Wie können wir die Deindustrialisierung stoppen? Mit Jürgen Kerner

Shownotes

Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS steckt in der Krise. BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn will von Scheitern nichts wissen: „Die Zukunft von FCAS ist vielleicht im Moment ein wenig ungewiss, aber es liegt eine gute Lösung auf dem Tisch: Lass uns zwei Flugzeuge entwickeln — nach den unterschiedlichen Bedürfnissen aus Deutschland und aus Frankreich." [02:00]

Nach dem Zerfall der SPD-BSW-Koalition bekommt Brandenburg eine neue Landesregierung aus SPD und CDU — obwohl die CDU bei der Wahl 2024 nur zwölf Prozent holte. Jan Redmann, möglicher neuer Innenminister, setzt auf eine Koalition ohne Streit. „Wenn wir uns miteinander in der Regierung vertrauen und uns helfen, erfolgreich fürs Land zu sein, dann kehrt auch das Vertrauen der Menschen zurück." [07:45]

Deutschland erlebt laut IG-Metall-Vize Jürgen Kerner keine schleichende, sondern bereits eine offene Deindustrialisierung. Kerner fordert einen Industriestrompreis. Die IG Metall sei außerdem auf der Ebene der Betriebe schon lange zu Kompromissen bereit, um Unternehmen in schwierigen Situationen zu helfen. Kerner kritisiert die Bürokratie im Zusammenhang mit dem Tariftreuegesetz. In der Rentendebatte zeigt er sich offen für ein flexibles Renteneintrittsalter. [14:31]

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00:00:02:

00:00:10: Herzlich willkommen zu Table Today heute mit einem etwas größeren Programm, aber die inhaltlichen Themen.

00:00:17: Sie bedürfen einer etwas größer Diskussion.

00:00:19: Wir beginnen mit der Verteidigungsunion Die ja eigentlich alle wollen Aber wenn es konkret wird wird schwierig Zum Beispiel beim einst gemeinsamen Flugzeugprojekt FKAS Was nun doch ein französischer Jet und zusätzlich ein resteuropäischer Jet werden könnte, Helene spricht gleich mit der Chefin des Verbands der Luft- und Raumfahrtindustrie Marie-Christine von Hahn.

00:00:40: Die Große Koalition kommt zurück, jedenfalls in den Ländern und wenn man denn das Bündnis aus SPD und CDU noch als Groß bezeichnen kann.

00:00:49: Denn in Brandenburg hat dieses neue Bündnis nur eine zwei Stimmen Mehrheit.

00:00:54: Nachdem das BSW sich selbst zerlegt hat bekommt

00:00:56: die

00:00:56: zwölf Prozent CDU nun einen neuen Chance.

00:01:00: Wir reden mit dem neuen starken Mann und dem wahrscheinlichem Innenminister Jan Redmann.

00:01:05: Seit Jahren sprechen wir von der schleichenden Deindustrialisierung.

00:01:08: Jürgen Kerner, der zweite Vorsitzende der mächtigen IG-Metall geht noch einen Schritt weiter und sagt Wir haben inzwischen eine offene Deindustralisierung.

00:01:16: Und warum die Gewerkschaften zusätzlich dann auch noch beim Arbeitszeitgesetz und dem Tariftreue Gesetz ihren eigenen Unternehmen Bürokratie aufhalsen wollen?

00:01:25: Das wollen wir auch mal mit ihm sprechen.

00:01:27: Er war bei uns im Studio gleich das große Interview.

00:01:30: Uns zum Schluss gibt es noch Hoffnung für die mittelalten Männer, In der Drogerie standen und ein Haarwuchsmittel nach dem anderen ausprobiert haben.

00:01:38: Und nichts half,

00:01:39: nun

00:01:40: haben japanische und amerikanische Wissenschaftler zum ersten Mal geschafft etwas zu erfinden das tatsächlich geeignet ist ein funktionsfähiges Haarvorliegel zu züchten.

00:01:51: Seien sie sehr gespannt darauf.

00:01:53: an diesem Freitag den sechsten März sollte das große deutsch-französche Rüstungsprojekt werden.

00:02:05: Eine Art Leuchtturm für zukünftige europäische Projekte und der Staat zu mehr Unabhängigkeit in diesen Tagen sicherlich nötiger denn je, aber der Kampfjet hakt – manche sagen sogar er ist gescheitert!

00:02:19: Aber was wird aus dem sonstigen Projekt?

00:02:22: Und warum haut die Bundesregierung und die französische Regierung nicht mehr auf den Tisch?

00:02:26: Und sagt, die Industrie, die nämlich in diesem Fall das Problem ist.

00:02:29: Weil sie sich miteinander streitet soll doch jetzt mal vorankommen und kühlen Kopf behalten und dieses Projekt weiterentwickeln.

00:02:38: gestern fand aus diesem Anlass ein Aktionstag statt in ganz Deutschland von IG Metall und BDLI, also dem Bundesverband der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie.

00:02:50: mit ja großem Erfolg kann man sagen tausend im Beteiligten in sechs Bundesländern.

00:02:55: Und es ging um die Frage, wie sieht jetzt die Zukunft von FKAS aus?

00:02:59: Gibt es vielleicht statt einem Kampfjet künftig zwei?

00:03:03: All das wollen wir besprechen mit Marie-Christine Von Hahn.

00:03:06: Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der deutschen Luft und Raumfahrtindustrie.

00:03:10: Hier ist sie auch schön!

00:03:11: Hallo Marie-Christin, schön dass du da bist.

00:03:13: Hallo liebe Helene ich freue mich auch dazu sein.

00:03:17: Sag mal kann man sagen FKASS ist gescheitert?

