Wie umgehen mit dem Iran? Mit Ali Fathollah-Nejad.
Shownotes
Der Krieg hat das iranische Regime militärisch geschwächt, aber nicht gestürzt – „die Israelis und die Amerikaner haben vielleicht einen militärischen Sieg errungen, aber keinen strategischen", sagt Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad. Das Regime zeige sich bereit, alles zu opfern: „Es befindet sich in einem Überlebenskampf und ist bereit, seine eigene Gesellschaft zu opfern – und auch die Region und die Weltwirtschaft."
Die Friedensgespräche in Islamabad seien extrem schwierig – zu viele Themen, zu extreme Ausgangsposition auf beiden Seiten. [01:!4]
Sechs Hapag-Lloyd-Schiffe mit rund 150 Seeleuten liegen seit Ende Februar im Persischen Golf fest – „es gibt bekanntlich keine Alternative zur Straße von Hormuz", sagt Flottenchefin Silke Lehmköster. Die Blockade kostet die Reederei wöchentlich 40 bis 50 Millionen Dollar. [11:01]
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00:00:02: Table Today mit Michael Brücker und Helene Bubrowski.
00:00:10: Ab heute soll in Pakistan, in der Hauptstadt Islamabad über einen dauerhaften Friedenfangel werden schon wieder eine Friedensfangeln.
00:00:16: Und diesmal geht es um den Iran und die amerikanische Delegation und die iranische Delektion ist bereits angekommen.
00:00:22: Können sie sich auf ein gemeinsamen Nenner einigen nachdem sie vor wenigen Tagen sich gegenseitig noch auslöschen wollten?
00:00:28: Ist dieses Regime im Iran eigentlich jetzt nach diesem Krieg geschwächt oder nicht?
00:00:33: Das diskutieren wir mit dem deutsch-iranischen Politikwissenschaftler Ali Fatullah.
00:00:36: Nejad
00:00:38: Hapakleut ist die größte deutsche Räderei und muss mit ihren Schiffen normalerweise täglich durch die Straße von Hummus.
00:00:44: Die Blockade kostet die Räderei pro Woche fünfzig Millionen Euro!
00:00:49: Was nun?
00:00:50: Das fragen wir die Flottenchefin und Leiterin des Krisenstabes der Räderecht Silke Lehmköster.
00:00:55: Neue Recycling-Idee aus Bristol in England, wie der Inhalt von Dixie-Clos.
00:00:59: In Zukunft einen echten Mehrwert für die Gesellschaft haben könnte – sie ahnen es nicht.
00:01:04: Wir sagen es Ihnen am Schluss dieses Podcast an diesem Freitag, den zehnten April.
00:01:08: schön dass Sie wieder eingeschaltet
00:01:09: haben.
00:01:31: Passing through the Strait
00:01:32: of Hormuz today, Iran's demands tonight involving
00:01:35: Israel
00:01:35: now.
00:01:36: And the president laid
00:01:36: today saying quote, Iran
00:01:38: is doing a very poor
00:01:39: job.
00:01:39: Dishonorable some would say of allowing oil to go trough the strait of Homuz.
00:01:43: and tonight Iran saying part o'the US ceasefire deal isn't being met pointing to Israels sweeping an deadly attacks in Lebanon.
00:01:52: Trump insisting Lebanon Isn't Part Of The Cease Fire Deal.
00:01:56: Er hat Donald Trump eines der schlimmsten Regime der Welt nachhaltig geschwächt mit seinem Krieg zusammen mit Israel.
00:02:12: Oh, da haben die Freiheitsliebenden und Demonstranten im Iran vergebens gehofft.
00:02:17: Denn zwar sind die Köpfe ausgetauscht aber das Regime ist geblieben!
00:02:21: Wie geht es weiter im Iran nach diesem Krieg?
00:02:24: Das fragen wir einen der renommiertesten und profiliertesten Experten für den Nahen Osten nämlich Ali Fatala Nejad Der bestseller Buchautor ist Gründer- und Direktor des Center for Middle East in Global Order Und außerdem Senior Fellow an der Universität Bonn und natürlich übrigens auch Kolumnist und Autor in unserem Security-Table.
