Merz' heikle Reise nach China
Shownotes
Bundeskanzler Merz steht vor seiner wohl wichtigsten Auslandsreise bisher. Am Dienstag fliegt er nach China. Deutschland braucht China – als Absatzmarkt, als Produktionsstandort, und in einer Zeit, in der Washington kein verlässlicher Partner mehr ist, auch als geopolitisches Gegengewicht. Doch das Land, mit dem man Geschäfte machen will, ist eben auch ein autoritärer Staat mit globalen Machtambitionen. Chinas Umgang mit Menschenrechten, geistigem Eigentum und fairen Wettbewerbsbedingungen wird seit Jahrzehnten kritisiert, ohne dass China jemals Konsequenzen aus der westlichen Kritik gezogen hätte. Merz muss den richtigen Ton treffen: Zu viel Annäherung wäre naiv. Zu viel Konfrontation wäre teuer. [07:34]
Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der teuersten weltweit, aber bei Weitem nicht das beste. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, sieht das größte Einsparpotenzial bei den versicherungsfremden Leistungen: Würden diese aus Steuermitteln finanziert, könnten die Beiträge deutlich sinken. Daneben plädiert er dafür, Kurzzeit-Krankschreibungen durch die Einführung von Karenztagen deutlich zu reduzieren. Skeptisch ist Gassen beim Hausarzt-Modell – er geht nicht davon aus, dass es das Gesundheitssystem spürbar entlasten würde. [12:06]
Friedrich Merz hat einen weitgehend harmonischen CDU-Parteitag erlebt – und ein gutes Ergebnis: 91 Prozent der Delegiertenstimmen. Die Partei steht geschlossen hinter ihrem Kanzler. Hinter den Kulissen war die Stimmung differenzierter: Vor allem der Wirtschaftsflügel wünscht sich mehr Tempo – bei Steuersenkungen, beim Bürokratieabbau und bei den Sozialreformen. Laut gesagt hat das vor den anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aber niemand. Niemand will das Bild der Einigkeit trüben, um nicht Mitschuld zu sein, wenn es in den Bundesländern doch nicht reichen sollte. [01:39]
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00:00:02:
00:00:10: Die CDU stärkt ihren Parteivorsitzenden.
00:00:12: Selbst der CSU-Chef gibt sich Handsharm und die große Rentendematte wird verschoben, also ein guter Parteitag für März.
00:00:20: Wir blicken nur ganz kurz zurück und dann vor allem aber nach vorne.
00:00:23: wie geht er jetzt mit der SPD um?
00:00:25: Und dann ist der Kanzler eben auch schnell wieder Außenkanzler.
00:00:28: Am Dienstag geht's los nach China und da stellen sich einige Fragen, und zwar Anbiedern und Anschmiegen oder Mahnen-und Appellieren – auch angesichts des Teilbahnkonflikts.
00:00:39: Friedrich Merz muss bei seiner Chinareise weder die Balance finden zwischen Wadefühl und den Wirtschaftsinteressen.
00:00:48: Und derweil hat Donald Trump nach dem schwierigen Urteil vom Supreme Court zu seinen Zöllen einfach mal Eine neue Eskalationsstufe gezündet, fünfzehn Prozent auf alles.
00:00:57: Auch das hat irgendwie immer mit China und Deutschland zu tun.
00:01:00: Darüber reden wir natürlich auch noch.
00:01:02: Außerdem geht es heute um das Gesundheitssystem in Deutschland.
00:01:05: Das sage-und schreibe fünfhundert Milliarden Euro kostet und eines der teuersten Systeme der Welt ist aber bei Weitem nicht das Beste.
00:01:14: Wo können Kosten gespart
00:01:15: werden?
00:01:15: Und wie kann gleichzeitig die Qualität erhöht werden?
00:01:18: Das fragen wir den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas
00:01:23: Gassen.
00:01:24: Es ist Montag der Dreiundzwanzigte Februar und zum Schluss sagen wir ihn auch, wie aus mehr Wasser sauberes Trinkwasser wird.
00:01:29: Und was Wissenschaftler in Südkorea dazu herausgefunden haben?
00:01:32: Schön dass sie dabei sind!
00:01:34: Und nun, liebe Freunde und Freunde, darf ich euch bitten, euch von den Plätzen zu erheben.
00:02:06: Wir schließen wie immer unseren Bundesparteitag mit dem Lied der Deutschen.
