Schafft Henkel nochmal 150 Jahre? Mit Carsten Knobel.
Shownotes
Zum 150. Geburtstag von Henkel spricht Michael Bröcker mit CEO Carsten Knobel über den Standort Deutschland. Wie groß sind die Probleme wirklich? Es geht natürlich auch um die Deindustrialisierung, von der die chemische Industrie betroffen ist. Welche Chancen sieht Knobel für den Standort – trotz der schlechten Rahmenbedingungen? Und: Warum ist Knobel nicht so pessimistisch wie andere Unternehmensführer in seiner Branche?
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00:00:05: Was mit der Unternehmensgeründung von Fritz Henkel begann, übrigens in Aachen.
00:00:10: Und mit der Einführung von Bleich-Soder, und später der Erfindung des ersten selbsttätigen Waschmittels namens Persil, ist heute ein globaler Weltmarktführer eine Unternehmen mit siebenvierzichtausend Mitarbeitenden in seventy fünf Ländern und einem Konzernumsatz von zwanzig Milliarden Euro.
00:00:30: Die Rede ist natürlich von Henkel dem Konsum Güter und Klebstoff Fabrikanten aus Düsseldorf.
00:00:37: Henkel ist ein Stück Industriegeschichte und dieses Jahr wird dieses Unternehmen hundertfünfzig Jahre alt.
00:00:43: Wer kennt die Marken nicht?
00:00:44: Persil, Pervole, Priel, Pattex oder Pritt – aber auch die Haarflege von Schwarzkopf gehört inzwischen zu dem Düsseldover DAX-Konzern.
00:00:52: Immer noch in Familienhand führt seit zwei Tausend zwanzig Carsten Knobel das Unternehmen Die zweihundertköpfige Henkel-Familie.
00:01:00: immer wollte nämlich am liebsten mit den Hänkelanern arbeiten, ist er schon seit nineteenhundertneunzig in dem Unternehmen.
00:01:08: Man könnte auch sagen, der Mann hat Stallgeruch.
00:01:10: Nur das mit der Fußballleidenschaft, das hat nicht ganz geklappt!
00:01:13: Der Mann ist heimlicher härter BSC Berlin-Fan.
00:01:15: Aber für Henkel hat er in den vergangenen Jahren eine ordentliche Wachstumstory hingelegt und da dachten wir uns es wird Zeit, in diesem hundertfünfzigjährigen Firmen bestehen mal dem Mann in Düsseldorf anzurufen und zu fragen wie geht's einem Spezialchemiekonzern angesichts der geopolitischen Konflikte?
00:01:31: Der Energiekrise... Und hier ist er schon ein schönen guten Tag lieber Herr Knobel.
00:01:35: Hallo Herr Brücker.
00:01:37: Henkel ist ja ein Paradebeispiel deutscher Industriegeschichte und wird in diesem Jahr hundertfünfzig Jahre alt.
00:01:42: Würde Fritz Henkel das Unternehmen heute nochmal in Deutschland gründen?
00:01:46: Also ich denke, dass er das auf jeden Fall wieder machen würde denn wenn man sich die einhundertfünftig Jahre von Henkel in den letzten Jahrzehnten immer wieder anschaut dann hat Henkel doch eigentlich immer wieder gezeigt eine Fähigkeit zu besitzen, sich immer wieder an veränderte Bedingungen anzupassen und von der Seite glaube ich ist das keine Frage dass er das wieder in Deutschland machen würde.
00:02:11: Warum?
00:02:12: In Deutschland gibt es einfach viele positive Faktoren.
00:02:15: Wir haben grundsätzlich sehr gute Arbeitskräfte, wir haben extrem tolle Technologien und technologische Industrien die sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder entwickelt haben, sich gewandelt haben geändert haben an die entsprechenden Bedingungen.
00:02:30: von der Seite glaube ich über die gesamte Zeit ist es absolut eine richtige Entscheidung in Deutschland Geschäft ansässig zu machen.
00:02:40: auf unser Jubiläum selbst zurückschaut, dann ist natürlich nicht nur ein Blick zurück.