00:02:43: Schön, dass du heute Zeit für uns gefunden hast.
00:02:44: Schönen guten Tag Ali!
00:02:46: Hallo Michael, grüße dich.
00:02:48: Erste und einfachste Frage vorne weg was hat dieser Iran Krieg eigentlich der Welt gebracht?
00:02:52: Das ist eine sehr gute Frage die man wahrscheinlich nicht sofort beantworten kann sondern eher historischen Rückblick.
00:03:00: also brauchen wir noch ein bisschen Zeit.
00:03:02: es gibt nämlich auch noch große Unbekannte sprich wie schwach ist eigentlich militärisch das iranische Regime geworden?
00:03:10: Weil es gibt ja anscheinend doch einen Appetit unter manchen Zirkeln dort, nach einem Waffenstillstand.
00:03:16: Aber insgesamt sieht das so aus dass die Israelis und die Amerikaner vielleicht eine militärischen Sieg errungen haben aber keinen strategischen.
00:03:25: Ja Donald Trump weiß auch noch nicht so richtig wie er mit dem Iran umgehen kann.
00:03:30: offensichtlich zwischen Diplomatie und Friedensgesprächen, möglichen Wirtschaftsbeziehungen bis hin zur völligen Auslöschung der Zivilisation sind seine Äußerungen ja nicht einzuordnen.
00:03:40: Warum machte Iran den anderen Ländern dem Westen eigentlich so schwer einen Umgang mit ihm zu finden?
00:03:47: Er macht es vor allen Dingen allen so schwer weil es ein Regime ist das in einem Überlebenskampf sich befindet und in diesem Überlebenschampf bereit ist seine eigene Gesellschaft zu opfern Und auch die Region und auch die Weltwirtschaft.
00:04:04: Also ganz nach dem Motto, wenn ich untergehen muss dann geht ihr alle mit mir
00:04:08: unter.".
00:04:09: Wie geschwächt ist dieses Regime?
00:04:11: Du hast Familie du hast Verwandte.
00:04:13: kannst du mit denen im Moment kommunizieren?
00:04:15: was erfährst du aus dem Inneren dieses Landes?
00:04:18: Wir haben seit Anfang des Jahres eigentlich fast durchgehend eine totale Internetabschaltung.
00:04:25: also die Lage für die rarische Gesellschaft ist absolut desulat weil auch während des Krieges das Internet ausgeschaltet ist, also man weiß gar nicht wo was angegriffen wird.
00:04:34: Obbleich ist ja auch die... dass Israel schon das amerikanische Militär immer kommuniziert haben.
00:04:40: Also es ist sehr schwierig und man hört nach einigen Tagen immer wieder etwas aus Iran.
00:04:46: aber das Internet ist abgeschaltet und wie stark das Regime ist.
00:04:50: Das müssen wir abwarten, während des Krieges hat das Regimen eine Präsenz auf den Straßen durch seine Repressionsorgane gezeigt um jedweden Protest der eigenen Bevölkerung im Keim zu ersticken.
00:05:04: und nunmehr nach Kriegsende vorläufigem Kriegsender hat der Justizchef angekündigt dass man nun mehr die Todesstrafe schneller anwenden möchte.
00:05:17: Wie stark das Regime ist, hängt von der Schwächung des Repressions und des Militärapparates an.
00:05:23: Das sind ja beides Hauptziele der israelische amerikanischen Kampagne auch gewesen.
00:05:27: Seit Anfang des Jahres gibt es auch Berichte, dass der iranische Staat nicht mehr die Einkommen vieler Repressionskräfte zahlen kann.
00:05:37: Also bleibt abzuwarten ob diese ökonomische Krise durch den Krieg noch virulenter geworden ist Früher oder später zur Achilles-Werse dieses Regimes wird.
00:05:47: Glaubst du, dass diese Militärschläge und sicherlich auch die Schwächung dieses Regims am Ende bei den jungen Menschen im Iran dazu geführt hat, das sie es richtig fanden?
