks man zugrunde legt.
00:15:26: Also, wie viele Emissionen werden als der technische Standard festgelegt gegenüber bestimmten Vergleichszeiträumen?
00:15:34: Auch hier gibt es wesentliche Vereinfachungsmöglichkeiten beispielsweise welcher Zeitraum zur Grundlage gelegt wird oder welche Anlagen man zugrunde legt.
00:15:43: Heute ist zum Beispiel geplant in den Benchmark noch gar nicht ein Großtechnik Maßstab verfügbare Anlagen und Prozesse mit in den benchmark einzubeziehen.
00:15:51: all das führt dazu dass wir weiter Wettbewerbsnachteile allein durch Regulierung haben.
00:15:57: Und da erwarte ich, dass die Europäische Kommission endlich die Augen öffnet und sich weniger Bürokratie deutlich mehr Wett bewerbsfähigkeit und einer deutlich weniger feinstreifigen, sagen wir mal Eingriffs- oder übergriffigen Politik hingibt.
00:16:13: Sollte die EU und vielleicht auch damit die deutsche Politik – die Klimaziele, die Klimaneutralität – auch auf das europäische Zwanzigfünfzigerziel verschieben?
00:16:22: Ich bin kein großer Freund von mittel- und langfristigen Zielen, deren Verschiebungen verschärfen.
00:16:29: Was zählt sind sofort wirksame Maßnahmen die deutlich weniger Bürokratie, deutlich schneller Verfahren deutlich strukturellere Reformen endlich nach vorne treiben.
00:16:41: Es ergibt ja keinen Sinn, wenn man ständig langfristige Zieldebatten führt aber schon bei den ersten Schritten klärtlich scheitern.
00:16:47: und das ist eben im Moment das Problem dass es scheinbar auf der europäischen Ebene insbesondere noch nicht angekommen zu sein stand, dass die übergriffige und feinstreifige Politik der Vergangenheit leider Gottes nicht das gewünschte Ergebnis erzielt hat sondern genau das Gegenteil Die deutsche Chemieindustrie ist nicht mehr wettbewerbsfähig aufgrund überbordener Bürokratie, während andere Regionen in Nordamerika aber auch in Asien deutlich bessere Regulierungen, bessere Rahmenbedingungen schaffen oder sogar sehr schnell deregulieren.
00:17:21: Und ich glaube, das muss endlich mal zur politischen Realität gehören auch in Brüssel.
00:17:25: Welche konkrete Strompreis-Spanne vielleicht eine Range braucht denn die Chemieindustrie damit neue Investitionen wieder hier in Deutschland stattfinden können und nicht im Ausland?
00:17:36: Also ganz wichtig ist – und das war auch in der Vergangenheit der richtige Weg – dass die Energiepreise nur ein Teil einer Wettbewerbssägen Gesamtstruktur sind.
00:17:49: Und wenn Sie über Energiepreise konkret sprechen, dann haben wir bereits unter der Vorgängerregierung gesagt alles zwischen vier und fünf Cent.
00:17:58: Abnehmer sind die richtigen Energiepreisniveaus.
00:18:01: Wir haben diese, aber da kommen dann normalerweise noch Netzentgelte, Steuern und weitere Investitionen in Unternehmen dazu.
00:18:08: Das heißt, diese vier bis fünf Cent, die wir teilweise als Erzeugerpreise haben, kommen leider bei den Verbrauchern sowohl im industriellen also auch im privaten Kontext nicht an – und da liegt das große Thema!
00:18:20: Die Ausnahmen für die Energien, den Sie wie Industrie waren ja jetzt schon in den letzten Jahren und fast Jahrzehnten immer vorhanden.
00:18:27: Jetzt soll der Industriestrompreis eure Branche nochmal entlasten?
00:18:30: Was erwarten sie sich?
00:18:32: Na ja wir kommen bei ganz wenigen Unternehmen wo aber wirklich bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, kommen wir in die Nähe von sechs Cent vielleicht sieben Cent.
00:18:42: das Dilemma ist dass viele der mittelständischen Unternehmen Entlastungen nicht profitieren, das ist das eine.
