Wie schmerzhaft wird die Gesundheitsreform?

Shownotes

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ein umfassendes Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung vorgestellt. Es geht nun alles sehr schnell bei Schwarz-Rot. Schon in zwei Wochen soll das Kabinett über einen Gesetzentwurf abstimmen. Die Zuzahlungen für Medikamente steigen nach den Plänen von bisher 5 bis 10 Euro auf 7,50 bis 15 Euro – die erste Erhöhung seit 22 Jahren. Die beitragsfreie Mitversicherung für Ehepartner wird ab 2028 eingeschränkt. Insgesamt soll das Paket fast 20 Milliarden Euro einsparen. [01:24] Heute vor drei Jahren hat der Bürgerkrieg im Sudan begonnen – und die Bilanz ist verheerend: Mehr als 150.000 Menschen sind gestorben, fast 12 Millionen sind auf der Flucht. In Berlin findet heute die internationale Sudan-Konferenz statt, die Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, den USA, der EU und der Afrikanischen Union ausgerichtet hat. Gabriel Bub vom Security-Table hat mit Nidal Salah-Eldin gesprochen – sie ist im Sudan geboren, war stellvertretende Chefredakteurin der dpa und sitzt heute im Komitee von UNICEF. Ihre Botschaft ist klar: „Die Konferenz braucht keine Symbolik, die Konferenz braucht Substanz." [09:44] Professional Briefings kostenlos kennenlernen: https://table.media/testen Impressum: https://table.media/impressum Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung

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00:00:02:

00:00:10: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

00:00:12: Ein Satz, der in verschiedenen Zusammenhängen richtig ist und auch in der Gesundheitspolitik.

00:00:16: Denn unser Gesundheitssystem soll ja bezahlbar bleiben!

00:00:20: Und deswegen bei dieser Satz die Kernaussage von Nina Wagen, der Gesundheitsministerin, die gestern Vorschläge für eine tiefgreifende Gesundheitsreform vorgestellt hat.

00:00:30: Wir sagen ihnen was da auf sie zukommt.

00:00:33: Während der Großteil der Welt auf die Kriege im Iran und in der Ukraine schaut, tobt seit genau drei Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg im Sudan.

00:00:40: Wodurch es inzwischen zu einer der größten humanitären Katastrophen auf der Welt gekommen ist.

00:00:45: Heute findet in Berlin die internationale Sudan-Konferenz statt bei der sich auch unsere frühere Kollegen von Axel Springer und von der DPA Unicef mit den Niedersaler Eldin für mehr Unterstützung einsetzt.

00:00:56: Warum ausgeräuchte Deutschland hier eine Rolle spielen kann?

00:00:59: Das wollte Gabriel Gubb aus dem Security Table von ihr wissen!

00:01:03: Guten Morgen Berlin!

00:01:03: Du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau.

00:01:07: Das soll nun anders werden und zwar ausgerechnet mit der Hilfe von Touristen.

00:01:11: wie die neueste Ideen für eine saubere Stadt aussehen das verraten wir ihnen heute auch noch an diesem Mittwoch den fünften April und wir freuen uns dass sie dabei sind.

00:01:26: Die Kommission hat ja – das habe ich damals auch gesagt einen guten Werkzeugkasten vorgelegt mit ganz verschiedenen Werkzeugen und Maßnahmen.

00:01:34: Und wir haben uns jetzt die Werkzeuge ausgesucht, den wir die Großbaustelle GKV Finanzen angehen wollen.

00:01:44: Jetzt soll es ganz schnell gehen, Helene Nina Warken, den meisten in Deutschland wahrscheinlich nicht bekannt ist Gesundheitsministerin und hat jetzt ein ziemlich umfassendes Reformpapier vorgelegt, das in zwei Wochen schon Kabinettsreife erlangen soll, zwanzig Milliarden Euro sollen im Gesundheitssystem eingespart werden.

00:02:00: Ambitionierter Zeitplan.

00:02:02: deswegen werden wir sehr schnell auch die Vorschläge innerhalb der Bundesregierung besprechen müssen.

