Brauchen wir ein Comeback der Kernenergie? Mit Gabriel Felbermayr
Shownotes
Der neue ‚Wirtschaftsweise‘ Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), hält den deutschen Atomausstieg für einen Fehler und schlägt eine „atmende Energiesteuer" vor: Steigen die Energiepreise, sinkt automatisch die Steuer. [10:38] 2025 haben die katholische und die evangelische Kirche zusammen rund 1,2 Millionen Mitglieder verloren. 307.000 Menschen wandten sich von der katholischen Kirche ab. Die Zahl der Protestanten sank um 580.000. [01:50] Die Schufa hat ihren Kredit-Score grundlegend reformiert: Statt 250 fließen ab sofort nur noch zwölf nachvollziehbare Faktoren in die Bewertung ein. Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz verspricht: „Der erste weltweit vollständig transparente Score für Kreditwürdigkeitsprüfung – vollständige Transparenz, mehr geht nicht." [05:38]
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00:00:02:
00:00:10: Die christlichen Kirchen in Deutschland werden immer kleiner und verlieren auch deshalb an Relevanz.
00:00:16: Im letzten Jahr haben die katholische und die evangelische Kirche rund eins Komma zwei Millionen Mitglieder verloren.
00:00:23: mehr Details zu dieser problematischen Entwicklung gleich bei uns
00:00:28: Themen mitten aus dem Leben heute bei uns.
00:00:30: Zum Beispiel, wenn Sie einen neuen Kredit haben wollen für ein Auto oder eine Fernseher oder die Wohnung dann geht es nicht ohne die Schufa-Auskunft.
00:00:37: aber wie entsteht eigentlich diese Bewertung und dieser komische Score der dann da auf diesem Zettel steht?
00:00:41: Die Kritik jedenfalls an dem Verfahren ist immer schon groß gewesen.
00:00:45: seit heute gibt es ein neues System das für mehr Transparenz sorgen soll.
00:00:49: wir fragen Tanja Birkholz die Vorstandsvorsitzenden der Schufer was sie da genau plant.
00:00:53: Sie merken, Michael Bröker ist sehr viel dynamischer heute als ich und ich denke, ich muss mir auch Mühe geben.
00:00:59: So, du
00:01:01: verstehst meine Hinweise für dich gut Helene!
00:01:02: Ja ja, ich habe meine Stimme selber etwas zu tragen gerade empfunden Nachdem ich dich so hab fröhlich sprechen hören über diese schwierigen Themen, und es geht weiter mit schwierigen Themen leider.
00:01:12: Denn nämlich die Dauerrezession auch die nehmen wir uns heute vor.
00:01:15: oder ist es vielleicht doch eine Comeback-Story?
00:01:18: Die Energiepreise machen der Politik größte Sorgen und wir sprechen mit dem Österreicher Ökonom Gabriel Felbermeier, der neues Mitglied der Wirtschaftsweisen isst Und er macht einen unbequem Vorstag statt hier Hilfen bei einem Benzinpreis von zwei Euro fünfzig und die Option die Kernenergie zu behalten.
00:01:36: Die Flughäfen werden bestreigt und die Bahn muss miserable Pönigkeitswerte verteidigen.
00:01:41: Darüber müssen wir leider am Schluss auch noch mal reden an diesem Dienstag, den siebzehnten März.
00:01:50: Michael, die Menschen in Deutschland sind auf Sinnnsuche unwirklich mit dem eigenen Leben befasst mit der Frage worum es denn eigentlich geht?
00:01:58: Und trotzdem – das ist das was ich wirklich nicht verstehen kann – wenden Sie sich von der Kirche ab!
00:02:03: Die Kirchen sind nicht mehr die Institutionen, die beiden Kirchen an der sich die Menschen orientieren, wenn sie Möte haben oder wenn Sie sich die großen Fragen des Lebens stellen.
00:02:17: Ja, Woran liegt das eigentlich bei mir?
00:02:18: Würde ich sagen in meiner katholischen Kirche, bei der ich zuletzt vor leider doch dann noch wieder ein paar Monaten war müsste man den alten Luther zitieren.
00:02:25: Ihr könnt predigen über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig
00:02:29: Minuten.".
00:02:30: Also das war ein bisschen langartig bei uns und vielleicht müssen die auch mal neue Wege der Kommunikation gehen?