00:02:17: Michael Friedrich Merz mehr als neunzig Prozent.
00:02:19: Er
00:02:20: sitzt im Sattel der Partei aber was bleibt nun von diesem Parteitag in Stuttgart?
00:02:25: Die CDU ist erstaunlich geschlossen.
00:02:27: wenn die Landtagswahlen vor der Tür stehen dann gibt es keinen anderen Weg.
00:02:31: man zwingt sich ein bisschen auch zu diesem Kanzler.
00:02:34: Die ein neunzig Prozent sind natürlich ein exzellentes Ergebnis.
00:02:37: Die zentrale Frage dieses Parteitagsabschlusses war am Ende an Friedrich Merz gerichtet von vielen Stimmen aus dem Saal, mach was draus!
00:02:46: Also nutze jetzt diesen Rückenwindel du von uns bekommen hast und delegierten und geh mit dieser SPD ein bisschen härter ins Gericht wenn es um die Reform geht.
00:02:54: Du hast sich ja zwischen den Delegierten umgetan, Michael.
00:02:58: Deswegen die Frage wie viele haben denn mit der Faust in der Tasche abgestimmt und gedacht?
00:03:02: eigentlich hat der Mann im vergangenen knappem Jahr noch nicht eingelöst was er versprochen hat?
00:03:08: Bei den Reformen geht es nicht schnell genug voran.
00:03:10: Außenpolitisch okay aber innenpolitisch doch eine Enttäuschung.
00:03:14: Die Umfragen ist unbeliebter als Scholz.
00:03:17: all diese Dinge Wie groß war die Unzufriedenheit sagen wir mal hinter vorgehaltener Hand.
00:03:22: Es gibt so ein paar Widerstandsnester in der CDU.
00:03:25: Dazu gehören einerseits seine engsten und härtesten Unterstützer, Mittelstandsunion, Wirtschaftsflügel die Wirtschaftsverbände auch, die dort da waren, die eigentlich sich den alten März zurückwünschen, denn eigentlich selten über was anderes geredet hat außer Übersteuersenkung Bürokratieabbau eine bessere Aktienkultur.
00:03:42: Die sind enttäuscht!
00:03:43: Und natürlich gibt es diejenigen, die insgesamt Mit Friedrich Merz als Parteichef so ein bisschen hadern, die gibt es in Nordrhein-Westfalen im Wüstlager.
00:03:51: Die gibt's natürlich im Günterlager in Schleswig-Holstein aber... ...die Partei ist schon eine Machtmaschine vor einem wichtigen Wahlkampf und der in Baden-Württemberg ist für die CDU noch wichtig als der in Rheinland-Pfalz.
00:04:02: Gibt es diese Querschöße?
00:04:03: Nicht niemand will da derjenige sein, der das auf dem Gewissen hat!
00:04:07: Insofern ist das für Merz sehr gut gelaufen.
00:04:10: man fragt sich schon wie so'n Parteiter gelaufen wäre wenn es keine Landtagswahl angegeben hätte.
00:04:14: Genau das fragt man sich.
00:04:15: Wie viel Ehrlichkeit sind in diesen einundneunzig Prozent?
00:04:19: Andererseits ist es vielleicht auch eine Journalistenkrankheit, alles immer zerreden zu müssen!
00:04:25: Was macht er jetzt draus aus?
00:04:27: Er ist irgendwie ein Wahlkämpfer und Wahlkampfunterstützer zu sein.
00:04:30: also die Reformagenda.
00:04:31: zwanzig sechsundzwanzig wie schnell wird das gehen?
00:04:35: Friedrich Merz hat intern wohl klargemacht.
00:04:37: Auch jetzt in diesen delegierten Vorbesprechungen wieder, man werde zu zentralen Projekten kommen bei der Rente beim Sozialstaat auch in der Steuerpolitik die grundsätzliche Idee das zumindest die Skizze einer Einkommenssteuereform vor der Sommerpause beschlossen oder vereinbart werden soll in der Koalition dass es auch sein Ziel.
00:04:56: Merz weiß ganz genau was er in diesem Land machen muss Um die Wände gerade in der Wirtschaft zu erzeugen, aber er nimmt so viel Rücksicht auf die SPD derzeit und auch in dieser Rede.
00:05:06: Das ist sein Problem im Sinne eines CDU-Delegierten.
00:05:09: Aber als Kanzler muss man ihn dafür natürlich verstehen.
