Wie verteidigungsfähig ist Deutschland? Mit Boris Pistorius.
Shownotes
Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, vergleicht die Reformdebatte mit einem Zug, der nicht losfährt. Vom neuen Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) erwartet Friedrich Merz die Rentenreform noch in diesem Jahr im Kabinett. Den Vorwurf, dem Konflikt auszuweichen, lässt der Kanzler nicht gelten: Er stecke mittendrin in dieser Auseinandersetzung, habe aber nicht die Absicht, zum Liebling der Nation zu werden. [01:37]
Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung, kandidiert nicht für den Vorsitz seiner Partei. Die Sicherheit des Landes lasse ihm dafür keinen Raum: „Ich werde als Parteivorsitzender definitiv nicht antreten, weil ich mit meiner Aufgabe, die Sicherheit dieses Landes zu garantieren, wirklich ausgelastet bin.“ Die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr setzt er auf einer Skala bis zehn bei acht an. Die Kriegsangst in den ostdeutschen Wahlkämpfen führt er auf Wladimir Putins hybride Kriegführung zurück – geschürt mit Hilfe der AfD. [11:50]
Die SPD macht die Union mitverantwortlich für den Rückzug von Bärbel Bas als Arbeitsministerin und Parteivorsitzende. Friedrich Merz soll sie in einer vertraulichen Runde mit Brüsseler Korrespondenten für verschleppte Reformen kritisiert haben. Davon erfuhr SPD-Chef Lars Klingbeil angeblich umgehend. Persönlich sei er nie geworden, sagt Merz – und zweifelt seitdem am Sinn vertraulicher Gespräche. [04:18]
Oliver Kahn, früherer Welttorhüter und heute Unternehmer, hält Gewissenhaftigkeit für wichtiger als Ehrgeiz. Pflichtbewusstsein und Disziplin gehen für ihn in diesem Begriff auf – wer plane und Ordnung halte, komme im Beruf wie im Sport weiter. [11:50]
Table.Briefings - For better informed decisions.
Sie entscheiden besser, weil Sie besser informiert sind – das ist das Ziel von Table.Briefings. Wir verschaffen Ihnen mit jedem Professional Briefing, mit jeder Analyse und mit jedem Hintergrundstück einen Informationsvorsprung, am besten sogar einen Wettbewerbsvorteil. Table.Briefings bietet „Deep Journalism“, wir verbinden den Qualitätsanspruch von Leitmedien mit der Tiefenschärfe von Fachinformationen.
Professional Briefings kostenlos kennenlernen: table.media/testen
Hier geht es zu unseren Werbepartnern
Hol dir deine persönlichen Daten mit Incogni zurück und hol dir 60 % Rabatt auf ein Jahresabo: https://incogni.com/tabletoday
Impressum: https://table.media/impressum
Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
Bei Interesse an Audio-Werbung in diesem Podcast melden Sie sich gerne bei Jan Puhlmann: jan.puhlmann@table.media
Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:10: Ein neuer Arbeitsminister für die Bundesregierung, aber die alten Sorgen.
00:00:13: in dieser Koalition wird zu viel übereinander statt miteinander geredet.
00:00:17: Da kann auch der neue Mann aus Rheinland-Pfalz Alexander Schweizer nicht viel tun!
00:00:22: Es geht also hier heute um den Rücktritt einer viel kritisierten Ministerin einen vertraulichen Hintergrund von Journalisten im Kanzler und einem bösen Verdacht mehr dazu gleich.
00:00:33: Einer der
00:00:33: den nun
00:00:34: frei werdenden Posten an der Spitze der SPD jedenfalls nicht haben möchte, ist der beliebteste Politiker des Landes Borus Pistorius.
00:00:42: Der Verteidigungsminister war gestern zu Besuch beim Arbeitgebertag und sprach zur Lage der SPD und der Nation und war danach bereit zu einem kleinen Interview mit mir wo es vor allem auch um den Personal aufwuchs bei der Bundeswehr und die Resilienz in dieser Gesellschaft ging.
00:00:57: das Interview hören Sie gleich hier.
00:01:00: Wir bleiben heute beim Arbeitgebertag, denn da war richtig viel los.
00:01:03: Nicht nur vier Bundesminister traten auf sondern auch ein... verschnupfter Bundeskanzler, er war erkältet und ein Arbeitgeberpräsident der mehr Tempo anmahnte.
00:01:12: Das Interview mit meiner Kollegin Dagmar Rosenfeldt.
00:01:14: die besten sehen daraus gleich hier bei uns!
