Sind wir noch Industrieland? Mit Tanja Gönner.
Shownotes
Heute startet die 79. Hannover Messe. Unter dem Motto „Think Tech Forward" präsentieren rund 4.000 Unternehmen über 14.000 neue Produkte und Lösungen. Tanja Gönner, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, warnt zum Start der Messe vor anhaltender Stagnation und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland. „Ohne strukturelle Reformen werden wir nicht wettbewerbsfähig werden. Da gibt es viele Vorschläge. Es geht darum, dass sie umgesetzt werden und nicht immer wieder erneuert werden." [08:58]
SPD und Union liegen in Sachen Steuerreform offenbar noch weit auseinander. Es scheint aber inzwischen ausgemacht, dass höhere Einkommen stärker besteuert werden, während kleinere und mittlere Einkommen entlastet werden sollen. Auch die Abschaffung eines Feiertages ist in der Diskussion. Die SPD-geführten Bundesländer machen inzwischen Druck. Sie fordern Friedrich Merz in einem Brief auf, möglichst bald eine Sonder-MPK einzuberufen. In dem Papier, das Table.Briefings vorliegt, heißt es, gerade in Bezug auf grundsätzliche Fragen der Energiesicherheit, der Energiepreise und der Strukturen müsse es „schnell eine enge Abstimmung auf politischer Spitzenebene wie auch unter den Fachleuten von Bund und Ländern geben." [01:23]
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00:00:02: Rauf sich diese Koalition zu einer Steuerreform zusammen, die Debatte jedenfalls darüber geht munter weiter.
00:00:16: Immer mehr Details vom Koalitionsausschuss kommen ans Licht.
00:00:18: Union und SPD liegen weit auseinander und stritten sich angeblich auch über Feiertage, die einer abschaffen wollte und der andere nicht – wir nennen ihn mal die aktuellen Details!
00:00:30: Heute geht es los.
00:00:32: Die neunundsebzigste Hannover Messe, sie ist das Mecker der Industrie.
00:00:36: rund viertausend Unternehmen aus sechzig Ländern aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrodigitalindustrie und der Energiewirtschaft kommen zusammen Und während bei der Messe Innovationen und neue Produkte präsentiert werden, gehen gleichzeitig Tausende Jobs pro Monat verloren.
00:00:52: Deswegen sprechen wir mit Tanja Gönner, der Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der deutschen Industrie – also das BDI
00:00:58: -,
00:00:58: darüber was passieren muss um eine Trendwende
00:01:01: hinzubekommen.
00:01:03: Aus dem Bundespresseball ist ein Medienpresse-Journalisten-Ball geworden, denn die Politik glänzte am vergangenen Freitag mit Abwesenheit.
00:01:11: Wir sagen Ihnen trotzdem mal warum es diesen Ball weiter braucht auch wenn der Glanz ein wenig schwindet.
00:01:16: Es ist mutig.
00:01:17: schön dass Sie wieder dabei sind an diesem zwanzigsten April.
00:01:24: Schwarz und roh dringen um die Einkommenssteuerreform.
00:01:28: Und ja da liegen die beiden Parteien deutlich auseinander und zwar weiter, als wir gedacht haben.
00:01:33: Denn Sie sagen ja immer sie wollen zusammenkommen aber Sie machen dann doch Vorschläge von denen eigentlich jede Seite wissen könnte dass man so nicht zusammenkommt.
00:01:42: Vielleicht hier nochmal für Sie da draußen der wunderbare OECD-Vergleich der in keiner Analyse fehlen darf.
00:01:48: Deutschland hat eine der höchsten Steuernabgabenlasten im gesamten Industrie-Länder Spektrum nämlich siebenvierzig Komma.
00:01:54: neun Prozent des Einkommens muss ein Durchschnittsverdiener steuernd abgeben an den Staat.
00:02:00: Damit sind wir zweiter hinter Belgien.