00:05:12: was bringen jetzt die großen Attacken gegenüber der SPD?
00:05:15: Ja, stimmt.
00:05:16: Was ich mich aber dann frage, wenn ich diese Dinge höre ab dem Dreiundzwanzigsten März geht's los?
00:05:20: Ich meine man darf die Wähler nun auch nicht völlig für dumm verkaufen.
00:05:23: und wenn man jetzt sagt nach den Landtagswahlen liegen wir dann los weil vor den Landtagswahlen können wir es ja nicht machen denn wir wollen euch ja bloß nicht verschrecken!
00:05:30: Ich meine wen soll das motivieren die CDU zu wählen?
00:05:34: Das ist doch dann mit Ansage dass das eigentlich eine Art von...ich will nicht sagen Wahlbetrug.
00:05:39: das klingt so hart..aber dass man etwas anderes verspricht als man dann
00:05:43: macht.
00:05:44: Aber Helene dahinter steckt eben die völlig unterschiedliche Sichtweise auch innerhalb der CDU, wo man in der Mitte durchgeht.
00:05:50: Nämlich würden wir als CDU oder Koalition gewählt weil wir klare schmerzhafte aber transparent kommunizierte Reform machen?
00:05:59: Oder kriegen wir dann auf die Mütze?
00:06:01: und egal wen du triffst, die einen sagen die Deutschen sind so nicht.
00:06:04: Sobald es ans Eingemachte geht profitieren nur AfD und Die Linke.
00:06:07: und die anderen sagen zu dem Lager tendiere ich auch Wenn du die Reformmaßnahmen in Deutschland planen, ein Masterplan klug kommunizierst.
00:06:14: Vielleicht bei den Gutverdienern genauso mal ran gehst wie an die Beamtenprivilegien und Abgeordnetenpriviligen bis hin dann auch zur Leistungskürzung im Gesundheitssektor dass man durchaus mit einem guten stringenten Programm am Ende auch Wahlen gewinnen kann.
00:06:28: Ja, ich würde sagen es wäre dann aber auch gut das vor den Wahlen zu sagen.
00:06:31: Denn ist es ja auch nicht ausgeschlossen dass der eine oder andere deswegen CDU wählt weil er sich mutige Reform wünscht.
00:06:38: Na gut sei es drum Angela Merkel, lass uns da noch kurz drüber sprechen!
00:06:41: Ist das jetzt die große Aussöhnung gewesen?
00:06:44: Nein überhaupt nicht, aber es dem Land und der Union als stärkste Partei der Mitte guttut.
00:06:50: Und das ist eigentlich was Angela Merkel auch wollte, ich habe mit ihrer Büroleiterin über die Motive noch mal gesprochen mit Beate Baumann und natürlich spielt das eine Rolle.
00:06:59: dass dieses Land sich gerade zerlegt und die Aufgeregtheiten und die Häme und der Haster draußen links gegen rechts und oben gegen unten all das führt dazu, dass jetzt eine persönliche Animosität zwischen den ehemaligen und dem aktuellen Kanzler vielleicht nicht die wichtigste Auseinandersetzung in diesem Land ist und dass es allen gut tut, auch der Koalition, auch dem Land.
00:07:18: Wenn eine Angela Merkel sagt ich weiß was sich an der CDU habe Ich hadere immer wieder mit Friedrich Merz aber ich setze mich hier jetzt mal hin nach Stuttgart und bin anständig applaudiere holen mir aber auch meinen Teil des Applauses wieder ab.
00:07:30: Und dieser Burgfrieden ist eigentlich für beide Seiten finde ich gut gelaufen.
00:07:54: Helene Donald Trumps Lieblingsinstrumentizzölle sind ihm von dem Supreme Court im Oberstein nicht aus der Hand genommen worden.
00:08:00: Jetzt wütet er und will fünfzehn Prozent auf.
00:08:03: alles erst recht machen, da kommt die Reise des Bundeskanzlers nach China doch eigentlich gerade Recht um auf diese Eskalationen aus USA zu reagieren oder?
00:08:11: Das ist das eine und das andere ist Friedrich Merz, der am Dienstag in den Regierungsflieger steigt.
00:08:16: Und dreißig CEOs mit an Bord hat.
00:08:19: die gesamte Crème de la Crème der deutschen Wirtschaft ist dabei!