00:02:45: Sondern für uns ist immer der Anspruch natürlich Hänkel auch auf Basis unsere starken Fundaments unserer beiden Geschäfte erfolgreich
00:02:52: weiterzuentwickeln.".
00:02:53: Man hat irgendwie das Gefühl wenn man in die Geschichte ihres Unternehmens schaut Die großen Erfolge dieser Pioniergeist, die ja auch der Antrieb ihres Unternehmens war.
00:03:02: Die Bleich-Soda, die in den Achtzehn-Achzen-Siebzig entwickelt wurde oder das Waschmittel-Persil im Jahr neunzehnt-Sieben.
00:03:08: Das waren natürlich Meilensteine aber wo sind eigentlich in dieser deutschen Industriegeschichte?
00:03:13: Oder vielleicht in ihrem Unternehmen diese Pioniere Produkte in den letzten zehn, zwanzig Jahren?
00:03:18: Das waren jetzt vor allem der Blick auf das Konsumgüter-Geschäft.
00:03:23: Auf der anderen Seite wissen wir ja, dass Henkel mittlerweile zwei starke Säulen hat.
00:03:27: Nämlich jeweils zur Hälfte Weltmarktführer im Industriegeschäft mit Klebstoffen und auf der andern Seite natürlich sehr, sehr starke Positionen weltweit auch regional in Konsumgütergeschäft.
00:03:39: Ich glaube im Industriegeschäft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel getan.
00:03:44: Wir ermöglichen mit unseren Industrie-Angeboten Solutions & Produkten Digitalisierung, wir ermöglichen E-Mobilität und Konnektivität.
00:03:54: Wir sind in vielen Bereichen die Immobil-Devices mit wichtigen Lösungen da.
00:04:02: Das heißt, wir beschäftigen uns mit Zukunftsgeschäften.
00:04:05: Das heisst alle großen Megatrends, die in der Industrie eine Rolle spielen oder für den Konsumenten eine Rolle spielt.
00:04:11: Da sind wir aktiv!
00:04:12: Das sind vielleicht nicht so ganz so bahnenbrechende Darstellungen wie sie es jetzt eben gerade mit dem Thema Bleichsoda Marke, die wirklich auch im Werbe- und TV gezeigt wurde.
00:04:26: Aber trotzdem hat sich das Unternehmen immer wieder neu erfunden und hat tolle Innovationen auf den Markt gebracht, die für uns wichtig sind, die auch Teil meiner strategischen Agenda sind um Henkel nach vorne zu bringen!
00:04:39: Na klar das stimmt natürlich, dass sind Konsumgüterprodukte die man kennt.
00:04:42: Die Adhesive Technologies wie bei ihnen der Bereich um die Klebstoffe und die Dichtungen heißt das ist natürlich nicht so bekannt aber da wächst Enkel sehr stark völlig richtig Da kommen wir auch gleich nochmal drauf.
00:04:51: Aber noch einmal zur Branche zurück Herr Knobel.
00:04:54: diese Deindustrialisierung die Schleichende Wie es neulich ein führender Vertreter des Verbandes der chemischen Industrie gesagt hat Ist sie spürbar oder ist das Propaganda einer Branche, die unter hohen Energiepreisen leidet und gerne politische Unterstützung haben möchte.
00:05:10: Das ist nicht Propagandas.
00:05:12: Man muss die Situation schon sehr ernst nehmen.
00:05:15: insgesamt ja der Begriff mag vielleicht etwas dramatisch klingen aber es ist so dass gerade die chemische Industrie natürlich eine sehr energieintensive Industrie ist und damit unter erheblichen Druck steht hoher Energiekosten schwache Nachfrage, neue Handelsbarrieren.
00:05:34: Ich glaube das sind alles Faktoren die nicht gerade auf der positiven Seite sind und auch natürlich zunehmende Regulierung und auch die Konkurrenz aus Asien speziell eben auch aus China belasten definitiv die Branche in Deutschland.
00:05:48: Für Henkel ist das ein bisschen anders weil wir sind Spezialchemie.