00:01:17: Und zum Schluss erfahren wir von niemand geringerem als dem ehemaligen Welttorhüter Oliver Kahn was die deutsche Wirtschaft von Sportlern wie ihn lernen kann und warum die Gewissenhaftigkeit dabei eine besondere Rolle spielt.
00:01:29: Schön dass sie dabei sind an diesem Mittwoch den vierzehnten Oktober.
00:01:38: Es ist Tradition, dass wir im Dialog zwischen dem Arbeitgeberpräsidenten und dem Bundeskanzler diesen Arbeitgebertag eröffnen mit einer Rede von Rainer Durga.
00:01:47: Zur Einstimmung wird ein kleiner Film gezeigt und dann rocken wir den Saal in diesem Sinne.
00:01:52: herzlichen Dank, dass Sie da sind.
00:02:12: Doch die Welt ist nicht stehen geblieben.
00:02:14: Schon wieder eine Wirtschaftskonferenz konnte man denken, schon wieder Appelle, Vorschläge bitten, dass die Probleme in diesem Land doch endlich mal kraftvoll von der Politik angepackt werden sollten!
00:02:26: Gestern tagt der Arbeitgeber in Berlin ein voller Saal mit über tausend Gästen im Kongresszentrum und einen Arbeitgeberspräsidenten, der ja fast flehentlich bittete doch endlich die Probleme in diesem Land anzupacken, die man doch eigentlich inzwischen alle kennt.
00:02:41: Zu viel Bürokratie zu hohe Energiekosten, zu viele Steuern und ein unflexibles Arbeitsrecht.
00:02:49: So jedenfalls die Sichtweise der Arbeitgeber, und dieses Mal war sie ungeduld bei den Vertretern und Gastgebern dieses Tages deutlicher zu spüren als sonst wenn wir mal rein was Rainer Dullger zu Beginn gesagt hat.
00:03:00: Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl?
00:03:03: Sie sind auf dem Weg zu einem wichtigen Termin sitzen im Zug aber der Zug fährt nicht los.
00:03:10: Auf den Nachbargleisen kommen Züge an und fahren wieder ab.
00:03:14: Alles ist in Bewegung
00:03:16: nur Sie
00:03:17: sitzen da und warten.
00:03:21: Meine Damen und Herren, so habe ich mich in den vergangenen Monaten in manchen Reformdebatten gefühlt.
00:03:27: Wir wissen längst wohin es gehen muss.
00:03:29: Der Zeitplan ist eng getaktet aber der Zug fährt
00:03:33: einfach nicht los
00:03:36: Und ich vermute sehr geehrte Herr Bundeskanzler dass sich manche in ihrer Regierung gelegentlich ähnlich gefühlten haben.
00:03:43: wir wissen sie drängen zur Abfahrt andere stehen noch auf der Bremse.
00:03:49: Dabei fehlt es nicht an Erkenntnis.
00:03:51: Wir wissen ziemlich genau, was unser Land braucht!
00:03:54: Wir müssen unsere Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen.
00:03:57: Wir müssen unseren Staat modernisieren wir müssen unsere sozialen Sicherungssysteme stabilisieren und wir müssen einfacher und schneller werden.
00:04:08: Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr, was das Problem oder wann fangen wir an?
00:04:14: Die entscheidamente.
00:04:14: frage lautet Wann erreichen wir endlich unser Ziel?
00:04:18: Der Zug, der nicht losfährt.
00:04:19: Das kennen natürlich viele aber dieses Bild des Trafs ist dann doch.
00:04:23: die Frage, die ich allerdings sofort im Kopf hatte war wer sitzt überhaupt im Führerhaus in diesem Zug?
00:04:29: Wer bremst da wirklich genau?
00:04:31: welche Passagiere sind an Bord und wollen sie eigentlich alle wirklich in die gleiche Richtung?
00:04:36: In den vergangenen Wochen jedenfalls machte die Koalition keinen geschlossenen Eindruck.
00:04:40: Im Gegenteil, ein handfester Streit entzündete sich in den letzten Tagen rund um den Rücktritt von Arbeitsministerin und der SPD-Chefin Berbel
00:04:47: Bas.
00:04:48: Denn Berbel bas so sieht es jedenfalls die CDU hat in den vergange Monaten Reformen verschleppt Und gerade bei Rente und bei den Arbeitszeitgesetzen nicht geliefert.
00:04:57: Dabei habe man allerdings nicht ihre private Situation im Blick gehabt, sondern man habe das Ministerium kritisiert denn immerhin arbeiten dort mehr als tausend Beamte und auch einige Staatssekretäre die selbstverständlich auch Gesetze voranbringen können wenn die Ministerin auch mal nicht in Hause ist.
