Wie schnell kann Deutschland Transfer?
Shownotes
Hans-Hennig von Grünberg, Professor für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam, hält die neue Transferinitiative FAST des Forschungsministeriums für einen Durchbruch. Zwischen fertiger Forschung und marktreifem Prototyp klafft eine Lücke – zu spät für Publikationen, zu früh für Wagniskapital. Die geplanten Transfer-Hubs entlang der Schlüsseltechnologien sollen Forschungsideen und Bedarf der Unternehmen zusammenführen: „Diese Transfer Hubs sind die operative Seele dieser ganzen Unternehmung.“ Dass die Wirtschaft die Hubs nach zehn Jahren allein bezahlen soll, lehnt von Grünberg ab – der Staat solle die Hälfte tragen. [01:42]
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Transkript anzeigen
00:00:02: Table Today – der Inscheider-Podcast von Table Briefings.
00:00:10: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Table Today in der Research Table Edition!
00:00:15: Wir wollen heute, in den nächsten knapp dreißig Minuten mal wieder eine Fokus auf das Thema Forschung, Innovation und vor allem Transfer legen.
00:00:24: Zwei Folgen dazu sind schon gelaufen.
00:00:26: die finden Sie unter den Table Today Episoden.
00:00:29: Mein Name ist Markus Weisskopf Ich bin Redakteur beim Forschungspolitischen Briefing Research Table und bei mir ist mein Kollege Tim Gabel.
00:00:38: Hallo Markus, wir wollen heute darüber sprechen wie es Deutschland gelingen kann nicht nur in der Wissenschaft mit an der Weltspitze zu stehen sondern dann auch die Ergebnisse in Wertschöpfung umzusetzen.
00:00:49: Dafür schauen wir uns die aktuelle Situation an und die Gründe, die Experten sehen.
00:00:54: Warum es in der Forschung klappt und beim Transfer eben nicht?
00:00:57: In der Sendung ist dann später auch unser Gast Professor Hans Hennig von Grünenberg dabei.
00:01:02: Ich will mit ihm unter anderem über den neuen Initiative des Bundesministeriums für Forschung Technologie- und Raumfahrts sprechen.
00:01:09: Die Initiative heißt FAST Und mit ihr will Ministerin Doro Tiber wirklich auch Tempo machen.
00:01:16: Wir sprechen mit Hans-Heinig von Grünberg darüber, ob er uns das Potenzial zu einem wirklichen Gamechanger im Bereich des Transfers hat.
00:01:24: Ich bin gespannt was er davon hält und welche Tipps er vielleicht dem Ministerium und der Ministerin dann auch noch mit auf den Weg geben will.
00:01:31: Wir freuen uns auf jeden Fall dass Sie uns heute eingeschaltet haben.
00:01:34: am Samstag, den zehnten Oktober legen wir los!
00:01:53: einen wettbewerbsfähigen
00:01:55: Mittelstand.
00:01:57: Wir haben Weltmarktführer und wir nennen sie zum Teil
00:02:00: Hidden Champions.
00:02:03: Die deutsche Forschung
00:02:05: ist exzellent
00:02:06: in sehr vielen Bereichen, wir haben ein ausgesprochen leistungsfähiges und international sehr anerkanntes Wissenschaftssystem aber wir haben erheblichen Verbesserungsbedarf in der Übersetzung dieser Forschungsleistungen in Produkte und den Dienstleistungen.
00:02:26: Und wir haben Verbesserungsbedarf, in der Wertschöpfung mit neuen Technologien wie etwa mit künstlicher Intelligenz.
00:02:35: Wenn wir diesen Verbesserumsbedarf nicht schnell
00:02:38: ausgleichen,
00:02:39: gefährdet das Mittel-und langfristig
00:02:42: nicht nur
00:02:42: den Wohlstand in unserem Land.
00:02:45: Schlimmer noch ist gefährdet die Sicherheit und letztendlich auch die Freiheit, indem wir in Deutschland Und in Europa, für nun viele Jahrzehnte gewohnt sind
00:02:57: zu leben.
00:02:59: Gut zu leben!
00:03:01: Das war Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Auftaktveranstaltung der Hightech-Agenda vor gut einem Jahr.
00:03:07: Das Problem ist also an höchster Stelle erkannt und die Dringlichkeit der deutschen Probleme mit dem Transfer offensichtlich auch.