00:02:02: Allerdings haben wir natürlich ein größeres Abgabenproblem als ein Steuerproblem, trotzdem war sich angeblich die kleine Runde des Koalitionsausschusses also die Parteivorsitzenden aber auch wohl Alexander Dobrindt und die wichtigen Staatssekretäre einig man könne eine Einkommenssteuerreform umsetzen hier bei Schwarz-Rot selbst wenn man den Spitzensteuersatz ein bisschen anhebt.
00:02:23: dann kam der Koalitionsausschuss und dann wurde das Ganze doch wieder zurückgenommen Vor allem weil Jens Spahn und Markus Söder nicht der Meinung war, dass das jetzt schon geeint werden sollte.
00:02:32: Also die SPD und Lars Klingbeier allen voran will ja die arbeitende Mitte entlasten so heiß es und deswegen soll eben der Spitzensteuersatz erst später greifen also er soll verschoben werden.
00:02:43: dieser Höchstsatz von der derzeit bei knapp siebzig Prozent ansetzt, der soll auf zehntausend Euro noch zusätzlich draufkommen bis er greift.
00:02:53: Also künftig erst ab achtzigtausend Euro Jahresbrutto.
00:02:58: Außerdem sollen die reichen Steuer, die ab ungefähr zweieinundneunzig Tausend Jahre Einkommen greiften auch erhöht werden also insofern die Mitte entlasten und die Reichen stärker besteuern.
00:03:09: Herr Michael, die CDU hat aber sicherlich ja kein Interesse als Steuererhöhungspartei in die Geschichte einzugehen.
00:03:15: Da würde ja die FDP jetzt versucht sich neu aufzustellen nur froh locken.
00:03:19: also wie kommen sie da zusammen?
00:03:21: Ja und Friedrich Merz soll sich in der Hunde auch gegen den Begriff reichen Steuer gewinnert haben.
00:03:25: Er war von dem Bestverdienern die Rede, das Wort Reiche erzeugt ja nur Sozialenheit aber dauert.
00:03:30: sei man trotzdem bereit gewesen oben zumindest im Grenzsteuersatz anzuheben?
00:03:34: damit finanziert man natürlich nicht die breite Entlastung der Mitte.
00:03:38: Aber es ist wohl für die SPD aus symbolischen auch solidarischen Erwägungen durchaus notwendig.
00:03:44: Und Fritz Günstler war bei uns im Podcast und hat sich dazu bereit erklärt was einige Wellen geschlagen hat in der CDU weil da auch einer das ausspricht, was offiziell ja noch Verhandlungsmasse ist.
00:03:54: Also gehen Sie davon aus da draußen diese sogenannte Reichensteuer und auch der Spitzensteuersatz wird steigen?
00:04:00: Ein anderer Konflikt war auch interessant den hatten wir hier noch gar nicht, Helene nämlich um die Feiertage.
00:04:05: Ja über zwei verschiedene Tage wird jetzt diskutiert.
00:04:08: einerseits könnte der finkst Montag künftig wegfallen ein für Christen wichtiger Feiertag.
00:04:15: Die Wahrheit ist aber, dass nur ein kleiner Teil der Deutschen überhaupt wissen was an Pfingsten gefeiert wird.
00:04:20: also die Sekularisierung setzt sich fort.
00:04:24: das andere ist angeblich soll es von der Union ins Spiel gebracht worden sein Der erste Mai der nun wirklich heilig ist für die sekulare SPD.
00:04:34: Das wäre wenn es stimmt eine echte Provokation.
00:04:37: Ja, und deswegen gibt es da unterschiedliche Deutungen.
00:04:39: CDU-Politiker im Koalitionsausschuss haben uns gesagt das sei nie wirklich vorgeschlagen worden.
00:04:44: man wisse doch um die Bedeutung dieses Feiertags für die SPD.
00:04:47: der CSU-Chef Markus Söder soll das eher als Scherz gemeint haben.
00:04:50: so kam es dann in die Debatte.