00:05:51: daher ist sozusagen unsere Situation sicherlich etwas besser als die in anderen Bereichen der Grundschemie.
00:05:58: Warum?
00:05:58: Wir sind eben nicht energieintensiv, wir sind auch nicht kapitalintensif.
00:06:03: aber am Ende des Tages und ich glaube das ist sehr wichtig Die chemische Industrie ist eben ein zentrales Fundament unseres Industriestandsortes nämlich wenn diese Bergköpfung wegbrechen würde dann betrifft das definitiv ganze Lieferketten und damit logischerweise auch die industrielle Basis.
00:06:20: Und eins ist ganz klar Herr Bröker Wenn diese Investitionen erst einmal weg sind.
00:06:25: Das ist das Problem, dann kommen sie nicht so einfach oder gar nicht mehr zurück denn das ist nicht reversibel und ich glaube dass es das worauf man achten muss und deswegen es sind auch ja schon einige Prozesse und damit auch einiger Arbeitsplätze aus Deutschland weggegangen was das Thema angeht.
00:06:43: Deswegen ist die Situation definitiv ernst.
00:06:45: Man haben Sie zuletzt als CEO eine industrielle Produktionsentscheidung für Deutschland getroffen und nicht fürs Ausland?
00:06:52: Das ist eine gute Frage, aber die übergeordnete Antwort denke ich erst mal.
00:06:57: wir investieren jährlich ca.
00:06:58: hundert Millionen in den Standort Deutschland.
00:07:02: was unsere Investitionen angeht wenn sie gestatten antworte ich vielleicht nicht direkt auf die Produktion sondern auch etwas viel wichtigeres nämlich die Innovation.
00:07:12: Wir haben vor einigen Jahren spezifisch vor drei Jahren das größte Innovations Zentrum für Forschung und Entwicklung im Bereich Klebstoff eröffnet, und zwar wo?
00:07:24: in Düsseldorf.
00:07:25: an unserem Standort hier.
00:07:27: Wir haben mehr als hundertfünfzig Millionen dort investiert, wir haben sechshundert Forscher aus Europa zusammengezogen und ich glaube das ist ein gutes Beispiel dafür dass der Standort weiterhin relevant ist.
00:07:39: Ein anderes wäre noch vor Kurzem haben wir zusammen mit der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Frau Neubauer und dem Oberbürgermeister von Düsseldorf Stefan Keller sozusagen das Fernwärme oder wir nutzen unsere Fernwörme, um diese in die Stadtwerke von Düsseldorf einzuspeisen.
00:07:59: Also ich finde auch hier ein gutes Kooperationsprojekt zwischen Politik Wirtschaft und Lokalem, um einen Beitrag zu leisten.
00:08:08: also ich finde es finden viele Dinge statt, die weiterhin den Wirtschaftsstandort interessant machen und damit auch für die Zukunft dieses Standorts positiv beitragen.
00:08:19: Die Standortreue für ein Henkel, die kenne ich aus eigener Erfahrung aus Düsseldorf.
00:08:23: Aber ist es nicht trotzdem beispielhaft für eine Branche das sich die Forschungs- und Entwicklungseinheiten, die Verwaltungseinheiten am Ende in Deutschland übrig bleiben aber die Produktion zusehends ins Ausland verlagert wird?
00:08:33: In der Industrie und wir vielleicht einfach diese unbequeme Wahrheit mal aussprechen sollten?
00:08:37: Ja Herr Brücker, also ich denke habe ich eine leichte und andere Meinung.
00:08:42: Ich bin grundsätzlich optimistisch weil wir in Deutschland definitiv über enorme Stärken verfügen.
00:08:48: Deutschland bringt industrielle Kompetenz hat starke Unternehmen, hat exzellente Fachkräfte und hat auch entsprechende Innovationskraft Und das spiegelt sich dann auch sicherlich in der Produktion wieder.
00:08:59: Wir persönlich bei Henkel, wir produzieren immer in dem Land für das land und das heißt weiterhin starke Produktionsanlagen und Kapazitäten, die wir für Wasch-und-Reinigungsmittel aber auch für unsere Klebstoffprodukte im Einsatz haben.