00:02:07: Ja und die Schnelligkeit ist auch gut, denn es besteht großer Handlungsbedarf.

00:02:12: Ja, das ist wirklich eine unglaubliche Beschleunigung der Politik.

00:02:15: Die wir hier sehen.

00:02:16: gerade hat eine Kommission die Ergebnisse vorgelegt.

00:02:18: Sechsundsechzig an der Zahl der Instrumentenkasten.

00:02:21: so ist ja beschrieben worden und normalerweise kennt man es aus der Politik dass wenn es schwierig ist wird eine Kommision eingesetzt die ewig arbeitet und dann passiert erst mal nichts.

00:02:29: jetzt soll es ganz anders sein.

00:02:31: die Reformvorschläge sollen sofort gesetzt werden denn die Zeit drängt die Gesundheitskosten explodieren Die Beitragszahler wollen nicht noch mehr Geld in die gesetzlichen Kassen zahlen.

00:02:44: Ja und während der Wirtschaftspolitik, in der Steuer- und Finanzpolitik seit Jahren ihrer Form nur in homöopathischen Dosen verabreicht werden wird jetzt wenigstens die Homöopathie.

00:02:53: gönn mir diesen Gag.

00:02:55: aus der Kassenleistung herausgestrichen ist es längst überfällig.

00:02:58: auch das Hautkrebs greening das Anlasslose wird keine Kassen Leistungen mehr sein.

00:03:02: also manch ein versicherter und Patient muss sich seine Vorsorge Ideen selbst bezahlen.

00:03:09: Ja, wobei Vorsorge-Ideen klingt natürlich jetzt schon ein bisschen abschätzig.

00:03:13: Also bei Hautkrebscreening wie bei allen anderen dieser Fragen kann man natürlich im Detail auch diskutieren.

00:03:19: ja ob das nicht eigentlich sinnvoll ist dass man alle paar Jahre zumindest mal seine Leberflecken anschauen lässt und wenn man dafür bezahlen muss ob man es dann trotzdem machen würde.

00:03:28: also die ganze Diskussion um Vorsorge und ihre Bedeutung zum gesund bleiben.

00:03:33: aber gut am Ende ist es so es muss gespart werden.

00:03:36: also schauen wir uns mal an.

00:03:37: was sind nun konkreten Punkte, wo es für uns teurer wird.

00:03:42: Ja Helene gehen wir abwechselnd mal durch fangen mit den Versicherten an.

00:03:45: die Zuzahlung für die Kamente steigen von fünf bis zehn Euro auf siebeneinhalb und fünfzehn Euro.

00:03:50: auch die Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten steigen

00:03:53: so Und auch Die Ärzte sind dran.

00:03:55: die Honorare für Fachärzte soll nicht mehr so stark steigen wie ursprünglich geplant und ist auch kein extra Geld mehr geben Für das befüllende elektronischen kranken Akte Ab.

00:04:07: Die Pharmaindustrie, sie verdient immer noch gut in diesem Land.

00:04:09: Deswegen auch der Hersteller Rabatt den der Staat vorgibt das System vor gibt Der soll steigen.

00:04:16: also die Pharma Industrie leistet auch ihren Beitrag.

00:04:18: Der Apotheken Abschlag soll erhöht werden dass es der gesetzlich festgelegte rabatt den apotheken auf verschreibungspflichtige Arzneimittel an die gesetzlichen Kassen abgeben müssen.

00:04:29: Die Krankenkassen sollen ihre Verwaltungs- und Werbeausgaben begrenzen.

00:04:32: Aber vielleicht der wichtigste Punkt, er wurde jetzt schon wochenlang diskutiert die kostenlose Mitversicherung für Eheleute.

00:04:37: sie wird nicht ganz gestrichen aber doch eingeschränkt.

00:04:41: Kinder und Eltern von Kindern bis sieben Jahren können kostenlos mit versichert werden genauso wie pflegende Angehörigen und ältere Versicherte.

00:04:47: alle anderen müssen ab zwei tausend achtundzwanzig dann allerdings drei Komma fünf Prozent ihres beitragspflichtigen Einkommens bezahlen.

