Zerbricht die politische Mitte?
Shownotes
„Die Mitte muss wieder dieser spannende, weil spannungsreiche Raum werden", sagt Stefan Kolev, Direktor des Ludwig-Erhard-Forums. Deutschland verharre im Status quo, während sogar junge Menschen über Auswanderung nachdenken oder in die innere Migration gehen. Im Gespräch mit Michael Bröcker wirbt Kolev für ein resilientes Mindset und einen Staat, der Subventionen nach echter Wirkung prüft: „Es braucht in Deutschland keine Kettensäge, davon bin ich felsenfest von überzeugt. Wohl aber Heckenscheren, die wir schwungvoll betätigen." [08:36]
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim DGB-Kongress Pfiffe und Buhrufe kassiert, als er sagte, ohne Wachstum gebe es keinen leistungsfähigen Sozialstaat und keine auskömmliche Rente. Wenige Minuten später hielt Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas auf derselben Bühne dagegen: Wer den Sozialstaat schwäche, schwäche am Ende auch die Wirtschaft. Im Koalitionsausschuss am Abend ist über den Umgang miteinander gesprochen worden. Und eine gemeinsame Linie bei Steuer- und Rentenreform steht weiter aus. Ergebnisse des Treffens der Koalitionäre sollen am Vormittag veröffentlicht werden – schriftlich, ohne Pressekonferenz. [01:09]
Professional Briefings kostenlos kennenlernen: https://table.media/testen Impressum: https://table.media/impressum Datenschutz: https://table.media/datenschutzerklaerung
Transkript anzeigen
00:00:02: Reform heißt nämlich, meine Damen und Herren, Gewinn für
00:00:06: alle.
00:00:07: Auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in
00:00:10: Deutschland.".
00:00:13: Der Kanzler hat einen bemerkenswerten Auftritt beim Deutschen Gewerkschaftsbund hinter sich.
00:00:17: Er wurde ausgefiffen und ausgebucht.
00:00:19: Das kannte man auch schon In abgeschwächter Form von den Arbeitgebern bei Bärbel-Bars wie er damit umgeht was das auch im Koalitionsausschuss am Abend ausgelöst hat.
00:00:28: dazu gleich mehr
00:00:31: Was würde der Vater des deutschen Wirtschaftswunders Ludwig Erhard von dieser Lage heute machen?
00:00:37: Eine Idee hat das Ludwig-Erhard Forum mit seinem Zehnpunkteplan erarbeitet.
00:00:41: Wir sprechen mit dem Vorsitzenden des Forums und Co-Auto dieses Plans, Stefan Kohleff und fragen wie weit die Politik der Regierung von diesem Vorschläge entfernt ist.
00:00:51: Sieben Etagen Beatles pur.
00:00:52: im neuen Museum der Band sollen Erinnerungsstücke und bisher unveröffentlichtes Archivmaterial gezeigt werden, wo das neue Super Beatles-Museum steht oder stehen soll.
00:01:02: Das verraten wir auch noch an diesem Mittwoch den thirteenth Mai
00:01:11: Und damit auch dies klar gesagt wird Wirtschaftswachstum für sich genommen ist kein Selbstzweck sondern es ist Voraussetzung Für den Wohlstand unseres Landes.
00:01:22: ohne Wachstums gibt es auch keinen leistungsfähigen Sozialstaat, keine gute Gesundheitsversorgung.
00:01:29: Keine auskömmliche
00:01:31: Rente.".
00:01:32: Ohne Wirtschaftswachstum gibt es kein Leistungsfägen-Sozialstaat – das war die Nachricht von Friedrich Merz auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes und diese Nachricht kam überhaupt nicht gut an!
00:01:44: Meine Damen und Herren, das ist Demografie und Mathematik.
00:02:03: Und es übersteigt ganz einfach die Kräfte von zwei Beitragszahlern wenn sie in Zukunft eine Person in der Rente finanzieren sollen.
00:02:17: Reform
00:02:18: heißt nämlich Gewinn für
00:02:21: alle
00:02:22: auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland.
00:02:28: Und im Verhältnis zu dem großartigen Maß an sozialer Sicherheit, das wir in unserem Land ja schon haben und dass wir für die Zukunft erhalten wollen sind die Veränderungen, zu denen wir heute bereit sein müssen eigentlich
00:02:43: nicht
00:02:43: zu groß.