00:05:14: Die SPD jedenfalls witterte persönliche Attacken auf Ihre Vorsitzenden und Arbeitsministerinnen und sieht die Union mit schuldig an Rückzug.
00:05:22: von Da hat sich was aufgestaut.
00:05:25: Woher kommt das?
00:05:26: Vor allem einen Termin im Kanzleramt ist der Stein des Anstoßes, da gab es eine vertrauliche Hintergrundrunde mit ca.
00:05:33: dreißig Journalisten aus Brüssel.
00:05:35: Hintergrundrunden sind Gespräche wo Politiker sich mal ein wenig offener zeigen dürfen, erklären den Journalisten ihre Sicht einmal jenseits der Kameras.
00:05:45: und warum macht man das damit man jenseitst er.
00:05:48: Interviews, wo jeder auf seine Aussage penibel achten muss mal offen reden kann.
00:05:52: Wie tickt dieser Politiker?
00:05:53: Warum macht er das da wirklich für uns Journalisten ein wichtiges Instrument und kein Demokratie Schädliches wie es ja immer wieder auch mal gerne in sozialen Netzwerken diskutiert wird sondern ein ganz normales Mittel um das Geschehen des anderen Das Handwerk, das politische Handwerk besser zu verstehen.
00:06:10: Einer dieser Hintergrundkreise fand also im Kanzleranstatt.
00:06:13: dreißig Journalistinnen und Journalisten aus Brüssel waren eingeladen Also Europa Korrespondenten und da soll der Kanzler.
00:06:20: Nicht mit Schaumvormut, aber doch klar die Arbeitsministerin kritisiert haben für eben die verschleppten Reformen und erwartet da eben mal auf ein paar Gesetze, die kommen sollten.
00:06:29: Dies wiederum erfuhre angeblich sehr schnell der Vizekanzler in SPD-Chef Lars Klingbeil durch Journalisten im Saal was wiederum zu Anfragen beim Regierungsprecher des Kanzlers führte und am Ende angebliche auch über etwas Unmut beim SPD Chef Lars Klingenbeil über den Kanzler Merz, der in Hintergrundkreisen eben über Berbel-Bars lästert.
00:06:51: Ob es am Ende wirklich genauso war?
00:06:53: Der eine sagt dies, der andere sagt das.
00:06:55: Merz jedenfalls macht klar dass er inhaltlich Kritik geübt habe an seine Arbeitsministerin was sie natürlich immer auch machen darf aber die persönliche Situation der Ministerin nie irgendwo thematisiert haben.
00:07:09: Jedenfalls war er der Kanzler dann wiederum der Meinung, naja wenn man mit Journalisten gar nicht mehr vertraulich reden kann und dies sofort an die SPD weitergegeben wird.
00:07:16: Dann können wir es ja auch gleich sein lassen.
00:07:18: also dicke Luft im kanzleramt und in dieser koalition.
00:07:22: Und so schaukelte man sich wieder einmal auf in den letzten Tagen.
00:07:26: und es gibt durchaus auch noch andere Gruppen, WhatsApp-Gruppen, Chatgruppen wo kein gutes Haar am jeweils anderen Koalitionspartner gelassen wird.
00:07:35: Deswegen umso wichtiger war der Termin gestern des Bundeskanzlers beim Arbeitgebertag.
00:07:39: Man fragte sich wie reagiert er auf die Vorwürfe aus der SPD?
00:07:43: Dagmar Rosenfeld meine Kollegin hat mit ihm gesprochen.
00:07:46: nach seinem Impuls auf dem Arbeitgebertag hören wir mal rein was er ihr gesagt hat
00:07:50: Herr Bundeskanzler, lassen Sie es uns doch mal ein bisschen konkret machen.
00:07:55: Welche zwei oder sogar drei Veränderungen können die Unternehmen bis Jahresende tatsächlich spüren?
00:08:02: Sei es bei Sozialabgaben, bei Arbeit oder auf Bürokratieabbau?
00:08:07: Zwei Reichen schon!
00:08:09: Erstens Die Beiträge bleiben stabil mehr können wir in diesem Jahr nicht erreichen.
00:08:13: und zweitens die Rentenreform ist durchs Kabinett.
00:08:16: Durchs
00:08:17: Kabinet.
00:08:19: Sie sollte...
00:08:20: Wir
00:08:21: haben Mitte Oktober.