00:08:23: Und das Geschäft in China – man glaubt es nicht trotz Diversifizierung und Di-Risking – steigt und steigt!
00:08:31: Ich hab gelesen gerade erst vor weh, er hat da nur noch zehn Prozent markanteilig China und war vor fünf Jahren dort Marktführer.
00:08:37: Gibt es neue Wirtschaftsbeziehungen, Partner oder Unternehmen die er dort besucht?
00:08:42: um ein bisschen wegzukommen von der kriselnde Autoindustrie?
00:08:46: Ja also nochmal kurz interessant ist schon dass sie deutsche Investitionen in China im Jahr zwanzig fünfundzwanzig den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht haben.
00:08:53: Also es stimmt das VW nicht mehr Marktführer ist und gleichzeitig dass die deutschen Exporte nach China sinken während die chinesischen Exporte nach Deutschland steigen.
00:09:02: trotzdem ist die Verquickung der wirtschaften sehr stark so.
00:09:07: Jedenfalls besucht Friedrich Merz die Mercedes-Benz Group am ersten Tag, nachdem er erst mal die verbotene Stadt in Peking besichtigt.
00:09:16: geht er zum deutschen Autohersteller und wird sich da sicherlich erkundigen.
00:09:20: Und da hat die Außenhandelskammer auch im Vorfeld schon informiert, die ordentlich eben wirbt für die Wirtschaftsinteressen in China – und da ist die Haltung der Wirtschaft etwas anders als die der Bundesregierung, insbesondere von Wadevul oder erst recht von der Vorgängerin Annalena Baerbock.
00:09:37: Die wollen natürlich, dass die Wirtschaftspeziehung weiterlaufen.
00:09:40: Trotz nicht mehr Marktführer ist der chinesische Markt schon noch ein sehr, sehr wichtiger für die deutsche Wirtschaft.
00:09:46: Ja und China immernoch oder wieder jetzt der wichtigste deutsche Handelspartner?
00:09:50: Man ahnt das manchmal gar nichts vergehen.
00:09:52: Die Anteile der deutschen Produkte dort einen Marktanteil zurück.
00:09:56: aber insgesamt ist China immer noch unser wichtigster Handelspatner außerhalb der EU vor den USA also insofern wahrscheinlich ein pragmatisch orientierter Wirtschaftskanzler.
00:10:05: im Außenmission unterwegs habe ich verstanden Helenebber was es mit dem Position, entweder macht man den Karl nie und bietet sich sehr an und spricht überhaupt nicht über Taiwan oder man macht es wie Wadefuhl.
00:10:16: Und ja, behaut auch mal die eine oder andere kritischen Satz raus Richtung kommunistische
00:10:22: Parteiführung.".
00:10:23: Also da hatte sich Friedrich Mertzer im Vorfeld schon geäußert und hat gesagt, die deutsche Position ist klar zu Teilwarnen und da hatte er ja auch seinen Vorgänger Olaf Scholz zum Teil kritisiert das er sich zu sehr an China anbiedert.
00:10:39: Also insofern dahinter kann Friedrich Merz sicherlich nicht zurück und es gibt ja auch relevante Sicherheitsthemen, also das ist ja kein Zufall dass Journalisten hier mitreisen und das gilt natürlich erst recht für die Regierungsdelegation, dass man keinen Computer mitnehmen darf wo zum Beispiel ein Redaktionssystem drauf ist oder andere sensible Daten.
00:10:56: Man darf das eigene Handy nicht mitnehmen, also man soll mit komplett leeren Geräten dort anreisen.
00:11:01: wenn man wieder zurück ist werden diese Geräte platt gemacht.
00:11:04: Das ist natürlich Ausdruck eines doch sehr berechtigten Misstrauens, dass die Chinesen uns eben nicht nur als Partner Wirtschaftspartner begegnen sondern auch als Systemrival.
00:11:16: ein autoritäres Regime, das mit allen Mitteln jedenfalls potenziell versuchen wird an Informationen zu kommen.
00:11:22: Sabotage, Spionage und so weiter.
00:11:25: Das liegt natürlich alles auf dem Tisch.
00:11:26: Das weiß Friedrich Merz da will er sich auch nicht naiv machen plus die Teilwandfrage.
00:11:31: So ungleichzeitig gibt es eben diese Wirtschaftsinteressen.
00:11:34: also Es ist ein regelrechter Balanceakt.
00:11:37: Systemischer Rival ist das Thema.