00:02:52: Das Potenzial dafür ist vorhanden.
00:02:56: Ja, Pfiffe und Bugel für Plakate im Publikum.
00:02:58: Also kein besonders warmer Empfang beim Kongress des Gewerkschaftsbundes immerhin zum Schluss verhaltener Applaus für den Bundeskanzler.
00:03:06: aber natürlich war die Debatte sofort heiß.
00:03:09: wie habe man dort den Kanzler der schwarz-roten Koalition denn begrüßt?
00:03:13: das können wir noch so nicht machen.
00:03:14: und die Parallelen zum Arbeitgebertag wovor einem halben Jahr Bärbelbars mit leichtem Gelächter versehen wurde wurden natürlich sofort abgezogen.
00:03:23: Da sieht man, wie weit diese Koalitionäre auseinander liegen jedenfalls aus Sicht von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
00:03:31: Die eine Seite die SPD wird von den Arbeitgebern ausgedacht, die andere Seite die CDU jetzt vom Arbeitnehmervertretern.
00:03:38: ja es ist schwierig und dabei hat Friedrich Merz einen ziemlich harmlosen Satz gesagt der schlicht richtig ist Ohne Wirtschaft können wir uns vieles nicht leisten.
00:03:47: Er hat ja in der Vergangenheit schon mal kräftiger zugelangt gesagt, wir können uns diesen Sozialstaat dieser Formen nicht mehr leisten das dann allerdings auch wieder eingesammelt.
00:03:55: eigentlich sind doch Michael solche Ansagen in dieser Zeit auch mal richtig oder nicht?
00:04:00: Und das Problem ist genau das, was du schilderst.
00:04:02: Die Analyse ist eben nicht die gleiche in dieser Koalition.
00:04:05: Hören wir mal etwas berbelbares!
00:04:06: Wenige Minuten später auf derselben Bühne zum Sozialstaat sagt und wie sie ihn ins Verhältnis zur Wirtschaft setzt.
00:04:13: Unsere Sozialstaate ist ein Stabilitätsanker für dieses Land.
00:04:17: Wer den Sozialstaats schwächt, schwägt am Ende auch unsere Wirtschaft.
00:04:22: Denn soziale Sicherheit schafft Vertrauen, Kaufkraft vor allen Dingen aber auch Zusammenhalt.
00:04:28: Wir erleben täglich neue Angriffe auf die Solidarität, auf Vielfalt und vor allen Dingen auf unsere demokratischen Werte.
00:04:36: Und wir leben wie soziale Gruppen gegeneinander ausgespielt werden und wir erleben, wie schnell Respekt verloren
00:04:43: geht.".
00:04:44: Und danach die DGB-Jugend auf dem Podium mit der Äußerung, die man auch kennt aus dem Linken Lager – Der Kahlschlag des Sozialstaats macht uns Angst!
00:04:52: So als wäre das was wir in Deutschland bezahlen für diesen Sozialstaat, auch an gesetzlichen Schutzmechanismen ein Karlschlag.
00:05:00: Das sind zwei Planeten die er aufeinander zurasen und deswegen war es natürlich auch gestern Abend Thema im Koalitionsausschuss.
00:05:06: Es wurde offensiv angesprochen.
00:05:08: so hört man wie man miteinander umgeht in dieser politischen Mitte zwischen Union und SPD und ihren auch parteinahen Institution.
00:05:18: Ja, noch einmal kurz zurück.
00:05:19: Vielleicht diese Eskalation der Rhetorik hilft natürlich auch niemanden?
00:05:23: Also wir haben es mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage zu tun.
00:05:26: Wir haben's mit sehr hohen Kosten unseres Sozialstaats zu tun.
00:05:30: ein Großteil nämlich die Hälfte unseres Bundeshaushalts geht insgesamt gerechnet in soziale Leistungen.
00:05:36: also wer davon einem Kahlschlag spricht das ist wirklich eine populistische Zuspitzung kann keine Rede davon sein.
00:05:43: Und im Gegenteil ist es ja richtig, dass man sich Gedanken darüber machen muss, wofür geben wir das Geld aus?
00:05:47: Ist dieses Geld gut ausgegeben und an der einen oder anderen Stelle sicherlich auch Korrekturen nötig sind.
00:05:54: Sich diese Debatte komplett zu verschließen halte ich schlicht nicht für klug.