00:08:22: Wir haben jetzt einen neuen Minister im Amt, der dafür zuständig sein wird.
00:08:26: ab heute Nachmittag.
00:08:28: und dann möchte ich Ihnen ermuntern schnell an die Arbeit zu gehen, die Gesetzeentwürfe vorzulegen ins Kabinett zu kommen und dann die erste Lesung im Deutschen Bundestag zu machen.
00:08:37: verabschiedet werden wir es nicht mehr sehen in diesem Jahr aber wir werden es sehen dass das in den parlamentarischen Beratungen
00:08:42: ist.
00:08:42: Das glauben sie wenn es verabsiedet sein
00:08:45: wird?
00:08:45: Das muss durch den Bundesrat, das ist ein relativ umfangreiches Gesetzgebungswerk.
00:08:52: Aber ich bin zuversichtlich, dass wir bis nächstes Jahr ganz sicher in Kraft haben, aber dass wir es im ersten Quartal des Jahres vor dem Abschied
00:08:59: sind.
00:09:00: Was erwarten Sie von dem neuen Bundesarbeitsminister ab heute Nachmittag Alexander Schweizer?
00:09:08: Ich werde heute Nachmittag mit ihm beim Bundespräsidenten sein.
00:09:10: Da bekommt er seine Ernennungsurkunde.
00:09:13: Er ist morgens erst einmal im Kabinett und dauert in der Regel ... eine Stunde und von elf Uhr an Arbeit im Ministerium.
00:09:22: Und zwar so schnell und so zügig, dass wir die Gesetzentwürfe, die wir verabredet haben, die zum Teil auch schon im Entwurf da sind, so schnell wie möglich ins Kabinett bekommen.
00:09:30: In diesem Ministerium liegt die Rentenreform in diesem Ministeriums liegt die Reform des Arbeitsmarktes liegen alle Gesetzesvorhaben, die Wir am ersten Juli zu diesen Themen verabregelt haben.
00:09:41: Die Reform der Rentenversicherung, die Vorschläge haben wir am Zweizwanzigsten Juni bekommen.
00:09:46: Wir haben heute den threizehnten Oktober, Juli-August-September-Oktober.
00:09:50: Das ist mir schon zu lange und deswegen möchte ich das in diesem Jahr ausgereift durchformuliert ins Kabinett kommt und zwar so ins Kabinet kommt dass wir es möglich schon vorher mit den Bundestagsfraktionen, mit den Ländern abgestimmt haben, dass es anschließend einen zügigen Gesetzgebungsverfahren kommen kann.
00:10:07: und wenn das erreicht wird in diesem jahr dann hat er seinen Job gemacht.
00:10:10: Also klare Ansagen an das Reformtempo aber vor allem auch schon das erste Kleine Wunschzettelchen für den neuen Arbeitsminister Alexander Schweizer, der gestern Abend zum ersten Mal in seinem neuen Ministerium ankam und mit den Führungspersönlichkeiten und den Beamten zusammen traf.
00:10:26: Heute die Kabinettssitzung in Berlin!
00:10:28: Und um elf Uhr so sagt es der Kanzler Möge dann bitte Alexander Schweitzer auch anfangen, wo die Gesetze umsetzen, die da längst in der Pipeline liegen.
00:10:37: Ob diese Beziehungen zwischen diesen beiden harmonischer wird als die zwischen Bärbel-Bars und CDU?
00:10:42: Da darf man gespannt sein Die CDU jedenfalls auch.
00:10:46: das zeigten, die letzten Tage hat ihr Moran über den Kanzler nach einer zweitägigen Präsidiumsklausur vorerst eingestellt.
00:10:52: Der gemeinsame Gegner – die SPD.
00:10:55: Sie schweißt eben auch die Kanzlers Kritiker in der CDU zusammen und Merz, der hatte sowieso nichts mehr zu verlieren und machte es in einem unbedachten Moment auf der Bühne... Herr
00:11:05: Dullger, Sie haben ja die Koalition angemahnt Reformen auch dann durchzusetzen.
00:11:11: Wenn sie unbequem sind wenn sie auf Widerstand stoßen.
00:11:14: Herr Bundeskanzler, sind Sie bereit persönlich in diesen Konflikt zu gehen damit Deutschland wettbewerbsfähiger wird?
00:11:23: Frau Rosenfeld ich bin mittendrin in diesem Konflikt.
00:11:27: Wenn ich in diesem konflikt nicht wäre dann wären meine persönlichen Umfragewerte besser Aber ich habe nicht die Absicht der Lieblinge der Nation zu werden.