00:03:14: Die Diagnose ist aber nicht gerade neu – solche Forderungen gab es immer wieder.
00:03:20: Deutschland schafft es offensichtlich nicht hier aufzuholen.
00:03:23: Das zeigen leider auch die Zahlen.
00:03:26: Deutschland liegt weltweit bei den F&E-Ausgaben auf Platz vier, ist aber bei den global dominierenden Tech-Konzernen praktisch nicht vertreten.
00:03:36: Mehr als dreißig Milliarden Euro öffentliche Forschungsausgabe pro Jahr treffen auf vergleichsweise wenig forschungsbasierte Wachstumsunternehmen Und die Innovationsaktivität der Unternehmen sinkt seit über fünfzehn Jahren.
00:03:50: Das heißt immer weniger Unternehmen bringen neue Produkte oder Prozesse hervor, vor allem auch im Mittelstand und das ist ja eigentlich genau der Treiber der deutschen Wirtschaft über Jahrzehnte hingewiesen.
00:04:01: Wir sehen natürlich auch wenn wir auf die Börse schauen unter den weltweit wertvollsten Technologiekonzernen stammt kein einziger aus Deutschland obwohl Deutschland eben zu den großen und größten Forschungsnationen gehört.
00:04:14: Tim, was sind denn die Gründe dafür, die die Experten benennen?
00:04:17: Eigentlich kennt man dir zu genügen und hat ja auch oft genug gehört.
00:04:21: Die Gründe sind vielfältig aber am häufigsten wird von den Experten eigentlich das fehlende Risikokapital genannt.
00:04:26: Deutschland verfügt über einen deutlich kleineren Venture Capitalmarkt als zum Beispiel die USA oder Großbritannien.
00:04:34: gerade in der Wachstumsphase ziehen viele Startups ins Ausland oder werden von ausländischen Investoren übernommen.
00:04:42: Und auch in den neuen Industriefeldern wie KI, Plattform, Ökonomie, Biotechnologie oder Quantentechnologien fehlt es Deutschland an der entsprechenden Dynamik und es entstehen da einfach zu wenige neue Unternehmen.
00:04:55: Die Bestehen, die es gibt, wachsen so langsam.
00:04:57: Okay, ja klar!
00:04:58: Die Bundesregierung kann natürlich die Investoren nicht einzeln zu mehr Investitionen bitten... Aber über den Zukunftsfonds oder auch über die Vini-Initiative will man für mehr Risikokapital sorgen.
00:05:09: Man will auch versuchen, regulatorische Hürden abzubauen und Anreize zu schaffen damit mehr institutionelles Kapital in Wagniskapitalfonds fließt also zum Beispiel Geld von Versicherungen oder auch Pensionskassen.
00:05:22: Da sind sie jetzt nicht.
00:05:25: die aktuellen Bundesregierung sondern die Ampel hat da auch schon Initiativen gestartet.
00:05:29: Jetzt will die aktuelle Merzregierung das aber noch beschleunigen und über die Hightech-Agenda auch gezielt Technologien fördern, die dann eben Grundlage für neue Industriefelder sind.
00:05:40: Also KI, Quanten, Biotechnologie – ich habe sie gerade genannt – bleibt das große Problem eigentlich trotzdem noch da.
00:05:47: Und zwar der Schritt heraus aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in die Industrie und dann eben in Startups und Scaleups.
00:05:55: Hier hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten trotz einiger Anstrengung aber immer noch nicht so wirklich viel getan.
00:06:02: Das, obwohl schon vor twenty-fünf Jahren der Transfer vor allem in die Wirtschaft als Third Mission neben Forschung und Lehre getreten ist.
00:06:10: Die Hochschulen haben das ja als vierte oder dritte Aufgabe dazubekommen.
00:06:15: Zusätzliche finanzielle Mittel gab es allerdings nur wenige.
00:06:19: Und ja, viele von denen die uns jetzt zuhören, die kennen vermutlich das Existprogramm des Wirtschaftsministeriums.
00:06:25: Dass er auch gerade in Richtung Transfer und Ausgründung wirken sollte.
00:06:31: damit sollten eben zum Beispiel Gründungsberatungsstellen an Hochschulen unterstützt werden aber immer mit der Maßgabe dass diese dann ihre Angebote mit den eigenen Mitteln dann verstetigen.