00:05:59: zu dreißig Prozent in irgendeiner Form, in den Schutz von Menschen die Schicksalschläge erlitten haben.
00:06:10: Den Job verloren oder auch immer.
00:06:11: also wenn diese Koalition nicht in der Lage ist die gleiche Analyse bei den Reformen zu haben wie soll sie dann zusammenkommen?
00:06:17: Das war jedenfalls Thema auch gestern im Koalitionsausschuss und März wies auch nochmal darauf hin im Vorfeld in der Koalition.
00:06:22: Er habe sich ja anders verhalten als man Bebel Bas so schlecht behandelt hatte auf dem Arbeitgebertag.
00:06:29: Der Wirtschaft in Halle gesagt Anfang dieses Jahres erhält es für keinen guten Umgangsstil, wenn ein Mitglied der Bundesregierung ausgeboten oder ausgefiffen wird.
00:06:37: Er verteidigte Berbel Baas also damals.
00:06:40: was sie gestern beim DGB kommen kann ist allerdings nicht tat und Sie hat sich einfach gar nicht zudem geäußert, was vorher dort passierte?
00:06:47: Ja die Koalitionäre, die auch nach außen nicht besonders freundlich miteinander umgehen im Koalitionsausschuss ja Da war immer wieder natürlich der Versuch, der Appell.
00:06:57: Wir müssen an einem Strang ziehen.
00:07:00: aber die Aufgaben, die jetzt vor denen liegen also die großen Projekte da geht es eben noch sehr weit auseinander.
00:07:07: ein Thema ist die Einkommenssteuerreform Die ja schon verabredet ist im Koalitionsvertrag.
00:07:11: kleine und mittlere Einkommen sollen weniger Steuern bezahlen.
00:07:15: Aber die große Frage ist wie wird das finanziert?
00:07:19: Und da gehen die Meinungen nach wie vor auseinander.
00:07:21: Ja, Beschlüsse gab es gestern nicht.
00:07:23: Aber wie wir hören wurde nochmal die ursprünglich ja gefundene Konsens auf den Tisch gelegt mit einem Mix aus Spitzensteuersatz und reichen Steuersatzerhöhungen oben der Streichung von Subventionen und Steuerhilfen die Steuerreform zu finanzieren.
00:07:38: Eine Entlastung von zehn bis fünfzehn Milliarden Euro pro Jahr ist im Gespräch, das hat sowohl Lars Klingbeil versprochen als auch Dionion als Ziel ausgesetzt.
00:07:46: Und man will jetzt alles mit allem zusammenbringen also sowohl die Rentenreform Mitte Juno als auch die Steuer reform als auch Die fünf Milliarden Euro, die im Haushalt siebenzwanzig noch fehlen, die dann eben Durchkürzungen bei Subvention und Steuervergünstigung reingerohlt werden sollen
00:08:02: Entgültig.
00:08:03: gestern Abend beerdigt wurde die sogenannte Entlastungsprämie.
00:08:07: Das waren die Tausend Euro, die es Steuer- und Abgabe frei geben sollte, die aber von den Arbeitgebern bezahlt werden sollte.
00:08:13: Da gab's ziemlich einen Gegenwind aus der Wirtschaft und die Koalition hat das ja noch nicht mal geschafft ihre eigenen Ministerpräsidenten davon zu überzeugen.
00:08:22: Sowohl Markus Söder als auch Manuela Schwesig haben sich sogar öffentlich dagegen gewandt.
00:08:26: am Freitag ist das Vorhab im Bundesrat gescheitert.
00:08:29: nun will es niemand mehr anfassen.
00:08:32: Die Idee, der konnte man ja im Ursprung sogar was abgewinnen.
00:08:35: Aber sie war schlecht kommuniziert und auch schlecht vorbereitet.
00:08:38: Da fehlten mal wieder die Absprachen mit den Ländern.
00:08:41: also diese Regierung muss nach wie vor lernen ihre Partner vorher einzubinden.
00:08:51: Womit wir beim Thema unseres heutigen Interviewpartners sind?
00:08:54: Wie ist denn jetzt die Balance zwischen Sozialstaat und Marktwirtschaften?
00:08:57: Wie würde eigentlich Ludwig Erhard die Fragen, die wir uns heute stellen beantworten?
00:09:02: Das fragen wir den wissenschaftlichen Direktor des Forums Stefan Kohleff.