00:11:35: Die Gefahr besteht in diesem Land allerdings auch nicht bei den Umfragewerten, die der Kanzler zu ertragen hat.
00:11:41: Jedenfalls einer, der auf der anderen Seite neuer starker Mann werden könnte – aber es gar nicht will!
00:11:47: Der kam kurz danach auf die Bühne nämlich Boris Pistorius.
00:11:50: Der Verteidigungsminister ist immer noch der beliebteste Politiker in Deutschland und er könnte und sollte wenn es nach einigen Bundestagsabgeordneten geht unbedingt neuer SPD-Chef werden.
00:11:59: doch Im Gespräch mit mir auf der Bühne hat Boris Pistorius dem sofort eine klare Absage erteilt.
00:12:05: Hören wir mal rein, was er im Interview außerdem über die Resilienz der deutschen Gesellschaft, die Verteidigungsfähigkeit der Truppe und die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Partnern gesagt
00:12:15: hat.
00:12:16: Ja herzlich willkommen lieber Herr Minister.
00:12:17: vielen Dank dass Sie da sind.
00:12:19: Lassen sie uns mit dem Instabilitätsfaktor in Europa beginnen?
00:12:22: Mit der Ukraine und Äußerungen des amerikanischem Präsidenten die Sorgen machen nämlich dass er nicht nur den ukrainischen Präsidenten ermuntert, vielleicht jetzt mal wahlen durchzuführen oder selber zur Seite zu treten.
00:12:33: Sondern gleichzeitig den Druck auf Russland vermindert und sogar jetzt im Gespräch laut amerikanischen Medien das Sicherheitsinformation, Geheimwienzinformation in den ukranischen Truppen nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten.
00:12:44: Wäre Europa und Deutschland überhaupt in der Lage die Amerikaner zu ersetzen wenn es dazu kommt?
00:12:50: Zunächst einmal sollten wir uns ist meine Empfehlung, meine Erfahrung abgewöhnt auf alles was der amerikanische Präsident sagt reflexartig mit irgendetwas zu reagieren.
00:13:10: Es würde uns zeitlich und energiemäßig überfordern!
00:13:16: Was die Frage der Unterstützung der Ukraine angeht?
00:13:19: Die Ukrainer werden von den Amerikanern im Wesentlichen noch mit Intelligence unterstützt und mit Satellitenfähigkeiten.
00:13:26: Ansonsten gibt es keine unbezahlte Unterstützung aus den USA.
00:13:30: Deswegen ist Deutschland ja inzwischen der stärkste Unterstützer der Ukraine, aber natürlich ist das ein sensibler Bereich.
00:13:37: Aber niemand soll glauben dass die Ukrainer so naiv gewesen sind oder sind zu glauben, dass sie auf ewig auf unbegrenzte Unterstützung in allen Bereichen von allen Nationen zählen könnten.
00:13:49: deswegen werden Sie davon dürfen Sie ausgehen alles unternommen haben um eigene Fähigkeiten aufzubauen Übrigens auch für die Zukunft mit unserer Hilfe aus Deutschland und Europa, was Kommunikationsfähigkeiten im All angeht.
00:14:03: Das wird nicht sofort greifen aber ich würde auch die Drohung des amerikanischen Präsidenten an dieser Stelle immer noch in den Kontext der Midterms Anfang Januar stellen.
00:14:13: Er steht politisch mit dem Rücken zur Wand und deshalb kennen wir ja aus der Geschichte das immer dann wenn man innenpolitisch unter Druck steht dass man sich außer politische Spielfelder sucht, um dort vermeintlich zu punkten.
00:14:25: Ich glaube der Schuss erlauben Sie mit dem Begriff in dem Zusammenhang geht nach hinten los.
00:14:31: Wenn wir nach Deutschland schauen, Herr Minister und unabhängig von einem amerikanischen Präsident müssen wir dieses Land aber natürlich die Bundeswehr verteidigungsfähig machen auf einer Skala von eins bis zehn.
00:14:39: wo stehen wir bei der Bundeswehr?
00:14:41: Acht!
00:14:43: So ein sehr selbstbewusstes...
00:14:44: Ja klar das wäre ich für ihn aber der Befehlts- und Kommandogewalt wenn nicht vier sagen würde.
00:14:50: Ehrlich?!
00:14:51: Ehrlich?
00:14:57: Also, man kann es nicht an Ziffern festmachen.
00:15:04: Deterrents und Defens aber vor allen Dingen Deterrence hängt davon ab dass wir klar sind in unserem Willen unserer Entschlossenheit und auch der Fähigkeit zu tun was wir sagen was wir tun müssen.