00:04:56: Arbeitgeber müssen zudem einen höheren Pauschbetrag für ihre geringfügig Beschäftigten bezahlen.

00:05:03: Auch Prävention und Digitalisierung soll gestärkt werden, Bürokratieabbau vorangetrieben werden.

00:05:07: aber das steht ja wahrscheinlich in jeder Maßnahme irgendwie drin und kommt dann am Ende doch nicht

00:05:12: Politisch.

00:05:12: heiß umkämpft ist die Frage der Zuckersteuer.

00:05:16: Da sind sich Ärzte einig, es ist dringend überfällig.

00:05:18: Das Ausland macht das vor.

00:05:20: in Großbritannien gibt es die Zuckersteuer und da ist in Limonade viel weniger Zucker als bei uns.

00:05:26: Das ist ein richtiger Schritt.

00:05:27: aber die CDU hat ein bisschen Sorge vor dem Image-Verbotspartei.

00:05:31: Nina Wacken allerdings ist offen dafür.

00:05:33: der Gesetzentwurf dafür weil es sich um eine Steuerhandel kommt allerdings nicht aus ihrem Haus sondern muss aus den BMF kommen.

00:05:42: Darf nicht vergessen, auch die Tabaksteuer soll ja steigen.

00:05:44: Es ist zwar jetzt für eine andere... Baustelle gedacht, nämlich zur Finanzierung der Entlastungsprämie für die Arbeitgeber.

00:05:52: Aber auch da muss man sagen viel Wunschdenken in der Geschichte.

00:05:54: Bisher zeigt es sich das die Tabaksteuer zwar steigen kann aber die Einnahmen nicht im gleichen Maße wie von der Politik immer wieder versprochen.

00:06:03: steigen so funktioniert's.

00:06:04: so einfach funktioniert's nämlich nicht denn die Raucher haben eine ziemlich hohe Preiselasticität

00:06:09: und ich freue mich auf die Diskussion dazu dann auch in den nächsten Wochen herzlichen Dank.

00:06:16: Weitere Reformen jensatz des Gesundheitssystems sind angedacht in der Koalition und da geht es um die Tausend Euro Entlastungsprämie.

00:06:24: Also tausend euro sollen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern pro Jahr einmalig zahlen können, uns versteuer- und

00:06:31: abgabenfrei.

00:06:32: Ja interessant ist das dass die Arbeitgebers, die selbst in der Politik sind wie zum Beispiel der Bundestag gar nicht vorhaben.

00:06:37: Julia Klöckner ließ ausrichten, dass sie sich daran nicht beteiligt und als eigentlich auch kritisch sieht denn die Unternehmen müssen diesen Betrag ja erst mal bezahlen können.

00:06:46: Wenn ich an die chemische Industrie denke, den Maschinenbau und den Mittelstand auch diejenigen die ja gerade zum Beispiel wie die Metall- und Elektroindustrie die ja grade Tarifverträge abgeschlossen haben mit hohen Einmalzahlungen werden sicherlich nicht jetzt nochmal eine Einmalzahlung an die Beschäftigten finanzieren könnt egal ob das Steuer rabattiert ist oder nicht

00:07:05: So, und dann müssen wir aber auch mal über Ausgabenkürzungen reden.

00:07:09: Und nicht immer nur über die Einnahmenseite.

00:07:11: Und hier hat der Ökonom Lars Feldt, der einst der Berater des Finanzministers Christian Lindner war folgende Ideen

00:07:19: Wenn es darum geht im nächsten Bundeshaushalt Und auch den Jahren danach für die darauffolgenden Bundeshaushalte Mittel einzusparen, dann führt kein Weg daran vorbei auf die Ausgabenseite

00:07:28: zu gehen.

00:07:29: Alles was an dem Bereich der Einnahmen macht ist nur eine Verschiebung hin und her und führt zu Belastungen oder gar mehr Belastung für Unternehmen beziehungsweise für private Haushalte.

00:07:40: Bei den Ausgaben sollte man einsparen im Transferbereich.