00:02:36: Gibt es eigentlich irgendwelche katholischen Instagram-Influencer?
00:02:39: Ich weiß es nicht!
00:02:40: Einer, der das ausprobiert hat wird auch demnächst bei unserem Podcast sein.
00:02:44: Michael ist es Justus Geilhufe?
00:02:46: er is Pfarrer in Sachsen genauer gesagt in Groß Schirner.
00:02:51: Er probiert in der Tat neue Wege, wobei ich mich genau weiß ob Instagram wirklich die Kirche retten soll.
00:02:57: Ob nicht das?
00:02:58: Was die Kirche hat, was eben gerade Instagram nicht hat.
00:03:01: Nämlich Tradition und etwas Übersinnliches.
00:03:04: Etwas das über die Zeit dauert.
00:03:06: Das Orientierung gibt es natürlich auch.
00:03:08: gezwungen ist sich zu wandeln.
00:03:10: Das ist völlig klar aber dennoch etwas woran man sich festhalten kann in dieser wahnsinnig schnelllebigen Welt.
00:03:18: Ich glaube eigentlich dass es es vorauf sich Kirche besinnen sollte ja das was über die zeit bleibt.
00:03:24: Dein Plädoyer ist klar, aber die nackten Zahlen, Helene, die widersprechen zumindest dieser Idee.
00:03:28: Sechsunddreißig Komma sechs Millionen Menschen in Deutschland gehören entweder der katholische oder evangelischen Kirche an.
00:03:34: An sich ja eine beeindruckende Zahl!
00:03:36: Aber der Teufel steckt hier im Detail.
00:03:37: alleine zweitausendfünfundzwanzig sind eins Komma zwei Millionen Menschen aus den Kirchen ausgetreten.
00:03:43: Wir Katholiken nennen euch ja Evangelen, also darf ich das sagen.
00:03:46: Die Evangelen den gönnen noch... die gönne noch... genau, siebzehn Komma vier Millionen Menschen.
00:03:51: man könnte auch sagen Ungläubige.
00:03:53: aber okay Das sind schon wir sechshunderttausend weniger als zwei tausend vierundzwanzig.
00:03:57: Die katholische Kirche ist noch knapp drüber, Helene mit nineteen Komma zwei Millionen Menschen.
00:04:01: Aber auch wir haben sechshunderttausend Mitglieder verloren.
00:04:04: Naja und für manche Landeskirchen wird es nun wirklich eng.
00:04:07: in Berlin werden nun kirchengemeinden zusammengelegt hier eine kleine Kirche bei uns um die Ecke wo bis vor einigen Jahren immer noch am Sonntagabend einen Gottesdienst stattfand.
00:04:18: diese Kirche is mittlerweile umgewandelt gehört nun zu einer Schule.
00:04:22: dazu wird gar nicht mehr für kirchliche Zwerke genutzt ja ist es nochmal deutlich schlimmer.
00:04:30: Dort müssen Pfarrer teilweise wahnsinnige Wege zurücklegen, manche Kirchen da findet nur noch alle paar Wochen überhaupt ein Gottesdienst statt.
00:04:37: das heißt natürlich auch der Pfarrers weit weg.
00:04:39: er ist eben nicht ansprechbar für die Nöte und Sorgen der Menschen.
00:04:43: naja das macht die Sache natürlich nicht
00:04:45: besser.".
00:04:46: Der Religionssoziologe Detlef Pollack hat es eigentlich gut zusammengefasst.
00:04:49: mittlerweile muss man begründen warum man noch in der Kirche ist.
00:04:51: ich weiß nicht ob die Gesprächen auch ähnlich geht.
00:04:55: Ich bleibe meiner Kirche treu, werde demnächst auch mal wieder etwas öfter hin und mich vielleicht sogar ein bisschen mehr engagieren denn Gemeinschaft ist es doch was wir am Ende alle suchen.
00:05:05: Also ich gehe gelegentlich zu dem TC Gottesdienst bei uns in der Kirche am Freitag um achtzehn Uhr Tesee gesagt, eine kurze Andacht und ansonsten Kerzen.
00:05:15: Und erlebe es jedes Mal als so erhebendes Ereignis das die Arbeitswoche abbindet.