00:06:41: Das hat, wie erwartet dann nur so halbgut geklappt.
00:06:45: Die Hochschulen haben ihr Geld weiterhin eher in andere Dinge gesteckt.
00:06:49: und als dann vor zwei drei Jahren das Existpotenziale Programm gestoppt wurde war natürlich der Aufschrei groß.
00:06:57: man hatte nicht vorgesorgt und die Projektmittel fließen nun nicht mehr in dem Maße, wie man es gewohnt war.
00:07:03: Stattdessen wurde mit dem Geld der Start-up Factories Wettbewerber ausgerufen.
00:07:08: Da mussten sich regionale Verbünde bewerben und Voraussetzung für die Förderung war, dass sich die Wirtschaft in gleichem Maße beteiligt.
00:07:16: Also auch sozusagen sich mit bewirbt.
00:07:19: kann man da schon von einer Art Umdenken sprechen Markus?
00:07:22: Ja eine gewisse Weise schon also vor allem eben was die Beteiligung der Unternehmen angeht.
00:07:27: ich glaube Im Moment wird so manchem klar, dass das eben kein nice to have mehr ist dieser Transfer.
00:07:35: Das ist nicht etwas wo man mal schaut was rauskommt sondern dass es essenziell für unseren Standort ist.
00:07:42: Das haben wir ja gerade vorhin auch gesehen.
00:07:44: wenn's dort keine Bewegungen gibt und da keine Innovationen gibt dann fehlt die Wertschöpfung dann fehlt eben auch der Wirtschaftswachstum.
00:07:51: Und gerade in dieser Transformationsphase der Wirtschaft in der wir uns gerade befinden sind wir auf Innovation angewiesen und die können heute auch nicht nur langsam und inkrementell vor sich gehen, wie das vielleicht Jahrzehnte funktioniert hat.
00:08:05: Das muss jetzt eben in dieser Phase auch schneller und disruptiver
00:08:09: werden.".
00:08:10: Genau und dazu hat sich das Forschungsministerium ein weiteres neues Instrument überlegt – du hattest es schon erwähnt!
00:08:18: Es ist fast eine neue Transferinitiative.
00:08:22: Was steckt denn überhaupt dahinter?
00:08:25: Der FAST steht für Forschung, Ausgründungen, Skalierung und Transfer.
00:08:30: Und der Kern dieses Programms sind neue Transfer-Hubs entlang der Schlüsseltechnologien und eben ein digitaler Transfermarktplatz.
00:08:40: Das Forschungsministerium stellt dafür nach eigenen Angaben jährlich rund fünfzig Millionen Euro bereit und ja es soll alles schneller werden mit deutlich weniger Bürokratie.
00:08:49: das ist vielleicht noch wichtig dass es nämlich auch eine der großen Hürden für einen erfolgreichen Transfer.
00:08:54: Aber ich will das jetzt auch gar nicht zu sehr ausbreiten hier, weil wir haben nämlich einen Gast bei uns der sich die neue Initiative nochmal sehr viel intensiver angeschaut hat als wir das vielleicht getan haben und damit seiner Expertise sicherlich auch einiges dazu sagen kann.
00:09:16: Hans Hennig von Grünberg ist Professor für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam.
00:09:22: Schön dass Sie mit dabei sind!
00:09:24: Ja vielen Dank, danke schön Ja, von Grünberg.
00:09:27: Wir haben jetzt gerade davon gesprochen dass beim Thema Transfer doch so einiges noch nicht ganz gut funktioniert das dann auch einige größere Baustellen offen sind vor allem auch wenn man dann darauf schaut wie es von den Forschungseinrichtungen von den Hochschulen in Richtung Unternehmen geht wie da der Übergang so ist.
00:09:49: was möchte Forschungsministerin Dorothee Bär
00:09:53: Fast-Programm,
00:09:54: das wir jetzt gerade schon angesprochen haben anders machen.
00:09:58: Ja, das ist eine glaube ich ganz hochgradig interessante Initiative.
00:10:02: Fast steht ja für Forschung Ausgründungsskalierung und Transfer oder schon dieser ehrgeizige Titel zeigt dass es wirklich in die Breite wirken will und es schließt eine fundamentale Lücke.
00:10:13: Transferblockade nenne ich das immer in unserem deutschen Wissenschaftssystem und deutschen Innovationssystem.