00:09:05: Der jüngst mit einem gemeinsamen Papier mit Markus Brunermeyer zur Resilienz Deutschland für Aufsehen gesorgt hat.
00:09:11: Wir wollten mal hören wie er die aktuellen wirtschaftspolitischen Debatten sieht.
00:09:14: Schön dass Sie heute bei uns sind.
00:09:16: Guten Tag lieber Herr Kohleffer!
00:09:18: Vielen Dank für die Einladung.
00:09:19: Sehr gerne, schön dass Sie endlich mal bei uns sind.
00:09:21: als derjenige der Ludwig Erd wahrscheinlich wissenschaftlich am besten verstandert.
00:09:25: wie würde er einen solchen Auftritt des Kanzlers beim DGB mit Buchrufen bedacht eigentlich werten?
00:09:31: Wie wichtig war ihm die Sozialpartnerschaft und auch die Unterstützung für die Politik?
00:09:36: Sie waren im Wichtig und für die soziale Machtwirtschaft ist es von Anfang an wichtig das in der Gesellschaft so etwas wie eine sogenannte soziale Irenik zustande kommt.
00:09:43: Das heißt Bei allen Unverschieden, die wir haben und bei allen unverschieden bleiben wird trotzdem zu so etwas wie Versöhnung und Kompromissen fähig sind.
00:09:53: Das war damals schwierig und es ist auch heute schwierig das wir immer schwierig bleiben in einer pluralistischen Gesellschaft und das müssen wir eben aushalten.
00:10:00: und ich finde dass unabhängig davon ob sich das gehört oder nicht aber der Kanzler hat es ausgehalten und hat es eben bei seiner Linie geblieben wobei es nicht bedeutet dass man natürlich nicht zu hören Man muss zuhören.
00:10:13: Man muss ja fragen, wo kommt dieser Frust her?
00:10:16: Dann muss man sich zusammensetzen und sagen, ohne dass wir reiner Meinung sind, Kompromisse müssen wirklich bleiben.
00:10:21: Als jemand der die Zeitgeschichte sich anschaut und nicht in diesem hektischen Alltag so drin ist wie wir, würden Sie sagen das hat es immer gegeben dieses Ringen um Reformen in einem Standort Deutschland zwischen links- und rechts oder ist tatsächlich... da gerade etwas in die Brüche gegangen, was sie selbst auch so noch nicht erlebt haben.
00:10:42: Ich glaube das gab es immer schon aber... Die Mitte hat sich verändert.
00:10:44: Das ist etwas, was mich sehr umtreibt als Wissenschaftler.
00:10:47: Als ich nach Deutschland kam, neunundneinzig, gab es ein... Was die Wirtschaftspolitik angeht?
00:10:52: Ein ausdifferenziertes Mitte rechts und ein ausdiffrinsiertes mitten links Und die hatten unglaublich spannende Debatten weil die Spannungen in der Mitte ausgetragen wurden und dann blieb fürchte nach Hand einfach keine Raum.
00:11:02: Heute haben wir die schräge Debatte zwischen Mitte und Rand die Nordrhein-Rand gewinnen kann.
00:11:07: Ich glaube, die Mitte hat in den letzten fünfzehn-zwanzig Jahren sich sehr komogenisiert – es ist einfach sehr ... wie soll ich sagen?
00:11:14: ... sehr durchaus die Neigung gehabt ein Einheitsbrei zu werden und im Zuge dessen haben wir verlernt zwischen Mieter links und Mieterechts zu streiten und das versuchen wir uns jetzt seit der Ampel wieder beizubringen mit wechselhafterm Erfolg.
00:11:32: Die Reform-Debatten gab es immer, aber es gab immer diese zwei Hälften die wussten was sie wollen.
00:11:38: Die auch unerscheidbar waren wo der Bürger auch das jeweilige Angebot sich angucken konnte und sich eine echte Meinung bilden konnte.
00:11:45: bin ich Wirtschaftspolitik mit rechts oder mitten links?
00:11:48: Und das ist verdammt schwierig geworden!
00:11:49: Aber da müssen wir ja wieder hin.
00:11:50: Das finde ich unglaublich wichtig... wieder dieser spannende, weilspannungsreiche Raumwerden.
00:11:56: Sie sind ja ein deutsch-bulgarischer Wirtschaftswissenschaftler in Sofia geboren?