00:05:20: Es gibt eigentlich in diesem Moment fast nichts Schöneres dass man machen kann am Freitag um achtzehn Uhr.
00:05:27: und dann gucke ich mich um und denke warum ist diese Kirche so leer?
00:05:30: Also ein Aufruf an alle probieren sie sich doch einfach mal wieder aus in den Gottesdienst zu gehen.
00:05:36: vielleicht bewegt sich ja was bei ihnen.
00:05:50: Die Grundidee war eigentlich simpel.
00:05:51: Die Schufe wollte ein Bewertungssystem einführen, mit dem Firmen abschätzen können ob dieser Neukunde da eigentlich einen Risikokunde oder ob er vielleicht Kredite und Rechnungen immer pünktlich bezahlen kann.
00:06:02: Wer also immer pünkt die Zahl, der sollte nichts zu befürchten.
00:06:05: Aber über die Jahre ist das System komplexer geworden.
00:06:08: Irgendwann konnten Außenstehende gar nicht mehr nachvollziehen wie jetzt eigentlich dieser Schufer-Score zustande gekommen ist dem man den potenziellen Vermieter geben musste.
00:06:16: Es gab viel Kritik an der Schufe auch von Verbraucherschützern.
00:06:20: Deswegen hat der Vorstand jetzt eine neue Berechnungsmethode umgesetzt Die ab heute gilt Für den Schuferscore.
00:06:26: nur noch zwölf statt zweihundertfünfzig unterschiedlichen Kriterien werden jetzt berücksichtigt.
00:06:31: Was heißt das ganz genau?
00:06:32: Welche Kriterie sind das?
00:06:33: Alex Wiedmann, unser Kollege vom CEO-Table hat die Vorstandsvorsitzende der Schufer Tania Birkholz gefragt.
00:06:39: Herzlich willkommen im Podcast Table Today!
00:06:41: Tanja Birkhoz.
00:06:42: Freue mich heute hier sein zu dürfen.
00:06:44: Frau Birkos, die Schufa stand jahrzehntelang in der Kritik ins Transparent nicht nachvollziehbar.
00:06:49: Jetzt haben sie eine Transparenz offensiver angekündigt und das Schufascore ist ab heute öffentlich einsehbar.
00:06:54: War der Druck von außen am Ende zu groß?
00:06:56: Wir haben als einen der wesentlichen Trends in der digitalen Wirtschaft schon das Thema Transparens- und Datenkontrolle sehr früh erkannt auf der Reihe.
00:07:05: Sie hat im Jahr zwanzig-zwanzig angefangen – und in der Tat wie Sie sagen, der erste weltweit erste vollständig transparente Score für Kreditwürdigkeitsprüfung.
00:07:14: Vollständige Transparenz, mehr geht nicht!
00:07:17: Sie sehen im Grunde zwölf Kriterien, sie sehen Punktwerte zu diesen Kriterionen und wenn sie es aufaddieren ist das ihr persönlicher Score.
00:07:22: Das heißt ab heute kann jeder im Schuferkount seine bei der schufergespeicherten Daten kostenlos digital ganz einfach einsehen und vor allen Dingen er kann seinen persönlichen Schuferscore Nachrichten sogar selber ausrechnen und das Ganze ohne statistische Fachkenntnisse.
00:07:37: Inwiefern können man von zwölf Kriterien die Bonität und die finanzielle Zuverlässigkeit einer Person gut nachvollziehen?
00:07:44: Gut, das war der Anspruch.
00:07:45: Der Anspruch war, aus zweieinhalbzig Kriterium diejenigen auszusuchen, die einerseits eine ganz hohe Prognosekrüte haben,
00:07:51: d.h.,
00:07:51: eine hohe Aussagekraft aber gleichzeitig für die Menschen nachvollziehbar und verständlich ist.
00:07:57: Und gleichzeitig muss man immer berücksichtigen, dass die Unternehmen oder die Banken die Entscheidung treffen natürlich noch mehr Daten nutzen als nur den Schuferscore.
00:08:04: Welche Banken übernehmen dann jetzt das neue Scoring und wer vielleicht nicht?
00:08:07: Wer hat gesagt er macht da nicht mit?
00:08:09: Im etwa twenty-fünf Prozent der Score Nutzer nutzen schon den neuen Score acht unserer Tophundert Kunden und per Jahresende rechnen wir mit etwa fünfzig Prozent der Nutzer und fünfundzwanzig unserer Top Hundert Kunden.