00:05:56: Dass es gemacht wurde?
00:05:57: Oder sind die enttäuscht darüber, dass am Ende gar kein Regime Change möglich war?
00:06:04: Ich glaube um diese Frage zu beantworten müssen wir auch Widersprüche zulasten.
00:06:08: Die Brille, durch die viele Iraner diesen Krieg gesehen haben war dieses historische Massaker.
00:06:13: Die das iranische Regime in der eigenen Bevölkerung im Zuge der größten Anti-Regimproteste am achtem neunten Januar verübt hat womöglich zehntausend innerhalb von wenigen Tagen also gab es eine gewisse Hoffnung dass wenn denn der eigene Protest immer wieder mit Maschinengewehren beantwortet wird dass man darauf hofft das ist eine Art Befreiungskrieg geben könnte.
00:06:37: Aber ich glaube, dass diese Hoffnungen je länger der Krieg auch angedauert hat immer weniger wurden.
00:06:44: Gleichzeitig hat man auch befürchtet das der Krieг endet, das Regime noch da ist und Rache verübt an einer eigenen Bevölkerung.
00:06:51: also das sind ja sehr gemischte und dramatische Gefühle.
00:06:56: gestern sind die amerikanischen Delegationsteilnehmer und auch die iranischen Deligationsteilnehmer in Pakistan angekommen für erste Friedensgespräche.
00:07:05: wie kann das Gerüst für einen dauerhaften Frieden zwischen dem Westen, der gerade noch die völlige Zivilisation des Iran in die Steinzeit bomben wollte und dem iranischen Regime.
00:07:17: Die einen Tag nach der Waffenruhe sagen selbstverständlich werden wir wieder Uran anreichern?
00:07:21: also wie könnten die ersten geopolitischen Schritte zu einer Art Friedensarchitektur eigentlich aussehen?
00:07:27: Das ist äußerst schwierig.
00:07:29: Gerade gibt es vor allen Dingen eine Komplikation und das hat zu tun damit dass die iranische Seite einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt hat, das als Grundlage der Waffenpause und auch der Verhandlungen dargestellt hat.
00:07:45: Und die iranische Version und die iranschen Verlautbarung sagen unter anderem dass auf allen Fronten es zu einem Ende von Kriegshandlung kommt also auch zwischen Israel und der von Iran unterstützen die banistischen Hezbollah.
00:08:01: wir sehen allerdings dass Israel weiterhin dort militärisch vorgeht im Süden Libanons.
00:08:10: Und das hat zur großen Verwerfung mittlerweile geführt innerhalb des iranischen Regimes, sodass es viele radikale Stimmen gibt die sagen dass diese Waffenpause eigentlich nicht mehr gilt weil sie zerbrochen wurde sozusagen von der Gegenseite.
00:08:25: also ist es noch sehr unklar wie es erst mal weitergeht.
00:08:29: Und insgesamt, auch falls es weitergehen sollte und es zur Verhandlung kommen sollte gibt es eine Menge von Themen die da auf dem Tisch liegen.
00:08:39: das nicht nur das Atomprogramm sondern das Raketen-Programm Die Ransche Unterstützung für regionale Milizen.
00:08:45: Es gibt sehr vieles zu besprechen.
00:08:53: Beide haben maximalistische Position, die Trumpsche Seite hat ja diesen fünf-zwanzig Punkteplan schon seit einigen Wochen vorgelegt.
00:09:02: es kann natürlich sein dass man sich irgendwie doch einigt.
00:09:06: das ist so eine Beruhigung kommen könnte in der Menge von Hormuz.
00:09:12: aber das Problem über diesen so weltwirtschaft wichtigen Punkt ist dass die Iraner das durchaus als strategischen Hebel ansehen, eine bestimmte Kontrolle nunmehr für sich beanspruchen.
00:09:27: Also das wird sehr schwierig diese
00:09:30: Verhandlung.".
00:09:39: Der grüne Bundestagsvizepräsident, der iranischstämmige Umid Nuri-Puhr hat jetzt gerade eine eigenständigere Rolle Deutschlands in diesen Friedensverhandlungen gefordert oder in der Zukunft des Iran.