00:11:59: Wenn sie so auf ihr Heimatland Bulgarien schauen würden... wie blicken die auf uns?
00:12:03: Würden die sagen, eure Probleme hätten wir gerne?
00:12:05: Nein!
00:12:06: Weil Bulgarien inzwischen ein Buhnland geworden ist trotz einer demografischen Implosion von neun auf sechs Millionen das Land bunt.
00:12:14: und wenn man mit jungen Bulgaren redet ich bin mit achtzehn gegangen, wenn ich mit achtzenehrigen Bulgarien heute rede sagen die Nö Deutschland ist nicht spannend.
00:12:21: Und da sehen Sie auch in den Wanderungsstatistiken, inzwischen gehen mehr Leute nach Bulgarien zurück als nach Deutschland kommen.
00:12:26: Wow!
00:12:27: Was ein riesiges Problem ist zum Beispiel für den Gesundheitssektorperspektivist – das ist bei Polen und Rumänien genauso.
00:12:34: Das heißt dieser... Reiz, dieser sexe Peel der alten Bonner-Republik für die Generation meiner Eltern oder eben der früheren Berliner Republik für mich als ich dann in den neunzig Jahren mich entschieden habe nach Deutschland und nicht voran nachsehen zu gehen.
00:12:46: Das ist komplett weg!
00:12:48: Weil wir das Wohlstandsversprechen nicht mehr halten können was immer für Deutschland galt?
00:12:52: Genau weil das Land einfach als klerotisch gilt.
00:12:54: um Bulgarien ist ein dynamisches land dass es natürlich ärmer ist heute als deutschland.
00:12:59: aber Wenn man zwanzig ist, da denkt man über die nächsten vierzigfünfzig Jahre nach und in den vierzig-fünfziger Jahren verspricht man sich in Bulgarien Wachstum.
00:13:06: Und hier sehen das die Leute nicht!
00:13:07: Was sind die drei großen Hemmschuhe für Deutschland?
00:13:12: Wenn es darum geht im Potenzialwachstum also dauerhaft wieder nach oben zu kommen?
00:13:17: Ökonomen sind ja schlichte Wesen und wir denken so in Funktionen.
00:13:20: Wenn man sich eine Produktionsfunktion verstellt müssen wir eben über Arbeit sprechen.
00:13:24: Also wie kommen wir dazu dass sich für Menschen Loan mehr zu arbeiten?
00:13:28: Der zweite Punkt ist Kapital.
00:13:30: Wie kommen wir dazu, dass Deutschland für private Investoren wieder sexy ist?
00:13:35: Sexiviert, weil das ist es momentan eben nicht.
00:13:37: Das
00:13:37: eine hängt wahrscheinlich mit dem anderen zusammen?
00:13:39: Er schenkt mir danach zusammen.
00:13:40: in der Tat und das
00:13:41: gefühlt hat hier kaum noch einer arbeiten.
00:13:42: Willklammer auf so sehe ich es nicht.
00:13:44: aber wir haben ein Produktivitätsproblem.
00:13:45: Wir haben riesen Debatten über den acht-Stunden-Tag.
00:13:47: gestern.
00:13:48: Der DGB protestiert für die acht Stunden dann will auf gar keinen Fall die Wochenarbeitszeit.
00:13:53: aus meiner Sicht ne sanfte Reformmaßnahme Die jetzt schon zu Protesten führt.
00:13:58: wie sollen wir dann in der Lage sein weltweit Investoren zu begeistern
00:14:01: dass sich so?
00:14:01: also Es braucht in Deutschland keine Kettensäge, da bin ich felsenfestvoll überzeugt.
00:14:06: Wo aber Heckenscheren, die wir schwungvoll betätigen?
00:14:09: und das was Sie gerade beschrieben haben ist eine sanfte Heckenschere an dem Modell, in dem man sich eben als Land eingerichtet hat.
00:14:18: Und deswegen der dritte Punkt neben Arbeit und Kapital ist eben ein resilientes Mindset.
00:14:23: Wir müssen als Land nicht einfach mehr arbeiten, nicht einfach investieren im Land, sondern wir müssen lernen Das, was die Osteuropäer eben seit thirty-fünf Jahren lernen und inzwischen gut können, nämlich mit Wandel umgehen.