00:03:20: Kann man nicht sagen... Die Zukunft von FKAS ist vielleicht im Moment ein wenig ungewiss, aber es liegt eine gute Lösung auf dem Tisch die wir gemeinsam also als BDLI gemeinsam mit der IG Metall präsentiert haben und die lautet lasst uns zwei Flugzeuge entwickeln nach den unterschiedlichen Bedürfnissen aus Deutschland oder aus Frankreich.

00:03:42: Und dann kann man dieses gesamte System retten was Deutschland und Europa dringend brauchen, denn bei dem System geht es insgesamt um ein verletztes Luftverteidigungssystem.

00:03:51: Und ohne das wären wir unsere Zukunft und Freiheit nicht aufrechterhalten

00:03:54: können.".

00:03:55: Das Ziel ist ja doch eine Vereinheitlichung der Rüstungsgüter.

00:03:59: jedenfalls habe ich das so immer verstanden dass man nicht mit X verschiedenen Systemen in Europa operieren will.

00:04:04: und nun soll es zwei unterschiedliche Kampfflugzeuge in Deutschland und Frankreich geben.

00:04:09: macht das wirklich Sinn?

00:04:11: Also ich glaube auf jeden Fall also kann ja sagen Zum einen gibt es eben sehr viele verschiedene Bedürfnisse und Anforderungen, die von denjenigen, die uns verteidigen müssen und wollen und sollen nämlich den Luftwaffen geäußert werden.

00:04:25: Und da gibt's eine ganze Palette von Dingen, die ein Jet haben könnte – insofern kann man auch sagen Größe, Tragfähigkeiten, Reichweite, Atowaffenfähige auf Flugzeugträgern landen

00:04:36: usw.,

00:04:37: und so fort.

00:04:38: Vielleicht ist das gut wenn man zwei hat, auf die man diese Fähigkeiten verteilt.

00:04:41: aber in jedem Fall müssen wir sagen Es ist eben vor allem wichtig, dass Deutschland und die deutsche Industrie ihre ganze Kompetenz, ihre ganze Know-how oder das wir über Jahre jetzt gerade in FKs Zusammenhängen aufgebaut haben weiter ausgebildet haben.

00:04:56: Dass das zum Tragen kommt Denn ganz klar ist es haben wir gestern bei diesem wirklich beeindruckenden Aktionstag gesehen Wir haben Tausende Beschäftigte in Deutschland Die hochspezialisiert Flugzeuge bauen können Und die Deutschland zu einer echten Ja, stolzen Kampfflugzeugnationen im Prinzip machen.

00:05:15: und wenn wir dieses Know-how aufgeben dann verlieren wir nicht nur Kompetenzen mit denen wir selber Luftvorhalt herstellen können sondern eben auch wertvolle Arbeitsplätze die uns wirtschaftliche Stabilität geben.

00:05:26: Du hast ja gestern geredet auf der Bühne und hast gefordert die Bundesregierung müsse nun endlich entscheiden.

00:05:33: Fehlt es an Rückendeckung der Bundesregierung für dieses Projekt?

00:05:37: Nein ganz und gar nicht.

00:05:38: ich glaube dass man Bundesregierung durchaus zugestehen muss.

00:05:42: Das ist ja wirklich eine sehr komplexe Gemengelage, aber es bleibt dabei.

00:05:47: Wir haben bei FKS jetzt einfach schon wirklich sehr viel Zeit ins Land gehen lassen oder das ist viel Zeit vergangen.

00:05:54: Eine Flugzeugentwicklung dauert lange und wenn wir eben in den dreißiger Jahren einen fertigen neuen Jet haben wollen dann musst du mit der Entwicklung, mit der Konzeption und dann mit der Fertigung begonnen werden.

00:06:07: Wenn wir das nicht tun dann werden wir irgendwann den Anschluss verlieren und woanders einkaufen müssen.

00:06:13: Und das wäre total verteilt!

00:06:15: Was

00:06:15: ist das eigentlich für ein Signal an die deutschen und europäischen Hersteller?

00:06:18: zum Beispiel auch einen Airbus?

00:06:20: Die Luftwaffe kauft verschiedene Dinge, die Bundesregierung in dem Sinne, sie kauft F-Turm und Reisig, aber sie kauf eben auch Eurofighter und muss es immer so dass Flugzeuge ganz unterschiedliche Spezifika haben und dass es ein Stück weit auch gut ist wenn man breit aufgestellt ist.

00:06:35: Das wichtige bei AFKs, das ist ja der ganze an der Angelegenheit.

00:06:40: Es ist ein Luftkampfsystem, es besteht aus vielen verschiedenen Komponenten und das Ziel muss natürlich sein dass verschiedene Systeme anschlussfähig sind und darin wirken können.

00:06:49: insofern schließt vielleicht das eine oder das andere nicht aus.

00:06:52: aber wie gesagt wenn es jetzt um die Entwicklung eines neuen Jets gibt dann finde ich ist doch völlig logisch dass man als deutsche Regierung auf deutsche Fähigkeiten in der eigenen Industrie setzen sollte wenn sie denn da so vorhanden sind wie's bei uns der Fall ist absolut weltweit geachtet, also what's not to like.

00:07:12: Das muss man stärken und das muss man unterstützen.

00:07:14: Jedes andere Land der Welt würde eben auch auf seine Industrie setzen – tut die Bundesregierung!

00:07:19: Aber jetzt muss eine Entscheidung tatsächlich gefällt

00:07:21: werden.".

00:07:22: Vielen Dank dass du heute hier warst, liebe Marie-Christine von Hahn und uns über den Aktionstag berichtet hast und ein wenig die Prognose in die Zukunft gewagt hast.