00:04:52: so oder so ein Feiertag bringt Null Komma Eins bis null Komma zwei Prozent Punkte Wachstum pro Jahr wenn er abgeschafft würde oder wie dieses ja auf einen Wochenende fällt.
00:05:02: Deswegen ist das natürlich eine der sehr leichten Maßnahmen um Wachstum zu erzeugen, auch wenn es mit Innovation wenig zu tun hat.
00:05:10: Aber immerhin wir sind das Land in Europa mit den meisten Feiertagen.
00:05:14: Zumindest sind wir in der Spitzengruppe und insofern ist eine Diskussion darüber durchaus in Ordnung, ob der Finks Montag jetzt Feiertags oder nicht?
00:05:22: Ich glaube selbst die weniger gewordenen Christen würden es... Jetzt kriege ich wieder Ärger daraus ne Helene.
00:05:27: Wir würden es verschmerzen können.
00:05:29: In Frankreich dem katholischen Frankreich ist er schon länger abgeschafft.
00:05:33: naja Die Frage ist natürlich schon, ob es da und das ist der Einwand.
00:05:36: Der Nordländer überhaupt eine Gerechtigkeit gibt denn ich kenne das noch aus Schulzeiten dass man neidisch guckte auf die bayerischen Schülerinnen und Schüler die also ständig irgendwelche Maria Himmelfahrt und andere Feiertage hat.
00:05:47: wären dann uns Norddeutschen auch noch der Bus- und Betag gestrichen wurde im November der für Protestanten ein wichtiger Tag ist
00:05:55: Und ich habe Ihnen dieses Jahr auch schon verplant, weil ich muss noch Münster zum fünftigsten meiner Schwester und also auf gar keinen Fall bitte eine schnelle Abschaffung.
00:06:01: Ich habe bereits diesen Feiertag eingeplant aber trotzdem nochmal zurück zu den Fakten.
00:06:05: acht bis neun Milliarden Euro könnte Das bringen, sagt der DIAK-Chef, der unter anderem auch dafür ist.
00:06:12: Und interessant ist eben das die Verbände und die Befürworter dieser Abschaffung des Fingstmonters damit argumentieren dass im Frühjahr die Produktivität deutlich schneller steigen kann als wenn man einen Feiertag im Herbst oder im Winter abschaft.
00:06:26: da geht es natürlich vor allem um die Bauwirtschaft.
00:06:28: also insofern dann gibt's durchaus kluge Überlegungen dahinter
00:06:31: Und in der Tat schaut man ja in den Kalender im Frühjahr und hat tatsächlich ein langes Wochenende nach dem anderen kaum Wochen, die mal fünf Tage haben.
00:06:39: Das ist auch immer eine Herausforderung für den Bundestag und die Sitzungswochen.
00:06:43: Wenn wir uns sagen dass wir alle mehr arbeiten wollen dann ist diese Idee finde ich zumindest diskussionswürdig.
00:06:49: Eine andere war die Lockerung des Kündigungsschützes für Top-Verdiner Für hochqualifizierte um dort oben ein bisschen Flexibilität in den Wechsel auch zu bringen, der ja inzwischen gar kein Manko mehr ist.
00:07:01: Sondern Alltag in einer zunehmend volatilen beruflichen
00:07:04: Karriere."
00:07:16: eine Arbeitskraft dann auszutauschen, sondern wo es ja doch sehr individualisiert zugeht im modernen Arbeitsleben.
00:07:31: So ich habe jetzt gehört aus Kreisen der Arbeitgeber die sagen das kann man schon machen aber die wahren Probleme liegen woanders.
00:07:36: Die waren Problem sind die Lohnnebenkosten von denen ja nun auch Nebenkosten so heißt es dann gar nicht mehr das richtige Wort ist weil sie derzeit einen so großen Anteil des Gehalts ausmachen nämlich bei einer fünfzig Prozent wenn man Arbeitgebern und Arbeitnehmeranteil zusammenzählt.