00:09:16: Also ich sehe das ein bisschen anders – ja, die aktuelle Situation ist nicht einfach!
00:09:21: Und dagegen müssen wir alle gemeinsam arbeiten.
00:09:24: Da stimme ich
00:09:25: Ihnen
00:09:29: zu.".
00:09:32: Deutschland insgesamt beziehe, dann ist das definitiv das Thema Energie.
00:09:37: Also Energiepolitik.
00:09:38: Henkel an sich ist nicht energieintensiv aber einer unserer größten Lieferanten ist die BRSF Ein Unternehmen mit hoher Energieintensität und das ist natürlich für uns eine absolute, sozusagen ein absoluter Nachteil im Sinne der weltweiten Wettbewerbsfähigkeit.
00:09:57: Und das andere Thema ist die Bürokratie.
00:09:59: wenn wir uns anschauen sowohl im eigenen Land aber hier gehe ich einen Schritt weiter was in Europa in Bezug auf Berichtspflichten Das Thema Reach, das Thema Lieferkettengesetz alles sozusagen auf uns zukommt oder In der Diskussion ist all das hemmt uns schnell zu sein, agil zu sein und das sind alles die Themen, die sie sowohl in Nordamerika als auch in Asien in einem deutlich anderen Ausmaß haben.
00:10:24: In einem deutlich niedrigeren Ausmaße Und dass es einfach nicht zu kompensieren wenn sich das nicht ändert.
00:10:30: Ich komme gerade aus einer Wirtschaftskonferenz wo die Inflationslage Thema Nummer eins war.
00:10:34: Die mögliche Preissteigerung.
00:10:35: Sie haben über ihre Vorprodukte gesprochen und muss auch hängte die Preise den kommenden Monaten anpassen.
00:10:41: Das würde ich gerne differenziert beantworten.
00:10:43: Wir hatten ja gestern gerade unsere Quartalergebnisse und in unserem Industriegeschäft, also in unserem Klebstoff-Geschäft – da war es auch bereits im ersten Quartall so, dass wir diese erheblichen Materialpreissteigerungen mit denen wir aktuell konfrontiert sind.
00:10:59: Wir sind ins Jahr mit einer Prognose gegangen die im niedrigen einstelligen Bereich lag und die hat sich jetzt verändert auf einen hohen einstellenden Bereich vielleicht um es einfach zu übersetzen, das heißt Brutto circa vierhundert bis fünfhundert Millionen mehr Materialpreissteigerung im Jahr sechsundzwanzig gegenüber dem wie wir ins Jahr gestartet sind und das hat im Industriebereich dazu geführt dass wir bereits im ersten Quartal die Preise nach oben anpassen mussten.
00:11:28: Im Konsumgüter Bereich ist das immer deutlich schwierigeres unterfangen, weil hier ist es einfach so den Konsumenten und das wissen wir ja alle steht auch ein deutlich niedrigeres Einkommen in der aktuellen Situation zur Verfügung.
00:11:40: Weil sie natürlich mit Preissteigerung auch in allen Bereichen konfrontiert sind.
00:11:45: und da ist es so dass Preiserhöhungen alleine nicht reichen sondern wir müssen dem Konsumenter natürlich auch einen Mehrwert also Innovationsfähigkeit zeigen, warum er in der Lage oder bereit wäre mehr auszugeben.
00:11:58: und das ist natürlich ein deutliches schwierigeres Unterfangen.
00:12:02: Und deswegen wird es im Konsumgüterbereich eher nur selektive Erhöhungen geben nämlich dann wenn der Konsument auch sieht dass er mehr an Wert dafür kriegt.
00:12:12: kann man einen Waschmittel wie Persil noch besser machen so dass der Kunde bereit wäre noch mehr dafür zu bezahlen?
00:12:17: Herr Bröcker, das machen wir seit mehr als zweihundert Jahren.
00:12:21: Also von der Seite... Ja, das kriegen wir hin!