00:07:31: Ich danke euch auch für das Gespräch und ich appelliere noch mal in alle, immer daran zu denken.

00:07:36: Zukunft beginnt oben!

00:07:38: Das schreiben wir uns seit langem auf die Fahnen und daran ändert sich unter Garantie gar nix.

00:08:00: mit uns gemeinsam auf dem Wertefundament des Grundgesetzes steht.

00:08:10: Helene, gleich bei mir ums Eck in Potsdam wird aus Lila jetzt Rot-Schwarz.

00:08:15: Brandenburg bekommt an den neuen Landesregierung der SPD.

00:08:18: Ministerpräsident Dietmar Wolke will es jetzt mit der CDU versuchen.

00:08:22: Bist du zuversichtlich?

00:08:23: Na ja Verantwortung für Brandenbock so lautet die Überschrift des neuen Koalitionsvertrags.

00:08:28: das klingt nach dem Koalationsvertrag im Bund.

00:08:32: also Offenbar ist das Bündnis aus CDU und SPD eins, dass ich Verantwortung auf die Falle geschrieben habe.

00:08:38: Jetzt kommt es natürlich darauf an was Verantwortung heißt?

00:08:41: Es soll vielleicht für Brandenburg erstmal heißen Stabilität.

00:08:44: Das wäre ja schon wichtig nach dem wirklichen Wackelkurs der vergangenen Jahre.

00:08:49: Dass BSW hat sich wirklich als unsicherer Kantonist erwiesen.

00:08:53: Die Kontroversen einerseits mit Sarah Wagenknecht die Frage wie unabhängig agieren die Landesverbände dann aber auch Streitereien in den eigenen Reihen.

00:09:02: Ja, damit ist das letzte und einzige Bündnis von SPD und BSW auch Geschichte.

00:09:06: Aber wichtiger ist wahrscheinlich eher für die CDU dass sie trotz eines Dramatischen zwölf Prozentergebnisses vor zwei Jahren in die Koalition kommen.

00:09:14: Immerhin drei wichtige Ministerien haben sie herausverhandelt, Innen-, Wirtschaft und Bildung – das sind die Themen, die die CDU meistens für sich beanspruchen will.

00:09:22: Jan Redmann, du erinnerst dich der Mann, der mit einem Elektroroller mal etwas zu schnell gefahren ist und etwas zu viel Alkohol dabei getrunken hatte?

00:09:29: Hat immerhin hinter den Kulissen in den letzten Wochen mit Dietmar Woitke einen neuen stabilen Draht gefunden.

00:09:35: Ja, wobei man schon sagen muss große Koalition was das in diesen Zeiten bedeutet?

00:09:39: eine zwei Stimmen Mehrheit.

00:09:42: Insofern schon die Frage kann das wirklich gut gehen?

00:09:45: wie stabil sind diese Landesverbände?

00:09:47: Wie regierungswillig sind sie auch?

00:09:49: wie regierungsfähig sind Sie?

00:09:51: Das soll uns nun der künftige Innenminister der CDU, der wahrscheinliche Innenminister Jan Riedmann erklären.

00:09:57: Michael hat mit ihm gesprochen.

00:09:59: Einen schönen guten Tag Herr Riedman!

00:10:00: Guten Tag Herr Bröcker.

00:10:01: Grüß Sie

00:10:02: Glückwunsch.

00:10:02: zunächst mal vor zwei Jahren sah das ja alles auch ganz anders aus mit zwölf Prozent bei den Landtagswahlen.

00:10:07: Schlechteste Ergebnis, jetzt sitzen Sie bald wahrscheinlich am Kabinettstisch?

00:10:10: Wie haben sie das denn hingekriegt?

00:10:12: Ja in der Tat vor zwei jahren war es eine sehr schwierige Situation mit dem historisch schlechtesten Wahlergebnis.

00:10:18: aber wir haben ja auch mitbekommen wie das bsb sich hier aus der Verantwortung gestohlen hat selbst ja zerfallen ist.

00:10:25: Insofern ist das schon ein gewisser glücklicher Umstand, dass es hier nochmal in einem ostdeutschen Bundesland die Chance gibt eine Zweierkoalition aus SPD und CDU zu bilden für den nächsten dreieinhalb Jahre hier im Brandenburg.

00:10:38: Und damit natürlich auch eine Riesenchance also eine Riesenschance den Leuten auch, die uns bei der letzten Wahl nicht gewählt haben zu beweisen Die Parteien der Mitte können doch Probleme lösen.

00:10:47: Sie sind entschlossen die Dinge auch grundlegend anzugehen.

00:10:51: Damit haben wir auch nur ganz schöne Verantwortung, die auf unseren Schultern lastet

00:10:54: Ja, und Sie als künftiger Innenminister Daniel auch.

00:10:57: Die drei Themengebiete Innenbildung und Wirtschaft gelten ja für Unionisten und CDU-Politiker immer als die Schlüsselressource für Ihre Kompetenzen, für Ihre Klientel – wie haben sie dem Ministerpräsidenten Wolke abtrotzen können?

00:11:11: Ich glaube das Wichtige ist dass wir einen anderen Geist der Zusammenarbeit hier entwickelt haben in den Koalitionsverhandlungen also.

00:11:18: die waren Nicht so sehr geprägt von Tautsien, sondern sie waren davon geprägt sich an einen Tisch zu setzen und zu sagen wie machen wir es jetzt am besten damit in den nächsten dreieinhalb Jahren was rauskommt.

00:11:28: Und da muss jeder natürlich seine Stärken mit einbringen.

00:11:31: die CDU hat traditionellen recht starkes Profil im Bereich Innenpolitik und Wirtschaftspolitik mit dem wir hier dieses Team natürlich verstärken wollen.