00:07:51: Kündigungsschutz ist natürlich auch für die SPD eine heilige Kuh und deswegen, derzeit wird sich da wohl nicht viel bewegen.
00:07:59: Kommen wir von den Lohn-Hauptkosten dann mal zu den Ländern, weil die machen jetzt inzwischen auch Druck und wollen in der Reformdebatte natürlich mitmischen.
00:08:06: Zumal sie jegliche Steuerreform am Ende teilweise mitbezahlen müssen.
00:08:09: Jetzt gibt es einen Brief an dem Bundeskanzler, auch an Lars Klingmer, den SPD-Chef von den SPD Ministerpräsidenten.
00:08:15: Ja, die gibt's noch Anke Rehlinger, Manuela Schwesig, Olaf Lies.
00:08:18: Sie machen Druck!
00:08:19: Denn sie wollen mitmission und fordern eine Sonderministerpräsidentenkonferenz um weiter über die steigen Energiepreise und mögliche Entlastungen zu reden.
00:08:27: In dem Schreiben, das jetzt gerade verschickt wurde da erinnern die Ministerpräsidenten an die einerseits Corona-Pandemie wo ja tatsächlich diese MPK so eine Art Ersatzgesetzgeber gewesen ist.
00:08:39: Alle wichtigen Impulse kamen daraus und eben auch aber in das Jahr zwanzig zweiundzwanzig, wo es diverse Besprechungen gegeben habe zum Thema Energie und Entlastungen und fühlen sich doch nun offenkundigt derzeit vom Bundeskanzler nicht eingebunden obwohl der ja Das Verhältnis zu den Ländern deutlich verbessern wollte, was unter Olaf Scholz ja zugegebenermaßen auch sehr gelitten hatte.
00:09:09: Hannover führt zum ersten
00:09:10: Mal eine Exportmesse durch die für die Gesamtwirtschaft der West-Zonen von überragender Bedeutung ist.
00:09:16: Ein ehemaliger Rüstungsbetrieb in dem Vorort
00:09:18: Latsen
00:09:19: wurde in das Ausstellungsgelände verwandelt.
00:09:21: So
00:09:21: möge denn diese Exportausstellung
00:09:24: ein Zeug nicht deutschen wirtschaftlichen können und wollen sein.
00:09:55: Think Tech Forward heißt das Motto der heute startenden Hannover-Messe.
00:09:59: Es geht eben darum, Technologie und Industrie zusammenzubringen um den Absturz, den Abstieg der deutschen Industrie zu verhindern.
00:10:06: Vierzehntausend neue Produkte und Lösungen werden hier in die nächsten Tagen präsentiert.
00:10:10: Die Messe ist das Schaufenster der Leistungsfähigkeit unserer Industrie.
00:10:15: Allerdings zugleich kriegen wir immer wieder die Meldungen, dass tausende Industriejobs in Deutschland abgebaut werden.
00:10:21: Ins Ausland verlagert werden.
00:10:23: BASF-Investitionen in China seit Tagen und Wochen in der Debatte und nicht mehr hier in Deutschland.
00:10:29: nur ein Beispiel für große Traditionsunternehmen, die eben nicht mehr investieren weil ihnen dieser Standort zu teuer geworden ist.
00:10:37: Zu hohe Energiepreise, zu viel Bürokratie und die berühmten Lohnhauptkosten, wie Helene gerade schon genannt hat.
00:10:42: Wie geht es also weiter?
00:10:44: Das wollten wir von wissen, die den Bundesverband der deutschen Industrie operativ managt.
00:10:48: Sie ist die Hauptgeschäftsführerin, sie heißt Tanja Gönner und sie soll uns mal sagen was die Regierung überhaupt noch tun kann und wie es der Industrie wirklich geht.
00:10:55: Einen schönen guten Tag Frau Gönna!
00:10:57: Guten Morgen Herr Bröcke.
00:10:58: ich grüße Sie.