00:08:23: Viele
00:08:23: Menschen sagen, wenn man einmal einen negativen Schufereintrag hat ist man auf Jahre gebrannt Markt.
00:08:28: Ändert sich das jetzt eigentlich durch das neue System?
00:08:30: Kann man leichter aufsteigen?
00:08:32: In der Tat kann man leicht er aufsteigern, also wenn Sie grundsätzlich mit Ihren finanziellen Verpflichtungen verantwortungsvoll umgehen.
00:08:38: Das hat insbesondere eine Bedeutung für die jüngeren Menschen ja über die einem Anfang noch nichts bekannt ist keine Informationen vorlegen.
00:08:45: deswegen können sich da positiv schneller positiv entwickeln.
00:08:49: das wichtigste bleibt natürlich das Thema Kredite zu bedienen kauf auf Rechnung und Rechnungen zu bezahlen spätestens mit der ersten Mahne.
00:08:57: Die Linkspartei ist trotzdem nicht überzeugt, sie fordert die Schufe abzuschaffen.
00:09:02: Hält eine Reform für nicht möglich und durch eine staatliche Kreditbehörde zu ersetzen?
00:09:06: Was sagen Sie dazu?
00:09:07: Gut ich bin überzeugte Demokratin.
00:09:10: wir leben in einer parlamentarischen Demokratie.
00:09:13: soweit ich weiß brauchen wir für die Verstaatlichung ein Gesetz.
00:09:16: Ein Gesetz braucht eine parlamentarische Mehrheit.
00:09:19: beides sehe ich aktuell nicht.
00:09:20: Und wenn man auf die Schufe ganz konkret drauf schaut, über fünfzig Prozent der Schufer ist in Händen der Sparkassen und der Volksbanken.
00:09:26: Also ich würde mal sagen breiter und demokratischer kann eine Anteilseigenerstruktur kaum sein.
00:09:32: Zum
00:09:33: Abschluss will ich noch gerne wissen haben Sie denn eigentlich Ihren eigenen Schufa-Score angeguckt?
00:09:36: Und hat sich der dann verbessert?
00:09:38: Das habe ich selbstverständlich mir angeschaut.
00:09:41: Ich vergleiche aber nicht die alte und neue Welt.
00:09:42: das sollte man nicht tun miteinander sondern wir haben wirklich scoring neu... Neu erfunden kann man fast sagen.
00:09:49: Und insofern ist jetzt relevant mein Schuferscore und wenn Sie ihn gerne wissen möchten, dann verrate ich Ihnen den auch gern!
00:09:55: Und der ist wie hoch?
00:09:56: Der ist neunhundertsechzig.
00:09:57: Und neunnundneunneunzehn ist das Beste?
00:09:59: Das ist das
00:09:59: beste.
00:10:00: Und dass es quasi nicht erreichbar...
00:10:02: Doch, das ist durchaus erreichbaren.
00:10:04: Das ist ja das Schöne über die Transparenz.
00:10:05: Können Sie jetzt selber schauen die Punktwerte was sie tun müssen auf neunundneinzehn zu kommen.
00:10:10: Es spielt aber jetzt ehrlich gesagt keine Rolle, das ist eine Spielerei in Anführungszeichen.
00:10:13: Null Komma Null.
00:10:14: drei Prozent der Menschen haben neunhundertneunundneunzig ist aber nicht wirklich relevant.
00:10:19: Wir haben für die Banken sozusagen eine Orientierung gegeben den Menschen im Grunde was ist eigentlich ein hervorragend?
00:10:24: Was ist ein guter Score?
00:10:26: Der gute Score geht bis siebenhundert Neuen Punkte.
00:10:28: dann haben Sie immer noch einen guten Score.
00:10:30: Das heißt es sind durchschnittliches Risiko und damit haben Sie auch keine Probleme an Kritik zu bekommen.
00:10:34: Vielen Dank für Ihre Einschätzung!
00:10:35: Danke Ihnen ganz herzlich dass ich hier sein durfte.
00:10:45: Was erwartet die Welt?
00:10:47: Was erwartet Donald Trump von einer, sagen wir mal eine Handvoll oder zwei Handvoll europäischen Fregatten dort in der Straße von Hormuz zu leisten was die machtvolle amerikanische Navy dort alleine nicht hinbekommen kann.