00:11:41: Die SPD wiederum hat ein starkes Profil in der Arbeitsmarktpolitik, in der Sozialpolitik.

00:11:46: Jeder macht jetzt das was er am besten kann und das glaube ich ist eine ganz gute Voraussetzung um am Ende auch Erfolge zu erzielen.

00:11:54: Ihr Verhältnis zum Ministerpräsident Woitke war ja auch in den vergangenen Jahren nie völlig unbelastet.

00:11:58: da gab es ja auch zwischen ihren Parteien immer Friktion.

00:12:01: wie?

00:12:02: Hat man angefangen das Vertrauen wieder zu stabilisieren zwischen ihnen beiden persönlich?

00:12:07: welche Methoden haben sie da angewandt?

00:12:09: Wie geht das?

00:12:10: Na ja, so eng wie in den letzten Wochen haben wir beide auch noch nie miteinander zu tun gehabt.

00:12:15: Also wir haben täglich miteinander telefoniert und ich erinnere mich noch gut an unser erstes Treffen nach dem Bruch der Koalition von SPD und BSW.

00:12:25: da haben wir uns in Cognito in Berlin getroffen in einem ganz kleinen Lokal das auch keine großen Fenster hat damit wir nicht gesehen werden unterhalten.

00:12:35: und das war ein Gespräch, was immer weniger von unseren Rollen aus.

00:12:39: Also des Ministerpräsidenten und des Fraktionsvorsitzenden aus geführt wurde, sondern dann ging es am Ende um die Kitas im Land weil meine Tochter ist zwanzig Monate alt und geht in den Kita und Dietmar Woitke hat eine Enkelinne, die auch in die Kita geht.

00:12:52: Und dann haben wir uns darüber ausgetauscht nicht aus der aus unseren Funktionen heraus, sondern als Familienmenschen.

00:12:58: Das hat glaube ich auch dazu geführt dass wir festgestellt haben Wir haben in vielen Punkten eine gemeinsame Sicht aufs Land.

00:13:05: Dazu gehört wahrscheinlich auch, dass so beide Landeier sind eher außer Lausitz und ich außer Prignitz wir deshalb auch ähnlich geprägt sind.

00:13:12: Welche Botschaft welches narrativ könnte schwarz-rot in Brandenburg auch für die üblichen ja fragmentierten und zersplitterten Landtage im Osten?

00:13:22: Im Idealfall wenn es richtig gut läuft kommunizieren?

00:13:25: oder welche Botschaft könnte das sein

00:13:27: diesen Streit den man in vielen Koalitionen erlebt?

00:13:31: der führt natürlich überhaupt nicht dazu dass Menschen einem das Vertrauen schenken.

00:13:35: Wir wollen uns demgegenüber gegenseitig helfen erfolgreich zu sein, wir wollen uns gegensätzlich auch erfolge gönnen.

00:13:42: Das ist das was wir uns miteinander vorgenommen haben und haben uns einen Koalitionsvertrag gegeben der sich abhebt von dem, was sonst so in Koalitionsverträgen drinsteht.

00:13:52: Also es wird allgiel sein.

00:13:53: wir werden ihn regelmäßigen Abständen überarbeiten, überprüfen ob das was da drin steht noch aktuell ist oder ob man nachschärfen muss zusätzliche Maßnahmen hinzufügen muss.

00:14:02: Das ist eine andere Art und Weise des Umgangs miteinander und sie setzt erstmal ganz viel Vertrauen ineinander voraus und ich bin davon überzeugt dass wenn wir uns miteinander in der Regierung Vertrauen und uns helfen erfolgreich fürs Land zu sein, dann kehrt auch das Vertrauen der Menschen zurück.

00:14:19: Vielen Dank für Ihre erste Einschätzung, Redmann!

00:14:20: Und viel Erfolg bei der Befragung Ihrer Basis.

00:14:23: erst mal zum Koalitionsvertrag und vielleicht als nächster Gespräch tatsächlich mit dem Minister-Redmann.

00:14:28: Vielen dank!

00:14:29: Gerne bis dann, tschüss!

00:14:37: Die Wirtschaft kommt nicht zu hoch, die steigenden Öl- und Gaspreise machen der ja ohnehin unter maximal kostenleidenden energieintensiven Industrie zu schaffen.

00:14:45: Und man fragt sich wann endlich die Gewerkschaften zusammen mit den Arbeitgebern die konzertierte Aktion gründen?

00:14:52: Die große Reformkoalition schmieden und der Politik ein paar Maßnahmen mal ins Aufgabenheft schreiben?

00:14:58: Fragen wir doch einfach einmal einen der mächtigsten Gewerksamter in diesem Land!

00:15:01: Den zweiten Vorsitzenden der IG Metall Jürgen Kerner.

00:15:04: Schön dass Sie bei uns im Studio sind.

00:15:05: Guten Tag Herr Kerner.

00:15:06: Hallo!

00:15:07: Die Industrie steht erneut, unter Druck muss man sagen angesichts der Gas- und Benzinpreissteigerung in Folge des Iranen Kriegs.

00:15:14: Machen sich Sorgen dass die schleichende Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft jetzt nochmal einen Rückschritt erfährt?

00:15:20: Ja natürlich wir haben eine ernste Lage in der Industrie.

00:15:23: Wir verlieren Arbeitsplätze Monat vor Monat.

00:15:25: Wir wollen aber auch nicht alles schlechtreden.

00:15:27: Wir haben auch Potenziale nach vorn das wir uns wieder aufstellen können.

00:15:30: Aber natürlich die steigenden Energiepreise und der Konflikt, der Krieg im Iran macht uns jetzt wieder deutlich.