00:10:59: Ich erwische Sie bereits in Hannover wo an diesem Montag die traditionelle Industriemesse beginnt.
00:11:05: Frau Gønna Wie geht's der Industri aktuell?
00:11:08: Sie würde sich wünschen dass es ihr besser geht.
00:11:10: Wir sind weit davon entfernt, dass wir in diesem Jahr eine Erholung absehen.
00:11:15: Zugleich ist die Hannover-Messe immer eine tolle Schau an der man sieht was wir eigentlich leisten können.
00:11:20: also insofern es ist immer gut hier zu sein sich wieder Kraft zu holen und zugleich ist das aber so dass wir dringend in diesem Land Reformen brauchen um voranzukommen.
00:11:32: In vielen Talkshows ist immer wieder auch von der Politik die Zahl zu hören, dass wir pro Monat zehntausende Jobs in der Industrie verlieren.
00:11:39: Stimmt das eigentlich noch?
00:11:40: Es ist nach wie vor allerdings und darüber reden wir als BDI seit zwischenseitig fast drei Jahren, die Arbeitslosigkeit und die Frage wer Jobs verliert.
00:11:49: Ist nicht mehr der entscheidende Indikator.
00:11:52: eigentlich sind wir bis dieser Indikator tatsächlich erkennbar ist schon deutlich zu weit?
00:11:58: Und ja es ist nach Wie vor so dass es immer noch Entlassungen gibt und letzten Endes geht's darum das wir dringend wieder nach vorne kommen müssen weil wir im Moment im eigenen Standort nicht wettbewerbsfähig sind, also das bei aller Krisenlage in der Welt.
00:12:15: Wir haben hier bei uns Möglichkeiten Dinge so zu verändern dass wir zumindest wett bewerbsfähig sind.
00:12:21: Nun hat die Bundesregierung sich zweieinhalb Tage zurückgezogen um Maßnahmen vor allem gegen die hohen Energiekosten in Folge des Iran Kriegs zu treffen und sind mit einer kurzfristigen Abseckung der Energiesteuer zurück gekommen.
00:12:32: Reicht Ihnen das?
00:12:33: Das hat doch nichts mit strukturellen Reformen zu tun.
00:12:36: Ich verstehe, dass die Politik natürlich Bürgerinnen und Bürger entlasten will in Zeiten, in denen es schwierig ist.
00:12:42: Zugleich gibt das aus meiner Sicht ein sehr trügerisches Gefühl, dass der Staat alles regeln kann.
00:12:47: Wir sind doch an einem Punkt, an dem wir erkennen müssen – Der Staat kann nicht alles reglen!
00:12:55: sondern es geht darum, dass wir Wachstumsimpulse brauchen.
00:12:59: Wir werden nicht jede Krise immer abwählen können – das sind sich alle Ökonomen auch einig und insofern bei allem Verständnis wenn ich auf die Industrie schaue dann ist es natürlich hilfreich, dass auch die Industriere von profitiert und zugleich geht's aber um strukturelle Reformen.
00:13:15: ohne struktuelle Reformen werden wir nicht wettbewerbsfähig werden.
00:13:19: Wir bleiben kurz bei der Energie, immerhin ist der Industriestrompreis von der EU jetzt genehmigt worden.
00:13:24: Ist das ein gutes Signal in diesen schwierigen Zeiten?
00:13:27: Zunächst einmal glaube ich muss man schon deutlich sagen dass die Bundesregierung bei allem was das Thema Energie angeht auch im letzten Jahr viele wichtige und richtige Maßnahmen auf den Weg gebracht hat.
00:13:39: Der Industriesterumpreis ist nochmal eine Abrundung.
00:13:42: zugleich gibt es allerdings Regelungen im europäischen Recht, die dazu führen dass es zwar ein Schritt ist aber bei Weitem nicht das abfedern kann was wir an deutlich höheren Kosten als in anderen europäischen Ländern haben.