00:12:23: Man
00:12:23: kann sich es gar nicht vorstellen, dass selbst ein Waschmittel noch irgendwie besser geht, als wir's doch jetzt schon kennen und seit Jahren und Jahrzehnten eigentlich
00:12:32: erforschen.
00:12:32: Ja gut, aber es spielen natürlich verschiedene Wertthemen rein die für den Konsumenten interessant ist.
00:12:40: Zum Beispiel wenn sie das Thema Pflege und Farbe nehmen wir haben vor kurzem innerhalb also vor gut einem Jahr mit Pervoll was ja auch ein sehr ikonische Brand in diesem Bereich eine neue Formulierung reingegeben die sozusagen die Farbe des Textils zurückbringt.
00:13:00: Und ich glaube, das ist wenn man an seine Kinder denkt die ihr Lieblings-Shirt jeden Tag tragen wo dann irgendwann die Mutter sagt Das kannst du nicht mehr anziehen.
00:13:09: Es gibt eben Produkte die hier diese Farbwelt wieder zurückbringen die auch das Textil von seinen Fasern her wieder erneuern und ich glaube dass sind Dinge die gab es eben früher nicht und das ist genau was ich angesprochen habe.
00:13:22: Das ist ein Wert den der Konsument entsprechend schätzt Persil, die gleiche Performance bei kälteren Temperaturen zu erzielen.
00:13:32: Damit auch einen Einfluss auf die Nachhaltigkeit sprich auf weniger CO-Zwei Ausstoß zu legen.
00:13:40: Das sind Themen an denen wir arbeiten und nicht nur arbeiten sondern die wir auch auf den Markt bringen.
00:13:44: daher ist es immer noch sinnvoll persil zu kaufen weil's besser ist als das was sie von der Konkurrenz kriegen.
00:13:50: Das klingt noch ganz fieser Chemie und ahne ich schon, dass Ihre Nachhaltigkeitsziele da in Gefahr sind.
00:13:55: Wenn Sie plötzlich die Farbe wieder zurückbringen in die Wäsche.
00:13:59: das kann doch nur mit irgendwelchen ganz schwierigen Chemikalien gehen, die alle wahrscheinlich ganz ungesund sind oder?
00:14:04: Nein, das sind einfach smarte Entwicklungen die sozusagen aufgrund von Fasern und Veränderungen auch in Lichteinfällen passieren.
00:14:15: Also das hat nichts mit der chemischen Keule zu tun sondern dass sind einfach wirklich innovative Themen die wir an die Konsumenten bringen.
00:14:22: Sehr gut Europa macht noch vierzig Prozent des Umsatzes von Henkel aus aber die Wachstumsländer sind doch andere.
00:14:28: ist Europa tendenziell noch ein Schwerpunkt oder ist es eher Problemzone?
00:14:33: Erstens, natürlich ist Europa für uns ein sehr wichtiger Markt.
00:14:36: Ja dieser Markt wächst nicht mehr so wie wir das vielleicht noch vor fünf oder vor zehn Jahren gewohnt waren aber sie haben es ja angesprochen mit vierzig Prozent ist das für uns sehr bedeutend nicht nur vom Wachstum sondern auch von der Profitabilität die wir haben.
00:14:52: Aber ja das Wachs-Tum ist woanders Das Wachztum in Asien, das ist im mittleren Osten und das ist in Südamerika.
00:15:00: Wir entwickeln unser Unternehmen ständig weiter.
00:15:02: Wir verändern unser Portfolio und das hat natürlich auch was damit zu tun, wo wir investieren.
00:15:08: Nehmen Sie das Konsumentengeschäft!
00:15:09: Wir haben vor drei Jahren in Asien sehr stark investiert.
00:15:12: Wir haben die Marke Vidal Sassouen erworben – in China.
00:15:15: Wir habe das Shiseido Professional-Geschäft in Asiens von Shiseidu erworben also... Themen, wo es ganz klar darum geht auf Wachstum auch mit Investitionen zu kombinieren.
00:15:28: Wir investieren gerade in den USA.