00:15:35: Der Umstieg weg von Gas- und Kohle war nicht nur die Ökologie sondern es ging auch um Unabhängigkeit.

00:15:42: Und plötzlich haben wir wieder dran erinnert.

00:15:44: das ist eingeschlaubert wenn wir unabhängig werden von Öl und Gas und deswegen müssen wir jetzt aufpassen dass uns die Kosten nicht davon laufen.

00:15:51: Das Gegenteil wird ja gerade diskutiert.

00:15:52: Gasreserven, Strompreis, Bremsen... Es wird schon wieder über all das diskutiert was wir eigentlich vor dem Weg in die Erneuerbaren hatten, oder?

00:16:01: Ja wir brauchen beides.

00:16:02: Wir müssen bei den erneuerbaren Ankommen aber natürlich kosten das Geld und wir erleben momentan dass die Energiepreise für die Industrie, für die energieintensive Industrie extrem hoch sind und damit sind ja nicht mehr wettbewerbsfähig.

00:16:14: Energieintensiv sind net nur Stahlwerke, Gießereien und Schmieden weil da gibt es immer die Diskussion sehr alt braucht man das noch.

00:16:21: Energientensivs sind auch Rechenzentren Batteriefabriken und deswegen glaube ich müssen wir die Energiekosten in den Griff kriegen.

00:16:27: Aber wir müssen es schlau machen und effizient machen.

00:16:57: Die Wirtschaftsministerin mit Brüssel verhandelt, der ist uns kompliziert und gilt für drei Jahre.

00:17:02: Und er bringt eine Unterstützung in homöopathischen Dosen.

00:17:05: Das ist Unsinn!

00:17:06: Aber

00:17:06: Herr Kerner Sie könnten ja selber auch was Schmerzhaftes tun und sagen wir halten uns zurück bei unseren Tarifrunden und bei den Lohnen Vorschlägen, weil wir wissen es ist auch ein Faktor Arbeit der zu teuer geworden ist.

00:17:19: Wir müssen insgesamt mit der Wirtschaft zusammen vielleicht eine konzentrierte Aktion machen um diesen Standortdeutscher wieder nach oben zurück.

00:17:26: also ist das auch für uns mal Zeit Maß zu halten um die Kosten insgesamt zu senken.

00:17:30: Wird das nicht mal eine Idee anstatt nach dem Start und nach einer Gaspreisbremse oder einer Strompreisbremse zu rufen?

00:17:35: Naja, das ist ja jetzt mal eine Theorieidee.

00:17:38: Jeden Tag im Endeffekt auf der betrieblichen Ebene machen wir diese konzentrierte Aktionen oder Machenbündnisse.

00:17:44: In dem Augenblick wenn Unternehmen investieren in die Zukunft ist völlig klar dass sie die Hand aufhalten und sagen Wenn wir hier investieren brauchen wir einen Beitrag der Belegschaft.

00:17:52: Das gibt sogar ein eigenes Tarifmodell d.h.

00:17:54: bei uns Vorzeiten abkommen, dass in dem Augen Blick wenn Unternehmwirtschaftliche Schwierigkeiten haben dann machen wir auch Abstriche.

00:18:00: Was nett geht ist, dass wir auf der betrieblichen Ebene diese Diskussion führen und dann noch mal obendrauf nochmal was Kollektives setzen.

00:18:07: Also das dann am Schluss Belegschaften zweimal geben.

00:18:09: Das ist aus unserer Sicht Unsinn.

00:18:10: Und in Tarifrunde mit Teil- und Elektriindustrie ist ja eine unheimlich breite Branche.

00:18:15: Wenn wir im Herbst in die Tarifrunde gehen haben wir sicherlich Bereiche wie Auto, Autozulieferer, energieintensive Bereiche wo die Kolleginnen und Kollegen sagen nicht zu viel fordern weil wir haben Angst um unsere Arbeitsplätze.

00:18:27: Wir haben aber auf der anderen Seite auch Branchen da Bums Brüstungsindustrie, zivile Luftfahrt, Medizintechnik, Energieanlagenhersteller.

00:18:35: Da boomts und sagen die Kollegen natürlich dann wollen wir unseren Teil des Erfolgs haben.

00:18:39: Und ich glaube das war immer eine gute Lösung dass wir da so ein Mittelweg finden.

00:18:42: Ja ihr galt ja auch immer als pragmatisch nur die Zahl der Mittelstehner diese wahrscheinlich bei euch anklopfen und sagen Ich würde gerne höhere Löhne zahlen.

00:18:48: Ich zahle übrigens auch Tarif oder meistens Tarif aber meine internationalen Mitbewerber tun es nicht.

00:18:54: an den Tarifen der IG Metall ist kein Unternehmen zugrunde gegangen.

00:18:57: Wenn Sie mir nach der Ausstellung des Podcasts jemanden bringen, der mir erklärt er hätte gute Produkte und eine gute Technologie aber wir als IG Metall mit unseren Tarifens sind schuld dass das Unternehmen existiert dieser Debatte stelle ich mich weil wir immer auf der betrieblichen Ebene wenn es notwendig ist Lösungen finden.

00:19:13: das zeichnet glaube auch diese IG Metall aus.

00:19:15: Dieser Aufruf gilt jetzt an alle mittelständischen Unternehmer im Südwesten Deutschlands.

00:19:19: Bitte melden Sie sich gerne bei Chefredaktionetable.media, wenn sie Herrn Kerner widersprechen wollen.

00:19:23: Aber gehen wir auf einen anderen Punkt Bürokratie.

00:19:26: Energiekosten ist eins was wir immer wieder von den Mittelständlern hören klar.