00:09:54: Wie kann diese Rolle eigentlich aussehen?
00:09:57: Das ist ne sehr gute Frage weil im Endeffekt wird es natürlich auf die Amerikaner und die Irane ankommen.
00:10:01: Die Amerikanen sind in der Lage die Sanktionen gegen Iran aufzuheben.
00:10:05: das is ne Kernforderung des iranischen Regimes.
00:10:09: Ich glaube wir Europäern müssten auch eher darauf schauen, dass es nicht zu einem Kommendeal kommt zwischen den Amerikanern und dem Regime.
00:10:18: Also durch unsere diplomatischen Kanäle auf die Amerikaner womöglich einwirken das auch das Thema Menschenrechte was auch stabilitätsrelevant sein wird.
00:10:30: aufgrund dieser großen Spannungen zwischen Staat und Gesellschaft in Iran Dass es mit in die Diplomatie berücksichtigt wird Alles andere sind, glaube ich unsere Fähigkeiten sehr begrenzt außer man tritt zusammen in einer europäischen Koalition
00:10:45: auf.
00:10:46: Ali Fedrullah-Najat wie immer ein spannender Analyst und Erklärer dieser so komplexen Sachlage im Nahen Osten und einen Buchautor den wir immer wieder empfehlen würden und bedanken uns hier für dieses Gespräch.
00:10:59: vielen Dank und bis zum nächsten Mal!
00:11:00: Danke Ihnen.
00:11:10: Feuerpause im Iran aber immer noch keine Durchfahrt für die wichtigste Meeresstraße der Weltwirtschaft Die Straße von Hormuz, derzeit wahrscheinlich die meist genannte Straße in den deutschen Medien.
00:11:21: Sie bleibt weiter angespannt.
00:11:22: Nach Angraim des Verbands deutscher Räder sitzen seit Ausbruch des Kriegsende Februar mehr als zweitausend Handelsschiffe dort fest und zwanzigtausend Seeleute sitzen ebenfalls fest auf diesen Schiffen im persischen Golf.
00:11:34: Darunter sind übrigens mindestens fünfzig Schiffe deutscher Redereien.
00:11:38: Die Einigung nun zwischen dem Iran und den USA sieht eigentlich eine Öffnung dieser Straße vor.
00:11:43: An diesem Freitagvormittag ist die Durchfahrt allerdings immer noch nicht für alle Schiffe wieder komplett offen.
00:11:49: Was heißt das nun für unsere Schifffahrtsunternehmen?
00:11:51: Hapakleut, die größte deutsche Rederei hat mit Kosten von fünfzig Millionen Euro pro Woche zu kämpfen durch die Schließung der Meerengel.
00:12:00: Aktuell liegen sechs Schiffe von Hapakkleut vor Ort fest.
00:12:04: Unsere Kollegin aus dem CEO-Table Nina Klotz hat mit Silke Lehmköster darüber gesprochen.
00:12:09: Sie ist die Flottenchefin und derzeit die Krisenmanagerin bei Hapa-Kleut.
00:12:14: Frau Lehmköster, sie sind seit zwei Jahren Flottenschefin von Deutschlands größter Rederei und damit verantwortlich für dreihundert Frachter und deren Crews.
00:12:22: Und zugleich sind sie auch die Leiterin des Krisenstabes von Hapa Kleuth.
00:12:25: Was sind sie zur Zeit?
00:12:26: Mehr Krise oder Flotte?
00:12:28: Im Moment um ehrlich zu sein es ist doch mehr Krise als Flotte!
00:12:32: Da geht es vor allem wahrscheinlich auch um die Straße von Hormuz, diese enge Passage im Persischen Golf.
00:12:37: Eine der wichtigsten Verbindungen für den Transport von Öl aus der Region.
00:12:40: Haben Sie aktuell noch Schiffe in der Region?
00:12:42: Und was bedeutet das für die Crews?
00:12:44: Ja also wir haben seit dem achtundzwanzigsten zweiten einige Schiffe im persischen Golf liegen, die nicht rauskommen.