00:15:30: Mit Not Your Mothers haben wir eine Konsumentenmarke gekauft oder sind dabei die Marke Olaplex zu kaufen – also ist das eine globale Marke, die aber den Schwerpunkt auch in den US hat.
00:15:44: Also wir differenzieren, wo wir investieren und tragen natürlich dem Rechnung wie sich Märkte
00:15:49: verändern.".
00:15:50: Wachstum durch Zugkäufe, so klingt das sehr knobel heißt dass ihre eigenen Marken wachsen nicht mehr organisch stark genug.
00:15:56: Nur ein Prozent in diesem ersten Quartal.
00:15:58: man könnte auch sagen da ist es Ende der Fahnenstange erreicht.
00:16:02: Nein, das ist ja nicht so.
00:16:04: Ich glaube wir haben seitdem ich das Amt übernommen habe Anfang im Jahr zwanzig.
00:16:08: Wir haben eine ganzheitliche Wachstumsagenda in den Vordergrund gesetzt und die legt Wert auf zwei Themen nämlich organisches Wachztum aber auch dass M&A integraler Bestandteil dieser Strategie ist Und das setzen wir denke ich konsequent um.
00:16:24: Die eins Komma sieben Prozent Im ersten Quartal Wissen Sie ja auch tragenden Rechnungen dessen, dass wir mit sehr starken geopolitischen Veränderungen konfrontiert sind.
00:16:34: Zoll- und Handelsstreit der die Situation nicht gerade einfach macht für Unternehmen dort sich zu positionieren und zu entwickeln.
00:16:42: aber ich denke man braucht beides und wenn ich die letzten Jahre sehe Im Konsumentengeschäft sind wir im Jahr dreiundzwanzig sechs Prozent gewachsen.
00:16:50: Im Jahr vierundzwzig sind wir gute drei Prozent gewachsen, also von der Seite ist es immer eine Momentaufnahme wenn sie jetzt nur ein Quartal herausziehen.
00:16:59: aber insgesamt Das Geschäft ist schwieriger geworden, der Wettbewerb ist sehr intensiv.
00:17:03: Aber und das ist ganz wichtig wir haben unser Portfolio verändert.
00:17:06: unsere top zehn Marken mittlerweile die mehr als sechzig Prozent des Geschäftes ausmachen sind im letzten Jahr und auch Anfang diesen Jahres mehr als fünf Prozent gewachsen Im Konsumgüterbereich.
00:17:17: das zeigt dass Wir Lösungen finden Und wir sind da guter Dinge.
00:17:22: Haben Sie mal ausgerechnet wie teuer ihnen der neue EU USA-Zoll-Deal, der ja jetzt Anfang Juli endgültig in Kraft treten soll.
00:17:29: Wie teuer der ihn zu stehen kann?
00:17:31: Natürlich beschäftigen wir uns damit sehr intensiv.
00:17:33: Das Gute ist Wir produzieren immer In der Region für die Region das heißt Die Zoll und Handelthemen egal Wo sie denn am Ende des Tages rauskommen.
00:17:44: auch da gibt es Ja Ich will nicht sagen wöchentlich aber doch Immer wieder neue Veränderungen treffen uns nicht so intensiv, weil wir wie gesagt diesen Ansatz haben.
00:17:54: Es gibt natürlich innerhalb einer Region auch unterschiedliche Länder aber das Ganze ist im mittleren zweistelligen Millionenbereich im letzten Jahr gewesen, wie uns das beeinflusst hat.
00:18:06: Das ist natürlich schon viel Geld Aber das ist für einen Konzern wie Henkel verkraftbar bzw damit können wir umgehen.
00:18:14: Ist die Markentreue eigentlich angesichts der Preissteigerung der Wirtschaftskrise gesunden bei den Konsumenten, bei den Verbrauchern?
00:18:21: Spüren Sie das als echter Markenkonzern.
00:18:24: Ja da muss man auch wiederum differenzieren.
00:18:27: es gibt Bereiche und ein Bereich hat natürlich eine gute und wichtige Bedeutung für Enkel im Wasch-und Reinigungsmittelbereich.