00:10:19: Wir haben es da mit diesem Valley of Deaths, dem Tal des Todes zu tun.
00:10:23: Das heißt hier sind in Deutschland sehr gut darin Forschung zustande zu bringen und zwar bis zur einer bestimmten Reifestufe der Reifstufe III wo im Grunde gezeigt wird ist funktioniert das Proof-Of-Concept ist erbracht aber wir schaffen's dann eben nicht hin bis zu der Reife Stufe VI wo der funktionsfähige Prototyp gebaut wird.
00:10:44: Da sind die Entwicklungsphasen.
00:10:46: diese Lücke Transferlücke in unserem System verhindert eben, dass gute Wissenschaft auch wirklich zu guter Innovation wird.
00:10:54: Und dieses Problem wird jetzt durch diese Fast-Initiative endlich mal adressiert und damit ist es auch so etwas wie eine amtliche Bestätigung des Problems ja?
00:11:05: Es war ja im Grunde so das dieser Transferlücke von niemanden gesehen wurde.
00:11:09: sie war immer schon da und sie war strukturell unterversorgt.
00:11:13: Das ist eine Phase in der Reifelstufen-Skala, die für die Wissenschaft nicht mehr interessant ist, weil da keine Publikation mehr geschrieben werden kann.
00:11:25: Da kann keine wissenschaftliche Karriere mehr mitgemacht werden.
00:11:28: Und es ist für das private Wagniskapital noch nicht interessant!
00:11:33: Dass sich der Staat nun verantwortlich fühlt für diese Lücke – und diese Lücke gezielt zu schließen versucht Das erscheint mehr der Durchbruch bei dieser FAS-Initiative.
00:11:44: Sie sind regelrecht begeistert von diesem Konzept, dass das Forschungsministerium da auch vorgelegt hat von dieser Transferinitiative.
00:11:54: Wie soll denn das genau funktionieren diese Lücke jetzt zu schließen?
00:11:58: Ich habe sozusagen ein Schaubild gesehen.
00:11:59: Da ist ein Drichter zu sehen in den die Ideen reingehen und dann immer mehr ausgefiltert werden raus gefilterd werden.
00:12:07: Vielleicht können Sie nochmal die Funktionsweise kurz beschreiben, was die Idee eigentlich dahinter ist.
00:12:12: Ja eine Tat da ist so ein mehrstufiger Trichter das heißt man fängt breit auf und dann führt man die Ideen langsam die Reifestufen hoch.
00:12:21: Das heißt man hat zunächst eine Phase der Orientierung, wo man sagt hier sind die Ideen schon mal da.
00:12:27: Die können wir mal ausprobieren in einem Machbarkeitsstudio machen.
00:12:30: das muss schnell und bürokratieabend gehen.
00:12:31: es gibt so ne kleine Anschubfinanzierung das nennen sie dann Minigrads bis zu twenty-fünfzechtausend Euro für maximal sechs Monate damit man überhaupt mal in diesen Transferhubs über die wir gleich noch sprechen werden anfangen kann.
00:12:44: höhere Phase, die reife Stufen vier bis sechs.
00:12:47: Die Validierungsphase.
00:12:48: da gibt es also Geld in den sogenannten Transfersprins für die Prototypen Entwicklung und gleichzeitig gibt es diese Innovation Fellowships das heißt Es soll zu einem zeitweisen Personalaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kommen.
00:13:03: Und dann gibt es sogar wenn man wirklich so gut ist dass man auch diese Phase erfolgreich durchläuft, soll es noch eine Marktworbereitungsphase geben.
00:13:13: Also die Reifestufen sechs bis acht.
00:13:16: Das wird dann im wettbewerblichen Vergleich zwischen allen Transferhubs geschehen und dann soll eben ist eine Finanzierung bis zu eins Komma fünf Millionen Euro geben um das dann wirklich truch zu skalieren.
00:13:27: Das heißt man bedient eben mit diesem mehrstufigen Trichter alle Phasen wild sammeln und will dann auch wirklich die Leute bis zum Markt hinführen.
00:13:37: Und was mir sehr wichtig erscheint ist, dass man eben dieses Fail Early Prinzip implementiert hat.
00:13:42: Es sollen viele anfangen und es soll nur wenige in die zweite Stufe kommen oder noch weniger in die dritte Stufe kommt.