00:11:01: Es ist nicht unser Krieg.
00:11:02: Wir haben ihn nicht begonnen und wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende aber weitere Kriegschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht
00:11:10: bei.
00:11:11: Aber ich habe immer gesagt, dass sie uns nicht protectieren wollen.
00:11:15: Jetzt ist das eine Neigung.
00:11:17: Wir brauchen niemanden.
00:11:20: Wir sind die stärkste Nation der Welt.
00:11:24: Es ist interessant.
00:11:25: Ich mache es in einigen Fall.
00:11:27: Nicht weil wir ihn brauchen, sondern weil ich herausfinden
00:11:33: möchte, wie er reagiert
00:11:44: wird.".
00:11:45: Und in der großen Koalition wird intern hart gerungen.
00:11:49: Nach außen versichert man aber, nein das ist nicht unser Krieg.
00:11:53: da ist auch die CDU Seite hart Und gleichzeitig macht sich die Wirtschaft natürlich Sorgen, dass aus dem Dauerconflikt auch eine Dauerrezession wird und vor allem die Energiepreise.
00:12:03: Die bleiben hoch und machen es der Wirtschaft schwer – was also tun?
00:12:08: Das fragen wir das neue Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung und den Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung.
00:12:15: Sie wissen wer ist nämlich der Ökonom Gabriel Felbermeier?
00:12:19: Er macht gerade in der Frage der Energieversorgung ein unbequem Vorschlag.
00:12:24: Michael Bröcker hat mit ihm gesprochen!
00:12:32: Sehr ernst, muss man sagen.
00:12:34: Wenn zwanzig Prozent von Erdgas und Erdöl fehlen auf dem Weltmarkt – es ist die ungefähr die Menge, die durch die Straße vom Hormuz geht – dann hat das heftige Konsequenzen und die Warnungen in den letzten Tagen waren ja auch deutlich.
00:12:47: Jetzt zuletzt wieder die Chefvolkswirtin des Weltwährungsfonds.
00:12:51: Null vier, null fünf Prozent wachst du weniger für die Weltwirtschaft?
00:12:55: Das ist schon eine Ernstsage!
00:12:56: Was ist eigentlich ihre Konsequenz daraus?
00:12:58: Die einen sagen natürlich auch aus der grünen Ecke, jetzt erst recht volle Kraft voraus für die Erneuerbaren.
00:13:03: Die anderen sagen ja erneuerbare aber gepaart mit Kernenergie müsste die Antwort sein.
00:13:08: Ich glaube, man wird alle Register ziehen müssen um sich unabhängig zu machen von diesen sehr volatilen fossilen Energieformen.
00:13:16: Da gehört die Kernenergie in Europa sicherlich dazu auch wenn Deutschland das vielleicht jetzt nicht wiederbelebt.
00:13:21: anderswo in Europa setzt man auf die Kernkraft.
00:13:24: Das hilft natürlich auch für die Stromversorgung und den Strompreis in Deutschland selber Und man wird sich sehr genaue Gedanken machen müssen wie man mit den Wintermonaten umgehen will.
00:13:36: dort brauchen wir dringend immer noch.
00:13:38: dass wird die Herausforderung sein, deine Antwort zu finden.
00:13:41: Zum Beispiel indem man grünes Gas stärker ausbaut und dann in den Wintermonaten zum Einsatz bringt.
00:13:49: auch das wäre ein Weg sich von den fossilen Gasmengen aus dem mittleren Osten freizumachen.
00:13:55: Würden Sie denn Deutschland raten?
00:13:57: Zumindest die Option Kernenergie und die neuen Technologien, die Small Reactors wie sie heißen wieder zu aktivieren?
00:14:03: Darüber sollte man jedenfalls nachdenken, also ich glaube jetzt ist es sehr deutlich dass der Ausstieg aus der Kernenergie ein Fehler war.
00:14:12: Da hat man funktionsfähige und auch relativ sichere Reaktoren abgeschaltet.
00:14:17: anderswo in Europa werden weniger gute Kernkraftwerke länger gefahren.
00:14:23: Das hat auch Sicherheitsrisiken für Deutschland selber.