00:13:57: Da weiß ich dass die Bundesregierung auch positiv unterwegs ist und versucht dort Änderungen hinzubekommen.
00:14:02: deswegen Jahrenschritt in die richtige Richtung, zugleich nochmal Arbeitskosten, Bürokratiekosten sind Punkte, die deutlich zu hoch sind.
00:14:10: Alle reden von strukturellen Reformen – was verstehen Sie ganz genau darunter vor Gönner?
00:14:15: Was dieses Jahr schon tatsächlich möglich wäre!
00:14:18: Erstens, es wäre hilfreich wenn wir uns dauerhaft wieder ein Ziel setzen.
00:14:22: das lautet nach Möglichkeit eher vierzig Prozent Lohnzusatzkosten und nicht mehr.
00:14:27: Und auch bei der Staatsquote immer wieder darauf achten dass wir sie zwar steig wegen der Verteidigung ausgaben aber nicht durch ständigen Eingriffe des Staates in wirtschaftliches Leben unter.
00:14:37: dritte Teil den wir sehr stark als Struktureformen sehen, ist alles was einerseits mit Staatsmodernisierung Digitalisierung Vereinfachung Planungs- und Genehmigungsverfahren angeht.
00:14:50: Und auf der anderen Seite mit einem deutlich schnelleren Bürokratieabbau.
00:14:54: da gibt es viele Vorschläge.
00:14:56: Es geht darum dass sie umgesetzt werden und nicht immer wieder erneuert wird.
00:15:00: Nach
00:15:00: unserer Information gab es fast eine Einigung bei diesen Koalitionsgesprächen.
00:15:04: Bei einer leichten Erhöhung des Spitzensteuersatzes, würde das einen Aufschrei in der Industrie geben.
00:15:09: oder sagen Sie auch so etwas ist möglich wenn an anderer Stelle strukturelle Reformen wirklich umgesetzt werden?
00:15:15: Das Entscheidende ist dass wir eigentlich ein Gesamtpaket benötigen weil es ist völlig klar da struktürelle Reforme zu führen dass jeder seinen Teil beitragen muss und auch die Industrie weiß dass sie ihren Beitrag muss im Übrigen an der Stelle nicht nur Industrie sondern Wirtschaft.
00:15:30: Beim Spitzensteuersatz geht es allerdings darum, dass man immer darauf achten muss das der weit größte Teil der deutschen Unternehmen als Personengesellschaften geführt werden und dort muss man Lösungen finden damit.
00:15:44: sehr klar ist, dass das derzeitige Optionsmodell, das es gibt aber kaum angewendet wird offensichtlich Schwächen hat und an diesen Schwächen muss gearbeitet werden.
00:15:53: Noch mal uns ist klar, dass auch wir einen Anteil bringen müssen.
00:15:57: wenn wir allerdings sehen, dass die Reformen jetzt alle nacheinander kommen aber kein Gesamtpaket dahintersteckt und vor allen Dingen, dass der Staat seinen eigenen Teil wo er auch beitragen muss nicht angeht.
00:16:09: Dann glaube ich wird es etwas schwierig und deswegen reden wir ja auch immer wieder über das Thema Staatsmodernisierung.
00:16:15: Glauben Sie oder trauen sie der Koalition die großen Pakete bis zum Sommer zu?
00:16:19: Ich kann nur sagen, dass wir immer wieder signalisieren.
00:16:21: Dass sie von unserer Seite Unterstützung bekommt werden sehr konkrete Vorschläge an den unterschiedlichen Stellen vorgelegt sowohl zur Staatsmodernisierung als auch zum Bürokratieabbau.
00:16:31: Wir ermutigen Sie und insofern gilt der berühmte Satz ich habe Vertrauen das diese Regierung weiß für welcher Verantwortung sich steht.
00:16:39: Ich weiß, dass Verantwortung tragen herausfordernd ist.
00:16:42: Das ist das was Unternehmerinnen und Unternehmern in diesem Land jeden Tag für ihre Arbeitnehmer machen.