00:19:30: Faktorarbeit haben wir drüber gesprochen das eine.

00:19:31: aber Bürokratei ist es auch.

00:19:33: und dann kommen die Gewerkschaften um die Ecke und setzen mit der SPD ein Tariftreue gesetzt durch wo sich viele kleine Mittelständler sagen Also das Letzte, was ich jetzt gebraucht hätte ist nochmal Dokumentation und Informationspflichten.

00:19:43: Ich bezahle meine Leute doch schon gut!

00:19:45: Und jetzt kriege ich nicht mehr die öffentlichen Aufträge.

00:19:48: Was ich mich sofort anschließen würde, ist dass Wieges in Deutschland und Europa schaffen... gute Ideen so umzusetzen, dass am Schluss jeder der einen kleinen Betrieb hat oder mittelständischen Betrieb völlig verzweifelt und sagt was wollen die denn nur alles von mir wissen.

00:20:02: Ein Tariftreue Gesetz kann man aus meiner Sicht ganz einfach umsetzen.

00:20:05: da braucht es keine einzige zusätzliche Stelle.

00:20:07: ich würde einfach sagen wenn's öffentliche Vergaben gibt ruft bei der zuständigen Gewerkschaft an wir sagen euch tarifgebunden ja oder nein muss sich keine Stellen aufbauen.

00:20:15: Wir machen sie immer kompliziert und Tarifgebundheit

00:20:18: würde doch als einziges Kriterium reichen.

00:20:19: Ja,

00:20:20: und das lässt sich doch relativ schnell nachvollziehen.

00:20:22: Und die Kleinen,

00:20:22: die es nicht sind, die nicht tarifgebunden sind, weil sie sich nicht leisten können werden dann einfach von größeren Projekten obwohl sie solide Wirtschaften ausgeschlossen

00:20:29: haben?

00:20:30: Ich glaube ja auch gar nicht!

00:20:31: Weil selbst kleinere, die nettarif gebunden sind haben in der Regel eigentlich eine vernünftige Vergütung und vernünktige Arbeitsbedingungen sonst würden sie gar nicht am Markt existieren können.

00:20:40: Ich würde dafür werben dass wir einfach auch wenn wir jetzt Sachen vorgeben über das Gesetz dass wir auch mehr vertrauen haben, dass Gesetze und Regelungen einkalten werden.

00:20:49: Dieser Kontrollwut diese Flut an Bürokratie macht gute Ideen oft kaputt.

00:20:55: Regelungen treffen Stichproben machen und wenn die Stich Probe ergibt das ihr einer nicht an die Spürregeln hält dann muss sie strafe richtig weh tun bevor man alle quält mit ganz viel Kontrollen.

00:21:04: Wenn ich bei den Gesamtmitteilen ihre quasi Partner auf der anderen Seite bin oder bei den Arbeitgeberverbänden wird immer die Tariftreuge dann aber vor allem auch die Arbeitszeit.

00:21:12: Flexibilisierung Da will ich natürlich Ihre Meinung auch noch mal zuhören.

00:21:15: Was spricht denn dagegen, dass wenn die Auftragslage die Aktualität es erfordert jemand neun oder zehn Stunden einen Tag arbeitet und dafür aber am anderen Tag nur noch drei?

00:21:25: Und wir weggehen von der fixen täglichen Arbeitszeit und hin zu einer flexiblenen Wochenarbeitszeit?

00:21:30: das klingt doch grundvernünftig!

00:21:31: Ja willkommen in der Realität der Industrie kann ich da nur sagen.

00:21:35: Das was Sie schildern ist das Leben, das die Menschen in der Industri wahrnehmen.

00:21:40: Die Industrie ist in der Regel hoch flexibel unterwegs.

00:21:43: Wir können die Arbeitszeiten hochfahren, wenn die Arbeit da ist.

00:21:46: wir fahren die Arbeitszeit runter Wenn die Auslastung geringer ist.

00:21:49: das ist für die Menschen klar.

00:21:51: In den indirekten Bereichen ist klar dass es im Endeffekt auch wenn die arbeit da ist dann wird länger gearbeitet.

00:21:57: Und wenn weniger Arbeit da ist, dann ist es auch okay, wenn die Leute dann einmal weniger machen und dass wir Familie...

00:22:03: Das dauert so lange bis ihr Freunde in der Sozialdemokratie das Gesetz vorlegen und das Ding von der Bundesregierung einfach beschlossen wird.

00:22:09: Naja,

00:22:09: der Punkt ist, dass wir was beschließen, was mit der Realität im Unternehmen nichts zu tun hat.

00:22:13: Wir können heute bereits hoch flexibel arbeiten Ja?

00:22:17: Wir brauchen keine Gesetzesänderung zum Thema Arbeitszeit.

00:22:21: Wir haben Arbeitszeitkonten mit minus zweihundert und plus dreihundert.

00:22:25: Es ist alles machbar!

00:22:26: Ich will da verwahnen, dass wir immer alles übers Gesetz regeln.

00:22:29: Wir haben eine Arbeitszeitregelung.

00:22:31: die lässt unheimlich viel zu weil das gehört aus meiner Sicht auch mit dazu.

00:22:34: Wir habe hohe Verdienste im Durchschnitt.

00:22:39: wenn es über alles dann wieder... sind wir stolz auf die fünf weißigen Stundenwoche?

00:22:43: Das Ganze geht aber nur wenn wir hochflexibel arbeiten und hoch produktiv sind.

00:22:47: sonst geht die Rechnung nicht auf.

00:22:48: Ja, dann müsste man ja generell sagen der Gesetzgeber soll sich raushalten.