00:14:25: Also das war ein Fehler, was einzugestehen ist sozusagen der erste Akt.
00:14:29: Der zweite Akt wäre dann dass man die Expertise, die man in Deutschland hat im Bereich Kerntechnologie, dass man sie wieder in den Dienst der Sache stellt.
00:14:37: und ob jetzt in Deutschland Kernkraft Werke gebaut werden oder anderswo in Europa, das ist gar nicht mal so zentral.
00:14:43: Wichtig ist, dass man versucht auch mit Kernkraft und moderner Kernkraft die Energieknappheit, die wir in Europa strukturell einfach haben.
00:14:52: Dass man versucht sie zu bekämpfen.
00:14:54: Die klassische Ökonomie lehrt ja bei exogenen Schocks darf man durchaus auch staatlich agieren weil eben es hier kein normales Spiel der Kräfte ist.
00:15:04: würden Sie sich der Politik raten jetzt bei den Energiepreisen doch irgendwo auch in den Markt hinein mit Maßnahmen abzufedern?
00:15:12: Es gibt sicherlich ein Preisniveau, ab dem man politisch nervös werden wird und auch durchaus werden darf.
00:15:18: Ich glaube das ist noch nicht erreicht.
00:15:20: aber irgendwann mal ab zwei fünfzig für den Liter Diesel oder Benzin an der Zapfsäule wird es einfach politisch nicht mehr durchhaltbar zu sagen man macht nichts und daher sollte man jetzt sich überlegen welche Maßnahmen man ergreift.
00:15:35: Übrigens hat die Staatengemeinschaft ja jetzt schon einen Markteingriff inszeniert oder im Gang den durchzusetzen, das ist die Freigabe von Ölreserven.
00:15:45: Das ist ja schon eine Art Markteingriff und man muss sich wirklich fragen wie man verhindern will dass es zu spekulativen Übertreibungen kommt wie das im Sommer, der Fall war.
00:15:57: Da hatten wir Gaspreise von drei Hundert Euro bei Joghurtstunde kurzfristig.
00:16:02: Das sind wir noch sehr weit davon entfernt aber das darf einfach nicht wieder passieren.
00:16:07: Merkte die so explodieren wo sich auch die Preise auf den Märkten soweit entfernen von den Fundamentaldaten.
00:16:13: Die funktionieren dann nicht mehr.
00:16:15: da bräuchte man vorbeugend Instrumente, um dem entgegentreten zu können.
00:16:19: Auf einem Aktienmarkt würde man solche massiven Preisausläge wie wir es im Sommer zwanzigzehnundzwanzig hatten damit beantworten indem man das Trading aussetzt.
00:16:27: also jedenfalls muss die Politik glaube ich klares Signal sende.
00:16:31: ein Replay von dem was wir im Sommer Zwanzig hatten wird es nicht mehr geben.
00:16:36: In Österreich gibt's ja bereits die Maßnahme die jetzt das deutsche Bundeskabinett beschlossen hat nämlich dass Tankstellen nur noch einmal am Tag Preise überhaupt verändern dürfen.
00:16:42: hat das etwas gebracht bei ihnen?
00:16:45: Das ist umstritten.
00:16:46: Was es sicherlich gebraucht hat, ist ein Stück weit Transparenz.
00:16:50: was es auch gebracht hat, dass die Autofahrer wenn sie am Wochenende sehen das sich etwas zuspitzt auf den Ölmärkten schnell noch Montag vormittag zur Tankstelle fahren also das verhalten sicherlich verändert mit der Konsequenz dass man am Montag dann eher Schlangen an den Saftsäulen gesehen hat weil ja ab Montag Mittag dann ein höherer Preis abgerufen wurde.
00:17:10: ob aber diese Maßnahme den Durchschnittspreis über die Woche hinweg und über alle Dankstätten hinweg in Österreich gesenkt hat, dass sie es umstritten.
00:17:18: Ich würde meinen da gab's keine wirklich messbaren Effekte erster Ordnung.
00:17:23: Gibt's Möglichkeiten gerade in Deutschland die staatlichen Gebühren- und Aufschläge herunterzufahren oder sorgt man am Ende dann nur dafür das die Mineralölkonzerne ihre Renditen nach oben treiben?
00:17:33: Ich glaube schon, dass es ein Nachdenken darüber geben sollte wie man es schafft das der Staat nicht zum Krisengewinner wird.