00:16:47: Das ist die Aufgabe der Bundesregierung, insofern ich habe aber die Hoffnung.
00:16:52: Zugleich ist es allerdings so dass sich sie auch immer wieder darauf hinweise das wir bis zum Sommer diese Reformen
00:16:57: benötigen.".
00:16:58: Letzte Frage Frau Gönand, das traditionelle Partnerland ist in diesem Jahr Brasilien eine der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt.
00:17:04: mit einem BIP-Wachstum im Jahr vierundzwanzig war es glaube ich dreieinhalb Prozent.
00:17:10: Gerade auch in den industriellen Prozessen holt dieses Land enorm auf, wieder einmal muss man sagen ein großes Land das aufholt im Vergleich zu Deutschland.
00:17:18: was können wir von Brasilien lernen?
00:17:20: Also zum einen glaube ich hier sollten wir immer mal schauen wie die Dynamik in der Welt ist und darüber nachdenken ob wir uns nicht etwas von Dynamik abschneiden.
00:17:28: Zum zweiten freuen wir uns darüber dass nicht nur Brasilien als Gastland haben, sondern dass wir unsere deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage hier auch wieder mit unserem Partnerverband aus Brasilien gemeinsam gestalten können.
00:17:41: Zum Dritten gibt es viele deutsche Unternehmen die schon lange mit Brasilien sehr intensiv im Austausch sind dort dem Übrigen auch produzieren und damit Teil dieses Aufschwungs sind.
00:17:51: Und ich glaube, es lohnt sich immer genau hinzuschauen.
00:17:54: Was sind die Dinge, die vorantreiben?
00:17:56: Ich glaube bei allem dass dort insbesondere das Thema wie schnell komme ich zu Entscheidungen und wie schnell werden diese umgesetzt sicher etwas sind von dem wir uns was abschneiden können.
00:18:05: Wir sind gespannt auf die Innovationen und die neuen Produkte der deutschen Industrie weil dieser Messe in Hannover wünschen ihnen viel Erfolg.
00:18:11: Vielen Dank Frau Gönner!
00:18:13: Vielen Dank Herr Bröker!
00:18:14: Schönen Tag
00:18:15: noch!
00:18:26: Wie war eigentlich in der vergangenen Woche sonst noch irgendwas?
00:18:28: Am Freitag ein sehr, sehr lange Abend beim Bundespresseball.
00:18:32: Der Glanz und Gloria hat einen wenig verloren wie ich finde.
00:18:36: Wie ist dein Fazit?
00:18:36: Du bist ja mit einem sympathischen Journalisten hingegangen.
00:18:40: Über den roten Teppich marschiert mit tollen Fotos usw.
00:18:46: Das ganze Ambiente ist nach wie vor höchst feierlich.
00:18:50: Man hat den Eindruck so was wie.
00:18:52: Medienkrise gibt es nicht wenn man da sieht was ausgeschenkt und serviert wird im Hotel Ardlorden, also die erste Adresse in Berlin.
00:19:01: Aber die Politpromidenz ist einfach nicht mehr so vertreten wie früher.
00:19:05: der Bundespräsident, der kommt aber für den ist das auch ein Pflichtterminer muss den Ball eröffnen mit einem Tanz mit seiner Frau.
00:19:12: Aber ansonsten aus dem Kabinett habe ich zwei Vertreter gesehen, Carsten Schneider und Stefanie Hubeich.
00:19:18: von der Union war lediglich Jens Spahn da, von denen die ich gesehen habe also der Fraktionsvorsitzende.
00:19:24: immerhin aber so wie früher dass man dadurch lief und dachte hier ein Top-Politiker neben dem Nächsten?
00:19:31: So war es nicht!
00:19:32: Ja, die Idee war ja mal das nach einem anstrengenden Jahr.
00:19:35: Früher war es ja im November der Bundespresseball Politik und Medien.