00:18:51: Das zweite ist mittlerweile hat sich diese überbordende feinstreifige und übergriffige Bürokratie so durch das Wirtschaftssystem gefressen dass selbst die Entlastung von Großunternehmen eigentlich kaum noch hilft.
00:19:05: Es ist der richtige Schritt, deshalb muss man den auch konsequent weiterführen.
00:19:09: aber jetzt fehlen eben die großen strukturellen Reformen die die Produktivität in Deutschland und Europa wieder auf ein internationales wettbewerbsfähiges Niveau heben.
00:19:17: das heißt es kommt viel zu spät und viel zu wenig zur Zeit an.
00:19:22: Das hört sich so an, nach dem Motto Klagen ist das Lied des Kaufmannes.
00:19:26: Das hat der damalige Regierungschef in Deutschland immer wieder vorgebracht.
00:19:30: Fakt ist aber dass wir im letzten Jahr allein in Europa zwanzigtausend hoch- und höchstbezahlte Arbeitsplätze in der Chemie für immer verloren haben und weiteren neunzigtausende indirekte Arbeitsplätzen ebenfalls bereits verloren gegangen sind.
00:19:44: In Europa es sind neun Prozent der chemischen Kapazität oder umgerechnet siebenunddreißig Millionen Tonnen Kapazitäten rausgenommen worden, die nicht wiederkommen.
00:19:53: Wir haben mittlerweile seit Jahrzehntzweiundzwanzig eine Versächsfachung der Ankündigung von Schließungen.
00:19:59: also die Zahlen sprechen doch noch eine eindeutige Sprache und da ist für diese feinstreifigen Diskussionen zent rauf oder zent runter gar kein Platz mehr.
00:20:07: wir müssen an grundlegende Reformen zur Produktivitätssteigerung.
00:20:10: können Sie das in absoluten Zahlen mal sagen was am Ende des Jahres Unternehmen aus der chemischen Industrie, aus ihrer Sicht nicht mehr in Deutschland produzieren werden.
00:20:19: Die ist im vergangenen Jahr noch getan haben?
00:20:21: Ich habe jetzt keine absolute Zahl.
00:20:23: wie gesagt es handelt sich um Ankündigungen und der Trend der letzten Jahre zeigt ja eindeutig dass es weiter nach Süden geht.
00:20:30: was die Arbeitsplätze anbelangt und sie konnten ja jüngst lesen das einige nehmen bereits Anlagen Schließungen angekündigt haben.
00:20:37: Amerikanische Unternehmen, die in Europa produzieren auch in Deutschland produzieren und wir hatten auch ein Belgisch-Unternehmen was im Osten Deutschlands produziert hat, die jetzt in die Insolvenz gegangen sind.
00:20:48: das Dilemma ist dass der Mittelstand leise stirbt.
00:20:51: da sehen sie diese Ankündigung nicht und das passiert Tag für Tag.
00:20:54: ich habe mit vielen mittelständischen Unternehmensleitern zu
00:20:57: tun
00:20:58: In meiner Rolle als VCI Präsident die mir sagen du wenn ich könnte würde ich lieber heute als morgen verkaufen oder Produktion verlagern.
00:21:06: Das sind besorgniserregende Zahlen, Herr Steilemann.
00:21:09: Über die Politik haben wir gesprochen.
00:21:11: und eine letzte Frage muss ich noch an den Covestro-Chef stellen.
00:21:14: Dass jetzt Ihr Unternehmen mehrheitlich einem emiratischen Staatskonzern gehört ist das ein Zeichen dafür dass die Chemieindustrie in Deutschland alleine nicht mehr überlebensfähig ist und diese ausländischen finanzstarken Partner braucht um zu überleben?
00:21:32: Ich glaube, es ist eher ein umgekehrtes Signal.
00:21:35: Es zeigt im Grundsatz die chemische Industrie wenn man investiert, wenn man die richtigen Rahmenbedingungen setzt sehr großes Potential hat.
00:21:43: Wo liegt dieses Potenzial?