00:07:43: das hat damit zu tun dass der Bundeshaushalt zu fast fünfzig Prozent von Transfers erfasst ist.

00:07:49: Das sind eben nicht nur die klassischen Sozialtransfers, sondern vor allen Dingen auch die Subventionen an Unternehmen.

00:07:55: Die Subventionens sind seit dem Jahr zweitausendfünfzehntsechzehn um das dreieinhalbfache nach einer schon zuvor also vor fünfzehn angewendeten Strängen Definition der Subvention gestiegen.

00:08:06: Wenn man nur die Finanzpläne nimmt, ist man sogar bei einer noch stärkeren Steigerung im Zeitablauf.

00:08:12: Das heißt den Unternehmen in Deutschland werden immer mehr Mittel in Form von Subventionen und von Finanzhilfen zugewendet und hier hat man eine erhebliche Einsparmöglichkeit.

00:08:20: Man wird am Ende trotzdem nicht an den Sozialtransfers vorbeikommen und sollte dabei auch die Familienpolitik in den Blick nehmen.

00:08:26: Ja und Lars Klingball hat seine Lieblingsidee immerhin auch in das Abschlusspapier der Koalitionsspitzen bekommen, nämlich die Prüfung einer Übergewinnsteuer auf europäische Ebene.

00:08:35: Wobei man sich immer fragt wo genau beginnt dieser Übergewinne?

00:08:38: Und wer definiert das eigentlich?

00:08:40: Lars fällt der ehemalige Wirtschaftsweise hat auch bei diesem Vorschlag eine eher kritische Haltung.

00:08:44: Eine Übergewinnssteuer ist deswegen verfehlt weil es einen Übergewinnen als solchen nicht

00:08:50: gibt.

00:08:50: jede Definition die das steuerrechtlich versucht zu erreichen, ist im Grunde willkürlich.

00:08:57: Man kann feststellen ob die Preise überhöht sind wenn ein Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung hat.

00:09:03: das machen wir katellrechtlich aber eben auch mit deutlich anderen Kriterien also beispielsweise ab der Markt bestreitbar ist ob ein Kartell vorliegt oder ein Monopole vorliegen und so weiter.

00:09:13: Das heißt es wird nicht einfach versucht an irgendwelchen noch als normal empfundenen Gewinnen etwas festzumachen.

00:09:18: deswegen hat er BFH zurecht entschieden im vergangenen Oktober dass die bereits einmal erhobene Übergewinnsteuer aus dem Jahr zwanzig zweiundzwanzig nicht rechtskonform ist.

00:09:30: Das ist zunächst unionsrechtlich problematisch, ist dann aber auch verfassungsrechtlich Problematisch wenn Willkür im Spiel ist und insofern wird eine Übergewinnssteuer schwierig sein nach deutschem Recht typischerweise schwieriger noch als nach

00:09:42: Unionsrecht.".

00:09:52: Heute vor drei Jahren begann der Bürgerkrieg im Sudan einer der blutigsten Bürger Krieger auf dieser Welt – und ein Krieg, der zu oft vergessen.

00:10:00: Wir schauen einfach nicht oft genug in dieses Land und dafür sind jahres Tage dann immerhin.

00:10:04: gut, dass wir uns heute mal damit beschäftigen.

00:10:07: Über hundertfünfzig tausend Zivilisten sind bei dem Krieg schon umgekommen.

00:10:11: mehr als zwölf Millionen Menschen sind wegen des Kriegs und der dadurch ausgelösten Hungersnot auf der Flucht eine der größten humanitären Katastrophen der Welt.

00:10:20: Und um endlich Hilfe für die Menschen im Sudan zu organisieren findet Heute die internationale Sudankonferenz hier in Berlin statt die Deutschland gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien in den USA der EU und der Afrikanischen Union veranstaltet.

00:10:34: Auch Niddaal-Sala Eldin wird an der Konferenz teilnehmen.

00:10:37: Sie waren hervorstellend bei Axel Springer und zu dem stellvertretende Chefredakteur bei der DPA.

00:10:43: sie ist im Sudan geboren und heute ist die Komitee Mitglied bei UNICEF.