00:14:35: Und nicht damit so umgehen wie wenn es einfach eine riesige Gefahr ist oder eine riesigen Angstquelle das ist, sondern mindestens genauso sehr aufverstehen, dass Wandel unglaublich viel Tolles enthält, wenn man den sich mit dem Wandel anfreundet!
00:14:50: Ja, wie macht man das?
00:14:51: Sie sind Ökonom.
00:14:52: Sie sind kein Psychologe und kein Therapeut.
00:14:54: Sie haben ein kluges Papier mit Herrn Brunermeyer zusammengeschrieben zum Thema Resilienz aber ich kann das ja nicht verordnen!
00:14:59: Ich kann den Deutschen ja nicht sagen so werdet ihr jetzt resilient bitte check sondern es ist ja was vielleicht in der Mentalität drin... Vielleicht sind wir dazu nicht in der Lage.
00:15:08: Das glaube ich nicht.
00:15:09: Ich glaube dass jeder Mensch kann.
00:15:12: die Frage ist wie wird da hinkommen?
00:15:17: Man hat die Bonner Republik noch im Auge und sozusagen all diese gute alte bequeme Zeit.
00:15:23: Der entscheidende Punkt ist aber, man muss die Menschen davon überzeugen dass sich dieser Reise lohnt weg vom Status quo hin zu etwas anderem das es sich also lohnt diese Mühe in sich zu investieren in Resilien zu werden.
00:15:36: Und dazu braucht's eine Vision.
00:15:38: Ich gebe Ihnen ganz knappe Vision Wir müssen das tun.
00:15:42: Also wir müssen Resilientferden weil ansonsten sogar die jungen Menschen dieses Landes das Land verlassen.
00:15:48: Darüber schreibe ich gerade ein Buch, dass im Herbst erscheint und es ist unglaublich beängstigend wenn man mit jungen Leuten also zwischen zwanziger und fünfundzwanzig redet wie die über das land nachdenken und wir sind inzwischen dazu übergekommen sind über entweder das physische Verlassen des Landes nachzudenken oder sich in eine innere Emigration zurückziehen und sagen Ich ziehe mich von Staatwirtschaftung Gesellschaft zurück um das zu verhindern.
00:16:14: das heißt Also nicht nur die jungen Bulgarien nach Deutschland ziehen, sondern überhaupt.
00:16:18: Die eigenen Kinder im Land zu behalten.
00:16:21: Dafür müssen wir heute krisilierend fern also lernen mit Dynamikum zu gehen.
00:16:27: Die soziale Machtwirtschaft bietet die notwendige Stabilität, die es ja immer braucht.
00:16:32: Das hatten meine Eltern in den neunzehnten Bulgarien nicht.
00:16:34: Die sind jeden Tag auf die Schnauze gefallen und mussten von alleine aufstehen.
00:16:38: Die Soziale Machtwirtschaft befähigt uns durchaus beim Aufstehen eine gewisse Unterstützung zu haben.
00:16:43: das entscheidende ist aber Und ich glaube, das kann auch jeder verstehen.
00:16:47: Das Entscheidende ist wenn man aufsteht.
00:16:50: als resilienter Mensch hat man sich im Zuge des Aufstehens neu erfunden weil sich die Welt verwendet hat durch den Schock der einen zu Fall gebracht hat und das ist das Entscheidende.
00:16:59: Das kann jeder lernen.
00:17:00: und wie gesagt wir brauchen einfach eine Vision dass dieses Land eine tolle Zukunft hat.
00:17:04: davon bin ich fest überzeugt.
00:17:05: schöne vision von welchen politiker haben sie eine ähnliche schon mal gehört in den letzten sechs Monaten.
00:17:09: Ich habe diese Vision in den letzten drei Jahren Berlin mit sehr vielen Politikern aller Parteien getestet und ich muss Ihnen sagen, die funktioniert.
00:17:17: Die Menschen hören erst mal zu – das ist nicht bei jedem Spruch, den ich so habe der Fall.
00:17:22: unter deren entscheidende Punkt ist dann….
00:17:24: Dann sagen sie oh!
00:17:26: Das hab' ich noch nicht so gesehen.
00:17:27: Das is mein Job in Berlin.
00:17:29: Natürlich sind unterschiedliche Menschen dafür unterschiedlich zugänglich aber wenn man sagt «die eigenen Kinder verlassen das Land» und das gilt es eben zu verhindern indem wir uns an unsere Zeit endlich anpassen und ständig tun.