00:19:40: Mal durchatmen und vielleicht auch die großen öffentlichen Streitereien und Konflikte beiseite legen und tanzen und trinken.
00:19:47: Es ist schon inzwischen ein Medien-Bubble Presse unter Sichtball geworden Und ich finde es übrigens auch nicht schlimm.
00:19:52: Also jetzt müssen wir uns dafür rechtfertigen dass wir auch einmal zusammen in der Bubble feiern und Tanzen Why not?
00:19:57: Dann nennen wir das Ding halt Medienpresse ball Berlin und ist auch in Ordnung, wenn wir dich trotzdem wiederkommen.
00:20:03: Und nur falls jemand sich falsche Gedanken macht.
00:20:05: es ist ja nicht so dass das von irgendwem finanziert sei oder gar staatlicherseits.
00:20:11: nein diese Tickets sind ganz schön teuer.
00:20:13: die muss man sich selber kaufen und auch selbst bezahlen.
00:20:17: also jeder der da feiert kann das tun.
00:20:20: aber man muss nun nicht irgendwie befürchten dass man dabei einflusst oder sonst irgendwas würde.
00:20:26: Aber wir haben natürlich dieselbe Diskussion, Michael die wir schon auf die Sommerfeste und so weiter gefeiert haben.
00:20:31: Das Bild das da draußen entsteht wenn man dann doch den einen oder anderen Politiker sieht und die Journalisten die mit einem Glas in der Hand dort stehen hat man natürlich das Gefühl ah ja siehst du die stecken doch alle unter einer Decke.
00:20:43: ich kann nur sagen vom Freitag viele gute Gespräche geführt auch schön getanzt aber mit niemandem unter eine Decke gesteckt
00:20:51: Nein.
00:20:51: und dass es Sponsoren bei einer Veranstaltung gibt, die im Hotel Adler stattfinden.
00:20:54: Wo zweitausend Gäste kommen ist eine Selbstverständlichkeit.
00:20:57: das heißt aber nicht, dass die Tickets nicht bezahlt werden müssen und sie sehr werden eben von denen bezahlt, die ihnen weil selbst tragen.
00:21:02: Das ist die Bundespressekonferenz und dieser Verein ist nun mal ein besonderes.
00:21:06: Es gibt ihn so nirgendwo auf der Welt.
00:21:08: Die Hauptstadtjournalisten haben ihren eigenen Verein gegründet Der eben dreimal in der Woche die Regierungssprecher und die Ministerien-Spreche einlädt um ihnen Fragen zu stellen.
00:21:16: Ein unabhängiger Verein Und er darf auch einmal im Jahr feiern sehr einen Preis verlieren hat auch dieses Jahr wieder an ausgewiesen.
00:21:25: Exzellente, tolle Kollegen in diesem Fall ein besonderes guter Kollege Andreas Rinke nämlich.
00:21:29: Andreas Rinkel, dem wir herzlich gratulieren und es Ihnen vom Herzen gönnen.
00:21:33: er ist der Mann, der immer und überall dabei ist uns auch informiert durch seine Thomson Reuter.
00:21:40: sehr guten Agenturmeldungen wenn wir mal nicht nachts um vier im Kanzler ansitzen bei irgendeiner zum Beispiel MPK über die wir jetzt gerade gesprochen haben.
00:21:48: Ein großartiger Journalist und so verdient lieber Andreas Herzchen-Groß.
00:21:53: Seit fast einundzwanzig Jahren beobachtet er die Kanzlerin oder den Kanzler, wir werden sehen wie lange noch Helene Bubrowski und Michael Bröker diese Politik beobachten.
00:22:00: vor.
00:22:00: heute ist jedenfalls Schluss!
00:22:03: Wir gehen jetzt tänzeln aus diesem Podcast.
00:22:05: freuen sich auf morgen Dienstag den einzwanzigen April sind wir ab fünf Uhr wieder für Sie da.
00:22:15: Tschüss!
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