00:11:38: Gerade die SPD hat da jetzt auch vor der Reise nochmal nachgelegt, dass man eben auch Probleme hat, die man da ansprechen muss.
00:11:45: Investitionshemmnisse oder eben Spionage sind alles Themen, die wir mit China immer wieder hatten.
00:11:50: und wenn es nach der SPD geht, die ja nicht mitreißt, gerne doch bitte auch vom Kanzler angesprochen werden sollen.
00:11:57: Na ja auf der anderen Seite brauchen wir die wirtschaftliche Balance.
00:12:00: Helene Bubroski ist jedenfalls dabei und wird an dieser Stelle live und in Farbe aus China berichten.
00:12:05: Wenn die Leitung steht, Helene!
00:12:12: Wir haben das teuerste Gesundheitssystem der Welt.
00:12:14: aber wirklich gesünder sind wir im Vergleich zu anderen westlichen Industrienationen nicht wirklich.
00:12:19: dafür haben wir allerdings mehr als hundert Krankenkassen, tausend siebenhundert Kliniken.
00:12:23: unser System ist ordentlich ausgestattet Oder man kann auch sagen, zu teuer.
00:12:28: Die Beiträge steigen nämlich die Lohnzusatzkosten gehen durch die Decke auch wegen der Milliardensummen, die ins Gesundheitssystem immer wieder gesteckt werden.
00:12:36: Die GKV schlägt längst Alarm also die gesetzlichen Krankenkassen.
00:12:39: sie brauchen bis zu zwölf Milliarden Euro zusätzlich bis zum Jahr die Bundeskanzler Merz gerade erst auf dem CDU-Parteitag als Frau mit der schwierigsten Mission bezeichnet hat.
00:12:50: Sie muss Ende März ein Sparprogramm im Gesundheitssystem vorlegen, das es in sich hat um die Beitragssatzsteigerung zu verhindern.
00:12:58: Einer, der immer wieder auch umstrittene und komproverse Vorschläge macht ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung damit der Chef aller Kassenerster Andreas Gassen.
00:13:08: er war vor ein paar Tagen bei uns im Studio.
00:13:10: schön dass sie da sind.
00:13:11: guten Tag lieber Herr Gassen.
00:13:14: Die Deutsche sind nicht wirklich gesünder, aber vor allem leisten uns das teuerste Gesundheitssystem.
00:13:19: Wie konnte es eigentlich dazukommen?
00:13:21: Das Gesundheitssystem ist sicherlich vergleichsweise teuer, aber das kann problemlos nicht sein.
00:13:25: daran, dass wir die Gesundheitssysteme ganz schwer vergleichen können, weil wir auch einen einzigartigen Leistungsumfang haben.
00:13:31: Zum Beispiel ist die Zahnheilkunde in vielen anderen Systemen nicht enthalten.
00:13:34: Wir haben die Psychotherapie drin, das sind alles Dinge, die natürlich keiner missen möchte, die aber Geld kosten.
00:13:39: Insofern ist der reine Preisvergleich eigentlich nicht zulässig.
00:13:43: Der Leistungskatalog in Deutschland ist öppig und man muss auch sagen zugleich gibt es niedrige Zugangshürden.
00:13:48: Also wo beginnen wir?
00:13:51: Fangen wir mal bei der freien Arztwahl an, den direkten Zugang zu Fachärzten noch?
00:13:56: das gibt's ja in Nachbarländern nicht!
00:13:57: Das gibt's fast nirgendwo, das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:14:01: Interessanterweise wird ja auch am meisten in Deutschland darüber geklagt, dass die Leute nicht noch schneller zum Fahrrad zu kommen.
00:14:06: Das heißt wir haben jetzt eine Gesetzgebung, die darauf abzielt den Zugang zum Fahrrads vergleichsweise schneller zugestalten wobei wir den europaweit schnellsten Zugang bereits haben.
00:14:14: das heißt wir lösen ein Problem, dass andere Länder so gar nicht als Problem sehen.
00:14:18: Das sorgt auch für durchaus Erheiterungen in anderen Ländern.
00:14:21: Insofern muss man natürlich mal ganz konkret stellen ist es zielführend jede Fachgruppe seines Wunsches aufgesuchen kann, sich gleichzeitig aber dann darüber ausmerkt dass es möglicherweise nicht am Nachmittag realisierbar ist wo man ohnehin schon wegen eines Friseurstermins in der Nähe ist.