00:22:50: Die Tarifpartner kriegen das schon hin.

00:22:52: die haben beide ihre Interessen.

00:22:54: am Ende einigen sie sich zum Wohle des Arbeitnehmers und hört auf mit der gesamten Regulierung des Arbeitsmarkts und lasst uns mehr machen.

00:23:00: Das war die Grundidee... Das Gegenteil

00:23:02: ist im deutschen Arbeitsrecht der Fall!

00:23:04: Deswegen haben wir auch die Wirklichwerkschaften eigentlich eine Interesse dass wir es wieder zurückführen.

00:23:08: Dass wir einen gesetzlichen Mindestlohn brauchen ist ja auch eigentlich ein Zeichen dass wir zusammen mit den Arbeitgeberverbänden nicht mehr in der Lage sind, in manchen Branchen vernünftige Tarifverträge abzuschließen.

00:23:17: Das ist eigentlich eine Schwäche von uns beiden – von Gewerkschaften und von der Arbeitgebersite.

00:23:23: Besser ist es wenn wir das Branche verbranchen regeln können, als wenn der Gesetzgeber eingreift.

00:23:28: Warum setzt ihr euch nicht zusammen?

00:23:29: Die Arbeitgeber, die führen den Gewerkschaften, das sind am Ende zwanzig Leute und die schreiben mal diese zehn Maßnahmen auf, auf die sich beide einigen können und gehen damit zur Politik und sagt lasst uns hier bitte in Ruhe – und das brauchen wir beide!

00:23:39: Dann gäbe es doch kaum einen Politiker einer schwarz-roten Koalition, der sagt oh, das machen wir.

00:23:45: Wir haben natürlich inzwischen auch große Unterschiede.

00:23:47: Das ist wieder der Punkt, wenn ich mir die Kolleginnen und Kollegen von Werden im Dienstleistungsbereich angucke.

00:23:52: Da haben wir ganz viele Branchen, da arbeiten Menschen unter Bedingungen wo eigentlich der Mindestlohn läuft.

00:23:57: Das sind teilweise Arbeiten die vierzig Stunden und sind Aufstocker beim Bürgergeld.

00:24:02: das ist nicht vergleichbar mit der Methanelektroindustrie oder chemischen Industrie wo die Leute gutes Geld verdienen.

00:24:07: also sind die Unterschiede sehr groß Und deswegen glaube ich, wir können uns innerhalb des DGB ganz schnell drauf verständigen und sagen das.

00:24:13: Das sind die Themen.

00:24:14: lasst die Finger rauf fahren, lass uns das mit unseren Sozialpartnern regeln!

00:24:18: Ich bin fest überzeugt wenn wir uns die Branchen angucken und uns hinsetzen haben wir mehr Kompetenz als wenn es der Gesetzgeber für alle regelt.

00:24:26: Bis zum Sommer sollen die großen Reformthemen im Sozialstaat, Arbeitsrecht in der Rente ja abgeräumt werden.

00:24:31: Wo sagt ein Gewerkschaftsführer wie Sie?

00:24:34: Da haben wir über viele Jahre lang an etwas festgehalten was angesichts der dramatischen Wettbewerbsbedingungen auf der Welt und der Kostenprobleme für unsere Unternehmen nicht mehr möglich sind zb in der Rentenfrage.

00:24:46: Naja ich glaube bei der Rentenfrage haben wir versäumt gemeinsam, dass es neben einer gesetzlichen Rente auch eine betriebliche Altersvorsorge für alle gibt.

00:24:56: Vorderen Sie die Pflicht zur Betriebsrente?

00:24:58: Nein gar nicht der Pflicht, sondern den Ressorts der Betriebesrente.

00:25:01: ja!

00:25:02: Wenn wir uns heute angucken, wenn jemand, obwohl wir so viel Geld für die gesetzliche Rente aufwenden an Beiträgen und an Steuern und uns angucken was jemand bekommt er ein Leben lang arbeitet Dann zuckt da jeder zusammen und sagt, es kann noch nicht sein.

00:25:14: So viel Geld ins System und am Schluss kommt so wenig raus für eine Lebensleistung.

00:25:18: Aber jetzt schlagen Sie natürlich was vor, was am Ende die Arbeitgeber bezahlen?

00:25:20: Sie könnten doch mal etwas vorschlagen, was im System zu der Entlastung führt zum Beispiel die Koppelungen der Lebenserwartung ans Renteneintrittsalter, das viele Länder vormachen, die jetzt keine neoliberalen argentinischen Millet-Vorbilder sich gesucht haben.

00:25:33: Oh, das ist eine Debatte.

00:25:34: Das sagen wir ganz offen.

00:25:35: wo wir glaube ich auch wirklich führen müssen.

00:25:37: ja weil wenn ich mir angucke wie die Scheren auseinander gehen auf ein Biographien.

00:25:42: Wir haben nach wie vor Menschen die fangen mit sechzehn der Ausbildung an.

00:25:45: Wenn die dann irgendwann sagen Ich möchte nach Fünfer-Werzig Versicherungsjahr an vielleicht auch mal an den Ausstieg denken Ist es in einer anderen Altersklasse als wenn jemand nach einem Studium Vielleicht auch viel, viel später anfängt.

00:25:56: Also eine

00:25:57: Flexibilisierung zum Beispiel für Akademiker?

00:25:58: Diese Debatte muss man führen und natürlich muss man ein Teil auf dem Studium anrechnen.

00:26:02: Dann kann

00:26:02: es auch noch eine Rente mit Seventy fünf Akademika geben.

00:26:04: Ich glaube nicht dass wir auf Dauer sagen können, wir bleiben bei einem Starren... Das ist mal persönliche Meinung!