00:15:15: Und wir haben in den letzten dreieinhalb Jahren wahnsinnig aufgeholt.
00:15:18: ich weiß das einige Medienvertreter nicht sehen.
00:15:20: Das ist in der Öffentlichkeit nicht überall wahrgenommen wird.
00:15:24: Entscheidend ist das Russland Bescheid weiß.
00:15:28: Ja,
00:15:32: wir rüsten auf!
00:15:33: Die Bundeswehr hat riesige Fähigkeitslücken zu schließen die in dreißig, fünfundreißig Jahren entstanden sind.
00:15:39: Das geht nicht in fünf Jahren, aber wir haben auch keine dreißig Jahre dazu Zeit.
00:15:43: Also klar ist das Tempo muss hochgehalten werden.
00:15:46: Wir wachsen personell auf.
00:15:47: In diesem Monat hat das erste Mal wieder über Hundert neunzigtausend Soldaten hin und soldaten.
00:15:52: Das heißt, wir sind die größte Bundeswehrseitaussetzung der Wehrpflicht mit knapp hundert zweiundneinzig tausenden Soldaten.
00:15:58: Das heißt, wir liegen über dem Soll dessen was wir im Wehrdienstgesetz festgelegt haben.
00:16:07: Also in allen Bereichen wachsen wir auf.
00:16:09: und jetzt setzen wir wieder auf die Industrie.
00:16:11: dass die Industrie auch genauso ihre Fähigkeitslücken schließt, weiter wie sie es begonnen hat.
00:16:16: Damit wir das was ihr bestellen, wofür das Geld jetzt da ist, auch in langfristigen Verträgen angelegt den Rahmenverträgen aber auch in konkreten Lieferverträgungen, dass das pünktlich kommt weil ansonsten haben wir zwar die Bestellung aber nicht die Waffen.
00:16:29: Man hat nur manchmal das Gefühl der Putin ist nicht so beeindruckt wenn man sich die hybriden Angriffe anschaut wie zum Beispiel un längst in Leipzig, Die werden ja immer stärker, ich lass das mal.
00:16:41: Das ist seine Art der hybriden Kriegführung.
00:16:44: Er will nicht uns vorunsichern als Bundeswehr.
00:16:47: Das weiß er, dass ihm das nicht gelingt.
00:16:49: Sondern er will die Gesellschaft vorunsichernder Welt Angst säen und das gelingt ihm!
00:16:53: Wenn sie sich die Wahlergebnisse und beherrschenden Themen in den beiden ostdeutschen Wahlkämpfen angucken, dann war plötzlich das Thema Kriegsangst da.
00:17:00: Woher kommt das denn?
00:17:02: Das kommt ja nicht daher, dass irgendjemand in Deutschland einen Krieg zieht oder führt oder auch nur Gefahr läuft, das zu tun.
00:17:08: Sondern weil diese Kriegsangst von Putin mit Hilfe der AfD ganz konkret geschürt wird.
00:17:14: Damit müssen wir es auseinandersetzen.
00:17:18: Unsere... Ich sehe die größte Gefahr was das dann geht nicht in Frage der politischen Entscheidungsträger oder der Bundeswehr.
00:17:27: ich sehe die grösste Gefahr in genau dieser hybriden Kriegfügung von Vladimir Putin und dem müssen wir uns entgegen.
00:17:33: Sie haben die deutsche Wirtschaft angesprochen und nicht nur die Rüstungsindustrie auch.
00:17:36: Die deutsche Wirtschaft hat ihre Rolle, zum Beispiel im Operationsplan Deutschland wo es um die Gesamtresilienz dieses Landes geht aber natürlich auch wenn's um Fachkräfte- und Personalaufbau
00:17:44: geht.
00:17:44: ist die Bundeswehr ein Konkurrent für die Deutsche Wirtschaft bei diesen Fachkräften?
00:17:49: oder gibt es eine Partnerschaft die sie mit der deutschen Wirtschaft zusammen machen wollen um am Ende das Land zu schützen?
00:17:56: Wir sind Konkurrenken.
00:17:59: Die Bundeswehr ist gleichzeitig Garant für die Sicherheit und damit den wirtschaftlichen Wohlstand und den Erfolg der Unternehmen.
00:18:06: Und gleichzeitig ergänzen wir uns gegenseitig!
00:18:09: Also ich will das kurz erklären, wir sind Konkurrenten, na klar weil jeden IT-Engineur, jeden Techniker, jeden Ingenieur, jeden KI und Softwareentwickler gibt es nicht so oft wie wir ihn gerade alle brauchen.