00:14:43: Das ist ein gewisses Luxusproblem.
00:14:44: trotz und alle dem haben wir natürlich parallel zu diesem Luxus problem durchaus die Situation das Menschen dünn besiedeten Regionen, wo die Versorgung auch ausdünnt sich durchaus schwer tun können, gewisse Spezialisten zu finden.
00:14:56: Insofern ist es keine reine Phantom-Diskussion aber in der WMens wie sie geführt ist, ist sie schon ein bisschen
00:15:02: absurzental.".
00:15:04: Die Bundesregierung will den Hausarzt zum Loten machen.
00:15:06: das klingt sehr freundlich und nett!
00:15:08: Wie strikt würden Sie die Hausarzlogik fahren?
00:15:12: Das ist ganz schwierig zu beantworten weil wir einen Kernproblem haben Wir haben gar nicht genug Hausärzte.
00:15:17: Wir haben jetzt schon fünftausend Hausassitze nicht besetzt Und insofern ist natürlich die Vorstellung, man könnte jetzt ein Verpflichtendes Primärssystem machen und jeder würde ab morgen sich erst mal über den Hausarzt koordiniert in die Fahrrechtsversorgung steuern.
00:15:29: Sondern es ist natürlich eine Fiktion, weil die Kolleginnen und Kollegen im Haushaltspraxen sind ja jetzt schon nicht von mangelnder Auslastungen geplagt, sondern die haben ja alle Hände von zu tun.
00:15:39: Die müssen also deutlich mehr Menschen sich angucken.
00:15:41: Sie müssten sie ja nicht nur angucken und Überweisungsscheinen ausstellen, wirklich gründlich untersuchen, dann herausfinden muss ja jemand zum Fahrrad.
00:15:48: Wie schnell muss das sein?
00:15:50: Also da ist viel Wunschdenken dabei.
00:15:52: kurz um, dass wird so nicht funktionieren was glaube ich mittlerweile allen klar geworden ist.
00:15:57: selbst wenn sich das Thema einer Steuerung losgelöst von eventuellen Kapazitätsproblem gelöst bekäme und die hausärztlichen Kollegen würden das alles machen Sparen wir keinen einzigen Euro.
00:16:09: Erstmal müssen die Hausärzte letztlich mehr Geld kriegen als bisher, denn sie sind ja nicht budgetiert.
00:16:14: Zum Zweiten zeigen alle Untersuchungen dieser in Teilen ja als hausazentrierte Versorgung, als Modellprojekt war begonnen, es ist drei und siebte im Gesetz verankerten Versuche.
00:16:24: Die Zahl der Besucher das ist eigentlich das Entscheidende auch bei den Fachärzten nimmt nicht ab.
00:16:29: wenn ich besser koordinieren der Haushaltsversorgung brauche ich weniger Fahrzehmini.
00:16:33: Das ist offenkundig dokumentiert nicht richtig und ich glaube diese Wahrheit muss man einfach mal aussprechen, weil die Menschen erwarten natürlich von diesem politischen Vorgang jetzt irgendwie substanzielle Änderungen werden so nicht eintreten.
00:16:47: Okay, das System zwischen Haus- und Facharzt ist komplexer als gedacht.
00:16:51: Aber eine Forderung von Ihnen würde ich gerne auch noch mal aufnehmen.
00:16:54: Sie haben jetzt vorgeschlagen dass man die Regelungen der telefonischen Krankenschrauben überhaupt in den ersten drei Tagen abschaffen sollte.
00:17:01: führt das nicht genau dann dazu?
00:17:04: Dass die Menschen sich noch viel leichter krankschreiben lassen und wir von den ohnehin schon Rekordkrankzeiten von rund zwanzig bis zwanzichtagen pro Jahr nochmal einen oben drauf legen?
00:17:15: Das glauben wir eben nicht.
00:17:15: Also uns geht es offen gestanden auch nicht um Regelungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, das sollen die Bitte in ihrer Tarifautonomie regeln.
00:17:21: aber worum es uns geht und deshalb haben wir diesen Vorschlag gemacht Wir haben siebenzwanzig Millionen Fälle wo es um Krankschreibung zwischen ein- und drei Tagen geht.
00:17:29: Das ist ein enormer Aufwand für die Praxen.
00:17:32: Das könnte man ersatzlos streichen und beispielsweise eine Karenztagsregelung in den Arbeitsverträgen regeln.