00:10:47: was sie von dieser Konferenz erwartet und wieso gerade Deutschland eine entscheidende Rolle spielt Das hat Gabriel Bub, unser Security-Table-Kollege Salah Eldin gefragt.

00:10:58: Hallo Frau Salah Eldin!

00:11:00: Sehr schön dass Sie da sind.

00:11:01: Vielen Dank für die Einladung Herr Bub, schön hier zu sein.

00:11:05: Heute ist ja der traurige dritte Jahrestag des Kriegs im Sudan.

00:11:10: Wie ist die Lage für die Menschen in Sudan?

00:11:12: Die Lage im Sudan ist katastrophal.

00:11:15: Es sind mehr als siebzehn Millionen Kinder davon betroffen.

00:11:20: Weitere viele Millionen Menschen hungern Keine Perspektive haben ihre Grundlagen fürs Leben und für ihre Zukunft verloren.

00:11:27: Und die Dramatik könnte größer nicht sein, also es ist dringender Handlungsbedarf im Sudan.

00:11:33: Viele Menschen sind auf der Flucht?

00:11:35: Ja, sind auf den Fluchten insbesondere auch in die Nachbarländer des Sudan-Egypten, Chad einiger auch im Südsudan, in Uganda und die internationale Gemeinschaft hat die Verantwortung sicherzustellen dass dieser Krieg insbesondere Die wirtschaftlichen Verquirkungen, die Profiteure dieses Kriegs, die auch an der Konferenz teilnehmen werden.

00:11:56: Dass da diesen Krieg ein Ende gesetzt wird.

00:11:59: Über die Profitöre müssen wir gleich noch sprechen aber die internationale Gemeinschaft blickt ja gerade vor allem nach na Ost auf den Iran.

00:12:07: in Europa schaut man auf die Ukraine.

00:12:09: Aber sagen Sie uns doch mal wie wirkt sich der Krieg im Iran?

00:12:15: Die Sperrung der Straße von Hormuz

00:12:19: hat ganz unmittelbare negative Konsequenzen für die Menschen im Sudan, denn über diese Route werden Nahrungsmittel und Dünger in den Sudan gebracht.

00:12:29: Und das heißt auch hier werden die Menschen in Sudan – die Zivilgesellschaft wieder zum Spielball von internationalen Interessen und Verquirkungen – leiden unter dem, was gerade im Iran passiert?

00:12:40: Sie haben gesagt da sind auch Profiteure vom Krieg.

00:12:45: Wer sind dann diese Profiteure und wie profitieren sie davon?

00:12:48: Es sind drei Stränge, die auch wichtig sind um dem Krieg im Sudan etwas entgegenzusetzen.

00:12:54: Das erste ist ein Außenminister-Treffen zudem bereits zu dem schon vor der Zeit von ca.

00:13:01: Der zweite Strang ist eine humanitäre Konferenz, wo es auch um Finanzierungszusagen in erheblicher Höhe gehen wird.

00:13:08: Und die dritte Säule ist die Zusammenkunft von zivilen Akteuren, die eine Art Friedensperspektive und Prinzipien aushandeln sollen – und all das braucht man, um eine Antwort zu finden!

00:13:20: Und was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht, muss man einfach sagen.

00:13:23: Dass es natürlich wirtschaftliche Interessen gibt, die den Krieg im Sudan befeuern.

00:13:27: Gelbe ist sie nicht!

00:13:28: Gelbe is keine Waffenlieferung.

00:13:30: zum Beispiel auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wäre dieser Krieg schon längst beendet.

00:13:35: das muss man eben sagen.

00:13:36: Deshalb fordern ich und mir auch dass wir etwas klarer darüber sprechen wer profitiert von diesem Krieg?

00:13:44: Wer hat Interessen, die diesen Krieg am Laufen halten?

00:13:47: Die Forderung auch an die Konferenzteilnehmer ist, da auch in den Dialog zu gehen und etwas Druck auszuüben um etwas an der Lage zu ändern.

00:13:56: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ja ein enger Partner von Deutschland.