00:17:42: Es gibt wenige Menschen, die gesagt haben das wollen wir
00:17:44: nicht.".
00:18:05: mit Bausch und Bogen ablehnen, dass das generell nur möglich sein kann.
00:18:08: Dass eine kreative freie dynamische Wirtschaft am Ende auch für alle sozialer ist?
00:18:15: Ja also das wird die soziale Machtwirtschaft weiter denken und auch als Tradition pflegen müssen.
00:18:20: da rennen sie bei mir natürlich die offensten Alerteuren ein und ich finde aber, dass die sozialem Machtwirtschaft zwei Facetten hat.
00:18:26: Das eine ist das was Sie beschrieben haben Das ist die dynamische Seite der Resilienz.
00:18:29: Ich finde, die Resilience ist übrigens eine neue soziale Machtwirtschaft.
00:18:32: Genauso wie alle die sozialen Machtwerkschaft richtig finden, obwohl man von Sarah Wangenknecht bis zu mir ein ganz großes Kontinuum hat... ...ist auch die Resillianz für sehr viele Menschen auf eine unterschiedliche Zugänglich.
00:18:43: Jedenfalls!
00:18:45: Die Resillienz hat eine dynamische Seite.
00:18:47: D.h.,
00:18:48: das was Sie beschrieben haben.
00:18:49: Dynamik und Freiheit bringen Fortschritt aber genauso wie die soziale macht wirtschaft sagt die Resilianz.
00:18:56: Ich brauche dieses Mindestmaß an Stabilität, um überhaupt mich auf die Dynamik einzulassen.
00:19:01: Wenn wir diese existenziellen Härten haben wie meine Eltern in den neunzig-jährigen Bulgarien dann läuft man gefragt das wäre ein Großteil der Bevölkerung verlieren weil damals gerade die Männer massenweise Alkoholiker geworden sind weil eben diese Dynamik für uns Menschen Evolutionsbiologis einfach wahnsinnig schwer verkraftbar ist.
00:19:19: und wir haben doch die soziale Marktwirtschaft.
00:19:20: durch diese Balance von Dynamik und im Mindestmaß an Statik oder Stabilität oder Sicherheit, haben wir eigentlich eine Tradition die das beides abdeckt.
00:19:30: Und ehrlich gesagt sind die beiden Regierungsparteien auch wunderbar dafür geeignet.
00:19:33: Wir können sagen die CDU müsste wie in der Vergangenheit immer eher für die Dynamik zuständig werden während die SPD für die Stabilitätsstatik Sicherheit zuständig wäre.
00:19:43: und ich sage Arbeitszeitigen Beziehungen könnte die Koalition wunderbar funktionieren.
00:19:47: Sie
00:19:47: müssen am Ende zusammenkommen, machen wir es konkret.
00:19:48: Steuerreformen!
00:19:49: Wir wollen eine Entlastung der mittleren Einkommen haben da sind sich alle ökonom einig.
00:19:54: aber wie solls finanziert werden?
00:19:55: Da ist dann von links bis rechts wieder völlig unterschiedliches zu hören.
00:19:59: sagen sie uns nochmal kurz und knapp was wäre die fährste gerechteste Steuerreforme im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft
00:20:06: den Staat dazu rechtzustutzen bei Subventionen wo er nicht notwendigerweise gezeigt hat, dass diese Geldflüsse Sinn machen.
00:20:15: Wir müssen einfach lernen, dass dieser Staat nicht nur wachsen kann sondern dieser Staat muss gerade den jungen Menschen gegenüber beweisen das Sachen die nicht sinnhaft sind, die er tut, dass sie wieder abschaffbar sind.
00:20:28: Nehmen Sie mal ein Beispiel?
00:20:29: Reden wir auch über die Energiewende.
00:20:30: Die Energiewendel ist so alt wie ich in Deutschland Mit proschem Verkügen.
00:20:37: Ja, späte Neunzig-Jürgen-Trittin.
00:20:40: Ich kam neunundneunzig Jürgen Trittinwach um Bundesumweltminister und es kann nicht sein dass wir alle Subventionen die wir eines Tages irgendein jemandem versprochen haben das wird in aller Ewigkeit zahlen weil einfach die Technologie so viel wettbewerbsfähiger geworden ist also Lachpendel zum Beispiel oder auf Windkraft als es eben damals war.