00:18:20: Da sind wir Konkurrennten.
00:18:22: Gleichzeitig holen wir ja die wenigsten für immer zu uns sondern die meisten die zu uns kommen Zeitsoldaten.
00:18:29: Angefangen bei sechs Monaten, die lassen wir mal außen vor aber rauf bis zwölf Jahre oder eben Berufssoldaten.
00:18:36: Das heißt in den Bereichen werden wir uns Leute ausgebildet oder kommen zu uns ausgebilde und gehen danach wieder in die Wirtschaft zurück Und sie sind heute anders als vor dreißig Jahren Top Fachkräfte.
00:18:47: das werden Sie wahrscheinlich in den meisten Bereichen hoffe ich jedenfalls bestätigen können.
00:18:51: Gleichzeitig und es ist wichtig ergänzen wir uns.
00:18:55: Wenn ich auf die Reserve blicke, wir machen gerade im Bundestag das Reserve-Stärkungsgesetz.
00:18:59: Das wird noch in diesem Jahr verabredet.
00:19:01: Das bringt mir nicht nur Freunde ein, das weiß ich sowohl bei Ihnen weil sie verpflichtet werden nach dem Gesetz Reservedienst leistende abzustellen in größerem Maße als bisher aber auch
00:19:13: heute.
00:19:14: Es ist weniger eine Zahl der Leute als eine Regelmäßigkeit.
00:19:17: Ein Reserve-Dienstleister wird eine bestimmte Anzahl von Wochen bis zu so und so viele Wochen, je nach Zeit die er bei der Bundeswehr Übungen machen müssen.
00:19:26: Er wird auch verpflichtet werden dazu.
00:19:29: aber in dem Bereich gibt es eben auch die Ergänzung.
00:19:32: Also jeder Arbeitgeber, deren Bewerbungsbogen digital auf den Tisch kriegt, sieht auf den ersten Blick.
00:19:36: Das ist ein Reservo-Unteroffizier oder einen Reservor-Offizier mit Fähigkeiten in diesem Bereich.
00:19:42: Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten von sich glücklich schätzen werden, so jemanden in ihren Reihen zu haben.
00:19:50: und umgekehrt profitieren unsere Servedienstleistungen damit die Truppe Durch regelmäßige Reserveübungen bei uns ist aber gleichzeitig in seinem Beruf eben auch erfolgreich, ist egal in welchem und damit immer wieder auch neue Qualifikationen und Fähigkeiten in die Truppe reinbringt.
00:20:09: Also wir sind alles drei!
00:20:11: Stichwort Reserve.
00:20:12: Herr Pistorius.
00:20:13: zum Abschluss lassen Sie uns über das Personal der SPD noch kurz reden.
00:20:20: Ende des Jahres soll es einen Parteitag geben.
00:20:23: eine parteivvorsitzenden Stelle ist offen.
00:20:25: werfen sie ihren Hut im Ring?
00:20:27: Ich habe gestern dafür schon mal eine Antwort gegeben, von der ich eigentlich dachte sie sei klar gewesen.
00:20:31: Nein nicht hinreichend!
00:20:32: Nicht in diesem Saal bisher.
00:20:35: Also zwei Dinge zu sagen.
00:20:36: Erstens wir haben meinen Parteivorsitzenden Lars Klingbeil, der das den schwierigen Zeiten exzellent macht.
00:20:42: Ich bin sehr dafür dass er im Winter wieder antritt.
00:20:44: Zweitens ich bin Verteidigungsminister und wir haben gerade... Wir haben nur einen Bruchteil über meine Aufgaben gesprochen.
00:20:52: Wegen reden über Resilienz.
00:20:53: Wir reden über Aufrüstung.
00:20:56: Aufklärung über das, was Bedrohungen bedeuten.
00:20:59: Wir reden über internationale Beziehungen.
00:21:01: Ich werde als Parteivorsitzender definitiv nicht antreten weil ich mit meiner Aufgabe die Sicherheit dieses Landes zu garantieren wirklich ausgelastet bin um das ein für alle mal klar zu sagen.
00:21:12: damit haben wir der mann kann klartext auch wenn es manchen der spd in diesem fall vielleicht nicht gerne gehört haben.
00:21:32: aber gut
00:21:34: wird doch ein paar geben die sich freuen.
00:21:37: Das war also der Auftritt von Boris Pistorius und er kam sehr gut an bei den Arbeitgebern, obwohl er als Sozialdemokrat ja durchaus bei der Wirtschafts- und Sozialpolitik andere Ansichten haben dürfte.