00:21:44: Das Potenziale liegt insbesondere im Bereich der Innovationen und Materialforschung im hochwertigen Bereich Und es gibt noch einige weitere Faktoren, die für den Standort sprechen.
00:21:56: Ich glaube ausländische Investoren erkennen gerade dass wenn es zu einer Trendwende kommt, die durch die richtigen politischen Maßnahmen eingeleitet werden kann wie groß das Potenzial eigentlich ist.
00:22:06: Das heißt insbesondere langfristig orientierte strategische Investore erkennen zunehmend das Potential Deutschlands.
00:22:13: Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass wir hier unsere Hausaufgaben machen müssen in der Industrie.
00:22:17: Stichwort strategische Konsolidierung, aber auch in der Politik stichwort erhebliche Entlastung in all den zuvor genannten Bereichen.
00:22:25: Vielen Dank lieber Herr Steilermann!
00:22:26: Ihnen danke Herr Brücker!
00:22:37: Helene Warnhoferes.
00:22:38: Michael heute beginnt die Fastenzeit.
00:22:41: Du hast was Radikales vor und wo ich mich vielleicht anschließen werde, du musst mir erst mal erklären, was du
00:22:45: machen willst.
00:22:45: Der langweiligere Teil ist, ich werde ab heute keinen Alkohol trinken für mindestens einmal vier Wochen.
00:22:50: Ich weiß noch nicht ob ich es die ganze Zeit
00:22:51: mache... Lass sich auf dich dann nur überhaupt zu genießen
00:22:52: bist!
00:22:52: So als ihr auch noch nicht so genau?
00:22:54: Aber dann mach' ich noch etwas das ich jetzt einige Jahre nicht mehr gemacht habe aber früher jedes Jahr nämlich eine Woche sogenanntes Wasserfasten
00:23:02: d.h.,
00:23:02: Nichts essen, nichts trinken außer Wasser- und
00:23:05: Kräuter-Tee Und auch keine Hühnerbrühe?
00:23:07: Nein
00:23:08: Das war echt krass.
00:23:08: Wie lange zehn Tage?
00:23:09: Ja, so sieben bis zehn je nachdem aber mir geht's dabei jedes mal
00:23:13: gut.
00:23:14: Was soll der Quatsch?
00:23:16: Ich habe das Gefühl dass es wie als wenn der Organismus einmal runtergefahren wird und neu aufgeladen wird ist eine innere Entschlackung wie man sagt oder wie die Ayurveda Leute sagen also eine Art von alles mal reinigen innerlich und äußerlich eine Zeit der Ruhe, auch der Besinnung.
00:23:36: Man ist dann ein bisschen anders, also nicht schlechter gelaunt überhaupt nicht... Aber man fühlt sich insgesamt leichter und danach hat man jedenfalls für eine gewisse Zeit einer anderen Einstellung zum Essen.
00:23:48: Und das hat mir früher immer sehr gut geteilt.
00:23:49: Das habe ich in den letzten Jahren nicht gemacht!
00:23:52: Jetzt dachte ich jetzt ist es wieder an der
00:23:53: Zeit.".
00:23:54: Ich mache vielleicht mit und erinnere an dieser Stelle an Den großen Martin Heidegger Verzicht nimmt Nicht verzicht gibt.
00:24:01: In diesem Sinne viel Spaß in der Fastenzeit, Helene.
00:24:03: Wir wollen aber auch noch mal kurz schauen auf eine Studie und nicht immer nur über uns selber reden, Michael!
00:24:08: Und das ist nämlich ganz interessant, worauf die Leute am meisten verzichten – seventy-fünf Prozent verzichten in der fasten Zeit auf Alkohol, Süßigkeiten, einundseitig Prozent rauchen, immerhin achtundvierzig Prozent und Autofahren für die Autos an.
00:24:20: zwanzig Prozent fasten das Auto.
00:24:22: Verzichten Sie bitte nicht, liebe Zuhörer und so, am Morgen fünf Uhr Table Today wieder bis dahin.
00:24:27: Tschüss!
00:24:30: Mit Michael Brücker und Helene Bubrowski.
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