00:17:40: Erstes ist ja so wenn die Produktenpreise steigen für Diesel und Benzin ganz automatisch der Staat durch die Mehrwertsteuer mit verdient.
00:17:49: Und das muss nicht sein!
00:17:50: Man könnte versuchen die Energiesteueratme zu machen sodass die immer wenn die Produktpreise sehr hoch sind unterstatt mehr Werbesteuereinnahmen hat, dass dann in diesem Ausmaß die Energiesteuer abgesenkt wird.
00:18:01: So das der Staat zwar kein Geld her schenkt aber nicht zum Krisengewinner wird.
00:18:05: Das ist etwas was man sozusagen Verwaltungsarm umsetzen müsste.
00:18:10: Das geht sicherlich von einem Tag zum anderen Aber sich jetzt darauf vorzubereiten sowas zu tun falls die Preise noch deutlich weiter steigen das wäre schon gut.
00:18:19: eine andere Maßnahme die wirklich auch wirkt am Ende gibt es glaube ich nicht.
00:18:24: Das Regulieren von Markups, wie das Kroatian macht also Preisabschläge oder gar der Preisdeckel aller Ungarn – all das hat Nebenwirkungen.
00:18:31: Deswegen würde ich mir diese Maßnahmen eher ablehnen.
00:18:34: Am Ende ist es eine steuerliche Veränderung die man machen könnte und die sollte aber so sein dass sie über den Preiszyklus hinweg den Start kein Geld kostet sondern nur die Preisspitzen herausnimmt.
00:18:47: Da sind wir dann wenn die Produktepreise davon laufen.
00:18:49: nicht auch gleichter Start.
00:18:51: Du höre mehr, wenn es da noch eine drauf liegt.
00:18:53: Herr Felbermeier Sie sind ja auch deswegen in die Wirtschaftsweisen berufen worden von der Union weil sie ein Experte für internationale Handelsfrage sind und na klar einen Verfechter des Freihandels.
00:19:02: wir wissen seit spätestens Ricardo dass sich das immer lohnt für Länder selbst wenn sie nur komparative Kostenvorteile haben handelt zu treiben.
00:19:10: jetzt hat man das Gefühl Abschottung Isolation Zölle ist die neue Machtpolitik.
00:19:16: Ist diese Freihandelstheorie jetzt vorbei oder müssen wir neue Bündnisse schließen?
00:19:20: Nein, die Freihandelstheorie ist überhaupt nicht vorbei.
00:19:23: Was Riccardo von mehr als zweihundert Jahren aufgeschrieben hat sind sozusagen ewige Wahrheiten.
00:19:27: Gleichzeitig ist es aber natürlich auch so dass Abhängigkeiten politisch missbraucht werden können und das war in der Geschichte immer wieder so und jetzt haben wir diese Sorge eben wieder.
00:19:37: Das heißt, es geht darum, dass wir dort Freihandel haben wo wir können – in möglichst vielen Regionen mit möglichst vielen Handelspartnern – dass wir aber versuchen aktiv unsere Handelstrukturen zu diversifizieren.
00:19:49: Das bedeutet eben nicht ein Abgesang auf den Freihandel, sondern eine Anpassung einer frei handelsorientierten Politik an die neuen Realitäten.
00:19:57: Kurz gesagt freie Handelsabkommen, Kooperationsabkommen mit möglichst vielen Ländern, einerseits andererseits aber eine robuste Politik gegenüber den Ländern von denen wir erwarten müssen dass sie Abhängigkeiten ausnutzen.
00:20:09: Da kann man die USA nennen da kann auch China nennen.
00:20:12: Die beiden sind zwar groß machen die gesamten Welthandel aus.
00:20:17: Deswegen so viel Freiheit auf dem Welthandel wie möglich.
00:20:21: weiterhin, das sollte jetzt das Motto
00:20:23: sein.".
00:20:23: Und
00:20:23: gibt es eine smarte Reaktion auf Donald Trumps?
00:20:25: Fünfzehn Prozent auf alles Zolltheorie?
00:20:29: Naja, das Problem ist dass die Amerikaner ein sehr starkes Drohpotenzial haben.
00:20:34: Das ist wohl auch im Juli letzten Jahres gezogen worden in den Turnberry-Deal als wir die Fünften Prozent bekommen haben.