00:17:37: Was wir damit erreichen würden, wäre eine Entlastung der hausärztlichen Praxis.
00:17:41: Wir würden auch enorme Bürokratiekosten einsparen und in der Logik könnte dann die telefonische EU entfallen denn die hat man ja nur eingeführt, damit es in den Praxen wegen dieser Kurzzeit-Krankschreibung nicht so voll wird.
00:17:52: also wir plädieren dafür das komplett zu
00:17:55: streichen.".
00:17:56: Wo sind die Maßnahmen, die die Politik tatsächlich jetzt ins Visier nehmen sollte Ende März?
00:18:02: Also die Versicherungsfremdenleistungen sind, wir laufen sich auf knapp sechzig Milliarden im Jahr.
00:18:06: Davon werden aber nur fünfzehn Milliarden vom Bund gegen finanziert.
00:18:09: also wir hätten hier eine Ersparnis von vierzig Milliarden wenn die Leistung da verortet würden wo sie hingehören nämlich in den Haushalt des BMS.
00:18:18: Wenn
00:18:18: Sie das machen würden dann könnten Sie die Beiträge um zwei Prozentpunkte absenken.
00:18:23: diese forty-fünf Milliarden, die letztlich an den Beitragszahlen hängen bleiben.
00:18:26: Das ist fast so viel wie die gesamte ambulante Versorgung in Deutschland im Jahr kostet.
00:18:33: Da muss man eben schauen.
00:18:34: das ist dann die Frage, die sich logischerweise anschließt wollen wir diese ganzen Leistungen noch haben?
00:18:40: Ich glaube, die Frage muss mal gestellt werden.
00:18:41: Wie viel Sozialstadt wollen und können wir uns perspektivisch leisten?
00:18:45: Das ist sicherlich bei einigen Teilen der aktuellen Koalition ein ganz schwieriges Thema.
00:18:48: aber es hilft ja auch nichts, die Augen vor der Realität zu verschließen.
00:18:51: Wir müssen schmerzhafte Maßnahmen machen.
00:18:53: das passt natürlich zur Gesundheitsreform.
00:18:54: Aber wo würden Sie Herr Gassen, wo würden sie und auch in ihren Verbandsstrukturen selber auch mal vielleicht was in die Waagscholle liegen.
00:19:01: Es
00:19:02: gibt knapp hundert Krankenkassen, da ist sicherlich Einsparpotenzial man könnte kleinere Kassen brauchen wir vielleicht nicht unbedingt, vielleicht brauchen wir keine Hundert Kassen.
00:19:08: Die Kassen könnten besser digitalisieren.
00:19:10: ganz entscheidender Punkt viele Krankenkasten bieten ja sogenannte Satzungsleistungen an.
00:19:15: also Leistung die eigentlich nicht zum originären Leistungskatalog gehören sind so freiwillige Leistungen.
00:19:21: ich will jetzt nicht sagen der Töpferkurs aber das wäre zb sowas.
00:19:25: Mittlerweile hat das ein Leistungsvolumen von einem Punkt sieben Milliarden im Jahr erreicht.
00:19:28: Also wenn die Politik den Krankenkassen beispielsweise diese Leistung untersagen würden, wären es schon eine Ersparnis von eins Komma acht Milliarden da ohne dass man tatsächlich an Versorgung sparen müsste.
00:19:38: aber auch in der Versorgungen.
00:19:39: Sie fragen das ja gibt's natürlich verschiedene Ansätze die man wählen könnte.
00:19:42: zum Beispiel
00:19:43: Nehmen Sie das Thema Humagenetik.
00:19:45: Das ist ein extrem schnell wachsender Block nachvollziehbar medizinischer Fortschritt insofern zu begrüßen, aber nicht alle diese humagenetischen Untersuchungen werden wirklich sinnhaft angebracht.
00:19:56: Von daher glaube ich könnte man hier durchaus den Zugang zu humangenetischen Leistungen daran koppeln dass entsprechende Fachärzte diese Untersuchung für sinnvoll erachten.
00:20:06: im Moment kann praktisch jeder diese Leistungen beauftragen und da reden wir über mehrere hundert Millionen im Jahr mit Tendenz deutlich steigend
00:20:13: Und wir reden am Ende immer auch noch über das System zwischen PKV und GKV.