00:12:51: Wir beobachten die Lage und hoffen natürlich dass wir irgendwann wieder aus dem persischen golf fahren können.
00:12:58: Dazu müssen aber die Gegebenheiten sich doch deutlich ändern zum aktuellen Status quo.
00:13:03: Und alles, was wir machen können ist unsere Gruß, die im persischen Golf gefangen sind so gut wie möglich zu betreuen, denn es gibt bekanntlich keine Alternative zur Straße von
00:13:14: Hormus.".
00:13:15: Das heißt sie sind da jetzt seit vier Wochen ungeplant fest gesetzt sozusagen?
00:13:20: Wie werden die versorgt mit Nahrungsmitteln und Essen?
00:13:23: Was machen die jetzt an
00:13:23: Bord?".
00:13:25: Man hat an Bord grundsätzlich für einige Wochen im Voraus Proviant an Bords Frischwasserbunker.
00:13:31: Das gehört dazu, weil man fährt ja manchmal auch drei bis vier Wochen von einem zum nächsten Hafen auf See ohne einen anderen Hafen zu haben dazwischen.
00:13:39: Das heißt unsere Schiffe waren versorgt als der Krieg ausgebrochen ist.
00:13:44: Wir haben dann aber recht schnell reagiert und uns von dem nächstgelegenen Hafen nochmal versorgen lassen ist kleine Boote quasi rausgekommen zu unseren Schiffen, die vor Anker liegen und haben sie mit zusätzlichen Nahrungsmitteln und Frischwasser versorgt.
00:14:01: Ansonsten haben wir darauf geachtet dass wir das Internetvolumen die die Bandbreite vergrößern damit unsere Besatzungen auf jeden Fall jederzeit mit Familienfreunden in Kontakt sein können wie Sie das brauchen.
00:14:14: Wir haben ihn aber auch eine Psychologische Unterstützung angeboten denn man kann sich das denke ich vorstellen Seeleute sind eigentlich gewöhnt zu fahren von A nach B und nicht unbedingt um vor Ort zu sitzen, und gar nichts zu tun können.
00:14:28: Der größte Feind ist die Monotonie – und dagegen müssen wir ankämpfen!
00:14:33: In wie engem Kontakt stehen Sie mit den Crews?
00:14:35: Also sprechen sie da auch mit den Kapitäninnen vor Ort?
00:14:38: Ja, wir telefonieren mehrmals täglich mit dem Crews, um einfach zu hören, wie geht es
00:14:42: Ihnen?!
00:14:43: Und man hört an der Stimme ja doch schneller, wie's dem gegenübergeht... Also in irgendwelchen E-Mails.
00:14:49: Wir sind dabei natürlich auch im schriftlichen Kontakt um Anweisungen mit zu teilen oder auch Informationen, die wir von verschiedenen Diensten bekommen.
00:14:57: Wie sehen Sie so die globale Lage?
00:14:58: und vor allem wie informiert man sich denn da in so dynamischen Zeiten?
00:15:03: Ja, Informationen sind das Wichtigste, vor allem zuverlässige Informationen.
00:15:08: Man kann glaube ich viel in Social Media und
00:15:11: auch
00:15:12: nicht ganz... Je nachdem, welcher Zeitung man liest kriegt man Informationen die nicht einhundertprozentig richtig sind.
00:15:19: Also muss man sich überlegen, wem hört man zu?
00:15:23: Und da greifen wir sehr gerne auf verschiedene Militärdienste zu, die uns helfen können und auch zuverlässige lokale Informationen haben.
00:15:34: Wir haben dann ganz eng zusammenarbeitet zum Beispiel mit der deutschen Marina aufgebaut.
00:15:38: Wären wir uns das angucken bei Balmandab?
00:15:40: Wir fahren seit mittlerweile über zwei Jahren um das Kaptergut in Hoffnung weil wir schon vor so langer Zeit festgestellt haben, dass das kein Ort ist wo unsere Schiffe durchfahren sollten.