00:14:00: sich spielen auch in anderen Konflikten eine Vermittlerrolle.

00:14:04: haben sie denn den Eindruck dass die Bundesregierung genug Druck auf die Emirate ausübt um eine bessere Rolle im Sudan zu spielen Waffenlieferungen zu stoppen?

00:14:14: Die Bundesregierung verfolgt die Strategie, sozusagen öffentlich kein Shaming zu betreiben und eher auf diplomatischem Wege hinter den Kulissen diese Themen zu adressieren.

00:14:24: Ich halte es persönlich – das ist meine persönliche Perspektive für wichtig!

00:14:27: immer und immer wieder das Gespräch auch zu suchen.

00:14:30: Und sehr klar, die Verhandlungsmasse, die Deutschland in die Wachschale legen kann, hier auch geltend zu machen ist kein Naturgesetz, dass Waffen in den Sodanen geliefert werden.

00:14:39: Deshalb sollten wir es nicht so behandeln, sondern weiterhin klar – und das ist meine Erwartung an die Bundesregierung – klar Ross & Reiter zu benennen und dazu gehört neben den Emiraten natürlich viele afrikanische Nachbarländer des Sudanes.

00:14:51: Es sind nicht nur die Emirate, es sind auch die Emiratinnen.

00:14:54: Welche Länder meinen Sie da noch?

00:14:55: Zum Beispiel Äthiopien spielt eine Rolle, Libyen, Chat also viele andere Länder die in irgendeiner Weise auch profitieren von dem was im Sudan passiert.

00:15:03: Auch die Deutschlandruck

00:15:04: ausüben könnte?

00:15:05: Genau!

00:15:06: Jetzt ist die Konferenz in Berlin.

00:15:08: hat von außen betrachtet Deutschland denn das Gewicht eine Lösung zu finden?

00:15:13: oder ist das jetzt eine Konferenz wo man zusammenkommt vielleicht ein bisschen Geld zusammengratzt aber im Endeffekt wird sich nicht viel tun.

00:15:20: wie blicken sie auf die Konferenz?

00:15:23: Die Konferens braucht keine Symbolik, die Konferenz braucht Substanz.

00:15:27: Und das ist auch die Erwartungshaltung und auch das will die Bundesregierung ja einlösen.

00:15:32: Deutschland wird in Sudan und auch von den Sudanesinnen und Sudanesen als Honest Broker, als ehrlicher Vermittler wahrgenommen und deshalb sind die Erwartungshaltungen auch hoch Richtung Konferens.

00:15:43: Ich glaube man muss in beide Richtungen etwas Erwartungsmanagement betreiben.

00:15:47: In Berlin wird nicht der Frieden verkündet im Sudan leider.

00:15:50: Das ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich.

00:15:53: Aber Deutschland spielt eine ganz wichtige Rolle, auch als Freund der Quad-Initiative immer wieder Druck auszuüben und Verbindlichkeit einzufordern.

00:16:02: Und diese Rolle hat Deutschland in der Vergangenheit ausgefüllt – muss es aber mit Blick auf die Konferenz noch einmal mehr tun!

00:16:08: Ein wichtiger Punkt, der ja bei der Konferenz im Fokus stehen wird ist die Rolle der Zivilgesellschaft.

00:16:15: Was heißt das denn konkret?

00:16:16: Welche Rolle kann die Zivil-Gesellschaft spielen im Sudan um die Situation für die Menschen zu bessern?

00:16:22: Die Zivilgesellschaft im Sudan ist wahnsinnig aktiv und hat mit den Emergency Response Rooms, die auch schon viele Preise gewonnen haben.

00:16:30: Schon für den Friedensnobelpreis nominiert worden sind eine ganz wichtige Rolle.

00:16:35: das sind sozusagen die Ersthelferinnen und Ersthelfern.

00:16:38: Wir arbeiten diese emergency response rooms also ganz konkret.

00:16:41: was machen wir?

00:16:42: Wie helfen sie den Menschen?

00:16:43: ja dass sind mobile Kliniken, die da angeboten werden, die durchs Land fahren.