00:13:47: Das heißt, man wird relativ schnell in den Trichter aufgenommen aber man fliegt natürlich auch mit großer Wahrscheinlichkeit wieder raus.
00:13:54: Fail early im Prinzip halt.
00:13:55: ich finde sehr, sehr gute Idee.
00:13:57: Ja das ist genau so ein bisschen eine Veränderung des Denkens letzten Endes in der Förderung ja auch eines Ministeriums wirklich zu sagen okay ne es gibt jetzt eben kein Projekt hier dass wir auf drei oder sogar vier Jahre fördern Sondern die Förderung, die funktioniert schneller geht aber auch kürzer und es gibt eine klare Abbruchkante.
00:14:16: Und wenn gewisse Volksindikatoren eben nicht so aussehen wie sie aussehen sollen dann wird das Ganze auch abgebrochen.
00:14:23: Absolut Herr Meiskopf genau!
00:14:25: Das finde ich auch so toll.
00:14:27: ist es eben nicht um dass Sie die technische Reife eines Produktes ganze Zeit betrachten und voraussetzen in Ihrer Forderung sondern Sie sprechen eben auch davon Wie steht es mit der Teamkompetenz aus?
00:14:38: Was ist davon Marktbedarf, wie gut ist das Geschäftsmodell ausgereift.
00:14:41: Wie funktioniert die IP-Sicherung?
00:14:43: Das heißt sie haben so einen gesamtheitlichen Blick und nur dann wenn wirklich alle diese Kriterien erfüllt sind wandert man auch weiter.
00:14:49: Und die zweite große neue Denke schalten wir dass Sie eben einfach sagen Es ist ein proaktives Programm!
00:14:55: Es ist nicht etwa dass man sagt hier ist meine Idee ich bewerbe mich in einem ganz normalen klassischen Antragsverfahren wie bei allen anderen Förderprogrammen sondern man sagt Proaktiv Guckt mal, hier und dort gibt es diese Forschung, die passt zu den Bedarf.
00:15:08: Man geht also vom Bedarf aus und sucht nach einer guten Forschungsidee, die man dann systematisch an den Trichter heran
00:15:16: führt.".
00:15:17: Und das alles sollen die Transfer-Hubs – die haben Sie ja gerade schon angesprochen – dann organisieren?
00:15:22: Die sind entlang der Sechs Schlüsseltechnologien organisiert, die wir aus der Hightech-Agenda der Bundesregierung ja schon kennen.
00:15:30: Also KI, Mikroelektronik, Quanten... Kernfusion beispielsweise, aber auch die neutrale Mobilität.
00:15:38: Ist das eine gute Idee, das so thematisch dann auch zu fokussieren?
00:15:43: Absolut!
00:15:45: Ich halte das fast für die beste Idee.
00:15:47: Man kommt von dieser diffusen Themenoffenheit weg und sagt lasst uns mal konzentrieren auf all das was uns in der Hightech-Agenda schon wichtig war also diesen Mut zu haben sich auf wenige Felder jetzt zu fokusieren.
00:16:00: Statt diese ausgestreckten Arme kommt alle her, die ihr mühselig und beladen seid.
00:16:05: Wir fördern euch!
00:16:06: Das soll es nicht geben sondern ganz
00:16:08: gezielt
00:16:09: ein Transferstruktur aufbauen von der öffentlichen Hand getragen, die hinführt auf die Hightech-Agenda Schlüsseltechnologien.
00:16:20: Wirklich gute Idee.
00:16:21: und dass man sozusagen da so strukturell dran geht.
00:16:24: Und das so abstimmt mit anderen Programmen, und diese Zersplitterung an der wir ja auch leiden also die gesamte Förderlandschaft ist sehr zersplittert, dass man dagegen anarbeitet und sich jetzt wirklich versucht zu konzentrieren auf wenige Felder.
00:16:37: und da es dann auch richtig gut macht Ja, also diese Transferhubs sind die operative Seele dieser ganzen Unternehmung.
00:16:45: Sie sollen eben nicht für eine Region gelten sondern für einen Technologiefeld.
00:16:49: sie sollen regionübergreifend Impulse geben, sie sollen das Scouting betreiben, sie soll den Bedarf der Unternehmen kennen, sie wollen das Matching durchführen und sie sollen die Innovationsteams begleiten so ein bisschen in Form von Sparring Partners.