00:20:57: Und wir tun's auch wie wenn diese Subventionsflüsse in aller Ewigkeit fließen müssten weil das irgendwie fürs Gute wäre, ja das Gute ist aber wettbewerbsfähig geworden.
00:21:06: Das kann sich von alleine tragen und so muss man mit den verschiedensten Subventionsprogrammen umgehen.
00:21:11: ich bin durchaus für eine Rasenmäher aber wenn es jetzt um die ganz kurzfristige Einsparung geht, aber wenn wir systematisch den Staat verslangt wollen dann müssen wir sehr viel besser evaluieren als wir es üblicherweise tun was denn diese Subventionsprogramme überhaupt bringen.
00:21:28: Ganz viele haben gar keine Evaluation Oder wenn sie eine haben, bestätigt die Evaluation nachher hin zu sagen wie gut sind die Gelder geflossen.
00:21:36: So das ist keine Evaluation.
00:21:37: wir müssen also wissen der Start put idealerweise nur Sachen die Wenn jemand externes drauf geblickt hat Sinn machen und dass was keinen Sinn macht kann eben weg.
00:21:46: Das ist auch wieder die Heckenschere
00:21:48: Herr Kulow.
00:21:48: das wünschte ich mir dann von Ihnen in Ihrem nächsten Buch nämlich ein Dashboard
00:21:52: Wie
00:21:52: treffsicher politische Maßnahmen wirklich sind Und das Jahr für Jahr bitte neu auflegen an dieser stelle.
00:21:58: Ich glaube, ich lasse mir's mal dabei und sagen Dankeschön lieber Herr Kolev.
00:22:02: Gerne bis zum nächsten Buch.
00:22:10: Helene war noch was?
00:22:11: Gute Nachrichten für alle Beatles-Fans zu denen du auch sicherlich gehörst nicht selbstverständlich
00:22:15: Lieblingslied
00:22:16: der
00:22:17: Lennet wie Überraschung bei dem Nicht Ja
00:22:22: richtig.
00:22:23: Also für Leute wie dich und auch für mich, man müsste mal eine Beatles-Party veranstalten.
00:22:27: Dachte ich mir dabei als schon Ausrichterin einer Elvis Party vor ungefähr zwei Jahren...
00:22:31: Das wäre noch geiler für mich gewesen.
00:22:34: Schade, dass du mich damals nicht eingeladen hast!
00:22:35: Habe ich?
00:22:36: Du bist leider krank geworden, wenn ich dich daran erinnere.
00:22:37: Und du hattest jedenfalls so was, das erzählt deinen Kostüm schon gekauft.
00:22:40: Oh,
00:22:41: das stimmt.
00:22:41: Ich habe immer ein Elvis-Kostüm seitdem in meinem Dachgeschoss liegen ohne Witz und es sieht überraschelt
00:22:46: aus.
00:22:46: Das denke ich mir also kommen wir zurück zu den Beatles.
00:22:49: da gibt es nämlich etwas
00:22:50: Neues.
00:22:51: Es gibt ein kleines Traumland, also wer nicht zu der Party kommt und nicht irgendwann organisiert wird kann dann dort hingehen.
00:22:58: Und zwar da wo die Beatles ihr letztes Konzert gespielt haben am dreißigsten Januar neunzehntneunundsechzig war das auf dem Dach ihres Apple Gebäudes in der Londoner Savile Row.
00:23:08: Dort hatte die Band ihr Hauptquartier und Namen im Keller.
00:23:10: auch Michael Dein Lieblings sieht auf nämlich Ledby Du hast es gerade gesagt.
00:23:14: Und die Eröffnung mit dem offiziellen Titel, The Beatles at Three Seville Row ist für es für siebenundzwanzig geplant.
00:23:22: Also wir empfehlen doch sehr mal wieder einen Abstecher nach London zu machen und übrigens oder nach Hamburg denn dort gibt's auf der Repermann auch den Beatles Platz mittlerweile wo ja die Beatles in der großen Freiheit aufgetreten sind.
00:23:35: Damit lass uns gut sein!
00:23:36: Wir freuen uns dass Sie morgen wieder bei uns sind am Donnerstag dann den vierzehnten Mal Table Today.
00:23:41: Tschüss!
00:23:44: Mit Michael Brücker und
00:23:45: Helene
00:23:46: Bubrowski.
Neuer Kommentar