00:15:51: Also die Hufigs werden jetzt wieder präsent in der Berichtigmererstattung.
00:15:57: De facto ist es aber so, dass sie seit Ende zwanzig dreiundzwanzig Schiffe angegriffen haben und das war auch den Moment dezember dreinzwanzigt, dass wir gesagt haben, wer möchte nicht mehr durch Wabbelmandet durchfahren?
00:16:11: Das heißt er sich die Lieferzeiten oder unterwegs Zeiten erheblich verlängert haben und damit ja wahrscheinlich auch die Schrecke immer teurer wurde.
00:16:19: Wenn jetzt noch erhöhte Energie- und Treibstoffpreise dazu kommen, wie schwierig ist das für die Riederei und einen Flottenbetreiber?
00:16:28: Man muss es glaube ich in den zwei Teilen aufteilen.
00:16:32: Den langen Weg fahren wir mittlerweile seit über zwei Jahren aber natürlich ist es die neue Lage dass die Brennstoffpreis jetzt so viel teurer geworden sind oder so erhöht
00:16:43: hat
00:16:43: das Ganze natürlich eine neue Dimension bekommen.
00:16:46: Wir versuchen natürlich, den Kosten gegen anzugehen und trainieren unsere Crews auch noch mal.
00:16:52: wie kann
00:16:52: man
00:16:53: so effizient wie möglich fahren?
00:16:55: Am Ende des Tages werden wir aber auch in Teilen unserer Kunden herantreten müssen da das ein Ungleichgewicht mittlerweile ist in den Brennstoffkosten die wir nicht alleine tragen können.
00:17:09: Das heißt andersfahren ist es wie im Autofahren wenn man langsamer fährt Verbraucht man noch weniger?
00:17:14: Ja, zum Beispiel.
00:17:15: Das ist glaube ich das beste Beispiel was man geben kann.
00:17:17: langsam erfahren und wir werden uns auf jeden Fall die Routen auch nochmal angucken müssen.
00:17:22: können wir irgendwo noch optimierter fahren als wir das ohnehin schon tun?
00:17:25: denn Brennstoff ist der größte Kostenpunkt bei uns.
00:17:29: Gibt es da irgendwelche Alternativen also alternative Brennstoffe oder neue Technologien auf die man auch kurzfristig setzen könnte vielleicht erfolgte Sachen so Dachensegel oder was es dafür Ideen gibt.
00:17:41: Wir setzen ja schon viel auf alternative Kraftstoffe.
00:17:44: Nichts davon ist allerdings so kurzfristig umsetzbar, denn eine Hauptmaschine an Bord ist ungefähr so groß wie ein Einfamilienhaus – das hat man nicht mal eben schnell umgerüstet und wir haben uns tatsächlich oft mal Segel angeguckt für einen Containerschiff.
00:17:58: auch das würde aber bedeuten massives Nachrüst mehrere Monate in einer Werft am Dock wo man der Schiff umbauen müsste.
00:18:07: Es sind alles keine kurzfristigen Lösungen und das einzige, was man tatsächlich machen kann ist so brennstoffeffizient zu fahren wie es irgendwie möglich ist.
00:18:16: Aber
00:18:16: es gibt Behabergläut auch so mittler- und langfristige Pläne zur Nachhaltigkeit und Decarbonisierung richtig?
00:18:22: Ein Teil unserer Flotte fällt mittlerweile mit LNG, mit Flüssigas.
00:18:27: Das ist für uns der erste Weg in Richtung Decarbonisierung.
00:18:30: Wir haben weitere Schiffe bestellt mit L&G Die Perspektive stellen eben auch mit Biometharen fahren können, dann haben wir wirklich einen grünen Schiff und wir brüsten gerade die ersten Schiffe um auf Metanol.
00:18:45: Wenn man mit Grün-Metanol fahren ist, haben wir auch da ein dekarbonisierter Schiff genauso wie unsere Neubauten, die wir auf Metaanol bestellt haben, die auch kommen werden.
00:18:55: also Wir machen da viel aber es ist leider für die aktuelle Situation nicht die Lösung, die gerne hätten.