00:21:47: Als die im Saal versammelten.
00:21:49: aber diese innere Gelassenheit, die Souveränität auch die Hussbe mit der Boris Psterius klar macht.
00:21:55: Putin wird sich schon noch wundern!
00:21:57: Die kam sehrgut an.
00:21:58: vielleicht ist es ja auch dieser innere Souveranität die anderen in der Bundesregierung benötigen, dieser Mann scheint jedenfalls mit sich im Reinen.
00:22:07: Und dann kamen sie alle auch noch auf die Bühne.
00:22:10: Karsten Wildberger sprach über seine Digitalisierungserfolge Karen Priem über das was Die Bildungsrepublik dringend benötigt und Katharina Reiche auch Sie gab sich handzahm Sprach von möglicher Kompromissen und Reformen, die doch auch im Sinne der SPD wären.
00:22:25: also viele Bemühungen diese Koalition doch noch zusammen zu halten.
00:22:30: gestern beim Arbeitgeber Tab.
00:22:32: vielleicht ist dass Im Rückblick ja auch einer der Tage, die ein kleines Comeback dann doch möglich machten in dieser Regierung trotz aller öffentlichen Auseinandersetzungen.
00:22:42: Denn eins war immer wieder klar und so hatte es auch Rainer Dullger, der Arbeitgeberpräsident, ja gesagt zu dieser Regierungskonstellation in der Mitte gibt es keine wirkliche Alternative, die Minderheitsregierung zu riskant und zu schwierig umzusetzen weil sie am Ende doch nur auf Stimmen der AfD angewiesen werden kann.
00:23:01: Mehrheit gibt es nun mal im Deutschen Bundestag nicht.
00:23:04: Also kommen wir weiterhin mit dieser Regierung wohl aus, müssen das?
00:23:08: Das war ein Fazit des Arbeitgebertags.
00:23:10: Ein anderes, das zog Oliver Kahn.
00:23:13: Der ist bekannt für einen gesunden manche sagen übertriebenen Ehrgeiz jedenfalls für Leistung die sich lohnt.
00:23:20: bei ihm sind es zahlreiche Titel und einige Millionchen auf dem Konto.
00:23:24: inzwischen ist der Unternehmer Investor und er predigt auf Bühnen wie dieser gestern für mehr Leistungskultur.
00:23:33: Das war ein durchaus interessanter Perspektivwechsel, den ich Ihnen heute nicht vorenthalten will.
00:23:37: Oliver Kahn gestern auf der Bühne zum Thema Leistungsbereitschaft in Deutschland.
00:23:42: Was macht denn Erfolg überhaupt möglich?
00:23:45: Und wir alle kennen ja die Begrifflichkeit Motivation und Mindset und Willensstärke.
00:23:50: und was da nicht alles immer so umschwört.
00:23:54: Es ist tatsächlich etwas... was tatsächlich am meisten unterschätzt wird, das aber mit das Wichtigste für Leistung – und jetzt spreche ich mal von längerfristiger Leistungsfähigkeit.
00:24:08: Ein ganz altmodisches Wort auch wissenschaftlich mittlerweile wirklich unterstützt ist das Thema Gewissenhaftigkeit.
00:24:15: Furchtbares Wort eigentlich!
00:24:17: Das heißt die Fähigkeiten.
00:24:19: Ich glaube dass es das, was man jüngeren Generationen durchaus immer wieder rüberbringen kann, wenn die Möglichkeit besteht.
00:24:27: Das heißt dieses, jetzt muss ich morgens wieder aufstellen und meine Aufgabe machen am nächsten Tag.
00:24:34: der Rasen ist gefroren das Wetter es regnet und immer wieder antreten, immer wieder antreten Stück für Stück, Tag für Tag Woche für Woche, Monat für Monat.
00:24:43: Das ist die Grundraussetzung für Leistung, die Leistung ermöglicht und dann hoffentlich im Anschluss auch irgendwie Erfolg.
00:24:56: Durchaus Nachdenkliches im Saal gestern von Oliver Kahn.
00:25:00: Ich wünsche Ihnen einen schönen Mittwoch, starten Sie erfolgreich in diesen Tag gewissenhaft aber vor allem am Ende auch erfolgreich.
00:25:06: Morgen sind wir wieder für Sie da mit einem ganz besonderen Interview.
00:25:09: Seien sie gespannt!
00:25:10: In diesem Sinne bis dahin ciao ciao.
Neuer Kommentar