00:20:40: Da ist das Druckpotenzial eben in die Sicherheitspolitik gewesen.
00:20:43: Und solange man das hat, wird man sich mit einem Amerikaner schwer tun und bleibt erpressbar.
00:20:47: Deswegen ist neben dem Ausbau der Neuerbahn – was die Abhängigkeit von Fusilen angeht – die zweite ganz zentrale langfristige Aufgabe, sich sicherheitspolitisch autonomer zu machen, dann ist man auch infrage des Außenhandels weniger erpressbart.
00:21:01: Das wäre die smarte Antwort auf diese immer wiederkehrenden Drohungen aus den USA.
00:21:05: Die
00:21:05: Teilweise Jahre dauern kann?
00:21:07: Das ist eine langfristig Geschichte absolut!
00:21:10: Herr Fürnberg, meine letzte Frage.
00:21:11: Ihre Rolle im Rat der Sachverständigen ist natürlich interessant.
00:21:15: Sie sind von der Union nominiert.
00:21:17: Wir haben selbstverständlich mitbekommen dass es da durchaus Friktionen zwischen einzelnen Mitgliedern gibt und hat das Gefühl die politischen Ideen zum Comeback der deutschen Wirtschaft immer wieder auch im Sachverständigrat fundamental aufeinanderprallen sowie in der schwarz-roten Regierung.
00:21:31: haben wir überhaupt Zeit für diese politischen Ränke spielen?
00:21:34: Nein, ich glaube nicht das man Zeit hat dafür.
00:21:36: Ich glaube auch nicht dass der Sachverständigenrat so zerstritten ist wie das immer dargestellt wird.
00:21:41: Ich denke zu achtzig Prozent der Themen gibt es da durchaus ein gemeinsames Verständnis.
00:21:46: Das stärker vorzustellen und auch der Öffentlichkeit zu präsentieren ist sicherlich eine kommunikationspolitische Aufgabe.
00:21:52: Da will ich mich gerne den Dienst zur Sache stellen.
00:21:54: Es sind viel mehr Dinge außerstreit als Dinge die im Streit stehen Und wenn wir nur diese achtzig prozent dann auch in die Umsetzung brechte wäre Deutschland und Europa schon sehr geholfen.
00:22:03: Ihre ökonomische Expertise ist allen bekannt.
00:22:06: Jetzt sind wir gespannt, wie ihre Politik Beratung aussehen wird.
00:22:09: Vielen Dank lieber Herr Prof.
00:22:10: Felbermeier für dieses Gespräch.
00:22:11: Sehr gerne.
00:22:19: Elinne, war noch was?
00:22:20: Michael am Wochenende bin ich mal wieder Bahn gefahren und musste mich mal wieder über die Unkündigkeit ärgern aber immerhin.
00:22:28: es ist ja leichter geworden Entschädigung zu beantragen.
00:22:31: man muss nicht mehr ein Papierformular ausfüllen mehrere Seiten und persönlich bei der Bahn abgeben oder per Briefmarke einen Senden, sondern man kann das jetzt online erledigen.
00:22:40: Und die für die Bahn ist es ganz schön teuer.
00:22:42: auch diese Umstellung, diese Vereinfachung.
00:22:44: Hundertfünfzig Millionen Euro an den Schädigungen hat sie im letzten Jahr bezahlt.
00:22:49: Ja, man würde ja gar kein Geld zurückbekommen sondern einfach schlicht pünktlich ankommen.
00:22:54: Im Februar lag die Pünktlichkeitsklorote übrigens im Fernverkehr bei neunundfünfzig Komma vier Prozent.
00:22:58: das ist ein ganz ganz bisschen mehr als Ende vergangenen Jahres aber natürlich noch dramatisch unter den Zielen die eigentlich mal die Bahn sich gesteckt hat.
00:23:06: bei achtzig Prozent plus.
00:23:08: also einfach mal an kommen und dann müssen wir auch keine Entschädigungen ausgezahlt bekommen Das wäre doch der einzige Wunsch, den wir haben.
00:23:14: Wir jedenfalls sind morgen wieder pünktlich für Sie da.
00:23:16: Das können wir versprechen und freuen uns schon drauf!
00:23:20: Bis dahin,
00:23:26: tschüss!
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