00:17:05: Ihnen springt zur Seite ein Service Desk das Zentral für alle Hubs gearbeitet.
00:17:10: und was dann die Bürokratie, die Administration übernimmt so dass diese Transferhubs nicht mit diesen Nicklichkeiten des Fördergeschäfts beschäftigt sondern sich wirklich auf das Begleiten des Coaches.
00:17:22: das Management konzentrieren kann.
00:17:24: Ja, von
00:17:24: Grünberg darf ich ganz klar... Ich glaube, dass ist ja nochmal ein ganz wichtiges Merkmal auch dieser Verarshtransferinitiative.
00:17:32: also wir haben ja schon so ein bisschen über die besonderen Merkmale auch gesprochen, dass man die frühe Abbruchkannte hat und so weiter.
00:17:40: aber auch da es jetzt die Wirtschaft zu stark mit reingezogen wird halt ich ja für sozusagen noch mal etwas besonderes was bisher eher weniger der Fall ist Vielleicht bei den Start-up-Factories, die das Wirtschaftsministerium vor zwei oder drei Jahren gestartet hat.
00:17:54: Da ist ja auch die Idee mit drin.
00:17:56: Das hat man jetzt quasi auf die Transferhubs übertragen.
00:17:58: Die Transferhups müssen auch eine Co-Finanzierung aus privaten Mitteln mitbringen und sie haben ja vorher berichtet dann auch wenn es in den Richtereien geht spielen ja auch Austausche, enge Beziehungen mit dem Unternehmen eine große Rolle.
00:18:13: Hat man das ein bisschen zu spät erkannt, dass eigentlich die Wirtschaft richtig mit rein muss da?
00:18:18: Wenn ich zum Beispiel die Programme in der Schweiz sehe wie die das organisieren.
00:18:23: Die haben von Anfang an ein sehr starkes Commitment der Unternehmen, die sie da einfordern und zum Beispiel werden Unternehmen auch gar nicht gefördert.
00:18:32: hat man das in Deutschland ein bisschen später erkannt dass man sich da nochmal umorientieren muss.
00:18:36: Ja,
00:18:36: sagen wir mal in der Art und Weise wie man es macht nicht?
00:18:39: Das ZIM-Programm Zentrale Innovation im Mittelstand ist ein altes Programm was schon lange bei uns läuft und einen großen Umfang hat, fünfhundert Millionen gehen da rein jährlich.
00:18:49: und das geht da um Ideen in dem deutschen Mittelstand die mithilfe der Wissenschaft in Gang gebracht werden sollen.
00:18:56: und da sind auch nicht die Universitäten die Hochschulen Antragstelle sondern eben die Unternehmen.
00:19:00: und man kann da eben nur mitmachen bei den Unternehmen.
00:19:03: dass ist ja wirklich eine KMU-Förderung und das funktioniert auch.
00:19:10: Aber es hat eben nie diesen Durchschlag mit dem Effekt gehabt, weil es immer reaktiver und nie proaktiv war.
00:19:16: Dass man jetzt sagt, man geht proaktive vor und dass man sich auf Schlüsseltechnologien konzentriert.
00:19:22: Das kommt mir einfach wie eine größere Nummer vor, das andere blieb dann so in einem kleinen Stecken weiß ich nicht hier mal ein kleiner Unternehmensbedarf da mal ein kleines Unternehemsbedarf sondern mal richtig auch den Anstrengung machen Strukturen aufzubauen die ins große Zielen.
00:19:35: und da habe ich eigentlich bei dem Transfer Hubs das erste Mal das Gefühl gehabt dass könnte klappen das könnte wirklich etwas großes werden.
00:19:42: wir kommen von dieser kleinen incrementellen Innovationen.
00:19:46: verbunden wird mit dem Mittelstand, der sich dort hier noch eine kleine Verbesserung wünscht.
00:19:51: Diese MiTec-Falle, davon müssen wir mal wegkommen und uns eben auch wirklich richtige größere Innovationen
00:19:59: zutrauen.".
00:20:00: Also strategischer soll es werden und disruptiver und schneller?
00:20:05: Dazu gehört ja auch sozusagen vielleicht ein weiteres Merkmal – wir haben ja schon ein paar beschrieben dieses Fastprogramms, das Sie ja auch herausgehoben haben Bürokratiearm werden.