00:16:48: Es sind Suppenküchen, es sind Lernangebote, Hilfsangebete.

00:16:51: Es ist insbesondere auch für Frauen und Kinder, die besonders vulnerabel sind.

00:16:55: Die besonders vom Krieg betroffen sind, was uns bei UNICEF natürlich sehr beschäftigt.

00:17:01: Dazu zählt ein Angebot, wo man zum Beispiel seinen Handy laden kann also Hubs, wo's Strom gibt.

00:17:07: Alles was man zum Leben, zum Überleben braucht wird über die Hilfsorganisation und die Emergency Response Rooms abgedeckt.

00:17:14: Und deswegen ist es auch für uns wichtig nach vorne gerichtet weiterhin die zivilen Kräfte, die sich um humanitäre Belange kümmern zu unterstützen und denen substanzielle Mittel zuzusagen.

00:17:26: das ist die Erwartungshaltung auch an Berlin.

00:17:29: Das heißt sie hoffen auf eine starke deutsche Rolle bei der Konferenz und vielleicht Gelder die zusammenkommen.

00:17:36: aber Den Krieg klären wird man auch nicht können bei der Konferenz.

00:17:41: Wichtig ist es, dass man die bestehenden Prozesse zum Beispiel den Quadprozess und den Quinn-Prozess, das man diese weiterhin als Gefiese so zu... Also

00:17:49: diese Vermittlungsprozesse, die es bereits gibt?

00:17:51: Das wichtigste ist der Quadprozess zum Quaddialog gehören!

00:17:57: die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA, Saudi-Arabien und Ägypten.

00:18:02: Diese vier Länder haben massiven Einfluss auf die Kriegsparteien im Sudan.

00:18:05: Und jetzt ist es wichtig – und all diese vier Länder werden ja dabei sein in Berlin – es ist wichtig, jetzt die Spannung hier zu halten und in die Umsetzung zu kommen und den Fokus zu halten.

00:18:17: Das ist unsere Erwartungshaltung nicht ein neuer Prozess der neu aufgegleist werden muss.

00:18:22: Diese Zeit haben die Menschen im Sudan nicht darauf zu warten!

00:18:26: Vielen Dank, Frau Sahler-Eldin für diese Einblicke.

00:18:29: Das war sehr interessant.

00:18:30: Danke, dass Sie bei uns im Podcast waren und dann wünsche ich Ihnen und den Menschen im Sudan eine gute Konferenz!

00:18:47: Ja hier in der Berliner Politik, das ist ja so ein Sonderthema.

00:18:49: Die kriegen ja irgendwie nichts auf die Kette was wenn du dir mal Baustellen anguckst oder Sauberkeit oder Sicherheit oder irgendwas auch den Zaun gibt es übrigens immer noch nicht um den Girlie aber egal.

00:18:58: deswegen sind diese Kolleginnen und Kollegen im Senat offenbar auf die Idee kommen ja während wir schon nix auf die kette kriegen dann helfen uns vielleicht einfach die Touristen dieses stadt sauberer zu machen eine ziemlich naheliegende idee eigentlich.

00:19:08: an diesem samstag sollen also touristen sauber machen und das bedeutet Abfälle aus der Spree Fischen zum Beispiel.

00:19:16: Und als Belohnung dafür bekommen sie Gutscheine für all die schönen Dinge, die man in dieser Stadt tun kann etwa Museen besuchen und anderes.

00:19:23: eine Win-Win Situation.

00:19:24: Die Stadt wird sauberer und der Urlaub im besten Fall günstiger.

00:19:28: Das dicke B soll endlich sauber werden.

00:19:30: Dafür bräuchten wir dann allerdings schon fünfhundert Millionen Touristen pro Jahr um diese Stadt wirklich sauber zu bringen.

00:19:36: Wir warten mal ab, ob es gelingt.

00:19:37: Wir freuen uns jedenfalls wenn Sie morgen wieder einschalten bei Helene Bubrowski und Michael Bröker an diesen Donnerstag den sechzehnten April bis dahin.

00:19:44: Ciao ciao!

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