00:18:35: Da ist das so dass gerade in Krisenzeiten Markentreue in dem Sinne ein wenig abnimmt, dass die Tendenz zu Private Label ausgeprägter ist.
00:18:47: Darauf reagieren wir aber auch denn wir versuchen Marken nicht nur im oberen Preisegment anzubieten sondern eben wir versuchen alle Preisegmente abzubilden.
00:18:57: gerade in Deutschland haben wir eine drei Marken Strategie.
00:19:00: sie haben Persil als die Primiummarke Sie haben weißer Riese mehr im mittleren Preissegment und sie haben den schlauen Fuchs nämlich spä im Value for Money, also eher im Preiseinstiegsbereich.
00:19:14: Das ist das eine.
00:19:15: auf der anderen Seite und ich hatte ja gerade eben über die Akquisitionen gesprochen wir bauen unseren Haar-Bereich in den letzten Jahren deutlich aus dass es zum Beispiel einen Marktsegment wo die Markenloyalität noch deutlich stärker ausgeprägt ist, wo auch ein aktuell deutlich stärkres Marktwachstum zu beobachten ist.
00:19:33: Also von dieser Seite passt das sozusagen ganz gut aber Insgesamt ist die Situation in den letzten Jahren nicht einfacher geworden.
00:19:41: Wir haben kurz über die Politik gesprochen Herr Knobel, ich muss Sie schon auch noch mal fragen, gönnen sie auch zu denen?
00:19:45: Achtzig Prozent der Deutschen, die mit dieser Bundesregierung ihrer Performance im ersten Jahr sehr unzufrieden sind?
00:19:51: Ich gehöre nicht zu den Achtzig Prozent aber ich glaube ein einfaches Ja oder Nein wäre glaube ich in dem Fall ein bisschen zu kurz.
00:19:58: denn ich denke wenn man sich anschaut letztes Jahr als Friedrich Merz die Führung der Regierung übernommen hat, dann ist das sicherlich eine Situation gewesen wo wir darauf zurückblicken dass Deutschland zu dem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren kein Wachstum verzeichnet hat.
00:20:18: Wir stehen vor großen Herausforderungen aber eins ist klar dahinter liegen strukturelle Gründe Und die sind das Ergebnis der Entscheidungen von früheren Regierungen.
00:20:28: Das sind Themen, die wir ja auch eben schon teilweise angesprochen haben – nämlich im Bereich der Energiepolitik, im Bereich Steuerlast und natürlich auch in dem Bereich der Bürokratie.
00:20:37: Und dann kommt hinzu mit denen wir ja als Unternehmen gerade uns auseinandersetzen müssen, die aktuellen Probleme aus geopolitischer Sicht.
00:20:45: da glaube ich kann im Moment keine Regierung etwas dazu.
00:20:48: aber eins ist auch klar Ich sehe den Willen zur Veränderung.
00:20:52: Aber gerade die Koalition und die beiden Parteien müssen ihre Zusammenarbeit verbessern, denn wir brauchen dringend erforderliche Reformen.
00:21:01: Und das, was wir bis jetzt gesehen haben sind würde ich mal sagen erste Flänzchen und die Achtzig Prozent diese Jahr gerade angesprochen haben.
00:21:08: Die zeigen ja dass das so nicht ankommt und deswegen ist klarer Veränderungs- und Handlungsbedarf jetzt absolut notwendig.
00:21:16: und ich glaube aber daran, dass das möglich ist.
00:21:19: und es ist niemanden geholfen wenn wir ständig alles schlecht reden weil das auch keine Werbung für den Standort Deutschland aus einer internationalen Investmentperspektive.
00:21:29: Es wird Zeit, dass wir jetzt mal Geschwindigkeit aufnehmen.
00:21:32: Und zwar
00:21:32: wenn Sie eine Maßnahme an Rahmenbedingungen nennen sollten.
00:21:35: welche unbequeme Wahrheit über den Standort Deutschland wird politisch nicht offen ausgesprochen oder zu selten?