00:26:08: Wir bleiben bei nem Stahl- und Starren-Einfrittsalter von der Rente wenn der Einstieg ins Erwerbsleben immer mehr auseinander geht.

00:26:15: Es hat aus meiner Sicht auch was mit Gerechtigkeit zu tun und von dem her glaube ich das so einen Weg nach vorne den wir gehen müssen.

00:26:22: Und auch wenn wir sagen zum Beispiel bei einer Betriebsrente natürlich möchte ich gerne, dass die der Arbeitgeber bezahlt.

00:26:27: Aber machen wir es nichts vor?

00:26:28: Wenn ihr jetzt in der Tarifrunde über Verhandeln mit einer Arbeitgebersite oder unsere Tarifkommission dann kommt das ja nicht on top sondern da ist ja die Frage was bekommt ihr evtl auf des Monatsendgelds?

00:26:39: oder würde man Teil davon mal in eine Tariferunde abzweigen und sagen das Monatsentgelt steigt aber dafür geht etwas in die betriebliche Altersvorsorge?

00:26:46: also auch das sind Sachen die man verhandeln kann die gesetzliche Rente absichern auf dem Niveau, was wir heute haben.

00:26:55: Dass wir dann uns trotzdem im Kopf machen müssen wie kriegen wir am Schluss eine Gesamtversorgung hin?

00:27:01: Die dann das ausreißt?

00:27:02: und ich bin kein Fan der Versicherungswirtschaft weil ich glaube am Schluss bei der Versicherungspotschaft kommen gute Ergebnisse raus aber erst nachdem die Versicherungspotsschaft ihren Gewinn hat.

00:27:11: Wie alt sind Sie Herr Kerner?

00:27:13: Ich bin jetzt im Endeffekt fifty-fünfzig.

00:27:15: Dann haben sie ja noch viele Jahre vor sich.

00:27:16: Danke dass Sie heute viele Minuten und interessante Einsichten für mich übrig hatten.

00:27:20: vielen Dank!

00:27:21: Dankeschön.

00:27:29: Michael, ihr möchtest du sonst noch was erzählen?

00:27:32: Ich rede mit dir gerne mal über ein Kindheitstrauma wenn du möchtes.

00:27:35: Womit?

00:27:36: Ich hatte einen kreisenrunden Haarausfall als Jugendlicher, das ist wirklich total scheiße außer weil plötzlich oben irgendwo auf deinem Kopfwirbel irgendwie so ein kreisrunder Haarausfalls halt ist und der sah jetzt nicht so mega cool aus in meiner Teenager Sturm- und Rangphase, wie du dir vorstellen kannst.

00:27:49: Ja nicht mehr vorstellend.

00:27:50: Andererseits hast Du Erfahrungen schon vorweggenommen die andere erst wie später, aber insofern

00:27:53: bist Du auf

00:27:54: alles was jetzt kommen mag vielleicht vorbereitet?

00:27:57: Jetzt bin

00:27:57: ich als forty achtjähriger Mann zwar keiner der dramatischen Haarausfall hat Aber da oben ist es immer noch sehr dünn Und deswegen verfolge Ich intensiv wenn in meinem Freundeskreis by the way ziemlich viele In die Türkei fliegen und sich dort von hinten irgendwelche Haare nach obentransplantieren zu lassen.

00:28:13: Jetzt gibt Es allerdings hoffnung dass wir gar nicht mehr in die Tür keif liegen müssen.

00:28:17: Ja, amerikanische und japanische Wissenschaftler haben es geschafft im Labor funktionelle Haarfolike so heißt es zu züchten.

00:28:25: Man kann also Haare im Labor züchten und dann einsetzen wobei ich mir habe sagen lassen Michael dass dieses Einsetzen doch sehr sehr schmerzhaft ist und jedenfalls in den ersten Tagen wirklich auch ziemlich unangenehm aussieht.

00:28:37: kleine rote Punkte auf dem Kopf

00:28:39: ja und vor allen Dingen das gab einen berühmten Politiker der das mal gemacht hat und mir ein Foto zeigte wie er danach aussah Tränen überströmter Augen gehabt und sah wirklich aus wie ein Vampir.

00:28:49: Sommerende war trotzdem gut gegangen, also für uns jedenfalls ist es ja nicht nur hartechnisch wichtig sondern auch psychologisch denn ohne Haare füllen wir uns auch so ein bisschen nackt.

00:28:59: Richtig!

00:29:00: Wie ein Kollege von mir mal schrieb auf einer wunderbaren Reportage über Nacktwandern er beneidete den Hund um seinen Fell fand ich sehr schön aber um das

00:29:09: versteht ihr jetzt?

00:29:10: Ja natürlich Mensch Das verstehen wir

00:29:13: schon.

00:29:14: Aber Spaß beiseite!

00:29:15: Kommen wir zurück zu den Forschern, die haben das bisher nur an Mäusen ausprobiert und die Frage ist noch ob das wirklich auch beim Menschen hilft?

00:29:24: Ob der Weg es Haarausfall dauerhaft zu bekämpfen jedenfalls mal gibt es eine Forschung die in diese Richtung deutet.

00:29:31: Das wäre eine wirklich haare Geangelegenheit, aber wir wollen ja hier keine Haarsträubenden Wortspiele machen.

00:29:37: Meine Güte!

00:29:38: Der Mann ist doch wirklich in die Wortkiste heute morgen gefallen.

00:29:41: So

00:29:41: und wenn wir mehr Haare haben dann wird das auch für uns ein deutlich harmonischeres Leben.

00:29:45: also in diesem Sinne Morgen wieder Table Today am fünften Uhr.

00:29:48: Ciao ciao.

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