00:20:18: Jetzt will die SPD, die Beamten und die Selbstständigen in die GKv bringen?
00:20:22: Ist das alles was da diskutiert wird der Weg in die Einheits-, in die Bürgerversicherung wo sich jeder eben zusätzlich seine Zusatzleistungen separat versichern muss?
00:20:33: Also im Grundsatz Ich glaube, man wird diese Systeme nicht komplett verlassen.
00:20:37: In meinem Vorschlag würde ich eher die andere Richtung.
00:20:39: Ich würde den gesetzlichen Krankenkassen mehr Vertragsfreiheit zugestellen und im Grundsatz haben sie es fast schon impliziert.
00:20:45: Es gab ja mal die Diskussion vor vielen Jahren Kopfprämie dass es sozusagen eine Grundversicherung für alle gibt der sich auch dann die privaten Krankenversicherungen nicht entziehen können also ohne Gesundheitsprüfung und das Sie darüber hinaus Leistungspakete buchen die sozusagen nice to have sind aber nicht zwingend notwendig.
00:21:00: damit könnten wir sicherstellen gegen die großen Risiken versichert sind, aber das eben manche durchaus schon fast in den Komfortbereich oder angenehm Leistungen anders zu monetarisieren.
00:21:12: Das Bedarf muss sich ja
00:21:13: hinauslaufen.".
00:21:24: ärztliche Versorgung hat in Deutschland ein hohes Niveau und das hat durchaus positive Aspekte auf die Volksgesundheit.
00:21:31: Wir wissen, dass eine schlechte Zahnhygiene mit entsprechend schlechtem Zahnenstand aus sich natürlich auf den Gesamtorganismus auswirken kann.
00:21:37: Insofern glaube ich ist das keine wirklich kluge Idee.
00:21:41: Ich würde auch gut überlegen wollen ob man Leistungen wie Psychotherapie nur wieder rausnehmen will weil das offensichtlich einen doch bei der Bevölkerung sehr stark nachgefragtes Therapienangebot ist.
00:21:53: Geht es gar nicht darum, dass wir jetzt einzelne Bereiche als nicht mehr notwendig achten?
00:21:58: Sondern wir müssten eine höhere Stringenz in das System bringen.
00:22:01: Eben auch für Patienten!
00:22:03: Wir sind gespannt was die Politik aus Ihren Vorschlägen und den anderen Vorschlägern in der öffentlichen Debatte macht.
00:22:08: Es ist komplex aber es muss getan werden.
00:22:10: ich bedanke mich für diese Einblicke ins Gesundheitssystem.
00:22:13: lieber Herr Gassen vielen Dank
00:22:15: Alles klar Bröcker danke!
00:22:23: Ich habe mich früher immer gefragt, wie kann es eigentlich sein?
00:22:26: Es gibt auf der Welt zu wenig Wasserknappheit.
00:22:30: Wo wir doch gleichzeitig diese riesigen Ozeane und Meere haben um dann zu lernen dass Salzwasser natürlich nicht Wasser ist.
00:22:38: Wir können's wieder trinken noch kann man das benutzen um die Felder zu wässern oder anderes.
00:22:43: Jetzt haben aber Forscher in Südkorea doch eine Methode gefunden Wie aus dem Wasser der Weltmeere also aus dem Salzwasser Trinkwasser machen kann und zwar nur mithilfe von Sonnenlicht und ganz ohne Strom.
00:22:59: Also da fragt man sich wirklich, wieso haben wir Wasserprobleme?
00:23:11: Wenn das jetzt klappt.
00:23:12: Das wäre natürlich vor allem für diejenigen und die extrem unter Wassernot leiden zum Beispiel in Afrika ein echter Gamechanger!
00:23:20: Wir hoffen auf die Forscher und die Innovationsfähigkeit.
00:23:24: Wie funktioniert das Ganze?
00:23:25: Wasser verdampft und wenn das nicht einfach in die Atmosphäre verdampst, sondern man da drüber eine Glasscheibe oder eine Folie spannt.
00:23:31: Wo das Wasser kondensiert dann kann man es auffangen und ableiten.
00:23:34: so einfach kann es gehen durch die Kraft der Sonne Und die wünschen wir uns auch für diese Woche Wenn schon nicht am Himmel dann doch zumindest im Herzen.
00:23:42: Bis dahin Dietzer sind wir wieder für Sie da.
00:23:44: Table Today Tschau Tschau.
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