00:21:42: Naja das ist denke ich schon das Thema Bürokratie und die Art wie lange wir brauchen um Das Gespräch gestartet auch mit der Frage, investieren wir in diesen Standort.
00:21:54: Wir bekommen einfach zu viele Knüppel zwischen die Beine wenn es um Investitionsmöglichkeiten in diesen standort geht.
00:22:03: das dauert so lange da sind zu viele Themen dran.
00:22:06: Carsten Wildberger macht da glaube ich einen guten Job die Dinge anzugehen aber wir müssen das Ganze jetzt in Maßnahmen übersetzen und zwar schnell.
00:22:14: Sie haben einen Jubiläumsjahr zum Abschluss, welche konkreten Vorteile planen sie für Ihre Mitarbeitenden?
00:22:19: Sie haben ja immer schon Mitarbeiter auch Aktien herausgegeben und halten zumindest als Ziel eines nachhaltigen Konzerns.
00:22:27: Auch gerade die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten sehr hoch.
00:22:30: Welche Ideen haben Sie für die Mitarbeitende in Ihrem Hause im Jubilänungsjahr?
00:22:35: Ja also wir haben ein paar Ideen, aber Herr Bröker sie sind ja auch immer sehr innovativ.
00:22:38: Also wenn Sie noch eine haben können Sie mir die nachher noch sagen?
00:22:41: Aber was haben wir Spaß beiseite?
00:22:43: Was haben wir gemacht?
00:22:44: Auch mehr Urlaubstage, mehr Boni Mitarbeiteraktion fände ich schon gut!
00:22:48: Ja, dann gucken wir mal.
00:22:49: Dann vergleichen wir das mit dem was ich Ihnen jetzt sage und was wir gemacht haben.
00:22:52: Also wir haben im letzten Jahr schon bereits entschieden weil wir den hundertfünfzigsten Geburtstag feiern Das ist der sechsenzwanzigste.
00:22:59: neunte ist das Geburtstagsdatum Und da haben wir gesagt Wir wollen jedem Mitarbeiter weltweit an seinem Geburtstage einen Tag freigeben.
00:23:08: Das heißt, jeder Henkel-Mitarbeiterin oder Mitarbeiter hat an seinem Geburtstag bekommt er einen zusätzlichen Tag Urlaub...
00:23:17: Da sind dann aber fünfundvierzigtausend Tage, wo nicht produziert wird?
00:23:21: Ja also immer ruhig bleiben wir produzieren ja.
00:23:24: auch das kriegen wir schon hin.
00:23:26: Also nicht gedacht
00:23:26: wird oder produziert oder geforscht oder innoviert wird.
00:23:30: Herr Brücker
00:23:31: bei Henkel, wir denken auch in der Freizeit weiter.
00:23:34: Aber Spaß beiseite!
00:23:35: Also das ist die eine Maßnahme.
00:23:37: andere Maßnahme ist, und das haben sie auch angesprochen.
00:23:39: Wir haben einen Mitarbeiter-Aktienprogramm und wir haben in dem Zusammenhang den Anteil, den Henkel dazu gibt in dieses Investment nochmal deutlich in dem Jubiläumsjahr
00:23:50: erhöht –
00:23:51: und wir feiern!
00:23:53: Um den XXI.
00:23:55: Herum.
00:23:55: weltweit.
00:23:56: an allen wichtigen Standorten werden wir sogenannte Henkelfestivals machen, wo wir die Mitarbeiter mit ihren Familien zu einem entsprechenden Fest einladen und im Geburtstag das Jubiläum gemeinsam feiern.
00:24:10: Tradition trifft Zukunft und wir heißt euer Slogan für das Jubiläums ja Future.
00:24:14: Fragezeichen ready, Ausrufezeichen.
00:24:16: ich hoffe sie haben recht lieber Knobel und wir freuen uns wenn Enkel auch die nächsten hundertfünfzig Jahre erfolgreich hinbekommen.
00:24:22: ein Stück Industriegeschichte.
00:24:23: vielen Dank für dieses Gespräch an diesem Samstag und alles Gute!
00:24:27: Vielen dank Herr Bröcker für das Gespräch.
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