00:20:17: Also das BMFTR schreibt ja schnell und Bürokritiearm, da soll vor allem der Service Desk dann organisieren auch.
00:20:24: Das haben Sie ja schon beschrieben im Hintergrund und den Transferhubs dass auch abnehmen.
00:20:29: in seinem Konzept.
00:20:29: Schreibt das BMFTR sogar, das soll die Abstimmung mit dem Finanzministerium und dem Bundesrechnungshof geschehen.
00:20:37: ich möchte gerne so glauben nach dem vielen, dass ich in den letzten Jahren ja auch gesehen habe was in diesem Bereich so läuft.
00:20:45: Bin ich da noch ein bisschen skeptisch?
00:20:47: Was macht sie vielleicht optimistisch das hier bei Fast klappen kann?
00:20:53: Ja,
00:20:53: dass man eben einfach mit der Struktur und der Ausschreibung der Strukturen schon anerkannt hat, dass es nicht nur Förderbescheide gibt die unterschrieben werden müssen und nicht nur Anträge die beguckt werden müssen sondern dass ist eben Viel dazwischen gibt dieser Transfer Hub, die Leute, die dann dort arbeiten.
00:21:11: Die machen jetzt nicht Bürokratie sollen, die sollen wirklich die harte Arbeit des Transfers machen.
00:21:17: Jeder tut so als ob sich das alles von selbst einstellen würde.
00:21:21: aber wenn man sich mal anguckt wie Entwicklungsarbeit in der Industrie organisiert wird ist einfach viel drum herum was man erstmal zusammenbringen muss.
00:21:30: Ich glaube, die Struktur der Transferhubs ist so.
00:21:33: Die Leute in den Transferhups machen wirklich das Matching und bringen die Ideen zu den Ideengebern oder die Bedarfe zur Ideen und organisieren sozusagen die verschiedenen Phasen dieses Funnels.
00:21:49: bedeutet, weiß ich Buchhaltung und Geld überweisen.
00:21:53: Und Konten und Wirtschaftsprüfer – das läuft dann alles zentral.
00:21:57: Und dass man überhaupt diese Idee hat, dieser Zweiteilung ist ein Anerkennnis der Tatsache, dass der Transfer sein eigenes System braucht.
00:22:07: Herr von
00:22:07: Grünberg!
00:22:08: Wenn wir jetzt mal so fünf Jahre nach vorne denken….
00:22:12: Woran könnte man eigentlich vielleicht den Erfolg von FAST dann messen?
00:22:16: Was müsste eigentlich passiert sein, in sagen wir mal fünf oder vielleicht zehn Jahren.
00:22:20: Damit sie am Ende sagen ja Mensch das war eine gute Idee und dass ist auch wirklich gut umgesetzt worden und es hat uns ein Stück nach vorne
00:22:27: gebracht.".
00:22:27: Also das erste Mal müsste es im Universitären, im hochschulischen System zu spüren sein.
00:22:33: man müsste eben bei Doktoranen der letzten Phase einfach vor der Kaffeemaschine hören, dass Sie über die Transferhabs reden Also in dem Augenblick sowieso etwas wirklich in das akademische System hineinsickert und die Leute über den Transfer sprechen, dann war das ein Erfolg.
00:22:51: Sie sprechen heute Übergründung und wir sprechen über irgendwelche akademischen Karrieren aber über die ganze Transfergeschäft was es da noch gibt spricht man eben gar nicht.
00:23:00: Und wenn wir uns dieses Wort Transferexzellenz mal vornehmen und sagen wie machen wir eigentlich ein System?
00:23:06: neues System, wo zwischen der Wissenschaft und dem Produkt eben ein Transfersystem als Zwischensystem aufgebaut wird.
00:23:16: Und das soll Exzellenz sein, wenn wir uns das zur Aufgabe machen, dann merken wir dass wir einen Schritt vorangekommen sind, wenn die Leute schlicht und einfach im akademischen System darüber sprechen.
00:23:24: Das zweite ist diese Ausschreibung hat ja sozusagen seine eigenen Kontrollparameter nicht.
00:23:30: da wird ja von einer fünfzig Prozentigen privaten Co-Finanzierung gesprochen.
00:23:35: damit möchte man absichern, dass die Wirtschaft auch wirklich daran beteiligt ist.