00:19:02: Jürg Gelesen, als Sie Ihre Stelle vor zwei Jahren angetreten haben war auch eben Teil Ihrer Aufgabe die ganze Flotte zukunftsfähiger zu machen.
00:19:09: Jetzt haben wir gerade schon über alternative Treibstoffe gesprochen und das ist sicherlich ein wichtiges Thema.
00:19:13: Das andere wichtige Thema, über das ich eigentlich mit allen Unternehmerinnen und Unternehmern immer spreche, wenn es um Zukunftspfähigkeit geht dann ist KI.
00:19:21: Spielt das denn in so einem Hands-on Business wie der Seefahrt überhaupt eine Rolle?
00:19:26: Ist das was wovon sie auch profitieren können?
00:19:29: Ja auf jeden Fall!
00:19:31: Wir sind zwar Hands-On und ich glaube, das werden wir auch irgendwie immer bleiben in der Seefahrt.
00:19:36: Wir können aber richtig profitieren indem wir gewisse Abläufe ja durch eine KI durchjagen und sagen ist es denn wirklich effizient was wir machen?
00:19:45: oder ja auch zum Beispiel dass einer KI mit tracken kann über Sensordaten wie bewachsen ist der Rumpf?
00:19:52: Dann müssen wir den Rumpffieder säubern um weniger Widerstand zu haben.
00:19:56: Auch das trägt zur Effizienz eines Schiffes bei.
00:19:59: würde die KI das dann hochrechnen und sagen, in dem und dem Hafen.
00:20:02: In zwei Monaten zum Beispiel ist es so weit.
00:20:05: In welchem Hafen ist man?
00:20:07: Und dann könnte man sich auch vorstellen, dass die KI dann auch gleich den entsprechenden Taucher bestellt, der das Schiff sauer
00:20:14: macht.".
00:20:34: Mit Ressourcen schon das Arbeiten, ist ja nach wie vor ein super wichtiges Thema eigentlich in allen Gebieten und jetzt mittlerweile auch bei Festivals.
00:20:42: Wo hast du diese wunderbare Nachricht hin?
00:20:46: Aus einem wunderschönen Beitrag zu einem Forschungsprojekt in Bristol.
00:20:50: denn die Forscher haben sich jetzt Gedanken gemacht was machen wir eigentlich mit dem Inhalt der Tausenden von Dixie Clos die bei so einem Festival dann aufgestellt werden oder auch bei anderen Großveranstaltungen?
00:20:59: Und man ist zu der Idee gekommen, dass man sagt wir können den Urin da drinnen nutzen und machen daraus einfach
00:21:05: Dünger.
00:21:06: Eigentlich
00:21:07: ziemlich logisch und das Witzige ist, man schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
00:21:10: Man hat den Unrat irgendwie sinnvoll genutzt anstatt ihn einfach in eine Kläranlage zu kippen und dieses Verfahren was sie da entwickelt haben ist sogar noch kostengünstiger als viele herkömmliche Düngern.
00:21:20: In ersten Test versuchen konnte man dann nach einer Großveranstaltung die Wiese die platt getrampelt wurde von den ganzen Gästen einfach sehr schnell wieder Auffrischen, aufhübschen und in Zukunft will man sogar einen ganzen Wald damit ranhochzüchten.
00:21:32: Was das für Ihren privaten Garten bedeuten könnte, will ich Ihnen jetzt hier gar nicht empfehlen.
00:21:37: Wir freuen uns über ein weiteres Beispiel gelungener Kreislaufwirtschaft und freuen uns wenn Sie am Samstag wieder einschalten.
00:21:43: zu einem ganz besonderen Podcast nämlich die Bundestagspräsidentin ist zu Gast bei Table Today Julia Klöckner direkt von ihrer Reise nach Estland und Litauen im Gespräch mit der Kollegin Wilhelmine Stenglin.
00:21:54: Das empfehle ich ihn sehr morgen ab fünf Uhr.
00:21:57: bis dahin noch einen schönen Freitag Mit Michael Brücker und Helene Bubrowski.
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