00:23:39: Und es soll dann so sein, dass das eben nach zehn Jahren tatsächlich zu hundert Prozent von der Wirtschaft übernommen
00:23:46: wird.".
00:23:47: Das ist also ein bisschen eine Privatisierung dieses Transfersystems – das sehe ich persönlich übrigens absolut kritisch!
00:23:53: Ich finde, der Staat muss seine Finger da drinnen behalten.
00:23:56: Er muss gleich nicht zu Hundert Prozent einen TransfERSystem finanzieren aber zu Fünfzig Prozent sollte er es finanziert.
00:24:02: Man tut nicht gut, wenn man sozusagen das was die Wissensalmende produziert.
00:24:07: Was der universitäres System produziert so einfach in die Wirtschaft übergibt.
00:24:12: Das funktioniert nicht sondern das Transfersystem, das Zwischentransferssystem von dem ich da träume.
00:24:18: Das sollte schon partnerschaftlich zwischen der privaten Hand und der öffentlichen Hand aufgeteilt sein.
00:24:24: Das würde ich mir schon wünschen.
00:24:26: Insofern glaube ich dass man mit dieser hundert Prozent Finanzierung durch die Wirtschaft Da sollte man nochmal über die Bücher gehen.
00:24:33: Okay, also noch ein kritischer Gedanke zum Ende hin von Grünberg vielleicht ganz kurz noch in eins, zwei setzen wenn Sie dem Forschungsministerium jetzt noch einen Rat geben sollten worauf müsste man besonders achten, wenn man das Ganze jetzt angeht?
00:24:49: Man sollte darauf achten dass man diese Idee, dass es nicht nur die Exzellenz als Steuerungsmechanismus in Deutschland gibt sondern eben auch die Relevanz Dass man ist erträgt, dass man zwei große Steuerungsideen hat.
00:25:04: ELECT EXCELLENCE und RELEVANCE Und das man mit dieser Idee auch lernt umzugehen Auch entsprechend steuern.
00:25:11: Das wäre mein erster Rat.
00:25:12: Der zweite Rat wär eben, dass wenn man jetzt in diese Indikatorik reingeht Die werden da ja viel Geld rein tun Und irgendein Haushälter wird fragen was passiert hier mit unserem Geld?
00:25:22: Dann werden sie für über ihr Geld berichten müssen.
00:25:25: Da muss man eben sehr sorgfältig aufpassen, dass man nicht mit einer kleinteiligen Transferindikatorik den Leuten den Saft abschnürt.
00:25:33: Die gucken schon am Anfang darauf ich kriege hier so und zu viel Geld.
00:25:36: Ich muss das nachher rechtfertigen Und wenn da eine kleinmaschige Indikatorek ist dann fangen sie auch klein maschig anzudenken.
00:25:43: also Man muss eben wirklich großzügig sein Soweit das Haushaltsrecht das zulässt und sagen er gibt das Geld mal aus.
00:25:51: es kommt schon was Gutes bei Rom und eben mit der Art und Weise, wie man die Berichte einfordert.
00:25:57: Und die Rechenschaftsberichte dann auch liest muss man eine gewisse Großzügigkeit walten lassen.
00:26:03: das halte ich für ganz, ganz wesentliche.
00:26:05: Hans-Jennik von Grünberg vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch.
00:26:10: Ich danke Ihnen Herr Weißkopf!
00:26:16: Ja Markus ist das Gespräch?
00:26:17: Das hat ja fast Lust auf eine neue deutsche Gründerzeit gemacht.
00:26:21: selten habe ich einen Experten so positiv über eine neue Initiative dass es Ministerien sprechen hören ob das dann in der Praxis auch zum erhofften Durchbruch führt und wie es unter anderem mit diesem Thema aber auch den Themen Gründungen, Transfer- und Hightech-Agenda weitergeht.
00:26:38: Das lesen Sie jeden Dienstag und Donnerstag im Forschungspolitischen Briefing dem Research Table.
00:26:44: Ja!
00:26:44: Und wir freuen uns natürlich wenn sie nicht nur den Research Table lesen sondern auch beim nächsten Mal hier wieder einschalten.
00:26:51: ab Montag gibt es dann wieder die werktäglichen Folgen von Table Today.
00:26:56: Und jetzt wünsche ich Ihnen erst mal einen schönen Samstag und ein schönes Wochenende.
00:27:01: Tschüss!
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